zu 'Köln'

kurz Das Vermischen von Sexualdelikten mit der Asylpolitik ist ein Schlag ins Gesicht von Frauen und Asylbewerbern.
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Ich stelle mir vor, wäre ich einer der Täter von Köln, mir würde für die nächste Zeit ständig einer abgehen, allein beim Blick in die Medien, allein für die Reaktionen auf 'Köln'. Also, würde mir jemand vorlesen, was geschrieben steht und übersetzen, was gesprochen wird, mein ich natürlich.

Das würde ich nie schreiben...,
denn sie können selbst, Sie wissen schon.

Deutschland 'schwimmt' auf Eisschollen im aufgewühlten Meer der Empörung. Krass.

In 'Köln' ging es den Tätern darum, Gewalt, Dominanz und Kontrolle zu zeigen, Frauen zu demütigen und zu verletzen, seelisch und körperlich.

Wenn eine Frau keine sexuelle Belästigung (der Begriff ist schon scheiße) will, sagt sie 'Nein'.
Falsche Formulierung.
Nochmal.
Da keine Frau eine sexuelle Belästigung will, ist ein 'Nein' aussprechen nicht nötig. Es gilt eh.
In allen Köpfen. In allen Händen.
Denkste.

Wenn ein 'Nein' von Nöten ist.

Ist es viel zu oft, denn es gilt:
Frau nicht anquatschen, nicht antatschen, nicht belästigen, nicht penetrieren.
(Dass das noch erklärt werden muss, ist schon ... so nötig wie Bauchweh)
Das gilt sowieso.
Denkste.
'Nein' genügt nicht, in diesem unserem frauenfreundlichen Land, es gehört auch noch eine gute Portion Gegenwehr dazu. Ist diese nicht gegeben, gilt 'weibliches' Verhalten als Zustimmung.
Das gilt bis heute.

Nach 'Köln' kommen nun aus allen möglichen und unmöglichen Löchern Horden von 'Frauenverstehern', Rudel von 'Frauenbeschützern'. Jeglicher Couleur.

Wo waren sie vor 'Köln'?

Achso, verstehe, da waren die Bedrohung und die Belästigung nicht so geballt.
Da waren es noch nicht ausreichend Frauen (auf ein Mal). Da waren es noch nicht ausreichend Täter (pro Frau).

Übrigens, ein Polizeipräsident, ein Innenminister, eine Ministerpräsidentin, die Berichte über solche Vorfälle unter den Tisch kehren, missachten Frauen ebenfalls. Cui bono?

Nach den sexuellen Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln und in anderen deutschen Städten will die Große Koalition zügig die Gesetze verschärfen. Vor allem das Sexualstrafrecht weist laut Bundesjustizminister Heiko Maas erhebliche Lücken auf. Die Verschärfung soll vor allem das verloren gegangene Vertrauen der Bürger in den Rechtsstaat wiederherstellen.

Wann hat es das je gegeben?
Wo waren bisher die 'Frauenversteher'? Die 'Frauenflüsterer'? Gleichberechtigt und -wertig?
Wo sind Respekt und Würde?
Auf der Strecke geblieben...
... bis ein paar 'Gesetzlose' etwas wagten.
Aber:

Aufgepasst.
Schärfere Gesetze gewollt, ja, aber in erster Linie, um straffällig gewordene und überführte Asylbewerber schneller ausweisen zu können.
Wieder wird sexualisierte Gewalt an Frauen instrumentalisiert.
Und, wer eine deutsche Frau angreift, greift ihren Mann gleich mit an.
Da sind sie also, die 'Frauenrechtler', 'Frauenversteher', die 'Frauenbeschützer'. 'Besitzstandswahrer'?

Wieder wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet, schwimmt zwischen Eisschollen im Meer der Empörten. Die Rechtsstaatlichkeit wird vorgeführt, lässt sich vorführen, folgt Angst, Hysterie und Panikmache, wird unterhöhlt, lässt sich unterhöhlen.

Das hat mit Frauen und -rechten nichts zu tun.

Sie halten lediglich als Aufhänger her.

Das Sexualstrafrecht weist erhebliche Lücken auf. Übrigens nicht nur für weibliche Opfer.
Um es zu verbessern, braucht es keine Asylbewerber, nur gesunden Menschenverstand plus Respekt und GG Art 1(1). Und a bisserl a Herz.
Es ist ganz einfach: gleiches Recht für alle. #ausnahmslos

Augen und Ohren auf. Und gern laut werden. Gegen sexualisierte Gewalt und für Frauen.
Es geht endlich! um Frauen.

Denkste.
Ich brauche keine Frauenflüsterer!
Ich brauche keine Verhaltens- und sonstige Ratschläge für Frauen.
Ich brauche Prävention.Und Nachsorge.
Vor mir braucht auch niemand Angst haben ;o)
jedenfalls nicht aufgrund der Tatsache, dass ich weiblich bin.

Die Asylpolitik, Integrationsschritte, Kriminalität von wem auch immer stehen auf einem ganz anderen Blatt.

Und da gehören sie auch hin.


ZumVergleich Feuerwehr - Bürgerwehr demnächst mehr.

14:11 13.01.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

SuzieQ

never ever perfect
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SuzieQ

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