Tariq Hübsch

Studium der Politikwissenschaft und Germanistik, Dozent an der Jamia Ahmadiyya Deutschland, dem ersten Imam-Ausbildungsinstitut in der BRD
Tariq Hübsch
RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 04:06

indem sie die sprache als faschistoid bezeichnet haben, haben sie zu verstehen gegeben, dass sie sie nicht verstehen...so simpel.....

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 03:50

Leider nur kurz:

Aufklärung und Religion müssen sich nicht widersprechen, wenn die Religion nicht etwas lehrt, dass Erkenntnissen, die unhintergehbar aufgeklärt sind, Entzauberung der Natur zum Beispiel, widerspricht.

Des Weiteren kann Religion Sachverhalte, wie zum Beispiel Prinzipien des gesellschaftlichen Zusammenlebens, ethische Grundsätze etc., in seinen Grundzügen formulieren, die dann durch weitere Arbeit am Begriff sich als richtig herausstellen (in einem Wissensbegriff, der "Wahrheit" nicht auf die Naturwissenschaft beschränkt). Des Weiteren können Religionen eigene logische Systeme haben, die rationalisiert werden können, dann aber natürlich auf Grundlage anderer Annahmen. Also eine Logik, die einer Religion selbst inhärent ist. Das wäre Aufklärung der Religion selbst. Zum Beispiel: Warum beten? warum fasten? Warum diesem Ritual folgen, warum jenem? Alles ergibt in sich ein geschlossenes, logisches System, dass auf Grundkonstanten aufbaut, die wir zum Beispiel aus human sciences kennen....

Also, es gibt schon Mögliochkeiten, das Begriffspaar Aufklärung und Religion neu zu denken. Leider dürfte es mir unmöglich sein, detailliert auf ihre Ansätzeund Überlegungen einzugehen. Ich muss zuvorderst versuchen, die gröbsten Vorurteile, die im hier im Umlauf sind, zu entkräften.

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 03:32

ich empfinde mich nicht als aggressiv, nur direkt. wenn Sie die Diskussionen verfolgen, dann werden Sie gewahr, auf welch bedenklichem Niveau sich manches abspielt und wie sehr ich mit Vorurteilen, Unterstellungen, falschen Assoziationen, Diffamierungen etc. konfrontiert werde. Warum thematisieren mein Verhalten, wennglich das von zum Beispiel Herr Grothe um ein vielfaches aggressiver ist. Wenn ich den islamischen Part aus meinem Text nicht verfasst hätte, dann hätten wir hier nicht dieses Towabohu.

Grundsätzlich würde ich Ihnen gerne detailliert antworten, aber meine Zeit lässt es nicht zu, dass ich parallel 6 große Stränge verfolge. Mein Menschenbild habe ich in diversen Kommentaren offengelegt, genauso wie auch im Text, der journalistisch "flapsig" verfasst ist und nicht "differenziert" akademisch, das differenzierte auf mehreren Ebenen stattfindende Menschenbild dargelegt ist. Natürlich übertreibt der Text ein wenig, man überspitzt, um die Dinge kokrtere auf den Punkt zu bringen. Wichgtig ist, dass der rote Faden ersichtlich wird...

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 02:14

Ich nehme mal deneinzigenTeil unserer launigen Konversation heraus, der von Ihrer Seite nicht voll mit Beleidigungen und Ferndiagnosen war:


Ich schrieb: Bitte nehmen Sie ebenfalls an, daß Männer und Frauen gleichermaßen sehr mächtige Triebe haben, die aber mit Empathie, Vernunft und gesellschaftlichen Absprachen zu zügeln sind.

Sie antworteten:Ich weiß nicht, ob diese Dinge ausreichen. Das ist eine große Diskussion. Ich bin nicht so vermessen und maße es mir an, in einem Satz diese Frage zu beantworten.

Mehrere Ihrer Gesprächspartner wiesen Sie auf den engen Zusammenhang von männlichem Sexismus und Herrschaftsausübung hin - ein Punkt, dem Sie mit dem Verweis auf SM zu kontern versuchten, was aber - tut mir leid - ein weiteres Mal von Ihrer Unkenntnis zeugte. Bei SM-Paaren ist, andere schrieben es bereits, die vermeintlich unterlegene Person der Bestimmer der Grenzen und wenn Sie mal genaue Absprachen über Grenzen, große Kenntnis von- und Vertrauen zueinander kennenlernen möchten, empfehle ich Ihnen Kontakt zu SM-Paaren - hat mit gesellschaftlicher Herrschaft exakt null zu tun. SM ist ein Spiel zum Zweck gegenseitiger Lust und ihrer Stillung.

