Tedfell

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RE: Staatsfeind Nr. 1 | 13.12.2012 | 14:11

Warum wird ein Pastor wie Gauck Bundespräsident und nicht einer wie Schorlemmer? Die Antwort auf diese (rhetorische) Frage erwärmt meine Sympathie für Schorlemmer, die ich schon damals für ihn gewann. Schorlemmer hat sein Maul auch nach der Wende aufgetan - gegen die "neuen" Verhältnisse, die für uns Westler ja die alten sind.

Wie sehr musste die SED-Führung mit Blindheit geschlagen gewesen sein, um einen solchen Menschen zum Staatsfeind zu erklären? Schorlemmer steht, als Theologe und Pastor, auf der Seite der "Kleinen", des "einfachen Volkes" oder wie immer man dies ausdrücken mag. Er hat, um's altmodisch zu sagen, einen Klassenstandpunkt. Den hat Gauck allerdings auch - auf der anderen Seite der Barrikade.

RE: Ein neuer Platz an der Sonne | 13.12.2012 | 11:41

Dem schließe ich mich vorbehaltlos an. Eine wichtige und richtige Analyse der Außen- und Kriegspolitik der derzeitigen deutschen Bundesregierung. Dank an Lutz Herden. Nicht zu vergessen: "Türöffner" der beschriebenen Politik war die rot-grüne Koalition Schröder/Fischer mit ihrem Bombenkrieg gegen Serbien/ Jugoslawien.

Ist es nicht endlich an der Zeit, den Kriegspolitikern in der Arm zu fallen?

RE: Der Rückzug eines Alpha-Tiers | 23.05.2012 | 13:42

Vielleicht geht es hier um Inhalte und weniger um "Alpha-" oder "Beta"-Tiere? Lafontaine hat in seiner Rede am Sonntag sein politisches Programm deutlich umrissen. Ein Programm, das ja nicht zufaellig auch das der Linken ist. Es waere ja mal interessant, sich damit und mit den Positionen anderer Kandidaten auseinanderzusetzen. Welche(r) Kandidat(in) bietet die Gewaehr, dass dieses Programm auch umgesetzt wird? Bei den so genannten jungen Talenten, gar noch in "Ostdeutschland sozialisiert", bin ich mir da nicht so sicher. Das ist weder eine Frage des Alters noch der Ost- oder West-Sozialisierung. Viel lieber waere mir die Frage nach dem Sozialismus - sei er West-, Ost-, Nord- oder Sueddeutsch. Es wird einfach mal Zeit, wieder die Klassenfrage zu stellen, denke ich.

RE: "Glänzender Wahlkämpfer" | 17.05.2012 | 14:12

An den Auesserungen von Jutta Ditfurth in der FR ist, denke ich, etwas dran, naemlich, "dass es die Antriebskraft eines Teils der ‘Reformer’ ist, die Stellung und Reputation wiederzugewinnen, die sie als Oberschichtenkinder in der DDR hatten“. Anders ist das Verhalten von Bartsch, Liebig und Konsorten kaum zu erklaeren.
Wenn schon BRD, dann richtig, mit 'nem ordentlichen Stueck vom kapitalistischen Kuchen der Macht auf dem eigenen Teller.

www.fr-online.de/politik/linkspartei---traurig--was-die-linke-macht-,1472596,15418378.html

RE: Eine Krise der Gefühle | 16.05.2012 | 18:25

"Das stimmt zwar, aber man darf es nicht sagen."

Diese Selbstzensur, Schere im Kopf, das autosuggestive Denkverbot, bzw. das am so genannten Machbaren orientierte Herangehen an die Krise ist ja das Elend des politischen Handelns.
Ich denke, im Rahmen und nach den Regeln der derzeitigen Machthaber in der EU, oder wie wir frueher sagten "systemimmanent", wird sich eh nichts aendern lassen. Erst, wenn das ueberlegene Laecheln aus den Gesichtern der neo-liberalen Akteure Und ihrer Stichwortgeber im Finanzkapital verschwindet, ist Hoffnung wieder moeglich, denke ich.

