RE: Der Wut eine Luft | 10.09.2018 | 17:07

Ne, schon klar, alt hergebrachtes Argument "...ich kann ja nicht schwulenfeindlich sein, hab schwule Freunde / unter Schwulen gelebt etc...". Da sie in Münster, alle Schwule und Lesben der Welt kennen gelernt haben, können sie sich das Urteil erlauben, dass alle Schwule Heteros verachten. Das war's von meiner Seite. Erstens sollten sich die Kommentare hier um ein anderes Thema drehen und zweitens habe ich keine Lust, das sprachliche Geschwurbel eines von sich selbst mehr als überzeugten Menschenverächters zu lesen.

Leider verbietet mir die Netikette deutlicher zu werden, was ihre selbstgefälligen Ergüsse angeht. Gut gemacht, endlich wieder ein wenig Aufmerksamkeit bekommen. Da gebe ich allerdings mir die Schuld, dass ich auf solche ....... wie sie reagiere.

Viele Grüße an ihre schwulen Bekannten und Freunde, die werden, wie ihr heterosexuelles Umfeld auch, ihre Gesellschaft sehr geniessen und schätzen.

RE: Der Wut eine Luft | 10.09.2018 | 14:05

Zitat:"...aber besonders - in Berlin ausgeprägten "schwul rulez!"-Paradigma (hier bis in die Plattformauswahl) gerinnen die zwangsläufigen bis nötigen Affekte/verkümmert die wichtige Affektivität/ zum gezierten Getänzel der Affektiertheiten bis zur manchmal stillen, aber deshalb nicht unwirksamen Bösartigkeit... "

So einen homophoben Scheiß habe ich selten gelesen. Soll dieses krude Gedankenspiel bedeuten, dass Berlin zu verschwult ist um den Rechten zu zeigen wo die Harke hängt, oder was. Mensch, da vergeht einem doch die Lust überhaupt noch einen Satz zu kommentieren. Schuld sind ja immer die anderen - und nur die eigene Weltsicht ist die richtige und muss rausposaunt werden.

In dem man eine andere Minderheit, als die zu der man evtl. selbst gehört, durch den Dreck zieht, sollte man sich im Klaren sein, dass man Menschen verletzt, sie Vollpfosten.

RE: Der Wut eine Luft | 09.09.2018 | 10:02

Mit Rechten und besorgten Bürgern reden, wird seit Jahren gefordert und auch praktiziert.

Ich für meinen Teil habe keine Lust mehr mit Rechten zu reden oder über sie. Die haben genug Aufmerksamkeit bekommen in Talk-Runden, in Phoenix Thementagen, in den diversen Brennpunkt-Sendungen; die Altnazis, besorgten Bürger und/oder Neurechten wurden bis in die Haarspitzen analysiert, beschrieben und hofiert. Was hat sich seit dem verändert? Die Rechtsextremisten haben gelernt, dass sie durch ihr Verhalten mit Aufmerksamkeit überschüttet werden, gefürchtet werden und fühlen sich bestärkt, werden immer selbstbewußter, dreister und gewalttätiger. Als Schuldige werden immer die anderen ausgemacht: das System, die linke Presse, Merkel, die Gutmenschen und die Einwanderer. Weder die Inhalte noch die Slogans der Rechten haben sich in den letzten Jahren geändert. Immer der selbe alte Mist.

Viel effektiver finde ich, den Fokus und die Solidarität auf diejenigen zu richten, die sich in Freital, Heidenau, Dresden, Chemnitz usw. täglich mit der rechten Kaltschnäuzigkeit auseinandersetzen müssen. Die versuchen, ihr Leben mit Anstand, Menschlichkeit und Freundlichkeit gegen den rechten Zeitgeist auf die Reihe zu kriegen. Unterstützen wir die vielen - wie Monchi es ausdrückt - geilen Leute, in dem wir mal einen Ausflug von Lüneburg nach Schwerin, Rostock oder Wismar -oder umgekehrt- machen, von Berlin nach Cottbus oder Eisenhüttenstadt, von Leipzig nach Chemnitz oder Freital fahren um dort in die Kneipen, Cafes oder Theater zu gehen um mit denen zu reden, die offen und menschlich sind. Die trotz des sozialen und ökonomischen Drucks offen und hilfsbereit bleiben. Bei diesen Leuten sehe ich die Zukunft; die sind die "Hefe auf dem Teig", sie sind meine Hoffnung.

