Gewalt gegen Kinder hat keine Folgen!

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Gewalt gegen Kinder hat keine Folgen! Ja wirklich. Kinder können täglich von ihren Eltern verprügelt werden (auch mit harten Gegenständen), man kann sie bedrohen, treten, bloßstellen, demütigen, fertig machen, verbrühen, alleine lassen und einsperren. Auch anschreien und niederbrüllen schadet nicht. Alles Erdenkliche können Eltern mit ihren Kindern machen. Sie können ihren Kindern so richtig zeigen, dass diese Besitz sind oder auch weniger als das. Man kann Kinder sexuell missbrauchen oder emotional oder gleich beides.Und auch die Eltern können sich vor den Augen des Kindes verprügeln und fertig machen. Sie können zudem bedenkenlos Trinkgelage abhalten. Alles kein Problem. Wenn ein Geschwisterkind stirbt, braucht man nicht mit den anderen Kindern darüber reden und mit ihnen trauern. Man kann es einfach beerdigen, fertig. Denn da, wo es keine Folgen für die Kinder gibt, ist im Grunde alles erlaubt, ist alles irgendwie nicht im Blickpunkt und schon gar nicht von Interesse.

Dass Gewalt gegen Kinder keine Folgen hat, glauben offenbar vor allem Journalisten, Sozial- und Politikwissenschaftler, Historiker, Ökonomen, Politiker und sogar viele Psychologen, wenn es nicht um den einzelnen Menschen sondern um Politik geht, um das Große, das mehr sei als seine Teile und das nur in Form komplexer Gesellschaftstheoriegebilde erfassbar wäre. Sie sagen es direkt oder noch mehr indirekt, durch ignorieren, ausblenden und schweigen. Es kann einfach nicht sein, was nicht sein darf.Nämlich, dass destruktive, gewaltvolle Kindheitserfahrungen ihre dunklen Schatten auf das Handeln der später Erwachsenen werfen, auch wenn diese politische Berater, Minister, Botschafter, Verstandschefs, Generäle oder gar Präsidenten eines Landes sind. Mal ehrlich, wer weiß schon etwas über die Kindheit von beispielsweise Adolf Hitler, Stalin,Slobodan Milosevic, Saddam Hussein, Ronald Reagan oder George W. Bush? Hat je jemand etwas darüber in den großen Medien oder in politischen Fachbüchern gelesen?

Ein Kind, das von seinen Eltern liebevoll behandelt wird und das seine Eltern liebt, gewinnt dadurch ein liebevolles Verhältnis zu seiner Umwelt und bewahrt diese Grundeinstellung sein Leben lang.“, sagte die Kinderbuchautorin Astrid Lindgren in ihrer Dankesrede anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978. „Und das ist auch dann gut, wenn das Kind später nicht zu denen gehört, die das Schicksal der Welt lenken. Sollte das Kind aber wider Erwarten eines Tages doch zu diesen Mächtigen gehören, dann ist es für uns alle ein Glück, wenn seinen Grundhaltung durch Liebe geprägt worden ist und nicht durch Gewalt.“
Was aber ist, wenn die Kindheit der Mächtigen von Gewalt, Demütigungen und Lieblosigkeit geprägt war? Wer sich die Kindheit o.g. politischer Führer (und auch anderer) anschaut, wird zu dem Schluss kommen, dass (schwere) elterliche Gewalt gegen Kinder Folgen hat, auch politisch.


12:58 14.09.2011
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

sven

Wie hängen Kriege, Gewalt und Terror mit destruktiven, gewaltvollen Kindheiten zusammen? Diese Frage beschäftigt mich seit ca. dem Jahr 2002.
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Kommentare 42

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