Tahir Chaudhry

Journalist. Gründer & Chefredakteur www.dasmili.eu.
Tahir Chaudhry
RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 25.05.2013 | 09:02

Zu Ihrem natürlich sehr einseitigen Fazit:

"Sklavinnen durften von (freien) Männern belästigt werden, freie Frauen nicht. [...] Damit Sklavinnen von freien Frauen unterschieden werden konnten, sollten die freien Frauen, wenn sie aus dem Haus gingen, als Erkennungszeichen ihren dschilbab so über den Kopf ziehen, das nur ein Auge (zum Sehen) frei bleibt. Dadurch waren sie, anders als Sklavinnen, die als Freiwild galten, vor Belästigungen geschützt."

Was für eine Heuchelei. So einen Islam kenne ich nicht. Der Islam richtet sich an die gesamte Gesellschaft und macht keinen Unterschied zwischen Menschen. Ein Gesellschaftssystem, dass seit Jahrhudnerten auf Skalverei basierte wurde aufgehoben, indem man entweder Sklaven freikaufte oder Muslime, die Sklaven besaßen aufgefordert wurden, "von dem zu essen geben, was er selbst isst, und ihm Kleidung geben, die er selbst trägt. Tragt ihnen nicht auf, was ihre Kraft übersteigt. Und wenn ihr es doch tut, so helft ihnen!" (Bukhari) - Es gab eine Gleichstellung von Sklaven und Freien, ohne Unterschiede in der Menschenwürde. Auch nachzulesen in der Abschiedspredigt des Propheten.

Sie schreiben ganz richtig:

"Der Brauch den dschilbab über den Kopf zu ziehen war von freien Jüdinnen, Christinnen und Perserinnen bekannt. Er bist also nicht originär islamisch. < nach Ralf Ghadban"

Dieser "Brauch" war ein Zeichen der Frömmigkeit und sogar ein Gebot im jüdisch-christlichen Kontext. Judentum, Christentum, ja auch der Zorastrismus waren Vorstufen zum Islam. Warum soll also der Islam nicht diese religiöse Tradition fortführen?

Sie schreiben:

"Da die Situation hier und heute eine andere ist, dürfte ein derartiges Unterscheidungsmerkmal zum Schutz von Frauen nicht mehr notwendig sein. Es sei denn Männer würden Frauen, die ihren dschilbab nicht über den Kopf ziehen, so dass nur ein Auge frei bleibt, als Freiwild betrachten."

Lesen Sie doch bitte meine Meinung dazu: https://www.freitag.de/autoren/tahir-chaudhry/ein-jagdrevier-ohne-freiwild

Aber BITTE missverstehen Sie mich nicht. Ich will niemandem das Kopftuch aufzwängen. Das Ziel des Islam ist nicht das Kopftuchtragen. Das Ziel ist Gott. Wenn jemand meint, dass er ohne das Kopftuch Gott erreichen kann, ist das ok.

Ich denke jedoch: Wenn es draußen kalt ist, dann bedeckt sich jeder Mensch, weil dieser weiß, dass er sonst frieren wird. Er sieht also eine Zweckmäßigkeit in seinem Handeln.

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 23.05.2013 | 19:39

VOR DEN FRAUEN, WERDEN MÄNNER IM KORAN AUFGEFORDERT:
"dass sie (Männer) ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Denn, das ist reiner für sie.“ (24:31)

das meinte ich mit dem Wiederholen der Argumentation...

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 23.05.2013 | 14:39

Ich nehme Ihre Herausforderung an und möchte Ihnen folgende Verse vorlegen:

"O Prophet! Sprich zu deinen Frauen und deinen Töchtern und zu den Frauen der Gläubigen, sie sollen ihre Tücher tief über sich ziehen. Das ist besser, damit sie erkannt und nicht belästigt werden. Und Allah ist allverzeihend, barmherzig.“ (33:60)

"(Was nun) die älteren Frauen (betrifft), die nicht mehr auf Heirat hoffen können, so trifft sie kein Vorwurf, wenn sie ihre Tücher ablegen, ohne ihre Zierde zur Schau zu stellen. Dass sie sich dessen enthalten, ist (aber) besser für sie. Und Allah ist allhörend, allwissend.“ (24:61)

"Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen, und dass sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher über ihre Busen ziehen sollen […].“ (24:32)

Ziel ist die Verteidigung der Würde und Sprituelle Entwicklung. Im Koran heißt zudem:

"Und nahet nicht dem Ehebruch; siehe, das ist eine Schändlichkeit und ein übler Weg.“ (17:33)

Eine Erläuterung:

"Das Buch Gottes bezweckt mit dieser Vorschrift nicht die Abgeschlossenheit der Frauen wie in einem Gefängnis. Dies kann nur die Meinung der Unwissenden sein, die die islamische Lebensweise nicht kennen. Der Zweck dieser Vorschrift ist, Männer und Frauen davon abzuhalten, ihre Blicke auf fremde Personen frei herumschweifen zu lassen und ihre Reize zur Schau zu stellen. Diese Regel trägt zum Guten für beide Geschlechter bei (…)" (Philosophie der Lehre des Islam, Verlag der Islam, Ausgabe 1997

Meine Argumentation ist klar und deutlich, oder etwa nicht?

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 23.05.2013 | 13:06

Jemand schrieb: "Und dass Chaudhry selbst weniger mitdiskutiert ... mag an der Eindimensionalität vieler Kommentare liegen oder eben auch an seiner Eindimensionalität. Sowohl als auch ist nicht viel Spielraum zum Diskutieren da."

Danke. Das mag wohl stimmen...

- Es gibt nur sehr wenige, für die man nicht Aussagen wiederholen muss - Meine Antwort: Nochmal in Ruhe meine Kommentare lesen, ja vllt sogar andere Artikel

- Es gibt nur sehr wenige, die auf einer respektvollen Ebene diskutieren - Meine Antwort: Emotionen abstellen, Vernunft gebrauchen!

- Es gibt nur sehr wenige, die mich nicht zu Beginn ihres Kommentars in Kategorien einordnen - Meine Antwort: Sehr kreativ! Die meisten passen jedoch nicht...

- Es gibt nur sehr wenige, bei denen es sich lohnt zu antworten - Meine Antwort: Schneller sein! Am Anfang bin ich immer gut dabei... Unter tahirnc@gmail.com bin ich nur noch verfügbar.

- Es gibt nur sehr wenige, die mich nicht ignorieren möchten - Meine Frage: Warum seid ihr hier und regt euch über die Aufmerksamkeit auf?

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 18.05.2013 | 17:39

"Es wäre jetzt an Ihnen, zu begründen/zu belegen, wieso das Kopftuchtragen oder - wie andere Muslime meinen, die Ganzkörperverschleierung - ein islamisches Gebot sei und für alle Mädchen und Frauen, die zufällig in diese Religion hinein geboren wurden, verbindlich sein soll."

Die Stellen im Koran habe ich im Text schon genannt... Ich verteidige hier nicht die Praxis der Vollverschleierung in Afgahnistan oder Saudi Arabien. Ich bin Vertreter der Interpretation, nach dem eine Bedeckung der Reize empfohlen wird. Das "Bedecken" geschieht in der islamischen Tradition mit einem Kopftuch und einer Kleidung, die nicht körperbetont ist.

Können Sie muslimische Frauen respektieren, die Ihrer Interpretation nicht folgen, sondern eine andere überzeugender finden? "Es gibt keinen Zwang im Islam", heißt es.

Ja, natürlich. Genau diesen Respekt sollte auch Kelek denjeniegen Frauen zollen, die sich für das Kopftuch entscheiden.

"Ich denke, dass wir uns diesbezüglich einig sind, dass Eltern prinzipiell nicht über ihre Kinder verfügen können, wie es Ihnen gerade beliebt."

Das müssen Sie nun selbst abwägen. Ist das fünfmalige Beten am Tag schlecht für seine/ihre Entwicklung? Das Kopftuch? Das Fasten? etc. (alles ab einem gewissen Alter, natürlich). Ich glaube nicht.

"Die Angehörigen der Religion sind NICHT frei sich so oder so zu entscheiden (ohne sanktioniert zu werden oder Nachteile befürchten zu müssen)."

