SaschaW

Hobbyschreiber, Politikinteressiert, unkonventionell, teile gerne meine Sicht auf die Welt mit
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RE: Oma – Allein zu Haus | 18.12.2020 | 13:18

Ganz ehrlich: Lauterbach läuft auf Parallelkurs, profiliert eigentlich nur von der offiziell kommunizierten Darstellung als das "Überall-Karlchen" in allen möglichen Sendungen und Berichten. Seine Expertise - da bin ich mir gar nicht sicher und halte mich bedeckt. Nur was da durchdringt, das könnte auch von jedem Besorgten formuliert werden. Aber gut, wir werden in dem Punkt nicht zusammenkommen, denke ich. Halb so wild.

Ich empfinde es nur als wichtig, auch Kritik zu vernehmen. Das liegt auch nicht daran, Dinge zu verharmlosen, um mich bestätigt zu fühlen, es geht um eine weitsichtige Darstellung der Situation. Und da ist die offizielle Linie aber sowas von zu kritisieren, und dann kommen die "Blockwarte" und machen jede andere Meinung mundtot - sogar Streeck, Schmidt-Chanasit und andere, die Fachpersonen sind. Sogar die haben jetzt Bedenken, dass sie instrumentalisiert werden und haben dabei nur Expertisen dargebracht. Wissenschaftliche Erkenntnisse also, die werden aber nicht akzeptiert. Was läuft da also falsch? Erst die Wissenschaft götzenhaft verehren und gleichzeitig unliebige Aussagen als unwissenschaftlich hinstellen. Es sind also nicht nur Leugner und Konsorten, die man zum Psychologen schicken sollte, sondern auch die extreme Gegenseite. Die "alternativlos"-Rhetorik hat also auch was Totalitäres. Witzig, dass das schon früh in der Pandemie angeprangert wurde, sich erst mal als haltlos herausstellte und dann kürzlich noch restriktiver kommuniziert wird. Klar, dass dann jeder Leugner sich in "weiser Voraussicht" bestätigt fühlt.

RE: Oma – Allein zu Haus | 18.12.2020 | 12:03

Ja, richtig, nur die Doppelzüngigkeit von "muss sein, weil muss sein" (Lockdown 1) und "muss sein, weil...hm, nun ja, schuld sind die anderen nur nicht wir" (Teil 2) macht die Leute stutzig. Selbst wenn die Nachverfolgung ein bisschen im Chaos versunken ist, müsste man wenigstens ein Regionalkonzept aufziehen, dazu hätte man aber wohl auch Benachteiligungen in Kauf genommen und somit eine Ausgrenzungsstrategie befürchtet. Doch nur so kann es kurzfristig funktionieren, aber bitte auch nicht mit der Schuldkeule ankommen, weil das die Gemüter tatsächlich erhitzt hätte. Das wird auch verstärkt so empfohlen, trotzdem wird ein Volllockdown angeordnet. Für ein paar regionale oder gar lokale Verfehlungen den großen Reibach zu machen ist deutlich zu kritisieren.

Daher sind solche Vergleiche mit China nicht zielführend. Wir sollten uns auf unsere Systemstärken verlassen und es entsprechend lösen, und auch wenn wir eher reagieren als vorsorgen können (liegt in der Natur der Sache), dann kann man auch die Herde bekämpfen und nicht alle in eine Bringschuld schubsen. Und das erzürnt auch mich entsprechend.

Beim Karlchen ist es eher die Psychoschiene, die einem auffällt. "Wir müssen... wir müssen" zu rufen bringt verstärkt verächtliches Schnauben hervor. Dann "müsste" auch etwas Substanzielles zu Buche stehen - tut es aber nicht. Nur Verwirrung und der Drang nach Tatkräftigkeit, aber das ist wie Stochern im Nebel. Und das wäre nicht das erste Mal, wo das zur Sprache käme, wenn man die Regierungsmitglieder auf wichtige Themen festnagelt.

