Corona hat den Krieg gegen Frauen entfesselt

Patriarchat Covid-19 hat eine weltweite Explosion der Gewalt gegen Frauen und einen Frontalangriff auf ihre Rechte mit sich gebracht
Corona hat den Krieg gegen Frauen entfesselt
Protestaktion gegen Gewalt an Frauen in Rio de Janeiro: Während der Coronakrise hat das Ausmaß der häuslichen Gewalt weltweit zugenommen

Foto: Mario Tama/Getty Images

Corona hat die schwersten Rückschläge für die Befreiung der Frau ausgelöst, die ich in meinem Leben erlebt habe. Während ich diese Entwicklung beobachtete, kam mir der Gedanke, dass wir gerade Zeuge eines Phänomens werden, dass man Katastrophen-Patriarchat nennen könnte.

Naomi Klein hat den Begriff „Desaster-Kapitalismus“ oder „Katastrophen-Kapitalismus“ geprägt. Gemeint ist ein Szenario, in dem Kapitalisten eine Katastrophe zur Profitmaximierung nutzen, indem sie Maßnahmen umzusetzen, mit denen sie unter normalen Umständen niemals durchkommen würden. Das Katastrophen-Patriarchat ist ein paralleler und komplementärer Prozess, bei dem Männer eine Krise ausnutzen, um ihre Kontrolle und Vorherrschaft zu bekräftigen und hart erkämpfte Frauenrechte wieder zunichte zu machen. Überall auf der Welt hat das Patriarchat das Virus ausgenutzt, um Macht zurückzugewinnen. Einerseits verstärkte das Patriarchat die Gewalt gegen Frauen, andererseits trat es als Kontrolleur und angeblicher Beschützer auf.

Monatelang habe ich Aktivist:innen und Anführer:innen von Graswurzelbewegungen auf der ganzen Welt interviewt, von Kenia über Frankreich bis Indien, um herauszufinden, welche Auswirkungen dieser Prozess auf sie hat und wie sie dagegen ankämpfen. In ganz verschiedenen Kontexten kamen immer wieder fünf Hauptaspekte zur Sprache: Im Katastrophen-Patriarchat verlieren Frauen ihre Sicherheit, ihre wirtschaftliche Macht, ihre Autonomie, ihre Bildung – und sie werden ungeschützt an die Front geschickt. Das heißt, man ist bereit, sie zu opfern.

Das Zuhause als Folterkammer

Ein Teil von mir zögert, den Begriff „Patriarchat“ zu verwenden, weil er manche Menschen verwirrt und andere ihn als archaisch empfinden. Ich versuchte daher mir einen neueren, zeitgemäßen Ausdruck dafür auszudenken. Aber ich beobachte auch, dass wir ständig die Sprache ändern, unsere Beschreibungen aktualisieren und modernisieren, um dem Schrecken des Augenblicks zu begegnen. Ich denke dabei etwa an die vielen Bezeichnungen dafür, dass Frauen von ihrem Partner geschlagen werden. Zuerst war es Körperverletzung, dann häusliche Gewalt, dann intime Partnergewalt und in letzter Zeit Intimterrorismus. Wir machen uns immer wieder die mühsame Arbeit des Differenzierens und Beleuchtens, anstatt uns darauf zu konzentrieren, dass die Patriarchen verstärkt ein System ausbauen, das den Planeten zerstört. Daher bleibe ich bei dem Wort.

Im Laufe der verheerenden Corona-Pandemie haben wir eine Explosion der Gewalt gegen Frauen erlebt, unabhängig davon, ob die Frauen cisgender oder transgender sind. Intimterrorismus hat im Lockdown das Zuhause für Millionen von Frauen in eine Art Folterkammer verwandelt. Seit der Lockdown die Welt ins Internet drängte, ist auch die stärkere Verbreitung von Rache-Pornos zu beobachten. Ein solcher digitaler sexueller Missbrauch ist zu einem zentralen Bestandteil häuslicher Gewalt geworden, da Intimpartner damit drohen, sexuell eindeutige Bilder ohne die Zustimmung der Opfer zu teilen.

Die Bedingungen des Lockdowns – Enge, wirtschaftliche Unsicherheit, Angst vor Krankheit, Alkoholexzesse – waren ein idealer Rahmen für Missbrauch. Es ist schwer zu sagen, was beunruhigender ist: die Tatsache, dass sich im Jahr 2021 immer noch Tausende Männer bereit und berechtigt dazu fühlen, ihre Frauen, Freundinnen und Kinder zu beherrschen, zu quälen und zu schlagen, oder dass keine Regierung bei ihrer Lockdown-Planung an dieses Problem gedacht zu haben scheint.