Ich wollte Ihnen eigentlich nur klarmachen, dann die Handlungen religiöser nicht immer religiöse Handlungen sein müssen, verstehen Sie?

"Ich habe Frau Kelek so verstanden, dass sie durchaus akzeptiert, wie jemand für sich selbst seine Religion interpretiert und lebt, solange sich dies mit staatlichen Gesetzen/dem GG in D. vereinbaren lässt."

Ich danke Kelek dafür...

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 18.05.2013 | 17:12

"Das habe ich sooo nicht verstanden. Sie sagt, dass die Überlieferungen/der Koran unterschiedlich interpretiert werden kann. Soweit ich das beurteilen kann, hat sie damit Recht."

Dann soll sie doch bitte konkreter werden und genau dies tun... Dann soll sie doch eine Interpretationen vorlegen, die beweist, dass diese Missstände von der Lehre abgeleitet werden können. Vieles, was sie anprangert, sind Einzelfälle, extreme Beispiele von irgendwelchen IDIOTEN, die sich fälschlicherweise "Muslime" nennen.

Das größte Problem ist doch, dass Kelek über Theologie reden möchte und gleichzeitig nicht auf Lehrinhalte, auf die islamischen Quellen eingeht. Sie möchte über soziale Probleme sprechen, aber immer mit dem Hinweis auf die Religionszugehörigkeit. Sie möchte über eine ganze Religion sprechen und bezieht sich dabei auf vereinzelte Handlungen von Menschen, die sich als "Muslime" bezeichnen.

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 18.05.2013 | 16:58

Das gehört zur Nelca Kelek Show! Sie ist je nach Debatte eine Muslima...

AB 6:04 gucken!

http://www.youtube.com/watch?v=f99-5qplpAk

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 17.05.2013 | 17:08

1) Kopftuchgebot gilt erst ab dem Eintritt in die Pubertät.

2) Das ist ein perfektes Besipiel für ein Scheinargument: Weil es so viele Auslegungen gibt, ist eine Auffassung die einzig Richtige, nämlich die, dass das Kopftuchbegot gar nicht islamisch ist und jeder (MANN), der anderer Auffassung ist, im eigenen Interesse handelt??? Ach, kommen Sie...

3) Warum sollen die Kinder nicht an ihnen teilhaben dürfen? Elterliche Bevormundung kann man nicht verbieten? Diese Bevormundung geht ja nicht von der Religion aus, sondern von den Eltern, die gemäß ihren Erfahrungen und Überzeugungen erziehen. Ob diese religiös oder areligiös sind spielt doch überhaupt keine Rolle? Bitte erläutern Sie, was für Sie "Einschränkungen" sind? Die Gebote und Verbote im Islam?

4) Ich bin ein säkular-eingestellter Muslim und bin zu Keleks Bedauern gleichzeitig "religiös". Ich lehne ihre Islam-Deutungen kategorisch ab.

Sie leistet genau denselben Beitrag für unsere Gesellschaft wie alle anderen Islam-"Kritiker", die mehr hetzen als kritisieren. Sie hetzen gegen Religion und nicht gegen die Religionspraxis von Muslimen.

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 17.05.2013 | 16:49

Ich bezweifle auf keinen Fall, dass Kelek sich Probleme ausdenkt und nur propagiert, um Muslime zu diffamieren. Nein. Diese Probleme sind Vorhanden. Nur die Schlüsse aus dem Auftreten dieser Extrembeispiele in der sogenannten "islamischen" Praxis sind die Falschen. Kelek suggeriert, dass eben diese Missstände ihren Ursprung in DER islamischen Lehre hätten.

Aber so wie Werner Schiffauer glaube ich, dass statt Kelek die deutsche Öffentlichkeit Adressat der Kritik sein sollte, denn sie hat “nur auf so jemanden wie Kelek gewartet hat, der all das bestätigt, was sie schon immer über Muslime gedacht haben.“

RE: Das Versagen der Necla Kelek - Die Entgegnung | 17.05.2013 | 12:36

"Auch ungeachtet der Tatsache, nicht mal davor zurückzuschrecken, den Hitler-Faschismus zu verharmlosen, indem sie ihn mit dem politischen System der Deutschen Demokratischen Republik gleichsetzen."

...beides sind gescheiterte Systeme.