Der alltägliche Sexismus im gesellschaftlich relevanten Gegensatz dazu überschreitet die Grenzen von vor allem Frauen und weist sie damit in nicht von ihnen selbst gewählte Schranken.

Es ist schon so, dass ich beeindruckt bin davon, dass Sie sich so viel Zeit dieser Diskussion widmen (sie berichten von einer Stunde). Aber dann wundert es mich um so mehr, wie Sie dann darauf kommen, dass ich den Zusammenhang von Macht und Sex auf SM reduziert habe. Ich poste hier noch einmal den von mir zuletzt zu diesem Komplex geposteten Kommentar:


Ob Machtbedürfnis die Ursache ist oder der Trieb, das ist nicht soo entscheidend. Wichtig ist, dass, und da scheinen wir der gleichen Meinung zu sein, dass Pornografie und die im öffentlichen Raum allgegenwärtige pornografisierte Sexualität sexistische Muster reproduzieren. Und auch wenn sie nun immer wieder den Machtanspruch des Mannes zeigen, wichtig ist doch zumindest die Feststellung, dass diese Hypersexualität Sexismus begünstigt.

Grundsätzlich bin ich nicht der Meinung, dass der allgegenwärtige Sex nur etwas mit Macht zu tun hat (etwas, dass Sie nirgends geäußert haben). Ich denke, dass die Triebhaftigkeit, einfache Instinkte eine große Rolle spielen. Es geht, gerade hinsichtlich Werbung, darum, dass andere Zentren im Hirn quasi benebelt werden (laienhaft dargestellt).

Ich habe Lustgewinn mit Macht korreliert. Und, soweit ich das als laie einschätzen kann, geht es im SM auch darum, dass man durch Machtverlust oder Machtgewinn einen Lustgewinn verspürt, oder?

Insofern kann es sein, dass patriarchalische Muster sich in der Pornografie widerspiegeln, wenn man jedoch das Bedürfnis, das hinter dem Patriarchat steckt, das Streben nach Macht also, innerhalb der Sexualität selbst verortet, etwas, mit dem ich mich anfreunden könnte (als Erklärung für Porno zum Beispiel), dann steht ursächlich der Lustgewinn durch die Machtausübung, also ein Triebbedürfnis, die Auslebung der Sexualität, etwas, das sich in Reinform in der hypersexualisierten Gesellschaft niederschlägt (Fokus auf Lustgewinn).


In der Diskussion mit kallewirsch ging es um die Frage, was zuerst kommt: Der Machtanspruch und dann die allgegenwärtige Reduzierung der Frau auf ein Sexobjekt, oder große Triebe, Sexinstinkte, die dann die Gesellschaft so umformen, dass die Frau zu einem Sexobjekt reduziert wird, was sich in dann vorherrschenden Machtstrukturen manifestiert. Das sind zwei Theorien. Wichtig ist doch, dass man sich die Frage stellt, welche Instinkte, Impulse im Menschen (auf Grundlage welchen Menschenbilds?) ursächlich für diese scheinbar immer noch vorhandenen patriarchalischen Strukturen verantwortlich sind. Zu sagen, dass es Machtstreben ist, ist erst einmal kein Argument, sondern ein Axiom. Zu sagen, dass der Mann einen Machtinstinkt hat, den man dann anhand sozialpsychologischer Erkenntnisse fein erörtert, würde schon einmal die Triebfeder erläutern. Das ist bislang noch nicht passiert. Insofern ist in meinen Augen mein Ansatz, dass erst einmal ein Sexinstinkt, der ja nachweislich in jedem Menschen schlummert und nachweislich sehr mächtig sein kann, ja, weil er für die Reproduktion der Menschheit sorgt, ursächlich für eine Etablierung eines Patriarchats, indem die Frau als Sexobjekt reduziert in Erscheinung tritt, verantwortlich ist. Geradezu selbstgeißelnd wird es ja, wenn Frauen dann freiwillig sich diesem Patriarchat unterwerfen, indem Sie sich Normen unterordnen, die das primär Sexuelle in den Vordergrund rücken, also sich „sexy“ anziehen, sich Schönheitsidealen beugen etc.


Sexismus ist genau wieRassismusein Instrument, das eigene Privilegien dadurch sichert und das eigene Selbstwertgefühl dadurch erhöht, jemand anderen herabzuwürdigen. Das Sexuelle an der Grenzüberschreitung dient dabei nur als Vehikel, Sie hingegen scheinen Sexismus mit Sexualität gleich zu setzen. Darüberhinaus dient Sexismus ganz wie der Rassismus auch der Rechtfertigung eigener Aggressionen durch die Zuweisung unschöner Eigenschaften.


