SaschaW

Hobbyschreiber, Politikinteressiert, unkonventionell, teile gerne meine Sicht auf die Welt mit
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RE: Nebenschauplätze und Symbolpolitik | 08.08.2021 | 20:05

GWUP - sind das nicht die antireligiösen Wissenschaftskultisten, die sich ungern auf wissenschaftliche Prinzipien berufen?

RE: Nebenschauplätze und Symbolpolitik | 08.08.2021 | 19:44

Sich auf widerlegte "Studien" (die angebliche Superspreader-Studie ist schon längst wieder in der Versenkung verschwunden, weil nicht bestätigt und tendenziös) zu berufen zeigt, dass sich Leute wie Sie mal auf die "Tipps im Umgang mit Verschwörungstheoretikern" hören sollten. Da steht auch: Verschwörungstheoretiker berufen sich oft auf veraltete Berichte und Studien. Das mal dazu.Und sind "Ärmel hoch!" oder "Lass dich impfen" nicht auch Parolen? Wie viel Dreck hat sich denn vor Ihrer eigenen Haustür angesammelt, den man wegkehren müsste?

RE: Raus aus der Kloake | 23.04.2021 | 19:15

"Es wird doch diskutiert."

Mitnichten. Die Diskussion wird von einer Mehrheit angeführt, die die Gegenseite sofort mit Nazis vergleichen oder jeden missliebigen Promi mit der Meinung zusammenschieben. Es gibt auch keine absolute Moral, sondern ist vielfältig. Das ist der größte Trugschluss, dem die "Lifestyle-Linken" auflaufen. Sie sehen sich als absolute Meinungsinstanz, weil da die Moral und (ja, auch) "die" Wissenschaft auf ihrer Seite wäre. Dass alles menschlich ist, also von Natur aus zu Fehlern neigt, wird hier völlig ausgeklammert. Und auch mit Motivationen und Themen wird ein Absolutheitsanspruch erhoben, der meint, alle gegenteiligen Meinungen auszustechen. So macht man es sich zu einfach, Diskussionen auf Statistiken zu lenken oder im Wahn des Kampfes gegen rechts jedes Stichwort, was sich deckungsgleich anfühlt, als rechts zu stempeln. Also wird nicht diskutiert, man sagt "rechts" und findet, alles damit gesagt zu haben. Das ist einer Diskussion nicht würdig.

RE: Rausgehen! | 26.12.2020 | 08:05

Grundsätzlich bin ich ja nicht gegen rhetorische Ausschweifungen. Die Qualität dessen geht jedoch oft durch die Masse unter. Oft schweifen Dinge zu sehr ab, aber auch das ist eine subjektive Einschätzung, zuerst einmal. In der Gesamtheit kommt man aber auch vermehrt zu dem Schluss, dass man einen nicht geringen Anteil des Gesprochenen als vergeudet wegstreichen könnte. Wie gesagt, wenn es subjektiv wird, dann wird auch nie eine vollständige Lösung im Raum stehen können. Mir persönlich wird eben ein bisschen zu viel drumherum und verquer geredet, was mit der eigentlichen Thematik nichts zu tun hat oder vielleicht sogar etwas narzisstischen Charakter bedeuten kann.

RE: Rausgehen! | 25.12.2020 | 05:49

Man erwischt sich immer dabei, die Schönheit in Natur irgendwie beschreiben zu wollen, die Gefühle, die Eindrücke. Aber noch besser sind Bilder. Da hineingehen, in die Natur, Momente festhalten. Nicht umsonst heißt es "ein Bild sagt mehr als tausend Worte". Nebenbei - heute wird meiner Meinung nach sowieso viel zu viel zerredet und zerpflückt, bis ins Hundertstel und Tausendstel. Und der Fokus auf das Ganze geht dabei verloren. Auch bei der Natur ist das so. Wenn die dem Menschen nur als philosophisches Thema taugt und man jedes Bisschen Unkraut als Feind betrachtet oder sich bei jedem kleinen Anflug von Naturgewalt bedroht fühlt, ist man dem nicht würdig. Es ist manchmal bigott, dieses Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt.