RE: Ganz und gar verbrannt | 22.04.2012 | 13:37

Danke fuer diesen Beitrag. Die Art und Weise des Umgangs mit diesem Teil der Geschichte Deutschlands spiegelt immer den ideologischen Zustand der alten wie der "neuen" Bundrepublik wider. Verleugnen, wegsehen, bis hin zu offenem Geschichtsrevisionismus. Dieser Zustand fuehrt dann auch dazu, dass ein so genannter Alt-68er, oder wie er sich selbst bezeichnete: einer aus der "Rock-Generation", den Weg zur Bombardierung von Jugoslawien freimachte.

RE: Günter Grass – Der ewige Antisemit? | 05.04.2012 | 16:53

Kann mir mal jemand erklaeren, warum Zeitgenossen, die an irgendeiner Stelle etwas Wahres auessern, in Deutschland wie Hexen gejagt werden? Mir faellt in diesem Zusammenhang der aus dem Amt des Bundespraesidenten gedraengte Herr Koehler ein. Er stellte das militaerische Engagement der Bundesrepublik in den richtigen, wirtschaftlichen, Zusammenhang.
Ich habe weder mit der Aesthetik des G. Grass etwas vor noch bin ich eins mit Koehlers politischer Affinitaet. Doch kaum sagt einer dieser Herren mal etwas Wahres in Mikrofon oder bringt's zu Papier findet er sich auf dem medial Scheiterhaufen wieder.

RE: Günter Grass – Der ewige Antisemit? | 05.04.2012 | 16:46

Kann mir mal jemand erklaeren, warum prominente Zeitgenossen, die an irgendeiner Stelle die Wahrheit aeussern, in Deutschland wie Hexen gejagt werden? Mir faellt in diesem Zusammenhang der aus seinem Amt entfernte Bundespraesident Koehler ein. Der nannte das militaerische Engagement der Bundesrepublik in Afghanistan und anderswo beim richtigen Namen.
Ich habe weder mit der Aesthetik von Guenter Grass etwas vor noch bin ich mit Koehlers politischer Affinitaet eins. Doch kaum spricht so einer mal etwas wahres ins Mikrofon oder bringt's zu Papier, findet er sich auf dem medialen Scheiterhaufen wieder.

RE: Deutschland, einig Herkunftsland | 23.03.2012 | 18:17

Nicht Sie, wwalkie, sind verblendet. Es sind eher jene, die sich vom besoffen machendem Gerede (wie Ian Bellyn treffend schreibt) des unentwegt predigenden Pastors blenden lassen.
Halten Sie weiterhin die Augen offen! Da sind keine Kleider...

RE: Deutschland, einig Herkunftsland | 23.03.2012 | 14:50

Der Konsens ist nicht moeglich in dieser Gesellschaft. Wie auch, bei den fundamentalen Widerspruechen zwischen Eigentuemern und Nicht-Eigentuemern an den Produktionsmitteln? Die Frage bleibt die nach dem eigenen Standort in dieser Gesellschaft, politisch wie moralisch: Auf welcher Seite stehst du? Und die hat Pastor Gauck nunmal fuer sich beantwortet, denke ich. Sonst waere er nicht da, wo er jetzt ist.
Die "Macht des Wortes" allein kann's wohl nicht sein. Es gibt Pfarrer, die das auch andersherum koennen, die sich konsequent und "wortgewaltig" fuer soziale Gerechtigkeit einsetzen und sich dabei nicht scheuen - den "Mut" aufbringen, wenn man so will -, den Maechtigen in dieser Gesellschaft auf die Fuesse zu treten, "weh" zu tun. Und das alles, ohne dabei ihre Christlichkeit aufzugeben. Aber diese werden wohl kaum eine Chance haben, in den inneren Kreis des bundesdeutschen Machtgefueges eintreten zu koennen.
Kurz gesagt, ich halte Gauck weder fuer ein "U-Boot" der Linken noch fuer "mutig" im Sinne der Klassenauseinandersetzungen.