Jetzt habe ich oben festgestellt, dass Sie einen „Instinkt Machtstreben“ formulieren müssten, um die These, dass Machtstreben für Sexismus verantwortlich ist, zu verfestigen und just haben Sie es ja gemacht. Ihre Erklärung ist interessant, weil Sie den Instinkt „Selbstwertgefühl“ betont. In der Sozialpsychologie wird tatsächlich geäußert, dass für die Entwicklung einer gesunden Ich-Beziehung ein gewisses Selbstwertgefühl vonnöten ist, wobei die Komponente, dass dieses Gefühl erst durch die Dominanz über andere (eine Art Herr-Knecht-Dialektik a la Hegel?) erlangt wird, sofern ich es weiß, nicht sehr prominent vertreten ist. Ihre Argumentation gewinnt mit dem Verweis auf das ewige Streben des Menschen nach Dominanz über andere trotzdem an Kraft. Hier muss ich deswegen eine Gegenfrage stellen, um adäquat antworten zu können: Ist es ihrer Meinung nach Sexismus, wenn die Frau allgegenwärtig als Sexobjekt angepriesen wird? Ist also das Reduzieren auf die körperliche Hülle, das Sexuelle Sexismus, weil eben eine Gruppe marginalisiert wird, weil sie nicht als „autonome Menschen im Sinne des Humanismus“ in Erscheinung treten, sondern als SexOBJEKTE? Eine Antwort hierauf interessiert mich sehr.

Bei Ihnen werden den Frauen unschöne Eigenschaften zugeschrieben, nämlich durch die Übersexualisierung des öffentlichen Raums (als wären die CEOs der Werbewirtschaft neuerdings exklusiv weiblich) und durch ihre schiere Weiblichkeit Männer zur Auslebung ihrer 'Urinstinkte' zu veranlassen.


Ich weise ihnen keine schlechten Eigenschaften zu, sondern analysiere nur den gegenwärtigen Zustand der omnipräsenten Weiblichkeit im öffentlichen Raum. Gerade ihr Hinweis zu den nicht weiblichen CEOs der Werbewirtschaft zeigt, dass ich ein Missverständnis ausräumen muss, eines, das ich schon längst auch ausgeräumt habe. Ich bin ja, siehe oben, nicht der Meinung, dass die Frauen bewusst den öffentlichen Raum sexuell aufladen. Gerade der Verweis auf die männlichen CEOs machen doch eher deutlich, dass es um den Kapitalismus inhärente Systeme geht. Die Frau wird mehr oder weniger missbraucht – und das Aufladen des öffentlichen Raumes mit der „paarungswilligen“ Frau dient als Köder, als kapitalistisches Instrument. Der Kapitalismus selbst appelliert auf die Urinstinkte im Menschen, darin liegt seine Stärke. Interessant ist in dieser Hinsicht, dass nicht nur mit dem Sexinstinkt Schindluder getrieben wird, sondern auch mit dem Instinkt, sich über andere erhöhen zu wollen – religiös ausgedrückt: dem Stolz, der den Menschen innewohnenden Hybris. Insofern ist auch das hinter dem Machtstreben liegende Problem das Bestreben des Menschen, sich selbst über andere zu erheben, zu dominieren. Diesen Impuls kennt man aus Mythologien: Prometheus, oder religiösen Texten: Luzifer, Iblis (Islam), und man muss diesem Instinkt wohl ein gewisses Vorhandensein zugestehen. Ich stell mir jetzt die Frage, ob dieser Instinkt durch den kapitalistischen Fleischwolf gedreht die auf ihren Sexus reduzierte Frau auswirft, oder ob der Sexualinstinkt durch den kapitalistischen Fleischwolf gedreht die auf ihre Hülle reduzierte Frau auswirft?


Ihr religiös-gesellschaftliches Patentrezept dagegen ist nicht etwa die Absage an die Aufladung des weiblichen Körpers mit männlichen Sexualphantasien und der Verweis auf das männliche Keuschheitsgebot im Koran, sondern Sie wollen die Frauen verhüllt sehen. Statt Ihre Augen niederzuschlagen. Sie sprachen in diesem Zusammenhang vomGott Sexund von einemvon Sex durchtränkten Blick (wo ich an mich halten mußte, Sie nicht schon an dieser Stelle zu fragen, ob man Sie besonders bei Vollmond nicht besser einsperren sollte. Das klang bedrohlich, auch für Sie selbst).