RE: Brav gesprungen | 07.09.2018 | 15:09

Sarrazin ist ein Meister der Selbstinszenierung und Selbstvermartung. Er hat auch schon 2010, nach bzw. während des "Deutschland-Flaggenstreits" vor/während der Fussball-WM, die nationalistisch aufgeheizte Stimmung benutzt, um sein Buch an den Start zu bringen. Viele haben dieses Machwerk nicht oder nur teilweise gelesen, sondern es lediglich gekauft um ihren xenophoben Standpunkt klar zu machen und das Buch in die Bestsellerlisten zu hieven. Es hat ja auch gewirkt. Vieles von dem, was wir heute an Fremdenhass und toxischem Nationalismus erleben, hat seinen Ursprung in Sarrazin's "Deutschland bla bla bla...". Damals waren auch viele noch so naiv, dieses eindeutig rassistische Buch als eine Ausprägung der Meinungsvielfalt in einer pluralistischen Gesellschaft zu sehen. Das ist diesmal anders. Aber wieder hat Sarrazin ein Erscheinungsjahr gewählt, in dem eine WM stattfindet und surft wieder auf einer nationalistischen Welle - diesmal ohne Patriotismus-Debatte aber nach einer gehässigen Özil, oder-wer-gehört-zu-uns-Debatte.

Die Medienhäuser stehen in Zeiten des digitalen Umbruchs besonders unter Druck und müssen Auflage bzw. Klicks generieren. Des weiteren wollen sich viele den Vorwurf nicht machen lassen, Informationen über Sarrazin's neuestem Werk aus Gesinnungsgründen zu verschweigen - also egal wie sich ein Medienhaus entscheidet, es zieht immer den schwarzen Peter und Sarrazin lacht sich so oder so in's Fäustchen. Vielleicht untersuchen Mathematiker, Statistiker, Ethno- und Soziologen Sarrazin's Machwerke auf fachliche und inhaltliche Qualität. Aber wahrscheinlich verdient er wieder Millionen, die gesellschaftliche Atmosphäre wird weiter vergiftet und keiner erinnert sich mehr an die Schäden, die er als Berliner Finanzsenator angerichtet hat.

Hoffentlich tappt die SPD nicht auch noch in die Falle und strebt ein Parteiausschlußverfahren an. Das hätte sie vor 8 Jahren geradlinig durchziehen sollen, dann wäre das jetzt vom Tisch. Aber, soweit ich mich erinnere, hat sich auch Nahles für den Verbleib von S. in der Partei ausgesprochen, da eine Volkspartei unterschiedliche "Meinungen" aushalten müsse. Tja, doppelter Knieschuß. Dadurch hat der toxische Nationalismus eine solide Basis erhalten und die SPD ist seit dem keine Volkspartei mehr. Es hat Folgen, wenn man einer vermeintlichen Mehrheit in den Toches kriecht.

RE: Wir haben immer noch uns | 05.09.2018 | 08:48

Zitat aus dem Text: "...Wenn am Abend Tausende Linke und Antifas nach Chemnitz einreisen, um nach ein paar Stunden wieder abzureisen, erweckt das vielleicht kurzfristig den Anschein, mehr zu sein. Danach ist dieses „mehr“ wieder zu Hause, in Berlin, Leipzig, Hamburg..."

Irgend ein kluger Kopf hat unlängst gesagt: "...das Gegenteil von rechts ist nicht links sondern nicht rechts...". Nun ist das Konzert bereits Geschichte und ich habe nicht den Eindruck, dass tausende Antifas in Chemnitz gestänkert haben. Erstens werden Anifas zum Teil radikal, weil sie radikalen Situationen ausgesetzt sind und oft waren sie die einzigen, die sich den Nazis und besorgten Dumpfbacken in den Weg gestellt haben und von allen Seiten Prügel eingesteckt haben. Aber das soll jetzt nicht das Thema sein.

Vielleicht ist man als Schreiber/in in der Versuchung Thesen so zuzuspitzen, dass eine Reaktion ausgelöst wird - der Text also gelesen wird. Auch Vereinfachung und Verkürzug machen es dem/der Leserin einfacher (besonders in Zeiten von Twitter und Co.) der Message zu folgen und nachzuvollziehen worum es geht.

