Grüne Startups als wichtiger Wirtschaftsmotor

DigitaleGrüneÖkosysteme Aus der Krise wachsen neue Chancen für Startups der Green Economy. Der Green Startup Monitor zeigt den Entwicklungsstand in Deutschland. Was jetzt getan werden muss!
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Noch vor der Coronakrise haben rund 25 Prozent der bundesdeutschen Gründer ihr „Startup-Modell“ mit einem konkreten Bezug zum Bereich des Klima- und Umweltschutzes ausgerichtet. Eine Studienanalyse für das vergangene Geschäftsjahr 2019 bescheinigte den etwa 6000 „grünen“ Startups einen besonderen Zusatznutzen für Ökologie und Gesellschaft. Der Faktor einer wirtschaftlichen Nachhaltigkeit gestattet es den Gründern dabei, durchaus positiver in die nahe Zukunft zu blicken.

Wie viele Startups den Weg dieser guten Vorhersagen auch Antreten können, bleibt in der aktuellen Situation durch die Corona-Krise allerdings offen. Eine Prognose hierzu fällt äußerst schwierig aus, da gerade im ersten Schritt der Neugründungen oftmals hohe Wachstumsraten prognostiziert werden und meist nur wenige finanzielle Rücklagen vorhanden sind. Die Branche könnte demnach einem regelrechten Sterben der Startups entgegenblicken, auch wenn die Bundesregierung im Zuge der Coronavirus-Pandemie für den Bereich der besonders innovativen Neugründer ein wirtschaftliches Rettungspaket mit einem Gesamtvolumen von 2 Milliarden Euro geschnürt hat.

„Green Startup“ Monitor

Im Rückblick auf die Umfragestudie des „Green Startup Monitors“ könnte sich die positive Zukunftseinstellung auch als unmittelbar auswirkende Chance für einen Neubeginn nach der Krise darstellen. Diese Ansicht vertritt jedenfalls der Präsident des Bundesverbandes Deutsche Startups, Christian Miele. Die Ergebnisse aus dem „Green Startup“ Monitor haben gezeigt, dass drei von vier Gründern die Geschäftslage in der Zukunft positiv einschätzen, so Miele. Das sei eine deutlich höhere Anzahl als bei den vergleichbaren nicht „grünen“ Startups. Aufgrund dieser positiven Zielstrebigkeit werden die Jungunternehmer auch nach der Krise gut gerüstet sein und könnten ein wesentlicher Faktor sowie ein treibender Motor für den Neustart der Wirtschaft bedeuten.

Die Studie im Auftrag des Startup-Bundesverbandes unter Mitwirkung des Borderstep Institutes für Innovation und Nachhaltigkeit habe aufgezeigt, dass die „grünen“ Startups in ihrer Ausrichtung dabei genauso gewinn- und wachstumsorientiert agieren, wie ihre nicht „grünen“ Konkurrenten. Hierbei erbrachte die Auswertung, dass die Wichtigkeit eines hohen Marktanteils, das schnelle Wachstum und die Profitabilität das vorrangige Interesse der Gründer offenbart. In die Analyse flossen Startups ein, die jünger als 10 Jahre sind. Erfolgsbeispiele direkt aus Deutschland dafür sind der grüne Energie-Marktplatz Lition, das Becher-Recycle System Recoup oder die vegane Lebensmittel Marke Veganz. Die besondere Bedeutung der „grünen“ Neugründungen liegt nicht nur im Interesse der Bundesregierung, die den Jungunternehmen durch die damalige Energiewende und der anschließend folgenden umweltpolitischen Digitalagenda große Wertschätzung entgegenbringt, sondern auch im europäischen Interesse.

Wichtige Bedeutung der „Green Startups“

Bereits im Jahr 2014 hatte die EU-Kommission konkrete Vorstellungen zu ihrem „Green Action Plan“ für Startups veröffentlicht. Hierbei galt es die unternehmerischen Chancen zu unterstützen, welche einen Übergang zur „Green Economy“ ermöglichen könnten. Diese Maßnahmen sollten darauf ausgelegt sein die späteren europäischen Klimaziele zu erreichen. Neben der wichtigen politischen Bedeutung der „Green Startups“, zeigen diese auch einen positiv zu bewertenden Nebeneffekt auf. Sie schärfen und fördern das gesellschaftliche Nachhaltigkeitsbewusstsein. Die Attraktivität der Branche ist auch den Finanzmärkten nicht entgangen und so bewerten Analysten, Fondsmanager oder Bankstrategen das Segment als optionsreiches Investitionsfeld für nachhaltige, solide Geldanlagen.

Nach Ansicht von Volker Quaschning, Professor für regenerative Energiesysteme an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin und Mitglied der Initiativorganisation „Scientist für Future“, waren es im Besonderen die kleinen „grünen“ Unternehmen, welche neue nachhaltige, innovative Technologien vorangebracht haben. So verhielt es sich beispielsweise bei der Windenergie oder bei der Elektromobilität. Natürlich stehen auch die jungen „grünen“ Startups vor großen Herausforderungen. Der „Green Startup“ Monitor habe auch aufgezeigt, dass es noch mehr politischer Unterstützung bedürfe. Außerdem benötigen die Startups gerade in der unternehmerischen Frühphase mehr Kapital. Hierzu wünschen sich die „grünen“ Gründer besonders die Unterstützung von Investoren, den sogenannten Business Angels“, die den gemeinsamen Weg in diesem Bereich noch zu selten beschreiten.

13:56 05.05.2020
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Geschrieben von

Svenja Schulze

Hallo! Ich interessiere mich für Start-ups und digitalen Journalismus. Momentan studiere ich Medienwissenschaften an der Humbold Uni in Berlin.
Svenja Schulze

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