Sydney Polart
09.02.2015 | 22:36 11

Man kann in niemanden hineinschauen

Wegschauen ‘Man kann in die Menschen nicht hineinschauen’, so heißt es immer. Ich würde sagen, man kann in manche Menschen nicht hineinschauen, sehr wohl aber in die, die ...

Ein Blog-Beitrag von Freitag-Community-Mitglied Sydney Polart

‘Man kann in die Menschen nicht hineinschauen’, so heißt es immer. Ich würde sagen, man kann in manche Menschen nicht hineinschauen, sehr wohl aber in die, die ihr Hirn freilegen und den Inhalt offenlegen und dadurch andere daran teilhaben lassen, indem sie schreiben, singen, oder einfach nur sprechen. Und selbst die, über die dann die zuerst unachtsame Mehrheit später sagt, man hätte nicht in sie hineinschauen können, outen sich dadurch, dass sie sich niemals outen, bis sie sich dann eben outen. Doch dann ist es wieder mal zu spät für die Mehrheit aus ihrem Schlummer aufzuwachen, der sie zuerst im Griff hat, danach auch und nur für eine kurze Weile einmal nicht greift und einlullt, wenn etwas sie aus ihrem Schlaf reißt und sie aufgeweckt empört murren lässt. Ich würde also sagen: wer stets wegschaut, kann in niemanden hineinschauen. Mit anderen Worten: wer dauernd damit beschäftigt ist die Augen zu verschließen, sie geschlossen zu halten, also wegzuschlafen, ist dann wohl ein chronischer Schläfer und seine Empörung kommt dann nicht nur viel zu spät, sondern ist dann auch völlig unangebracht.

Dr. Dr. Immanuel Fruhmann

Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.

Kommentare (11)

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Ehemaliger Nutzer 13.02.2015 | 10:07

Intuition = Gespür für das innere Wesen des anderen

Empathie = Gespür für die Verdrängungen und Projektionen des anderen, für sein Ego.

Empathie kann Heilmittel sein, wenn man damit hilft, das Verdrängte und die Projektion abzubauen. Meist macht man sich damit nicht beliebt, denn Egos sind wehrhaft und sehen sich nicht gerne entlarvt - vor allem das eigene. Den Heiler kann das Ego nicht leiden.

Empathie ist aber auch ein Mittel der Manipulation: das so erkannte Ego wird gefüttert, gepflegt, beruhigt, bis es nicht mehr entkommen kann, die Krankheit immer unheilbarer wird.Der Mensch wird manipuliert, indem man ihm schmeichelt, seine Selbsteinschätzung bestätigt. Den Manipulator liebt das Ego.

Scheinbare und dann immer wieder entzogene Manipulation gehört zu den besten Heilmitteln, meine schöne Schlange!

GEBE 13.02.2015 | 12:17

Grundsätzlich stimme ich Ihnen hinsichtlich Intuition zu. Nur ist es die Frage, was denn eine Intuition sei. So kommt es ja sehr häufig vor, daß jemand eine affizierte Gemütslage oder Denkneigung für eine Intuition hält, weil diese ihm eine gewisse Plausibilität vermittelt.

Mit deduktiver Denkweise ist gemeint, daß man ja durchaus auch fragen kann, was etwas (hier eine Verhaltensweise bei einem Menschen, eine Neigung bei ihm, eine Tat usf.) nicht ist, nicht bedeutet und nicht bedeuten kann. Das ist oftmals aufschlußreicher und bedeutsamer als zu fragen, was gegeben ist. Was jemand nicht tut, hängt meistens konsistenter mit dessen Wesensgefüge zusammen, als was er tut, sagt, meint usw. Und die Frage danach schließt Empathie keineswegs aus, im Gegenteil; es umfaßt die Empathie hier sogar tiefere Schichten, nämlich die des nicht ausgebreiteten Offenbaren.

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Ehemaliger Nutzer 13.02.2015 | 17:11

Nur ist es die Frage, was denn eine Intuition sei.