Aber mich ärgern diese Vereinfachungen nur noch. Die Eskalation wie zuletzt in Chemnitz sind zu komplex um die alten Schubladen zu bedienen. Sicher müssen die Chemnitzer nach dem Konzert sich weiter mit der Situation in der Stadt auseinander setzen und damit irgendwie umgehen. Aber der Eindruck, dass die angereisten Wessis und Bewohner liberaler Großstädte nach der Party wieder in ihre sicheren Häfen zurückkehren ist zum Teil einfach doof. Das trifft vielleicht auf manche zu aber es gibt auch in Nieder- und Nordbayern, in NRW, in Nordhessen, im Wendland, in Rheinland-Pfalz Gegenden, in denen es sich für die, die erkennbar dem Mainstream nicht angehören und dazu noch liberal oder links sind auch ausgegrenzt und angegriffen werden. Auch im ach so liberalen Berlin gibt es im West- und Ostteil der Stadt Gegenden, in denen es für "Nicht-Rechte" äußerst ungemütlich werden kann.

Die gesellschaftliche Situation ist zu angespannt und labil um sich der schon seit Dekaden bemühten Gegensätze von Ost-West, Land-Großstadt und Links-Rechts zu strapazieren. Erstens treffen sie so nicht mehr zu und zweitens führen sie durch ständige Wiederholung zu einer Trennung von Menschen, die einander brauchen um dem rechten Zeitgeist und dem immer brutaler werdenden Wettkampf um Wohnungen, Jobs usw. etwas entgegen zu setzen.

Ich gehe übrigens auf die 60 zu habe das Konzert in vollen Zügen genossen und war mehrmals gerührt, als ich in die vielen hoffnungsvollen, mutigen und entschlossenen Gesichter der Konzertbesucher geblickt habe. Ich bin im Westen sozialisiert und lebe nun im Osten. Ob Ost oder West, wir brauchen einander...

RE: „Sonst sind wir in Weimar“ | 01.09.2018 | 00:20

Zitat: "Pegida war ein Vorbote für das, was sich nun mit der AfD in ganz Deutschland verfestigt hat, es war der Startschuss für den sich verfestigenden Rechtspopulismus"

Obgleich ich nur ein Laienbeobachter in puncto Rechtsextremismus bzw. Rechtpopulismus bin, sehe ich den Startschuss für den sich verfestigenden Rechtpopulismus bzw. den radikalen Nationalismus wesentlich früher. Für mich begann die "Rennaisance" des gesellschaftlich akzeptierten Rechtspopulismus, Rassismus und Nationalismus mit Sarrazin's Publikation "Deutschland schafft sich ab". Hier begann die weit bis in die Mitte der Gesellschaft reichende Forderung "...das wird man wohl noch sagen dürfen...". Aus dieser Forderung wurde mittlerweile eher ein "halt's Maul, wenn du nicht meiner Meinung bist". Es wurde gefordert, dass eine pluralistische Gesellschaft dererlei "Meinungen" aushalten müsse. Viele, die seinerseit gegenüber islamo-, xenophben und antisemitischen Äußerungen sehr tolerant waren, um nicht in den Verdacht des Gutmenschentums zu kommen, wachen spätestens nach Chemnitz auf. Das ist wohl der einzige Vorteil nach dem entsetzlichen Mord und dem pogrombereiten Mob, der den Verlust dieses Menschenlebens als Vorwand nahm, eine herzlose Demonstration von rechtsextremen Machphantasien zu realisieren.

Nach der unsäglichen Sarrazin-Debatte (für jede Wahrheit braucht es einen Mutigen, der sie ausspricht, streitbarer Intellektueller bla, bla, bla) wurden die Schleusen für die in weiten Teilen gleichermaßen islamophobe wie antisemitische Beschneidungs-Debatte, gefolgt von der Kopftuch-Debatte, gefolgt von der migrantischen Kriminalitätsdebatte, gefolgt von der islamischen Homophobie-Debatte, gefolgt von der islamischen Antisemitismus-Debatte...(usw ) geöffnet. Als ob es unter den "reinrassigen" Deutschen keinen Antisemitismus, keine Homophobie, keine Misachtung und Gewalt gegen Frauen gäbe; aber wahrscheinlich gilt auch hier: "...was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge?...".