Das ist jetzt wieder etwas schwächer von Ihnen, weil Sie die ganze Thematik auf einen Zusammenhang reduzieren, den ich so nie unterkomplex aufgemacht habe. Außerdem habe ich zu diesem Vorwurf schon mehrmals dezidiert Stellung genommen. Am 7.2. zum Beispiel habe ich ihnen geschrieben:


Ich plädiere nicht dafür, dass jede Frau gezwungen werden soll, sich zu verschleiern - dies suggerieren Sie. Ich habe nur einen Koranvers zitiert, in dem aufgezeigt wird, dass eine Verschleierung auch deshalb zu erfolgen haben soll, damit die Frau nicht belästigt wird. Und Realität ist doch, wie #aufschrei zeigt, dass Belästigung von Frauen ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Problem darstellt, oder? Ich habe in diesem Artikel lediglich versucht, die islamische Alternative aufzuzeigen, dabei auch die Geschlechtertrennung, die im Islam vorgeschrieben ist, in einem größerem Rahmen eingebettet. Es geht eben nicht darum, dass man eine Überlegenheit über die Frau zeigt, dass man patriarchalische Muster materialisiert, sondern darum, einen gesellschaftlichen Raum zu schaffen, der es ermöglicht, dass Frau und Mann sich auf wichtigerere und erhabenerere Aspekte der menschlichen Existenz konzentrieren kann, als auf Neandertaler-Instinkte zurückgeworfen zu werden - durchgehend penetriert durch den omnipräsenten Gott Sex, der den Massen seine Gebote aufzwängt. Sie könnten diesen Gedanken versuchen nachzuvollziehen. Er hat nichts antifeministisches, er ist nicht sexistisch, er reduziert den Menschen nicht auf eine Hülle, sondern will ihn auf eine höhere Stufe der Existenz führen - auf eine spirituelle Stufe. Aber das Sie das nicht nachvollziehen, weil Sie es nicht kennen, das ist mir irgendwie auch klar. Aber ein bisschen Verständnis, intellektuelle Neugierde statt reflexhaftes Umsichschlagen, das nicht mehr als intellektualisiertes Stammtischdenken ist, das hätte ich in der Freitags-Community schon erwartet. Gerade für eine Dame von Welt - eine Koryphäe der Freitags-Blogosphäre.



Nun ist es aber Fakt, daß Frauen die mit den multiplen Orgasmen sind, um auf diemächtigen Triebezurück zu kommen. Erstaunlicherweise sind sexistische Übergriffe von Frauen auf Männer zur Auslebung ihrerUrinstinktesehr viel weniger bekannt als umgekehrt. Esistalso im Bereich der menschlichen Möglichkeiten, Urinstinkte in zivile Bahnen zu lenken und es geht bei der Herrschaftsausübung allenfalls sekundär um die mächtigen Triebe, die beiden Geschlechtern gleichermaßen zu eigen sind.


Also reduzieren Sie die Allgegenwärtigkeit der sexuellen Verfügbarkeit der Frau in Film, Werbung, Porno und Papier auf das Machtstreben, das dem Mann zu eigen ist? Wollen Sie auch ernsthaft behaupten, dass man die einfache Appellation auf den männlichen Sexinstinkt mit der komplizierteren weiblichen gleichsetzen kann? Ich habe doch nie geleugnet, dass Frauen auch große Sexinstinkte haben, doch es ist m. E. so, dass der Mann einfacher zu reizen ist, weswegen auch die gesamte Sexindustrie dermaßen auf ihn zugeschnitten ist. Oder wollen Sie jetzt behaupten, die gesamte weibliche Prostitution ist nur eine Manifestation männlichen Herrschaftsanspruchs? Hat das nicht was damit zu tun, dass die männliche Triebabfuhr primitiver und zügelloser erfolgt?


Sie aber scheinen noch nicht einmal zu bemerken, daß und wie Sie mit Ihren Ausführungen über nichtkontrollierbare Triebe, über die Dummheit und Unmoral der Mustermanns (und die ihnen deswegen nötige Drohung mit einer fremderstellten und strafbewehrten Moral) nicht nur Frauen, sondern auch alle zivilisierten Männer beleidigen und: auch Männern unschöne Eigenschaften zuweisen. Sie lassen auch außen vor, daß offensichtliches und extremes männliches Herrschaftsgebaren, wie zum Beispiel Vergewaltigung (bekannt auch als Kriegswaffe) von Frauen gegen Männer so gut wie unbekannt ist. Was mich meine Frage wiederholen läßt, welches Geschlecht mit welcher sexuellen Orientierung einiges an Feintuning amvom Sex durchtränkten Blickund am so legitimierten eigenen Verhalten vorzunehmen hätte?


