Norwegens Behandlung von ABB

US-Autor betrachtet Die Behandlung von Anders Behring Breivik ist als zu angenehm anzusehen. Das kann andere zu extremistischen Taten inspirieren, denkt der US-Amerikaner Joel Hinkley.
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Der Beitrag "Ein amerikanischer Blick auf den Breivik-Fall" war, in den Wochen bis zum dritten Jahrestag am 22. Juli, einer der meist gelesen in der Aftenposten, und das, obwohl der Beitrag über zwei Jahre alt ist.

Aftenposten kontaktierte den Autor Joel Hinckley, um zu hören, was er heute denkt.

http://ap.mnocdn.no/incoming/article7640867.ece/ALTERNATES/w980c169/afp000388855_2.jpg?updated=170720141814

Im Herbst 1993 kam ich als Missionar für die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage - unter dem Namen der Mormonenkirche vielleicht besser bekannt, nach Norwegen . Ich verbrachte die nächsten zwei Jahre auf Reisen in ganz Norwegen und klopfte an unzählige Türen, die Botschaft der Kirche zu verbreiten.

Während dieser Zeit arbeitete ich viel mit Einwanderern und Flüchtlingen. Ich hatte einen guten Eindruck von Norweger, sie sind tolerant und freundlich gegenüber fremden Kulturen. Aber dennoch machte sich bei mir ein Gefühl breit, das viele bekümmerte.

Am nächsten komme ich dem Gefühl, wenn ich mir vor Augen führe, es gäbe es die latent rassistischen und faschistischen Einstellungen, die in ganz Europa allgegenwärtig sind, und als würden sie früher oder später an die Oberfläche kommen.

Aus meiner Sicht ist Anders Behring Breivik ein lebendes Beispiel für extreme Intoleranz und den wachsenden Einfluss solcher Einstellungen in der Gesellschaft, die mehr oder weniger tausende von Jahren homogen gewesen ist.

Ich befürchte, dass Norwegen die nächsten 20 Jahre damit verbringen wird, zu lernen, wie man mit Rassismus und den negativen Folgen umgeht.

Norwegen ist, bezüglich Einwanderung, ein junges und unerfahrenes Land.
In den USA hingegen sind ethnische Konflikte ist ein zentrales Thema in der gesellschaftlichen Entwicklung.

Ich kannte ein oder zwei Dinge über das norwegische Justizsystem.
Es gibt keine Todesstrafe, und selten wird jemand zu lebenslanger Haft verurteilt. Aber ich war nicht darauf vorbereitet, wie eine öffentliche Verhandlung sein konnte. Und mir war nicht bewusst, dass es in norwegischen Gefängnissen so komfortable Haftbedingungen gibt.

Die große Aufmerksamkeit, die ABB bei der Verhandlung zuteil wurde, schmeckte mir nicht. Wenn einer Person wie ihm zugehört und jemand dadurch beeinflusst wurde, ist das eine Person zu viel.

Ich war von der Art und Weise des Prozesses gegen ABB entsetzt. Es war beunruhigend, seine Unfähigkeit zur Reue zu beobachten, und ich ließ mich von ihm, aus dieser 'Seifenblase' heraus, aus der er frei seine giftige Ideologie verbreitete, einschüchtern.

Jetzt habe ich keine speziellen, tiefen Kenntnisse über Reaktionen und Gefühlsregungen von Menschen, aber ich bin davon überzeugt, dass es mehr Menschen gibt, die von seinem dogmatischen Weltbild angesprochen sind.

Ich bin, hier in Norwegen, sicher, dass ABB nie weit weg aus dem kollektiven Bewusstsein ist - in den USA, ist er dagegen mehr oder weniger vergessen.
Aber es sollte gesagt werden, dass er in Verbindung mit dem Adam Lanza-Schulmassaker in Connecticut wieder auftauchte. Aber ich habe Angst, dass der
22. Juli vergessen wird, wenn die Taten, die er an diesem Tag beging, in den US-Medien nicht mehr erwähnt werden.
Berücksichtigt man, dass Adam Lanza eine Art Rating hatte, in der er den Punkt der Massenmörder
, darunter ABB, als eines von einer Reihe Kriterien aufführte, kann das als Hinweis auf eine Form von Einfluss interpretiert werden, den ABB auf Lanza hatte.

Darüber hinaus bin ich darüber verstört, dass ABB Zugang zu "Luxus für den Alltag" hat, der für die meisten Menschen als selbstverständlich gilt.

Ich habe als Freiwilliger in amerikanischen Gefängnissen gearbeitet, und ich kann versichern, dass die Häftlinge keinen Zugang zu einer Playstation oder ähnlicher Unterhaltung hatten. Das macht mir Sorgen, denn ABB sprach sehr offen darüber, dass die PS ein wichtiger Bestandteil der mentalen Vorbereitung auf sein Leben war.

Ich bin nicht dafür, dass er die Todesstrafe bekommt, aber dass er härtere Haftbedingungen in Bezug auf Freiheit und weniger Komfort bekommt. Es erscheint als seltsam, dass er ein Leben in einer solchen Begeisterung auf Kosten der norwegischen Steuerzahler hat.

Ganz aufrichtig bete und hoffe ich, dass Norwegen nie wieder Gräueltaten eines menschlichen ABB erleben muss. Leider befürchte ich, das ist nicht sehr realistisch.

Die schonende Behandlung, die er während der Studien, und die komfortablen Haftbedingungen, die er erhalten hat, können andere dazu inspirieren, mehr extremistische Taten zu begehen.

Quelle Aftenposten

Und was gleich als letztes in hellgrau steht, stimmt ja gar nicht, jedenfalls nicht für das Autor. 23.07.2014 0:50 Uhr

22:10 22.07.2014
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

SuzieQ

never ever perfect
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SuzieQ

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