RE: Oma – Allein zu Haus | 18.12.2020 | 06:09

"Heute abend bei Illner kommen u.a. der Lauterbach und Schmidt-Chanasit. Ich hoffe auf Karl, dass er dieser Flachzange mal erzählt, was von "Risikogruppenschutz" zu halten ist."

Ich hoffe, dass der Karl mal in eine Kiste gesteckt wird und/oder einfach mal ruhig bleibt. Es hätte keinen Lockdown gebraucht, wenn man die "Durststrecke" im Sommer mal dafür genutzt hätte, ein ordentliches Schutzkonzept zu erarbeiten und das auch ordentlich zu vermitteln. Und nicht wie der Karl schon Monate vorher nach der zweiten Welle zu schreien oder sich im Sonnenschein so ganz dolle auf die Schulter zu klopfen, wie toll man doch den Lockdown I hinbekommen hat. Es wird immer nur in Kurzschlusshandlungen und das Grübeln darüber gedacht, anstatt mal echte, zukunftsfeste Forschung zu betreiben. Da hätte man sich das Geheule in einer Brandrede im Bundestag wirklich ersparen können.

Betroffene (Hotels, Kulturstätten, usw.), die unter dem Dampfhammer eines Lockdown zu leiden haben, sind schon in der Light-Version auf die Fresse gefallen, und keiner wusste so recht, wieso das nötig war. Und dort, wo es nötig wäre (Pflegeeinrichtungen), wird sogar mit Infektion gearbeitet, weil Personalnotstand herrscht. Sie können mir und vielen anderen also nicht weismachen, dass man die Klappe halten soll, wenn sich viele an Konzepte binden, nachweislich erfolgreich damit sind und trotzdem Existenzängste entwickeln müssen. Was bringt der Gesundheitsschutz anderer, wenn man selbst auf der Straße sitzt, sich gar keine Schuld eingestehen muss und an den Kollateralschäden zugrunde geht? Bei dieser Schieflage in Verbindung mit systemischen Voraussetzungen seitens der Exekutive muss man mal ansetzen und nicht nach einem starken Staat rufen, wenn der keine ordentlichen Antworten liefern kann, weil ihn das gar nicht gekümmert hat (oder er schon den Teufel Monate vorher an die Wand malt). Man muss da schon sehr naiv sein oder destruktiv eingestellt sein, um sich gerade jetzt bestätigt zu fühlen.

RE: Faktisch sind immer die anderen schuld! | 14.12.2020 | 16:51

Normalerweise gebe ich mir viel Mühe, sachlich, unaufgeregt zu klingen, aber dieses Mal kann ich nicht anders: Es kotzt mich an! Wenn man bedenkt, dass seit Lockdown Nr.1 ein halbes Jahr vorübergegangen ist, ist die Weisheit nicht mit der selektiven Wissenschaft zusammengelaufen. Jeder, der nicht in Panik verfallen oder sonstige Hiobsbotschaften bezüglich zweiter Welle voraussagen wollte, war plötzlich ein Unmensch geworden, und ich habe manchmal das Gefühl, dass man die zweite Welle regelrecht herbeireden wollte.

Schwedens Weg war von Grund auf Mist in deutschen Augen, obwohl irgendwie doch nicht so schlimm (spricht man aber nicht aus), Italien war auch nur eine Meldung wert, wenn es Leichenberge zu bestaunen... Verzeihung, zu betrauern gab. Es wird schlicht gar nicht in die Breite geschaut geschweige denn in die Details. Es heißt nur "Lockdown oder nicht." Wenn in einem großen Unternehmen ein, zwei Abteilungen der Firmengesundheit schaden, macht man dann auch den ganzen Laden dicht? Oder schlottert man vor Angst, weil das Finanzvirus vielleicht andere Abteilungen anstecken KÖNNTE? Kurzum: die German Angst geht wieder um.