Nicht zu vergessen ist die Berichterstattung für oder gegen den Rechtextremismus bzw. -populismus, die grundsätzlich gebetsmühlenartig die Argumente der Wut- und Hutbürger wiederholte. Politische Stimmungsmache ist ähnlich dem Erlernen einer Fähigkeit oder Fremdsprache: durch ständige Wiederholung werden die neuen Informationen in's Langzeitgedächtnis eingebrannt. Das erfolgt, zumindest bei der Bildung der politischen Gesinnung, oft unterbewusst.

Wann werden endlich die Nachdenklichen, die um Mitmenschlichkeit bemühten und die leise wirkenden Konstruktiven gehört. Nicht wenige davon gibt es natürlich auch in Sachsen; die werden mit ihren Vorstellungen, Hoffnungen und Ängsten, im Gegensatz zu den in jedes Mikrofon blökenden Wutbürgern, wirklich im Stich gelassen.

RE: „Der Fremde ist zuerst gefährlich“ | 15.06.2018 | 13:32

Lange Jahre habe ich in Berlin im Gesundheitswesen mit türkischstämmigen Deutschen gearbeitet. In den 1980-iger Jahren war das Verhältnis zwischen Deutschen mit türkischen Wurzeln und "Biodeutschen" (blöder Begriff, mir fällt leider gerade kein anderer ein) in West-Berlin wesentlich weiter, als es heute der Fall ist. Dann kam der Mauerfall und das Mißtrauen bzw. die Mißverständnisse zwischen Ost- und Westdeutschen wurden nur platt analysiert (Besser-Wessi, Jammer-Ossi). Um die beiden, sich fremd gewordenen deutschen Bevölkerungsteile zusammen zu halten, dienten die Fremden und hier besonders die Türkischstämmigen als gemeinsamer Sündenbock. Deutschland hat sein ost- und westdeutsches Erbe nie offen und in die Tiefe gehend aufgearbeitet; über Deutschlandfähnchen bei der WM zu schwenken und die "mutige" (kotz) Sarrazin-Debatte sind die Deutschen (in der Mehrheitsgesellschaft) in ihrer gemeinsamen Idendität nicht hinausgekommen. Das Unterdrückte kommt nun mit Macht an die Oberfläche und besonders der Islam muss herhalten, damit die Ungleichheit zwischen Ost und West nicht allzu deutlich wird. Mich wundert es nicht, dass sich die Deutschtürken entfremden: Mölln, Solingen, Berlin (z.B. der unaufgeklärte Mord an Burak Bektas, der in den gesamtdeutschen Medien schlichtweg kein Interesse fand), das Erstarken der AfD mit der Idee der "Remigration", die "der Islam gehört nicht zu Deutschland"-Debatte usw. Man braucht wenig Phantasie um sich nur annähernd vorzustellen, wie sich gerade auch die bestens Integrierten, die die Rechtsverschiebung der deutschen Politik wahrscheinlich intensiver spüren als der "Blutsdeutsche" (Job- und Wohnungssuche ist schon für die Müllers schwierig). Ich finde den Umgang von Teilen der deutschen Gesellschaft mit den Deutschtürken schäbig, kalt und teilweise dumm. Kein Wunder, dass sie sich die "Hintertür" Türkei offen halten, denn hier würde ich mich als Türkischstämmiger auch zunehmend nicht dazugehörig fühlen.

RE: Basso continuo | 01.06.2018 | 02:55

Herr Mögling,

entschuldigen Sie, das ich Ihren Text anders interpretiert habe als von Ihnen beabsichtigt. Es war nicht meine Absicht, Ihre Worte zu diskreditieren. Nicht umsonst habe ich meinen Community-Namen gewählt. Wahrscheinlich hat auch die Resonanz vieler Medien auf die Anti-AfD-Proteste dazu beigetragen, dass ich gereizt reagiere, da bei den Protesten unterschiedlichste Menschen und Gruppierungen teilgenommen haben. Der Protest wurde oft als eindimensional und - wie schon erwähnt - als niedlich naiv aber aber und oberflächlich beschrieben (Vergleiche mit Loveparade usw...) ; und das stimmt so einfach nicht.

