Heil Nimrata!

UN-Votum zu Jerusalem Nikky Haley droht in Sachen Jerusalem der UN-Vollversammlung und offenbart dadurch, dass sich die USA immer noch als alleinigen Weltpolizisten sehen
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Heil Nimrata Randhawa, Uncle Sams Cheffaktotum bei der UN in New York, diese - in Anlehnung an Frantz Fanon - dunkle Haut mit weißer Maske, dieser ABCD (American-Born Confused Desi), diese Cruella de Vil, wie Hamid Dabashi von der Columbia University sie genannt hat, die sich so sehr für ihre indische und Sikh-Herkunft schämt, dass sie ihren Namen zu Nikky Haley weißtüncht in unterwürfiger Verehrung des weißen Mannes (was an einen anderen indischen Onkel Tom erinnert, Louisianas ehemaligen Gouverneur Piyush „Bobby“ Jindal)!

Kurz vor der heutigen UN-Vollversammlungsabstimmung zu Trumps destruktiver Jerusalem-Entscheidung, und kurz nach der 14 zu 1 ausgefallenen Sicherheitsratsentscheidung gegen die USA in gleicher Sache, bei der Frau Haley mit fiesestem Blick ihre Vetohand hochstreckte, legt diese widerwärtige Karriereopportunistin, Abtreibungsgegnerin, Homophobin und Obamacarefeindin, die in Ihrer vorherigen Funktion als republikanische Gouverneurin von South Carolina immerhin für die Entfernung der rassistischen Südstaatenflagge vom Gelände ihres Regierungssitzes plädierte, nach, in dem sie in altbewährter US-imperialistischer Manier in einem Brief, welcher der israelischen Zeitung Haaretz vorliegt, Mitgliedern der Vollversammlung vor einer falschen Entscheidung warnt (wobei falsch gleichbedeutend mit pro-palästinensisch ist und jegliche Widersetzung gegen das unilaterale Vorgaben des Bully-in-Chief Donald Trump, die US-Botschaft nach nach West-Jerusalem zu verlegen und Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und somit die Besatzung Palästinas durch eine israelische Okkupationsmacht weiter zu legitimieren, mit einschließt). Noch schlimmer als weiße Suprematisten sind die nichtweißen gehirngewaschenen und ehrlosen „captive minds“ - ein Begriff aus der Postkolonialen Theorie - die weißen Suprematisten rattenfängerstyle folgen. Und noch schlimmer, wenn diese kolonialen Schoßhündchen von einem „tollwütigen Zionismus“ befallen sind, wie Dabashi Haley näher beschreibt.

Und einmal wieder macht eine US-Regierung sich zum Knecht von AIPAC und des militärisch-industriellen-Komplexes und verhöhnt eine Weltorganisation, über die der unter Bush Jr. entsandte US-Botschafter John Bolton mal gesagt hat, es gäbe gar keine Vereinten Nationen und dass es keinen Unterschied machen würde, wenn das UN-Sekretariatsgebäude 10 Stockwerke verlieren würde: ein bis heute gültiger O-Ton symbolisch für die Verachtung republikanischer US-Regierungen für die UNO.

Liebe USA, es gibt die Vereinten Nationen, auch ohne Euch! Ihr könnt die strukturellen und intentionellen Systemfehler der UN, die Euch und den drei anderen obsoleten Großmächten und China das Privileg eines Vetorechts einräumen, mit dem Ihr alles pro-palästinensische unter der Sonne Midtown Manhattans abschießt wie Tontauben, zu Euren Gunsten ausnutzen wie Ihr wollt und noch so viel mit Streichungen von Hilfsgeldern an die Länder drohen, die heute gegen Euch und für Palästina stimmen werden: die überwältigende Mehrheit der Welt wird sich nicht von Euch erpressen lassen! Pyöngyang und Teheran sind keine Bedrohung für regionale Stabilität und Weltfrieden: Ihr, die der Inbegriff einer illiberalen Demokratie seid, die sich „Vereinigte“ Staaten von AmeriKKKa schimpft (Ice Cube hatte schon damals recht) seid mit Eurer „centrality of Wall Street power und US military policies” - um den afroamerikanischen Intellektuellen und Aktivisten Cornel West in einem anderen Kontext zu zitieren - Ihr und Eure israelischen Hintermänner und saudischen Lakaien seid es!

Und verehrte UN-Vollversammlung: beherzigt die Aufforderung des türkischen Präsidenten Erdoğan, der mindestens seit dem letztem Angriffskrieg Israels gegen den klitzekleinen Landstrich von Gaza ein ehrlicherer Freund Palästinas als die USA ist, und der zur Zeit seinen zu Hause angerichteten Schaden immerhin in einigen außenpolitischen Bereichen auszugleichen sucht (wie etwa mit militärischem und wirtschaftlichen Beistand für das vom Möchtegern-Regionalhegemon Saudi Arabien bedrohte und isolierte Katar, und mit der Einberufung der außerordentlichen Sitzung der Organisation für Islamische Zusammenarbeit OIC in Istanbul, die Trumps Jerusalem-Entscheidung scharf kritisiert und als Reaktion Ost-Jerusalem zur Hauptstadt Palästinas erklärt hat): „Ich rufe die ganze Welt dazu auf, Euren demokratischen Kampf und Euren Willen ja nicht für ein paar Dollar zu verkaufen.“

In Kürze werden wir wissen, wer auf der richtigen Seite der Geschichte stehen wird und wer lieber für eine Handvoll Dollar und Rambos Gunst das von israelischer Besatzung aufs perfideste unterdrückte palästinensische Volk opfern wird.

18:24 21.12.2017
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Timo Al-Farooq

B.A. in Asien-/Afrikastudien, z. Zt. Jurastudium. Beruf: Immobilienhaifisch mit Milchzähnen & Lügen(presse)detektor. Ehrenamt als Guardiola-Double
Timo Al-Farooq

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