Ha, da kann ich locker mit einer Antwort dienen :-)) denn ich habe gerade eine mehrteilige Dokumentation gesichtet.

https://www.youtube.com/watch?v=5GyvC7dteJg&list=PL75D9F3AFC3B6D08E

Wobei in diesem Beitrag nicht nur erklärt wird was Intuition ist, sondern auch wie man ein Hirngespinst, ein gedankliches Eigenkonstrukt von Intuition unterscheiden kann und wie man die eigene Intuition schult. Ja, auch Intuition muss man trainieren. Das ist die schlechte Nachricht. Die noch schlechtere Nachricht ist, dass die menschliche Anlage zur Intuition immer mehr zu verkümmern droht. Mit weitreichenden Folgen für die Menschheit.

deduktiver Denkweise ist gemeint …

Deduktion ist nichts weiter als eine logische Abstraktion, die zu einem theoretischen Wissen über etwas führt, sei es ein „Wissen“ über Gott oder Mensch und bei komplexen Strukturen, ganz und gar nichts nützt. Da die Schlüsse in sich geschlossen und nur jeweils auf ein einzelnes Objekt beziehbar sind, kommt es bei der Verknüpfung mehrerer theoretischer Einzelergebnisse zu Fehlschlüssen. So hat nicht jeder der von Dr.Dr. Fruhmann (wer ist das überhaupt?) beschriebenen Menschen ein Gleichgültigkeits- und/oder Dämmerzustandproblem, sondern vielleicht ein spirituelles, ein Problemlösungsproblem oder schlicht weg Existenzangst.

Selbstverständlich kommt Intuition nicht ohne das Regulativ der Vernunft aus, sonst wäre es degenerierte Intuition – also das, was du affizierte Gemütslage nennst.

Das ist oftmals aufschlußreicher und bedeutsamer als zu fragen, was gegeben ist. Was jemand nicht tut, hängt meistens konsistenter mit dessen Wesensgefüge zusammen, als was er tut, sagt, meint usw. …

Diese allgemeine Hypothese verstehe ich überhaupt nicht.... trotz geschulter Intuition und einem guten Abstraktionsvermögen bin ich 1. zu faul mir selbst was zu konstruieren und 2.da schon auch auf ein paar Hinweise mehr angewiesen.

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Ehemaliger Nutzer 13.02.2015 | 17:25

Den Heiler kann das Ego nicht leiden.

.. wahrscheinlich, … weil der Heiler einen mit den Gefühlen konfrontiert, die doch lieber der andere für einen fühlen sollen. Dafür sind Projektionen schließlich gedacht..

Und wenn man sich das Ego als trotziges tyrannischen Kleinkind vorstellt, das im tiefste inneren eigentlich nur nach der nie erfahrenen Liebe und Fürsorge seiner Mutter schreit, kann man den Widerstand gegen den Heiler fast nachempfinden.

Ist das nicht dramatisch?

Scheinbare und dann immer wieder entzogene Manipulation gehört zu den besten Heilmitteln,

Dieses Heilmittel halte ich für destruktiv, und es lindert maximal nur wenn es wirkt, mein lieber... Troll.. :-) es bringt einen Menschen maximal in die Spur, wenn man das so platt sagen will. Zu einer wirklichen innere Wandlung wird es so nicht kommen und somit auch nicht zur Heilung. Manipulation ist gefährlich und wird gern auch von so manchen Couch zur Maximierung des Humankapitals angewandt.

Man sollte Menschen schon selbst gern mögen/lieben, wenn man sie heilen möchte. Also mit anderen Worten erst mal sich selbst, denn ohne Selbstwahrnehmung ist Empathie gar nicht möglich....

GEBE 13.02.2015 | 19:20

Es wkönnte von meiner Seite aus noch recht intensiv darauf eingegangen werden. Ich tue es hier aber nicht. Das hat mehrere Gründe. Einer davon ist, daß sich anscheinend der Blogautor nicht an der Diskussion beteiligt, ein anderer ist, daß ich es nicht im Umfeld von Trollen tue. Damit sind Sie nicht gemeint! - sindern der "Ehemalige Nutzer", der ja nicht nur so heißt, sondern inzwischen einer ist.