Tata

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RE: Wer hat geil Krebs? | 05.10.2009 | 03:45

Ich finde, man kann über den Aspekt des Mutes schon diskutieren. Krebs ist in erster Linie ein sehr, sehr schwerer Schicksalsschlag. Eine schuldlose Erkrankung, die zu Recht Mitleid und Entsetzen hervorruft. Wirklichen Mut hingegen erfordert ein Bericht über die eigene Aidserkrankung (weil leider noch moralisch bewertet) oder den Psychatrieaufenthalt - da sind die Leute nämlich höchst peinlich berührt, wenn das jemanden im eigenen Freundeskreis betrifft.
Natürlich soll sich jeder Künstler öffentlich äußern dürfen, wie er will. Aber diese Verschiebung des öffentlichen Raums zum Privaten hat halt auch zur Folge, dass plötzlich alles privat sein muss. Man sieht es in den USA, wo Politik machen die eigene Familie vermarkten bedeutet. Die öffentliche Person, die heute ihr Privatleben nicht offensiv thematisiert, hat de facto ein Problem, wie für mich das tragische Beispiel von Michael Jackson belegt.

RE: Wer hat geil Krebs? | 05.10.2009 | 03:33

Ich finde, man kann über den Aspekt des Mutes schon diskutieren. Krebs ist in erster Linie ein sehr, sehr schwerer Schicksalsschlag. Eine schuldlose Erkrankung, die zu Recht Mitleid und Entsetzen hervorruft. Wirklichen Mut erfordert ein Bericht über die eigene Aidserkrankung (weil leider noch moralisch bewertet) oder den Psychatrieaufenthalt - da sind die Leute nämlich höchst peinlich berührt, wen das jemanden im eigenen Freundeskreis betrifft.
Natürlich soll sich jeder Künstler öffentlich äußern dürfen, wie er will. Aber diese Verschiebung des öffentlichen Raums zum Privaten hat halt auch zur Folge, dass plötzlich alles privat sein muss. Man sieht es in den USA, wo Politik machen die eigene Familie vermarkten bedeutet. Ein tragisches Beispiel ist für mich Michael Jackson, dem man sein Bestehen auf einer gewissen Privatsphäre zur Last legte und alles Mögliche andichtete. Die öffentliche Person, die heute ihr Privatleben nicht offensiv thematisiert, hat de facto ein Problem.
Der Artikel war zwar provokant, benennt aber ein wichtiges Thema. Die Reaktion von Herrn Schlingensief fand ich zu scharf. Ich wünsche ihm aber natürlich alles Gute.

RE: Wer hat geil Krebs? | 05.10.2009 | 03:31

Ich finde, man kann über den Aspekt des Mutes schon diskutieren. Krebs ist in erster Linie ein sehr, sehr schwerer Schicksalsschlag. Eine schuldlose Erkrankung, die zu Recht Mitleid und Entsetzen hervorruft. Wirklichen Mut erfordert ein Bericht über die eigene Aidserkrankung (weil leider noch moralisch bewertet) oder den Psychatrieaufenthalt - da sind die Leute nämlich höchst peinlich berührt, wen das jemanden im eigenen Freundeskreis betrifft.
Natürlich soll sich jeder Künstler öffentlich äußern dürfen, wie er will. Aber diese Verschiebung des öffentlichen Raums zum Privaten hat halt auch zur Folge, dass plötzlich alles privat sein muss. Man sieht es in den USA, wo Politik machen die eigene Familie vermarkten bedeutet. Ein tragisches Beispiel ist für mich Michael Jackson, dem man sein Bestehen auf einer gewissen Privatsphäre zur Last legte und alles Mögliche andichtete. Die öffentliche Person, die heute ihr Privatleben nicht offensiv thematisiert, hat de facto ein Problem.