Seit dem Lockdown werden in Peru hunderte Frauen und Mädchen vermisst. Es wird befürchtet, dass sie tot sind. Laut offiziellen Zahlen, über die Al Jazeera berichtete, verschwanden zwischen dem 16. März und dem 30. Juni vergangenen Jahres 606 Mädchen und 309 Frauen. Weltweit hat die Schließung von Schulen verschiedene Formen von Gewalt verstärkt. Laut dem US-amerikanischen Rape Abuse and Incest National Network war die Hotline für Opfer sexueller Angriffe in ihrer 26-jährigen Geschichte noch nie so gefragt, da Kinder während des Lockdowns mit Missbrauchstätern eingeschlossen waren, ohne die Möglichkeit, Lehrer oder Freunde zu alarmieren. In Italien stiegen die Anrufe bei der nationalen Anti-Gewalt-Hotline zwischen dem 1. März und dem 16. April 2020 um 73 Prozent, berichtete die Aktivistin Luisa Rizzitelli. In Mexiko erhielten die Notrufmitarbeiter:innen die höchste Anzahl von Anrufen in der Geschichte des Landes, während sich die Zahl der Frauen, die Zufluchtsorte für Opfer häuslicher Gewalt aufsuchten, vervierfachte.

Um noch einen Skandal draufzusetzen: Viele Regierungen kürzten die Finanzierung für Frauenhäuser genau dann, als sie am meisten gebraucht wurden. Das scheint in ganz Europa der Fall zu sein. In Großbritannien berichteten Frauenhaus-Betreiber gegenüber der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, die Corona-Krise habe den mangelnden Zugang zu Hilfsangeboten für Migrantinnen und Frauen der ethnischen Minderheiten weiter verschärft. Laut Organisationen, die mit diesen Gruppen arbeiten, haben sie „aus der Distanz“ noch größere Schwierigkeiten: Die anhaltende Ungleichheit erschwert den Zugang zu Dienstleistungen wie Bildung, Gesundheitsversorgung und Katastrophenhilfe.

Frauen verloren ihre Jobs, oder blieben „an der Front“

Allein in den USA gingen zwischen dem Beginn der Pandemie und November 2020 Jobs von mehr als fünf Millionen Frauen verloren. Weil ein Großteil der Frauenarbeit physischen Kontakt mit der Öffentlichkeit erfordert – Restaurants, Läden, Kinderbetreuung, Gesundheitsversorgung – gehörten ihre Arbeitsplätze zu den ersten, die wegfielen. Diejenigen, die ihre Jobs behalten konnten, waren oft Frontarbeiterinnen mit riskanten Jobs: Etwa 77 Prozent der Krankenhausangestellten und 74 Prozent des Schulpersonals in den USA sind Frauen. Zudem machte es das Fehlen von Kinderbetreuung für viele Frauen unmöglich, ihre Arbeit wieder aufzunehmen. Auf Männer haben Kinder nicht die gleiche Auswirkung. Die Arbeitslosenquote unter Schwarzen und Latino-Frauen war vor dem Virus schon höher als der Durchschnitt, jetzt sieht es sogar noch schlechter aus.

Für Frauen in anderen Teilen der Welt ist die Lage noch schwieriger. Die führende indische Frauenaktivistin Shabnam Hashmi berichtete mir, dass dort bis April 2020 schockierende 39,5 Prozent der Frauen ihren Job verloren hatten. „Von zu Hause aus zu arbeiten ist für Frauen sehr anstrengend, da ihre persönlicher Distanz verschwindet und sich die Arbeitslast verdreifacht“, erklärte Hashmi. Auch in Italien hat sich die bestehende Ungleichheit durch die Gesundheitskrise weiter verschärft. Rizzitelli weist darauf hin, dass Frauen bereits in normalen Zeiten schlechter Arbeit finden, weniger verdienen, häufiger prekäre Arbeitsverträge annehmen müssen und selten in „sicheren“ Unternehmenspositionen angestellt sind. Sie gehörten daher zu den ersten, die unter den Auswirkungen der Krise litten. „Bereits bestehende wirtschaftliche, soziale, ethnische und geschlechtsspezifische Ungleichheiten wurden noch verstärkt, und all dies könnte längerfristige Folgen haben als das Virus selbst“, sagt Rizzitelli.

Wenn Frauen unter größeren finanziellen Druck geraten, schwinden ihre Rechte schnell. Mit der durch Corona ausgelösten Wirtschaftskrise haben Sex- und Arbeitshandel wieder zugenommen. Ein Beispiel dafür sind junge Frauen, die Schwierigkeiten haben, die Miete zu bezahlen und dann von Vermietern sexuell erpresst werden.

