Business as usual

Finanzkrise Die Nahtoderfahrung des Kapitalismus war eine einmalige Gelegenheit für die politische Linke. Sie hat ihre Chance vertan
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Die Vorstellung, der Schock durch die Lehman-Pleite sei so stark, dass er unvermeidlich zum Wandel führen würde, war naiv
Die Vorstellung, der Schock durch die Lehman-Pleite sei so stark, dass er unvermeidlich zum Wandel führen würde, war naiv

Foto: Hiroko Masuike/Getty Images

Plakate werden entworfen, Foto-Shootings organisiert. Eine Koalition aus Lobby-Gruppen, Gewerkschaften und NGOs stellt eine Liste von Forderungen zusammen. Ja, die Vorbereitungen für die Proteste anlässlich der Pleite von Lehman Brothers vor zehn Jahren laufen auf Hochtouren – der Bankrott der US-amerikanischen Investmentbank markierte den Höhepunkt der globalen Finanzkrise.

Aber dass in allen Finanzzentren der Welt Veranstaltungen stattfinden, ist kein Grund zum Feiern. Im Gegenteil zeugt es von Versagen. Die Banken wurden niemals in Sparten aufgebrochen, um das Risiko zu senken. Pläne für eine Steuer auf Finanztransaktionen verstauben im Regal. Die Politiker spielten mit der Idee eines Green New Deal mit dem Ziel, eine ökologische Wende des Kapitalismus