Klimaschutz statt Energiewende!

Energiesparen Energiewende ist nicht alles... Tempobegrenzung auf der Autobahn, Energiesparen durch bessere Dämmung von Fassade und Fenster, ... Was brauchen wir noch?
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Das Thema Energiewende beschäftigt allabendlich die Nachrichtensendungen im Fernsehen. Die beiden zuständigen Bundesminister Rösler und Altmeier streiten über die Förderung alternativer Energien. Sie sollten besser effiziente Schritte für eine Verringerung des Energieverbrauchs diskutieren. Praktische Fortschritte beim Klimaschutz muss man nämlich mit der Lupe suchen.

Warum traut sich denn kein deutscher Politiker, das Thema Autobahnhöchstgeschwindigkeit auf die Tagesordnung zu setzen? In allen europäischen Ländern gelten Tempolimits. Was unter dem Strich nicht wirklich eine geringere Reisegeschwindigkeit bedeutet. Aber eine deutliche Reduzierung des Schadstoffausstoßes. Deutsche Autohersteller sind Spitze in umweltfreundlichen Technologien, nur die Politik tut noch immer so, als ob der steife Gasfuß die optimale Mobilitätslösung darstellt.

Oder nehmen wir das Thema Fassadendämmung. Eben lässt die Bundesregierung den Referentenentwurf der Energieeinsparverordnung (EnEV) von Ländervertretern und Verbänden diskutieren. Dabei nimmt die Novelle Abschied vom einstmals hären Ziel der dreißigprozentigen Energieeinsparung bei Neubauten. Die Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) beklagt das. Und sie stellt fest, dass bei den DGNB-zertifizierten Häusern dieser Standard heute längst schon erreicht ist, durch ausreichende Fassadendämmung und den Einsatz von Dreifachverglasungen. Oder andere Energiesparideen wie Rolläden, Wabenplissees mit Luftpolstern zur Wärmedämmung und viele andere Mittel wie man sie auf diversen Ratgeberseiten nachlesen kann. Aber statt hier großzügig Fördermittel für Häuslebauer und Sanierer bereit zu stellen, steckt die Bundesregierung die Steuergelder in immer neue Energiegewinnungsprojekte.

Gerade im Immobilienbereich sind die Bürgerinnen und Bürger ja auch bereit, selbst etwas zu tun. Doch solange eine Solaranlage auf dem Dach Geld in die private Kasse bringt und der Immobilienbesitzer die Kosten für eine neue Dämmung der Fassade selbst schultern muss, ist seine Entscheidung klar. Zumindest die Förderbank KfW sollte mit gutem Beispiel voran gehen und die Finanzierungsprogramme für Dach- und Fassadendämmungen sowie Isolationsverglasungen deutlich aufstocken. Und vor allem öffentlich dafür die Trommel rühren. Dann wird vielleicht wieder über das Energiesparen geredet und nicht nur darüber, ob der Strom besser aus der Nordsee oder der Donau kommt.

22:00 06.02.2013
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Geschrieben von

Tenzer

Umweltschützer aus Leidenschaft
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