Und hier reduzieren Sie wieder meine Ausführungen auf einen Ausschnitt, der, so kann man es wohl am besten bezeichnen, unwissenschaftlich ist. Ich habe nie von unkontrollierbaren Trieben gesprochen. Wer den Blogeintrag liest, der wird doch feststellen, dass ich gerade von einem realistischen Umgang mit der Triebhaftigkeit spreche, dass ich nur betone, dass es widersinnig ist, alles daran zu setzen, den Mann stolpern zu lassen, nur um ihm dann vorzuwerfen, dass er gestolpert ist. Jetzt verstehen Sie mich nicht wieder falsch. Ich rechtfertige Vergewaltigungen damit nicht. Grundsätzlich sind das doch Extrembeispiele, die eine viel größere Pathologie beim Täter vorweisen müssen. Ich wiederhole auch gerne wieder, dass es nicht um die Schuldzuweisung geht, etwas, was Sie immer wieder mir zuschreiben wollen, was ich aber auch wiederholt erklärt und verworfen habe. Ich halte nichts von Schulzuweisungen. Versuchen Sie doch zu verstehen, woher die alltäglichen sexuellen Übergriffe herrühren, anstatt sich darauf zu versteifen, dass der böse, böse Mann daran schuld ist. Es geht um Moral, um Zivilisation, um Menschenbilder, die eine Kultur formen, es geht um viel mehr als: DU BIST DRAN SCHULD. BITTE ÄNDERE DICH. EINFACH SO. Das ist mir zu unterkomplex. Und in diesem Kontext vom Max Mustermann zu sprechen ist auch extrem unfair. Bei der Diskussion ging es darum, wie moralische Normen internalisiert werden. Ich habe in diesem Kontext lediglich gesagt, dass bei vielen Mitmenschen moralische Normen unbewusst aufgenommen und internalisiert werden, und dass eine reflektierte Auseinandersetzung mit der Frage, ob und warum ich welche Handlung aus Vernunftsgründen erwägen sollte, zwar ein schönes philosophisches Konstrukt darstellt, doch leider sowohl theoretisch als auch empirisch als überholt anzusehen ist. Moralische Normen befolgt man leider nicht nur, weil man ein so toller, netter , guter Mensch ist, der autonom, frei und selbstbestimmt im engen Lichtkegel der Vernunft zu einer Entscheidung gelangt. Das sind Märchen, die längst von der Wissenschaft entlarvt wurden.




Es steht Ihnen völlig frei, sich eine utopische Gesellschaft zu erträumen, in der ein von Sexualität befreiter öffentlicher Raum Ihnen zu Ihrer Vereinigung mit Gott verhilft - Religiosität ist ein Menschenrecht. Sie werden aber in unserer unvollkommenen Gesellschaft damit leben lernen müssen, daß Ihre Utopie niemals von allen geteilt wird, niemals alle Menschen Ihre spirituellen Vorstellungen und die Ihnen dazu notwendigen Zwangsmaßnahmen wie die Pardha mittragen werden - es also an allein Ihnen ist, etwas an Ihremvon Sex durchtränkten Blickzu verändern.


Wer hat von Zwang geredet? Wo habe ich von Zwang geredet, was suggerieren Sie hier? Nennt man so etwas nicht Diffamierung? Und Sie wollen mir vorwerfen, ich wäre nicht in der Lage zu diskutieren?


Sie vertreten ein Männerbild, das auch in Saudi-Arabien und in Iran kaum extremer sein könnte. Damit verfehlen Sie u.a. auch den Anspruch der Ahmadiyya, eine säkulare, friedliche, menschenfreundliche Botschaft speziell an die islamische Welt, an die Ummah zu richten.


Und was an meinem Männerbild ist jetzt genau extrem? Was haben Sie denn für ein Männerbild? Ein kastrierter Eunuch? Machen Sie die Augen auf. Die uns umgebende Kultur, die Degradierung der Frau als Sexobjekt, die Pornografie etc. Weist das nicht daraufhin, dass der Mann ganz schön gut auf Sex anspringt? Mein Männerbild indes habe ich insofern mehrmals offengelegt, als ich von dieser überholten Dichotomie, diese politisierte Unterscheidung, das Keile zwischen Frau und Mann treiben Abstand genommen habe. Der MENSCH kann vertieren. Er kann konditioniert werden zu einer vom kapitalistischen Diktat unterjochten, nur noch Instinkten unterworfenen postmodernen Hülle. Er kann sich aber auch eine hohe Moral aneignen, sich kontrollieren, hohe Ziele anstreben, dafür kurze aufgeben. Er kann höher steigen als Engel, aber auch tiefer fallen als Tiere. Das ist das Abbild unserer Realität.


Ich habe immer das Recht von Frauen verteidigt, Kleidung allein ihrer Wahl zu tragen, Frauen sind vernunftbegabt und selber groß. Was selbstredend den Schleier beinhaltet, da er unter anderen Aspekten mehr, z.B. der sichtbaren Betonung der Gläubigkeit einer Frau, auch als Notwehr gegen sexistische Übergriffe und als Ermächtigung zur Teilhabe am öffentlichen Raum mittels Tragen einer Einfrau-Architektur (s.a. Sure 33:53 -> Trennwand/Vorhang) in einer bekanntlich sehr unvollkommenen Welt verstanden werden kann. Wer wäre ich denn, Frauen sichtbare religiöse Bekenntnisse, Ermächtigung und Notwehr abzusprechen? Wer sind Sie, Frauen das zuzuweisen?


