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CEO talkabout. Stehe für moderne PR. Wie können Unternehmen authentisch an öffentl. Debatten teilnehmen, Fürsprecher gewinnen und dadurch Mehrwert schaffen?
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RE: Ins rechte Licht gerückt | 01.05.2010 | 23:07

Ein sehr schön geschriebener Artikel. Man könnte ihn allerdings auf der Meta-Ebene auch überschreiben mit "ins falsche Licht gerückt".

Ich bin auch PR-Mensch. Und ich bin das sehr gerne. Aber ich bin das nicht, weil ich spindoktorn will. Sondern weil ich gerne erkläre, vermittle, begeistere...

Wer sich nur einmal ein wenig mit "Wahrnehmung" und "Erkenntnis" befasst, der versteht sehr schnell, dass es ein Trugbild ist, wenn der "ungeschönten Wahrheit" auf der einen, und von der "geschönten PR-Welt" holzschnittartig unterschieden wird. Es gibt auch Unternehmen, bei denen ein "Wandel" (und das meine ich jetzt tatsächlich so) schlichtweg notwendig ist, um wettberwerbsfähig zu sein. Die Welt ändert sich, und wer sich als Unternehmen nicht mit ändert, geht unter. Das ist eine simple Realität. Und fast immer trifft der Wandel auch die Mitarbeiter. Es ist also nicht immer per se falsch, von Wandel zu sprechen. Und ebenso ist es nicht per se falsch, den Mitarbeiterabbau als Folge (oder Bestandteil) des Wandels zu beschreiben.

Ich persönlich glaube, dass die (Medien-)Krise und der Siegeszug von Social Media viel auch in der PR bewirken wird. Dinge werden transparenter (auch dank guter Journalisten) und Unternehmen werden auch darauf reagieren müssen (s.a. mein Blogpost bit.ly/97csC8). Deswegen werden "Sprechen und Handeln" immer mehr zusammen wachsen (müssen).

Ich würde mich freuen, wenn auch die Medien etwas weniger holzschnittartig mit dem Thema umgehen würden. Man hört immer von den "üblen Machenschaften der PR -Branche", aber der oben genannte Nils Klawitter beispielsweise ist ein gutes Beispiel für einen Journalismus (der leider öfter bei Spiegel Online zu finden ist), der in Fragen Manipulation und Verdrehung von Tatsachen auch der schlechtesten PR in nichts nachsteht.

Ja, es gibt Spin-Doktoren. Ja, es gibt PR-Leute (und Unternehmen), die täuschen. Und ja, es gibt auch Medien die manipulieren und täuschen. Und dann gibt es andere (Journalisten wie PR-Leute), denen die Ethik sehr, sehr wichtig sind, und die um die Macht der Kommunikation wissen. Richtig verstanden, sind Journalisten und PR-Leute nicht weit auseinander: Sie vermitteln Wissen und Perspektiven. Sie machen Menschen schlauer und Verständnis-voller.

So lange jeder das (zumindest als Möglichkeit) bei der Kritik an der PR mit hört, finde ich jede Kritik an der PR gut - wenn sie denn berechtigt ist. Die PR aber in Bausch und Bogen zu kritisieren ist falsch.

RE: Das Netz stellt die Robin-Hood-Frage | 16.04.2010 | 19:45

Lieber Freitags-Redaktion,

danke für die Verlinkung, auch an Frontbumpersticker.

@data - im Laufe der Zeit verwässert die Kritik irgendwie. Ich hatte weder die Pointierung an sich kritisiert noch den Beitrag von Nestle relativiert. Man kann, darf und soll pointieren.

Es geht um den manchmal sehr schmalen Grad zwischen "Pointierung" und "Täuschung". Kein Mensch bestreitet, das Kitkat als Produkt und Nestlé als Unternehmen *einen* Anteil an der Zerstörung des Regenwalds haben. Aber ob dieser Anteil relvant ist - auch und besonders im Vergleich zu den vielen anderen, die ja aben auch beteiligt sind - darüber sollte sich jeder Bürger ein Bild machen können.

Greenpeace hat nicht nur in großer Unverhältnismäßigkeit den Anteil übertrieben (bis hin zu dem Eindruck, dass Nestlé der Allein- oder Hauptverantwortliche wäre), Greenpeace hat auch noch gezielt den Bürger getäuscht, um ihn zu instrumentalisieren. Das klage ich an. Das ist perfide. Das erinnert mich an Lynchjustuiz. "Der Mob" läuft mit und will Blut sehen - und weiß eigentlich gar nicht genau, worum es geht.

... auch wenn es in diesem Fall für einen guten Zweck war.

Mirko Lange