RE: Wir kommen wieder | 06.09.2012 | 11:08

Pathetisch. Fast kitschig. Aber leider großartig. Thanx.

RE: Unterm Strich mach's ich! | 31.08.2012 | 10:32

Lieber Oberham, toller Link mit wunderschönem Textaufschlag. "Gott" ist zum Glück nicht mehr mein Problem. Sondern Liebe. Was mir ja die Probleme bereitet, ist der Überschlag zum Leben. Halt das "Fleisch-Werden". Ich befürchte, ich hätte doch den Ratschlaggen diverser Rabbiner befolgen sollen, zuerst das Leben auf die Kette zu bekommen und mich dann auf die Reise zur Transzendez zu begeben. Aber es ist, wie es ist. Eines ahne ich. Aus dem neutestamentlichen "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Licht." wird ein "Wir sind der Weg, die Wahrheit und das Licht." Das war bestimmt schon immer so gemeint. Aber als Ergänzung nicht so expliziert. Und dann sind wir da, wo Frau KarinL schon war: "Wir sind das Volk." Als ist der neue Mensch ein MeWe, oder IWe. Und entscheidend ist die Relation zwischen den Poolen. Vernichtungskampf oder Partnerschaft? Ich bekomme immer mehr Anfragen von verschiedenen Seiten, ob es nicht möglich wäre, an einer sog. 3. Aufklärung zu arbeiten. Nach der platonischen und der Descartschen halt die Aufbrechung des Tunneblicks "Ich" hin zum Wir. Was halten Sie davon?

RE: Unterm Strich mach's ich! | 30.08.2012 | 11:59

Sehr geehrter Avatar Oberham, das stimmt. Priveligiert. Reflektiert. Und nun die entscheidende Frage: Nutzbringend? Bei meinen Gesprächen mit Ordenbrüdern des christlichen Glaubens zum Beispiel ist "man" sich mittlerweile auch "bewusst": Es gibt eine Bringschuld solcher Gedanken, des Glaubens. Ansonsten ist sie als humider Wüstenranddünger für neue Welten nicht in Betracht zu ziehen. Selbstverständlich haben Kunst, Wissenschaften, Religion, Poesie usw. in ihren Reichen eine Daseinsberechtigung für sich. Aber. Wenn eine welt an sich im Veränderungsprozess ist, dann sind eben auch die Bauments (Herr der Ringe) mitgefragt. Allein: Ich finde die Brücke nicht. Und das schmerzt. Finden Sie sie?

RE: Unterm Strich mach's ich! | 30.08.2012 | 08:01

Sehr geehrter Herr Kuntz, besten Dank. Ich kam schon selbst gestern Nacht ins Schwanken, auf welcher Ebene ich ursprünglich mal diskutiert hatte. Aber genau das war mein ursprünglicher Ansatz. Die Transzendenz. Aber es fällt mir in meinem tagtäglichen Tun schon sehr schwer, dies in "konkrete" Aktionen zu übersetzen, klare Anweisungen, blitzsaubere Konzepte. Weil sich dies manchmal eben auch widerspricht. Dieses westeuropäische Drängen des aufgeklärten Individuums hat ja auch viel "Fortschritt" gebracht: Infrastruktur, Gesundheit, und, und, und. Aber die zentralen Fragen des Sinns, des Leidens, der Ungerechtigkeit, der Geburt, des Sterbens und des Lebens an sich - und damit auch eines gelingenden Miteinanders. Die bleiben unberührt. Ich würde mir so sehr wünschen, dass es soetwas wie eine neue Aufklärung geben würde über die Wesenhaftigkeit unseres Daseins als Grundlage für die anstehenden Riesenveränderungen. Aber ich kann sehr gut diese Wut und den Schmerz angesichts des Knirschens verstehen. Aber offen gesprochen: Ich bin da ähnlich unentschlossen wie alle anderen auch. Und muss dann aktuell zugeben: Transzendenz und Logik und Großkonzepte und Machen vertragen sich aktuell anscheinend nicht so gut, dass sie unserer Gesellschaft auf der großen Skala rapide weiterhelfen könnten. Vielleicht haben Politik und Transzendenz aus gutem Grund nichts miteinander zu tun. Wie denken Sie darüber?