Das Maß an Erschöpfung, Anspannung und Angst, an dem Frauen leiden, die Familien ohne Pause oder Zeit für sich selbst versorgen, lässt sich kaum übertreiben. Es ist eine subtile Form des Wahnsinns. Aber wer kümmert sich um die Frauen, während sich Frauen um die Kranken, die Bedürftigen und die Sterbenden kümmern? Die führende Aktivistin Colani Hlatjwako aus Eswatini, dem früheren Swasiland, fasst es so zusammen: „Gesellschaftsnormen, die Frauen und Mädchen eine schwere Versorgungslast auferlegen, wirken sich vermutlich weiter negativ auf ihre physische und mentale Gesundheit aus.“ Diese Strukturen behindern zudem den Zugang zu Bildung, zerstören Lebensgrundlagen und reduzieren Unterstützungsangebote.

Laut Schätzungen der UNESCO könnten bis zu elf Millionen Mädchen nicht zur Schule zurückkehren, wenn die Corona-Pandemie abklingt. Der Malala-Fonds schätzt die Zahl noch höher, und zwar auf 20 Millionen. Seit dem UN-Frauengipfel 1995 setzt sich die UN-Einheit für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen für die Ausbildung von Mädchen ein. Ihre Präsidentin, Phumzile Mlambo-Ngcuka, sagt: „Die Mehrheit der Schulkinder, die nicht zurückkehrt, sind Mädchen. Wir hatten Erfolge zu verzeichnen – die waren nicht perfekt, aber wir hatten erreicht, dass sie länger zur Schule gehen. Und jetzt ist es verheerend zu sehen, wie viele Mädchen in diesem einen Jahr abbrechen.“

Von allen Rückschlägen wird das der bedeutendste sein. Mädchen mit Schulbildung kennen ihre Rechte und wissen, was sie einfordern können. Es eröffnet ihnen die Möglichkeit, bessere Jobs zu bekommen und für ihre Familien zu sorgen. Ohne Zugang zu Bildung hingegen werden sie zu einer finanziellen Belastung für ihre Familien und häufig zur frühen Heirat genötigt.

Müllsäcke statt Kittel

Das hat besondere Implikationen für die weibliche Genitalverstümmelung (engl.: Female genital mutilation, FGM). Häufig lassen sich Väter davon überzeugen, ihren Töchtern die Beschneidung zu ersparen, wenn diese dank Schulbildung in der Lage sind, Geld für ihre Familie zu verdienen. Ohne Bildung werden die traditionellen Praktiken beibehalten, damit die Töchter gegen einen Brautpreis verkauft werden können. Die Vorsitzende einer kenianischen Organisation, die sich gegen FGM einsetzt, Agnes Pareyio, berichtete: „Wegen Covid-19 wurden unsere Schulen geschlossen und unsere Mädchen zurück nach Hause geschickt. Keiner wusste, was in ihren Wohnungen vor sich ging. Wir wissen, dass Mädchen, die in die Schule gehen, weniger von FGM betroffen sind. Leider geht die Entwicklung jetzt genau in die andere Richtung.“

In den ersten Monaten der Pandemie konnte ich die Lage der Krankenpfleger:innen in den USA, von denen die meisten Frauen sind, aus der ersten Reihe beobachten. Ich arbeitete für National Nurses United, die radikalste Krankenpflege-Gewerkschaft im Land, und befragte viele Krankenpfleger:innen an der Gesundheitsfront. Ich beobachtete, wie sie monatelang in zermürbenden Zwölf-Stunden-Schichten voller quälender Entscheidungen und Traumata als Hebammen für den Tod arbeiteten. In ihren kurzen Mittagspausen mussten sie gegen ihren eigenen Mangel an persönlicher Schutzausrüstung protestieren, der sie in noch größere Gefahr brachte als notwendig. So wie niemand daran dachte, was es bedeutet, wenn man Frauen und Kinder zu Hause mit Tätern einsperrt, dachte auch niemand daran, was es bedeutet, wenn Krankenschwestern ohne angemessene Schutzausrüstung in eine extrem ansteckende Pandemie geschickt werden. In einigen US-Krankenhäusern trugen die Krankenschwestern Müllsäcke anstelle von Kitteln und benutzten Einwegmasken mehrfach. Es kam vor, dass sie gezwungen wurden, ihre Arbeitsstelle nicht zu verlassen, obwohl sie Fieber hatten.

Diese Behandlung von Krankenpflegepersonal, das sein Leben riskierte, um unseres zu retten, war eine schockierende Form von Gewalt und Nichtachtung. Aber es gibt viele andere Bereiche, in denen Frauen ungeschützt gelassen wurden – von Lagerarbeiterinnen, die unsere bestellten Produkte einpacken und versenden, bis hin zu Frauen, die in den Geflügel- und Fleischfabriken arbeiten; gefährlich eng beieinander und gezwungen, auch bei Krankheit weiterzuarbeiten.

