Sven Precht

Journalist. Redakteur. Vielseitig interessiert. Musik. Literatur. Philosophie und Politik. Nehme gerne an Debatten teil - um zu lernen.
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Sven Precht
RE: Schweigen ist Gold | 03.05.2013 | 17:05

Sehr bewegender Artikel. Gut geschrieben. Auch die Kommentare sind großenteils interessant. Hatte beim Lesen Angst, mich als "altmodisch" zu outen, nur weil ich monogam bin. Habe dann längere Zeit darüber nachgedacht. Es kommt vor allem darauf an, ob wir unserem Partner durch unser Verhalten Leid zufügen. Durch ein fehlerhaftes sexuelles Verhalten kann unsagbares Leid hervorgerufen werden. Was heißt "fehlerhaft"? Für den einen ist das Untreue, für den anderen Langeweile oder Absterben. Das muss jeder / jede für sich selbst entscheiden. Ich frage mich nur immer: Kann es mir gleichgültig sein, wenn meine Partnerin mit einem Anderen ins Bett geht? Oder wohin auch immer? Und wie muss ich reagieren, wenn es mir nicht gleichgültig ist? Ich befürchte, wir kommen mit diesen Fragen sofort in den Wald. Ein Kommentator hat auch von der Tiefe der Bindungen gesprochen und davon, dass ab einer bestimmten Tiefe gewisse Verhalten einfach nicht mehr möglich oder zulässig sind. Das ist sicher richtig - aber lässt sich nicht verallgemeinern. Leider. Ich kann die Sache für mich nur so zusammenbringen, dass wir an unseren Partner denken müssen, bevor wir entscheiden, was wir tun: Affäre oder nicht.

RE: Es werden quälende Wochen | 03.05.2013 | 16:54

Ich finde den Kommentar von Herrn Grote sehr klug. Gerade in solchen politisch motivierten Fällen ist es wichtig, einen klaren Kopf zu behalten. Das Engangement für eine gerechte Sache und die Empörung über die Zustände in Teilen unserer Gesellschaft sind wichtige Motivatoren. Aber vor Gericht sollte rechtstaatliche Sachlichkeit walten. Und in der Berichterstattung darüber auch. Außerdem: Was wissen wir davon, was in einer Richterin / einem Richter vor sich geht, der über solch einen Fall zu entscheiden hat. Ich stelle mir das ungeheuer schwierig vor.