Und da geht es nicht um das Bedrohungspotenzial des Virus an sich, es geht um die Folgen der Maßnahmen, die wie die Axt im Walde alles niedermäht: Vertrauen, Selbstbestimmung, Routine, Freiheit, Differenzierung. Und da ja keine Impfpflicht kommen soll, wird eben ein Impfzwang eingeführt. Den muss man nicht auf Papier bringen, den besorgen schon die Gesellschaft und die Wirtschaft, die mehr Narrenfreiheit genießen, wenn sie auch schön brav nur in eine Richtung sanktionieren, nämlich in Richtung aller Selbstbestimmten, Freiheitsliebenden, Vertrauenswürdigen. Die Große Spaltung hat hiermit begonnen, und ich sehe fast jeden Tag ohne Probleme eine Person da draußen, der Panik, Missgunst, auffälliges Verhalten mindestens ins Gesicht geschrieben steht.

Wir werden noch schön bluten dafür.

RE: „Die Medien verbreiten Propaganda“ | 13.12.2020 | 06:39

Man kann sich hier schon jeweils das ein oder andere herauslesen und nachdenkenswert annehmen.

Was mich zu Schlagworten wie "Great Reset" überleitet: Wenn man solche "was wäre, wenn..."-Szenarien im hypothetischen Rahmen behält, dann sollte es auch legitim sein, darüber zu brainstormen. Doch auch das artet zu sehr in kultischem Glauben aus. Dann wirkt das so wie früher bei Menschen, die sich selbst beschriebene Kartons über die Schultern hängen und glauben, die Apokalypse wäre nahe... Andererseits sollte es erlaubt sein, darüber zu schwadronieren, wenn man sich bewusst ist, dass man sich auf dünnem Eis befindet. Umgekehrt muss man nicht gleich die Realismuskeule auspacken, und darin sind wir Deutschen mittlerweile auch sehr gut - nämlich Wünsche und Ängste nicht ernst genug zu nehmen und sie auch entsprechend runterzumachen. Und da spielt auch die Perspektive eine wichtige Rolle, weil die Nicht-Betroffenen oder Sich-nicht-betroffen-Fühlenden finden alles halb so schlimm oder nicht diskutabel.

Kurz zum Opferkult der AfD: den kann FFF auch sehr gut. Man legitimiert sich das mit dem Kampf für die richtige Sache, es wirkt aber auch hypothetisch, und da gebe ich Herrn Bolz recht. Man darf sich dann folgende Stichpunkte vor Augen führen:

- FFF, Grüne und alle Meinungsgleichen sind meist aus dem Bildungsbürgermilieu. Nun habe ich gelesen, dass Arme klimaneutraler wären als Reiche. Man kann den Bogen jetzt weiterspannen, und wenn Grüne für mehr Militärbeteiligung (Baerbock) eintreten, bringt das dem Klima nichts, sowieso nicht für den Weltfrieden, sondern nur für Wählerstimmen. FFF hingegen gebiert sich ab und zu so radikal, dass man den Systemsturz herbeiredet, ohne Rücksicht auf Verluste, und hier muss Kritik gestattet sein, auch wenn es moralisch richtig erscheint. Wie "grün" ein Land ist, sieht man in BaWü - da wird auch nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Im Gegenzug zeigt Boris Palmer in Tübingen, wie man mit Corona umgeht, und das wird medial schön verschwiegen und lieber auf allgemeinen Zahlen herumgeritten und Angst verbreitet. Wenn man eine bundesweite Reichweite besitzt wie die Leitmedien, dann sollte man sich der Verantwortung bewusst sein, welche Meldungen welche Wirkung erzielen, und da scheint Panikmache im Moment doppelt und dreifach in Dauerschleife zu laufen.

Bei Herrn von Lucke würde ich noch anmerken, dass er das Problem unbedingt weiter ansprechen sollte, aber die Hysterie mal außen vor lassen sollte. Hysterie bringt auch Kollateralschäden mit sich, die dann mit dem eigentlichen Thema nichts zu tun haben - und wenn das geschieht, dann wird Kritik auch eher legitim denn an der Sache an sich. Wobei das bei Corona und anderen Themen (Finanzkrise, Flüchtlinge, Neoliberalismus) oft so gestaltet hat, dass man Kurzschlusshandlungen erst verteidigte und Kritik völlig unglaubhaft hinstellte - ein halbes Jahr später führte man dann genau diese Debatten oder lässt sich zumindest zu. Wenn dann Lockdown Nr. 2 ansteht, verfällt man in alte Muster. Und das stört am meisten, egal bei welchem Thema.