RE: „Perfekte Verführer“ | 22.12.2020 | 05:45

Ich bin des Öfteren mit Narzissten aneinandergeraten und kann die Ausführungen nur bestätigen. Das Problem kann sein, dass man sich psychisch von ihnen abhängig macht, und da glaube ich, die Narzissten wollen mehr, als dass man sie nur zur Kenntnis nimmt und sind in den ersten Wochen auffällig lieb zu einem. Bis man merkt, welche Ziele sie damit verfolgen, kann es meist zu spät sein (oder man bekommt die Konsequenzen zu spüren, wenn man sich gegen sie behaupten will/muss), und leider habe ich noch kein Patentrezept gefunden, wie man sich von ihnen eben nicht abhängig macht. Das perfide ist unser Wunsch nach Nähe und Bindung, weil wenn man Narzissten an der Backe hat, kann dieser Wunsch zum Albtraum werden.

RE: Julian und seine Männer | 21.12.2020 | 07:12

Diese Imagekampagnen kommen in letzter Zeit immer hoch, wenn die BILD mal wieder den Bogen (gefühlt) überspannt hat. Ich kann mich noch an einen Spiegel-Artikel erinnern, der auffällig staatsneutral gehalten worden war, aber Reichelt am liebsten eins auf den Deckel gegeben hätte.

https://www.spiegel.de/kultur/julian-reichelt-vom-besonnen-reporter-zum-journalistischen-grenzgaenger-a-00000000-0002-0001-0000-000156942799

(leider hinter Bezahlschranke)

Für mich ist Reichelt einfach ein neoliberaler Tausendsassa, dem ich nicht mal die kritischen Artikel zu Corona allgemein abnehme. Einfach mal grundsätzlich "anti" zu sein, um die "geschundene" Seele von echten Rechtspopulisten zu streicheln, halte ich für Kalkül und weniger Überzeugungsarbeit, auch wenn man ungefähr weiß, wo sich Reichelt politisch verortet. Der Spiegel hatte wohl damals nicht begriffen, dass sie einen Wendehals sondergleichen portraitierten. Ich hatte jedenfalls nicht verstanden, warum man ihm da noch eine Bühne bereitete, klang fast nach Freundschaftsdienst einer Hassliebefigur.

RE: Oh die Gewissensbisse! | 20.12.2020 | 07:48

Ich kann vieles davon, auch die Trivialität der Moral als solches, sehr gut nachfühlen. Auch wenn ich nicht der belesenste, gebildetste Mensch auf Erden bin, interessiert es mich doch sehr, wie Moral, Ethik und alle diesbezüglich relevanten Themen im Allgemeinen einzuordnen sind. Da helfen letztlich auch Lektüren wenig, wenn wir uns im subjektiven Kosmos befinden und nach einer allgemeingültigen Antwort suchen. Vielleicht ist auch das Ziel nicht der Weisheit letzter Schluss, sondern der Weg da hin.

Im Netz ist das Thema nur leider selten gut aufgehoben. Die Notwendigkeit von Differenzierung bei einem sensiblen Thema wie Moral kann man sich nur herausziehen, wenn man sich alle Portale, auch die ungeliebten, zu Gemüte führt. Und dann nicht in die Falle tappt, sich von der jeweiligen Textfärbung einnehmen zu lassen. Letztlich sind nämlich Lebenserfahrung und eigener, moralischer Kompass das Ausschlaggebende - wenn es natürlich nicht mit dem Gesetz kollidiert.

Was heute auffällig ist, ist der Missionierungscharakter, der nicht die Vorteile sachlich darlegt, sondern mit der Brechstange Gedanken umzubiegen versucht. Egal ob rechts, links oder in der Mitte wird ständig ein eigenes Weltbild missioniert, das vielleicht bei Bereichen wie Klimawandel etwas Absolutes an sich hat, aber trotzdem nicht zum Erfolg führt. In abstrakter Weise passt es zur Redewendung "Man mag den Verrat, aber den Verräter nicht." Und wenn man Debatten nicht versachlichen kann, macht man seinen eigenen Rebellismus eben an Personen, Gruppen oder sonstigem fest, um ihn auch noch zu rechtfertigen. Auf dieser subjektiven, emotionalen Ebene lässt sich eben alles kleinreden, zumindest thematisch bedingt. Diesbezüglich müsste man eben im Vorfeld abstecken, was machbar, nötig und vertretbar ist, und da sehe ich eher das Problem als in der Nachbereitung.