Und jetzt noch einmal: Wo habe ich Zwangsmaßnahmen gefordert? Wo habe ich Frauen dazu genötigt, einen Schleier zu tragen? Habe ich irgendwo formuliert, dass das zwanghaft geschehen soll? Sie sagen, ich könne nicht diskutieren, doch warum erlauben Sie sich solche Tiefschläge, solche Diffamierungen, LÜGEN! Mehrmals habe ich in diesem Diskurs geschrieben, dass es im Islam darum geht, Gott näher zu kommen, was grundsätzlich NUR freiwillig geschehen kann. Wie können Sie von mir das Gegenteil behaupten, mich in eine Ecke mit Extremisten stellen?


Lese ich nämlich bei Ihnen von einem Männerbild, das fest davon ausgeht, daß Sie sich und alle Männer nicht imstande sehen, Ihre Triebe zu zügeln, Frauen für Ihr mögliches Fehlverhalten verantwortlich und haftbar zu machen und Ihr männliches Herrschaftsgebaren dabei zu ignorieren, bleibt mir nur festzustellen, daß Sie intellektuell wie sprituell hinter dem koranischen Gebot männlicher Keuschheit, hinter den vergleichsweise frauenfreundlichen Vorstellungen der Ahmadiyya und hinter Aufklärung und Menschenrechten zurück bleiben.


Und das nennen Sie eine Diskussion? Das ist doch eine absolute Farce! Und jetzt bitte ich Sie regelrecht, auf meine Ausführungen genauso einzugehen, wie ich auf ihre.


Gute Nacht!

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 00:48

Im Gegensatz zu Ihnen, ist das nicht der moderne Islam, von dem ich rede. Sie vertreten einen rückständigen, den Menschen unterdrückenden Islam, der mit allen Mitteln den Status Quo erhalten will, der seit Jahrhunderten überholt ist und um es ganz deutlich zu sagen, ein Islam, der mit aller Macht versucht die Menschen in den islamistisch Ländern zu unterdrücken, ihnen ihre Freiheit zu nehmen und ihrer Menschenrechte zu berauben. Der fanatische Islam, der versucht, wieder in Tunesien, in Algerien in Ägypten und jetzt in Syrien Fuß zu fassen und den Menschen ihre Freiheit zu nehmen. Der Islam, der nicht davor zurückschreckt in Afghanistan und Mali sämtliche Kulturgüter zu vernichten.

Sie unterscheiden sich keinen Yota von den Salafisten und anderen Fanatikern. Sie versuchen es nur auf einem anderen, geschickteren Weg. Das Ziel allerdings ist das selbe. Der Weg in eine von der Religion geknechtete Gesellschaft.

Wenn Sie jetzt all diese harten Feststellungen begründen würde, dann ist dieser Beitrag hier mehr als bloße Diffamierung. Sie bringen keine Argumente, sondern beschimpfen mich bloß. Was heb ich Ihne angetan? Getroffene Hunde bellen...???

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 00:45

bin gerade am Abarbeiten....;-)

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 00:44

"gottlosen Unmenschen, die in diesen barbarischen Niederungen herrschen"

Das ist die Sprache der Faschisten.

Und ja, die haben hier tatsächlich nichts verloren, Herr Hübsch.


Das ist putzig. Haben Sie wirklich nicht mehr Kritik gefunden, dass Sie versuchen, diese rhetorische Figur, dessen KOntext und historische Einbettung Sie nicht verstehen, anführen müssen, um mich zu diskredietieren?

"Gottlos" habe ich deswegen verwendet, weil es um Personen ging, die sich als religiös bezeichnen, jedoch genau das gegenteilige Verhalten an den Tag legen. Ich wollte durch die Beschreibung also die größtmögliche Distanz zwischen diesen Personen und Religion herstellen, deswegen "gottlos".

Das "Unmenschen" ist in unseren Breitengraden kontaminiert, rekurriert in meiner Formulierung aber auf Prophezeiungen des Proppheten MOhammed, der vorausgesagt hat, dass die islamischen Kleriker in der Endzeit die schlimmsten Geschöpfe unter dem HImmelszelt sein werden. Dies, weil Sie im Namen einer Religion, die Barmherzigkeit, Toleranz, Frieden und Loyalität lehrt, genau das Gegenteil in die Tat umsetzen. Wenn man sich die islamistischen Fundamentalisten (Massenmörder, Kindermörder, Propagandisten) so anschaut, da kann man schon in einer Diskussion auf das Wort "Unmensch" kommen. Wenn sich jemand durch die Wortwahl von mir bedroht fühlt, dann möcht ich mich gerne dafür entschuldigen.