RE: Der virologische Tunnelblick | 11.12.2020 | 05:52

Der Russe ist nicht nur im Zweifelsfall schuld, sondern an allem. Mir persönlich geht es auch nicht um Schuldzuweisung per se. Vertrauen gewinnt man leider auch, wenn man sich der Bigotterie verschreibt, also sehr laut und effektvoll dem Russen die Schuld zuzuschieben und nicht sich selbst reflektieren. Beim Impfstoff dasselbe: Russland hat eigenen Impfstoff, da wird gezweifelt und schlechtgeredet, dass sich die Balken biegen - bei uns ist alles ein Quell der Hoffnung, unter der Schirm/schreckensherrschaft von Pfizer und Co.Ltd.

RE: Öde neue Streaming-Welt | 07.12.2020 | 18:20

Ich denke nicht, dass es um´s Reißerische geht, was erwartet wird. Es geht um mehr Wahrheitsliebe, Differenzierung und vor allem nicht darum, für dumm gehalten zu werden. Deswegen kann ich deiner Aussage da leider nicht zustimmen - die Leute wollen eigentlich keine Skandale und Verschwörungen und den nächsten Weltuntergang, aber etwas mehr Aufrichtigkeit und vor allem Informationen auf Augenhöhe. Und wenn man das schon anspricht und die Medien dabei nichts lernen und so weitermachen, dann nährt das den Frust. Im Kino wird das auch immer schlimmer, finde ich. Da sind Dialogzeilen drin, quasi als erklärende Ergänzung, und man kommt sich richtig blöd vor. Ich möchte das doch bitte selbst erkennen, das macht einen Film oder eine Sendung erst interessant, wenn man selbst nachdenkt.

Die Sendungen von heute sind mitunter auch sehr moralisch verengt und deswegen besserwisserisch. Auch so etwas möchte ich nicht sehen, sondern die Faktenlage betrachten, vielleicht auch eine These, über die man sich den Kopf zerbrechen kann. Ich will auch niemanden pauschal verurteilen, weil er sich das antut, aber etwas mehr Mitdenken würde guttun.

RE: Wer will schon hören, dass er ignorant ist? | 07.12.2020 | 18:10

Es geht nicht um das Erzwingen, sondern um die Eigeninitiative. Die hat spürbar abgenommen, gefühlt zumindest, und das spiegelt sich nicht selten am Angebot-Nachfrage-Prinzip wieder. Ein Algorithmus ist nur die Weiterführung davon.

Ja, meine Aussage kam überspitzt rüber, weil es auch Junge gibt, die der modernen Musik nichts abgewinnen können. Ich persönlich kann der ebenfalls null abgewinnen, einfach weil sie für mich mega-langweilig ist. Und dann kann ich nicht nachvollziehen, wie man sich das den halben Abend in der Disco oder ganztägig im Radio antun kann. Kann an meinen Gehirnwindungen liegen, aber irgendwie bin ich wohl nicht der einzige, der so denkt.

RE: Öde neue Streaming-Welt | 06.12.2020 | 19:11

Die Kunst ist ja nicht mehr für sich stehend das Hauptanliegen. Ständig wird der Verfasser von Drittprodukten in den Mittelpunkt gestellt - zum Beispiel Kritikvideos oder Let´s plays, oder auch die Reiseinfluencer mit ihren Selbstinszierungsfotos. Denen geht es doch nicht mehr um das Kunstprodukt, die Landschaft, oder was weiß was da angedacht ist. "Unter´m Strich zähl ich", um mal die DP zu zitieren.

RE: Öde neue Streaming-Welt | 06.12.2020 | 19:07

Die muss man halt länger suchen, schade irgendwie.