Auch bin ich der Auffassung, dass der Zulauf zur AfD nicht ausschließlich des immer brutaler agierenden Kapitalismus und der Existenzgefährdung durch z.B. extrem steigenden Mieten geschuldet ist (schließlich sind die Teilnehmer der Gegendemonstrationen dem gleichen Druck ausgesetzt). Es gibt - m.A.n. auch eine Sehnsucht nach einer autoritären Führung gepaart mit einem virulenten Rassismus, Antisemitismus, Islamo- bzw. Xenophobie. Bei der AfD-Anhängerschaft finden sich nicht nur Armutsgefährdete sondern auch chauvinistische Wohlstandsbürger und Wirtschaftsliberale. Die AfD bietet keine Antworten auf viele drängenden Fragen sondern ist eine rechte Nebelkerze.

RE: Basso continuo | 31.05.2018 | 14:38

Nun ja, die Alternativen kommen nicht nur aus der rechten Ecke. Leider sind viele Initiativen, die sich im Alltag um das Funktionieren einer Gesellschaft bemühen, unspektakulär - wie das Alltägliche nun mal so ist. Veränderungen kommen durch viele kleine Aktivitäten, die für die Mainstreampresse zu unspektakulär sind um wahrgenommen zu werden oder darüber zu berichten.

Ihnen ist sehr wohl bewußt, in welches Licht Sie die Teilnehmer/innen des Protests gegen die AfD in Berlin mit der Bezeichnung "besorgte Bürger" rücken bzw. welche Assoziationen damit hervorgerufen werden. Das kommt der Berichterstattung schon nahe, die den Protest bestenfalls als "bunt" mit dem Subtext hedonistisch und naiv beschrieb. Das man gegen eine autoritäre Bewegung auf die Straße geht, heißt noch lange nicht, dass man mit dem Handeln der Regierung einverstanden ist und die unter der Oberfläche liegenden eigentlichen Probleme nicht erkennt. Wenn Sie eine Idee haben, wie man die Gesellschaft zu einer menschlicheren und solidarischen verändern kann, dann bitte raus damit. Sich etwas abfällig über einen Protest zu äußern und zu unterstellen, dass die meisten Teilnehmer auf die Spielchen des Großkapitals und den Ablenkungsversuchen der Regierung reinfallen ist zynisch bis arrogant.

RE: Basso continuo | 31.05.2018 | 12:21

Hallo Bella1956,

den letzten Abschnitt des Textes von Mladen Gladic (beziehen sich deine Anmerkungen auf diesen Teil?) habe ich nicht als Aufforderung verstanden, die AfD solle sich verändern, sondern die lieberale Zivilgesellschaft. Der Zeitgeist und die politische Diskussion hat sich in den letzten Jahren sehr deutlich nach rechts verschoben. Es gäbe also genug Anlässe sich zu zeigen und zu artikulieren, nicht nur wenn die AfD eine Großdemonstration abhält; dann reagieren die Gegner der rechtsgerichteten Politik "nur" auf die AfD. Meiner Meinung nach sollte die linke, liberale Bürgerschaft sich offen zeigen, aus der Ohnmacht der letzten Jahre erwachen und sich unterschiedlichsten Formen artikulieren; z.B.: bei Demos, in Diskussionen mit Familie, Nachbarschaft, Arbeits- und Freundeskreis, Artikel schreiben, sich mit Migranten treffen, Kommentare schreiben, diskreditierende Texte in Print-, sozialen- oder Mainstreammedien melden und dagegen halten. Es liegt weniger an der AfD, wie sich unsere Gesellschaft weiter entwickelt sondern an der Aktivität und Widerstandskraft der zivilen liberalen Gesellschaft. Bleibt diese lethargisch und passiv, dann sehe ich blau-braun.

P.S.: Ich habe an der Demo "AfD" wegbassen teilgenommen. Neben vielen schönen jungen Menschen haben dort auch viele schöne Menschen im "fortgeschritenen Alter" teilgenommen. Auch ich gehe auf die 60 zu und habe mich bestärkt gefühlt, dass Jung und Alt durchaus gut harmonieren. In diesem Sinne, viele Grüße und bleib stark und widerständig