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 00:35

Das ist Ihr gutes Recht, Herr Hübsch. Es ist allerdings ebenfalls mein gutes Recht, hier nachzuhaken. Aus meiner Sicht hilft hier nur Geduld, und der Fortgang dieser Diskussion macht mich neugieriger als ihr Beginn.

Das freut mich.

Lassen Sie mich zunächst zusammenfassen, wie ich Ihren Islambezug in Ihrem Artikel lese. Sie konstatieren, das Verhältnis zwischen Frauen und Männern verschlechtere sich zusehends. Statistisch scheint mir das eine ungedeckte Aussage zu sein. Dass Männer und Frauen heute miteinander unglücklicher wären als zu irgendeiner anderen Zeit, ist aus naheliegenden Gründen nicht beweisbar. Und dass Sexismus gegenüber Frauen im Vergleich zu irgendeiner anderen Zeit zugenommen hätte, ist ebenfalls nicht belegbar. Da geraten wir nämlich in Definitionsprobleme. Manches, was man vor Jahrzehnten, Jahrhunderten oder Jahrtausenden für normal hielt, ist heute nicht mehr normal - und bringt damit jetzt einige neue Voraussetzungen dafür mit, in Statistiken Eingang zu finden.

Ich habe nichts in Bezug gesetzt. Ich analysiere den Istzustand. Was vorher war, ist nicht Gegenstand der Analyse gewesen. Insofern ist dieser Verweis nicht zielfördernd.

Pornografie als "Triebabfuhr" erscheint mir nicht als wünschenswertes Angebot - darum nehme ich es auch nicht an. Dafür brauche ich aber keine Religion. Ich muss nur verstehen, wie Pornografie aufbereitet wird, nämlich mit stilistischen Mitteln, die zum Teil auch dem Marketing und den Designmitteln der Automobilindustrie nicht ganz fremd sind. Sobald ich das erkenne, hege ich auch keine unrealistischen Erwartungen, und gerate auch in keine Spirale aus Erwartungen, Enttäuschungen und Sucht nach "mehr davon".

Aber auch diese Wahrnehmung der Pornografie ist zunächst einmal lediglich meine Wahrnehmung und nicht die anderer.

Andere mögen Pornografie als zuverlässiges Angebot zum Abreagieren schätzen, oder sich in ihrem ganzen Leben noch nicht um sie gekümmert haben.

Gleiches gilt für die "Spielregeln", welche Sie unter "Wie Öl ins Feuer gießen" ansprechen - also Slutwalk, "als paarungswillig posierende" Frauen, usw.. Insoweit es solche Spielregeln gibt, sollte ich als Mann sie kennen - vor allem aber: ich sollte mich fragen, ob ich bestimmte "Posen" nicht gründlich missverstehe. Die Beweislast dafür liegt nicht bei der Frau. Das mögen Sie als ungerecht empfinden, aber ich empfinde es als ungerecht, Spielregeln dieser Art pauschal zu identifizieren und sie dann auf mein Gegenüber (also einer von mir so wahrgenommenen Frau) anzuwenden. Es gibt durchaus unsexistische Wege herauszufinden, ob sie an mir interessiert ist oder eben nicht. Auch dafür brauche ich keine Religion.

