RE: Die Deutschen bezahlten zuerst | 14.06.2011 | 20:46

Nun ja, das Interview offenbart die Haltung der meisten Griechen (in Griechenland). Die "anderen" sind schuld. Fremde Banken, Spekulanten und die korrupten Politiker natürlich. Die eigene Haltung zum "griechischem System" wird nicht reflektiert. In Griechenland haben alle mitgemacht. Das mag sich zwar plump anhören aber das ist die simple Erkenntnis. Es ist kein Problem der griechischen Eliten oder der Politiker, es ist die griechische Sozialisation. Man "lernt" sich rücksichtslos gegenüber der Gemeinschaft durchzusetzen. Der Werbeslogan der Postbank "Unterm Strich zähl ich" bringt die griechische Gesellschaft auf dem Punkt. Ich warte bis heute auf ein Interview eines Griechen, dass mit einer ehrlichen Auseinandersetzung der Probleme beginnt und mit viel (sehr viel) Selbstkritik endet. Nur dann wird sich das Land auch ändern. Das Globalisierungsgelaber kann sich der Herr Chatzistefanou sparen.

RE: Keine Chance, da heraus zu kommen | 25.05.2011 | 02:59

Merkwürdig, dass in deutschen Medien nur der gleiche Loop stattfindet. Haircut, raus aus dem Euro oder Pleite gehen lassen. Über den gerade stattfindenden Paradigmenwechsel kein Wort. Denn genau der ist essentiell für die Zukunft des Landes. Die verkrusteten Strukturen der Zünfte, die Korruption, der Steuerwahnsinn, die stalinistischen Gewerkschaften oder die verwöhnte griechische Jugend, die immer noch auf die “Verbeamtung” sozialisiert ist und keinerlei Eigeninitiative zeigt. Hat "der Freitag", so frage ich mich, überhaupt einen festen Korrespondenten in Athen? Der "Kommentar" des Autors jedenfalls bietet keinen Nährwert. Alles schon 100 mal gelesen. Wo genau liegt denn der "Streitpunkt"?