RE: Unterm Strich mach's ich! | 28.08.2012 | 22:34

Hallo zusammen,

selbstverständlich sind schon sehr viele gesprungen. Das Angenehme: Sie machen nicht viel Wirbel um sich und ihr Leben, sondern machen einfach. Die o.a. Kolumne war einfach ein Antwort auf den Konferenzenmarathon in Berlin zum Thema "Neue Zukunft". Für mich war es sehr spannend zu sehen, dass viele bereits im Reden ihren Soll erfüllt sahen. Die Umsetzung war die Sache von irgendjemand anderem. Und am liebsten suchte man dann nach einem Akteur, von dem man wusste, dass seine Aktion Ewigkeiten dauern würde: das System. Eine bittere Wahrheit: Konferenzenteilnehmer profitieren meist so von dem Bestehenden, dass sie mit dem Status Quo sehr zufrieden sind. Auch wenn sie ständig lamentieren. Und an Herrn Rauch gerichtet: Mir geht es um das Grundsätzliche. Wie bereits in der Kolumne angedeutet. Darum, dass wir Menschen uns im Kampf gegen alles und jeden befinden und dadurch in die empfundene Ohmacht abgleiten. Die Haltung zum eigenen Leben und zur Mitwelt ist zerstörerisch und nicht entfaltend. Ich glaube, so lange dieser kämpfende Mensch der alleinig glückseelige Identifikationsarchetypus ist, ist der Weg zu neuen Wir's versperrt. Aber aus diesem Wir-Verständnis wird erst die Grundregeln für ein gelingendes Miteinander entstehen. Ich glaube, dass aktuell eben nicht fertige Lebenspläne zielführend sind, sondern gemeinschaftliche Testphasen von lebendigen Kleinstgemeinschaften. Dort entsteht das Neue. Und es wird sehr wahrscheinlich nochmal ganz anders sein, als wir alle hier diskutieren. Ihnen allen einen schönen Abend. Mit abgeschaffter Uhr/Zeit.

RE: Unterm Strich mach's ich! | 28.08.2012 | 22:34

Hallo zusammen,

selbstverständlich sind schon sehr viele gesprungen. Das Angenehme: Sie machen nicht viel Wirbel um sich und ihr Leben, sondern machen einfach. Die o.a. Kolumne war einfach ein Antwort auf den Konferenzenmarathon in Berlin zum Thema "Neue Zukunft". Für mich war es sehr spannend zu sehen, dass viele bereits im Reden ihren Soll erfüllt sahen. Die Umsetzung war die Sache von irgendjemand anderem. Und am liebsten suchte man dann nach einem Akteur, von dem man wusste, dass seine Aktion Ewigkeiten dauern würde: das System. Eine bittere Wahrheit: Konferenzenteilnehmer profitieren meist so von dem Bestehenden, dass sie mit dem Status Quo sehr zufrieden sind. Auch wenn sie ständig lamentieren. Und an Herrn Rauch gerichtet: Mir geht es um das Grundsätzliche. Wie bereits in der Kolumne angedeutet. Darum, dass wir Menschen uns im Kampf gegen alles und jeden befinden und dadurch in die empfundene Ohmacht abgleiten. Die Haltung zum eigenen Leben und zur Mitwelt ist zerstörerisch und nicht entfaltend. Ich glaube, so lange dieser kämpfende Mensch der alleinig glückseelige Identifikationsarchetypus ist, ist der Weg zu neuen Wir's versperrt. Aber aus diesem Wir-Verständnis wird erst die Grundregeln für ein gelingendes Miteinander entstehen. Ich glaube, dass aktuell eben nicht fertige Lebenspläne zielführend sind, sondern gemeinschaftliche Testphasen von lebendigen Kleinstgemeinschaften. Dort entsteht das Neue. Und es wird sehr wahrscheinlich nochmal ganz anders sein, als wir alle hier diskutieren. Ihnen allen einen schönen Abend. Mit abgeschaffter Uhr/Zeit.

RE: Unterm Strich mach's ich! | 28.08.2012 | 16:28

Sehr geehrte Diskutanten, vielen Dank für Ihre Kommentare. Als sogenannter "Kolumnist" ist es janicht meine Aufgabe, eine sorgfältige Analyse durchzuführen, sondern eher Grobzeichnung zu betreiben. Ich geben Ihnen allen in den meisten Punkten Recht. Und doch bleibt für mich nach dem Dauergequatsche auf Konferenzen und in Medien wirklich eine Sache entscheidend: Wer immer auf den Bus wartet, der ihn ins Paradies bringt, wird nie ankommen. Das Beharren auf Systeme und Großorganisationen ist als Fernziel sicherlich berechtigt, bringt aber die Reise nicht voran, sondern sorgt für Stillstand. Die Systemfrage ist für viele aus meiner Erfahrung Selbstbetrug: "Wenn, dann ..." Ist es aber nicht. Es ist wirklich alles da. Das Einzige, was fehlt, sind Menschen, die das real umsetzen. Konsequent. Jeden Tag. Und damit ebenso wie Großunternehmen und Staaten auf der ganzen Welt Realpolitik betreiben. Sie schaffen reale Gegenentwürfe. Ob das im Großen das "Landgrabbing" ist oder im Kleinen zum Beispiel die Entwicklung neuer Wohnprojekte. Aus meiner Sicht beginnt es mit dem Menschen, und vor allem der Absicht (der Haltung) seines Tuns. Hier liegt der einzige Schlüssel, den ich halten kann. Herzliche Grüße in den Abend: Sven Schlebes