Die Thematisierung von „paarungswilligen“ Posen und slutwalks sollte nur verdeutlichen, dass eine sexistische Mentalität gefördert wird. Sexismus bedeutet ja, dass nicht die Person als Ganzes (Vernunftwesen, autonomes-selbstbestimmtes Wesen im Sinne des Humanismus) wahrgenommen wird, sondern dass die Person auf das Geschlecht reduziert wird und deswegen marginalisiert wird. Ich habe nur analysiert, dass es meines Erachtens widersprüchlich ist, einerseits eine Kultur zu verteidigen, die alles daran setzt den Menschen auf primitive Sexinstinkte zu konditionieren, was ja de facto stattfindet (siehe Massenkonsum von Pornografie, siehe Sex sells in Werbung, siehe Freizeitvergnügungen jeglicher Art, siehe Körperkult und Schönheitswahn, die Fixierung in der bekleidungskultur auf „sexyness“ (“Habe ich einen fetten Arsch in der Jeans?“ etc.), und andererseits von ihm fordert, dass er sich zusammenreißen muss, weil es eben so ist. Das „eben so ist“ ist ein Dogma, denn in einer postmodernen Ordnung gibt es keinen guten Grund, weshalb ein Mensch, der ja eigentlich auch nur „Tier“ ist, sich an Moral halten soll. Das ist harter Tobak, aber es ist kein unbekanntes Nischendenken. Diese „Entgleisung der Moderne“ hat wohl mit Nietzsche eingesetzt, mit der Umwertung aller Werte. Denn wenn der Mensch sich nicht in einem höheren Zusammenhang denkt, dann ist er von allen Pflichten und Lasten entbunden. Diesen Zusammenhang muss man immer bedenken, wenn ich von der „Konditionierung“ spreche und betone, dass es auch keine Schutzvorkehrungen gibt, außer eine Kultur, eine Zivilisation, die sozialisiert und konditioniert, aber dabei NICHT MORAL und TUGENDHAFTIGKEIT dem Menschen lehrt, sondern ihn von klein auf in einen kapitalistischen Apparat eingliedert, der zwecks Profitmaximierung den Menschen bei seinen Instinkten packt. Sexismus reduziert sich nicht auf Übergriffe, sondern wichtig ist festzustellen, dass wir immer mehr das Gegenüber nach seiner „sexyness“, nach seiner äußeren Hülle taxieren, etwas, was eben postmodern ist.

In diesem Zusammenhang eine Frage: bezieht sich Ihr Anliegen darauf, dass "der Mensch" aus Ihrer Sicht eine metaphysische Begründung für ein kooperatives anstelle eines repressiven Verhaltens brauche,oder darauf, dass er eine Religion brauche?

Kurzum, ja. Antimetaphysik hat dazu geführt, dass der Mensch immer weniger „erhaben“ ist – gleichzeitig braucht aber gerade die Antimetaphysik Menschen, die vernünftig und moralisch“ sind, damit sie sich freiwillig an moralische Normen halten.

Noch ein Punkt zur Art der Diskussionsführung. Sie schrieben:

Wenn man jedoch ständigdie Theorie heranzieht und sie mit Erfahrungswerten, Weltbildern, Ansichten und Beobachtungen kommentiert, dann ist es insofern unterkomplex, als diese "interpretatorischen" Aspekte immer eine Weltsicht zugrunde liegt, die einen "Ausschnitt" behandelt und nicht ein Ideal, was eine Theorie jedoch zu konstruieren imstande sein soll.

Mehrere einleitende Absätze Ihres Beitrags "interpretieren" aber. Sie konstatieren ein sich verschärfendes Problem, ohne zu belegen,dasses sich verschärft ("die Männer werden auch nicht vollends vor die Hunde gehen, weil sie es schon längst sind"), Sie konstatieren ähnlich pauschal, der Mann sei grundsätzlich erst einmal mit "der Frau als Köder" überfordert, und betrachten die Forderung als unrealistisch, ein Mann habe sich zu kontrollieren - denn er könne das "realistisch" ja gar nicht. Das sind Interpretationen, oder?

Ja, da haben Sie recht. Der Blog stellt eine Zeitdiagnose auf, d. h. er interpretiert. Er versucht aber auch theoretische Überlegungen, Menschenbilder einzubinden, um die vorherigen Aussagen plausibel zu machen. Der Mann kann sich natürlich kontrollieren – aber es wird ihm in einer Gesellschaft erschwert, die oben dargestellte Bedingungen aufweist.

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 00:08

@Dame von Welt: Oder finden Sie dieses Niveau gut? Haben Sie das gemeint, als Sie von dem tollen Niveau sprachen?

RE: Das war abzusehen! | 11.02.2013 | 00:06

Das ist köstlich ;-)

Was hat Sie geritten, dass Sie alles das, was ich an fundierter Kritik an ihrer Diskussionsführung in einem Beitrag, den Sie nicht beantowertet haben, dadurch bestätigen, dass Sie das gleiche wiederholen?

Wow, ich bin stolz auf Sie! Sie haben es geschafft von einem wikipedia-Artikel zu einem Text von drei Seiten. Sie sind wahrlich ein Spezialist, wenn es um Ahmadiyyat geht. Sie können mich auf Grundlage dessen als jemanden beschreiben, der zum Psychiater gehört - diese Diagnose leisten zu können...nicht schlecht...haben Sie außernatürliche Fähigkeiten? Sind Sie the next Uri Gelller?

Nur weil ihre Bildung hinsichtlich Religion "scheinbar" sich auf einem bedenklich niedrigen Niveau bewegt, heißt es doch lange nicht, dass Sie hier mit Platzpatronen schießen dürfen, um die Community aufzuschrecken.

@Dame von Welt: Finden Sie das hat Nieau? Sie schwärmen doch so von der Freitags-Community-Diskussionskultur. Ich prangere so etwas an, ist das verwerflich?