RE: Mit der Kanzlerin am Kaffeetisch | 19.12.2020 | 12:43

Ich finde diese Personenkulte einfach sinnlos. Politik ist eigentlich Sachlagenentscheid, keine Profilierungsplattform, auch wenn das natürlich oft mit hineinspielt.

Die Persona Merkel ist auch nur Ausdruck von "gut" und "böse", sie polarisiert und ist gleichzeitig sinnbildlich gesprochen das beste Abbild davon, wie man einerseits von eben jenen Personenkulten geblendet werden kann und andererseits wie schlimm es um den Rest steht. Allerdings hat ihre Politik eine massive Grenzverschiebung der Parteienlandschaft zur Folge gehabt - die Symptome: AfD als Fluchtecke des alten Konservatismus, wechselseitige Programmatik mit den Grünen, völlige Übernahme von SPD-Kernthemen, und die FDP ist komplett abgemeldet, die nur noch von genau diesem Personenkult zusammengehalten wird (sprich Lindner). Und diese Themenassimilierung, das Herumdrucksen und irgendwelche fadenscheinigen Kurskorrekturen haben uns einigen Schlamassel eingebrockt.

Wer da noch von "guten und nachvollziehbaren Entscheidungen" spricht, freut sich wohl über jede Gefühlsregung einer Kanzlerin, die sonst immer durch Schweigen und Verschleppen auffällt. Ob das gut ist? In der Politik sicherlich nicht, und da kann jede austauschbare Figur im Regierungsapparat eigentlich nur davon profitieren, wenn man bei ihr nicht in Ungnade fällt. Inhalt: egal. Aber bei solchen Aspekten kommt wieder die alte CDU zum Vorschein. Daher finde ich es mindestens befremdlich, wenn man Merkel zur Heldin hochstilisiert und eigentlich CDU-Programmatik verabscheut, die hinter den Kulissen die Fäden zieht.

RE: Oma – Allein zu Haus | 18.12.2020 | 17:22

Ich lasse die Sätze mal erst so stehen :-)

Wenn Sie das mit der Wissenschaft so sehen - prima. Nur hört man ständig was anderes: klare Fakten, das einzig Wahre, wasauchimmerinsNarrativpasst... Und genau da liegt für mich der Trugschluss, wenn man einerseits Wissenschaft verallgemeinert und sich dann nur die Selbstbestätigungsrosinen rauspickt, und die sind dann noch von Politikern so wiedergegeben worden. Alles andere: unsagbar, Bullshit, mimimi (suchen Sie sich eine Diffamierung aus...). Ist das kontrovers? Ist das divers und meinungsvielfältig, auch im Sinne der Wissenschaft? Nein, es ist debattenverengt, wenn nicht sogar restriktiv bis an die Schmerzgrenze. Und da kämen so viele Aspekte ins Spiel, die man nicht mit einfachen Worten oder Lockdowns gelöst werden können. Die gehen einfach in der Wucht eines Tabula Rasa-Aktionismus unter.

Da ich mit Brandschutz ein bisschen was zu tun habe, ein kleines Beispiel (wenn es auch ein bisschen hinken mag). Wenn die Hütte brennt, dann kommt ein Alarm. Endweder hupt/klingelt es, oder es läuft eine Ansage. Wenn ein Lauterbach das ansagt, dann heißt es wahrscheinlich: "Verharren Sie in Ihrem Zimmer, bis das Feuer gelöscht ist. Oder springen Sie schnell aus dem Fenster, dann verbrennen Sie nicht." (von gebrochenen Beinen oder Tod durch den Sturz keine Erwähnung). Nur wird eine solche Ansage nie und nimmer angewendet. Die Ansage soll deeskalieren, um gesittet, aber zügig das Gebäude zu verlassen. Panik ist unbedingt zu vermeiden. Und in Brandschutzkonzepten sind Verluste zu erwarten. Aber weniger durch das Feuer, sondern durch die Löschmittel. Die Prävention hat also das Gebäude vor dem Abriss gerettet, aber ein Schaden wird entstehen. Es geht nur darum, wieviel.