Eine der erstaunlicheren Entwicklungen betrifft Mitarbeiterinnen in Restaurants in den USA, die zum Großteil auf Trinkgeldbasis arbeiten. Sie arbeiten für einen legalen, schockierend niedrigen Lohn von 2,13 US-Dollar (1,75 Euro) die Stunde, der über die vergangenen 22 Jahre gleich geblieben ist. Nicht nur ist weniger Arbeit da, auch das Trinkgeld für diese Frauen ging deutlich zurück. Zudem ist im Zuge von Corona eine weitere Erniedrigungsform namens „Masken-Belästigung“ aufgekommen. Es bezeichnet das Phänomen, dass männliche Kunden von den Kellnerinnen verlangen, ihre Maske abzunehmen, damit sie anhand ihres Aussehens entscheiden können, ob und wie viel Trinkgeld sie geben.

Auch die Rechte der Landarbeiterinnen in den USA wurden beschränkt, während niemand hinsah. Laut Mily Treviño-Sauceda, Geschäftsführerin der Alianza Nacional de Campesinas, sind die „Campesinas“ (deutsch: Landarbeiterinnen) noch stärker unter Druck geraten: „Es gab mehr Fälle von Pestizidvergiftung, sexuellem Missbrauch und Hitzestress. Gleichzeitig gibt es wegen Corona weniger Kontrolle durch staatliche Stellen oder die Strafverfolgungsbehörden.“

Lockdowns sind nicht das Problem

Covid-19 hat die Tatsache aufgedeckt, dass wir in Bezug auf Frauen mit zwei nicht kompatiblen Vorstellungen leben: Einerseits betrachten wir Frauen als essentiell für jeden Aspekt des Lebens und unser Überleben als Art. Andererseits können Frauen leicht verletzt, geopfert und unsichtbar gemacht werden. Das ist die Dualität, die das Patriarchat in die Struktur unserer Existenz festgeschrieben hat. Und Corona hat sie offengelegt. Wenn wir als Art überleben wollen, muss dieser Widerspruch aufgelöst werden.

Dabei sind nicht die Lockdowns das Problem – sondern das, was die Lockdowns und die Pandemie, die sie nötig gemacht haben, offenbaren. Corona zeigt, dass das Patriarchat lebendig und wohlauf ist; dass es sich in Zeiten der Krise neu behauptet, weil es nie wirklich dekonstruiert wurde und wie ein nicht behandelter Virus mit aller Macht zurückkommen wird, wenn die Bedingungen reif sind.

Die Wahrheit ist: Solange es keinen kulturellen Wandel gibt, solange das Patriarchat nicht demontiert ist, werden wir ewig mühsam auf der Stelle treten. Wenn wir Covid-19 hinter uns lassen, müssen wir kühn, mutig und unverschämt sein und uns eine radikalere Form der Existenz auf der Welt vorstellen. Wir müssen weiter Bewegungen gründen und ihre Verbreitung vorantreiben. Wir brauchen progressive, von unten kommende und nicht-weiße Frauen in Machtpositionen. Wir brauchen eine globale Initiative im Ausmaß eines Marshall-Plans oder noch größer, um das Patriarchat zu dekonstruieren und auszutreiben, das die Wurzel so vieler anderer Formen von Unterdrückung ist – von Imperialismus bis Rassismus, von Transphobie bis hin zur fehlenden Wertschätzung der Erde.

Der Anfang wäre eine öffentliche Anerkennung sowie Aufklärung über das Wesen des Patriarchats und die Erkenntnis, dass es uns in den Abgrund treibt. Folgen würden anhaltende Informationskampagnen, öffentliche Foren und Prozesse, die untersuchen, wie genau das Patriarchat zu verschiedenen Formen der Unterdrückung führt. Kunst würde dabei helfen, Traumata, Trauer, Aggression, Sorgen und Wut in der Kultur zu verarbeiten und zu heilen. Es käme zu dem Verständnis, dass eine Kultur, die eine teuflische Amnesie hat und sich weigert, sich mit ihrer Vergangenheit zu beschäftigen, Unglück und Missbrauch nur wiederholen kann. Gemeinschafts- und religiöse Zentren würden ihren Mitgliedern dabei helfen, mit dem Trauma umzugehen. Wir würden die hohe Kunst des Zuhörens und der Empathie studieren. Wiedergutmachungen und Entschuldigungen fänden ihren Platz in öffentlichen Foren ebenso wie bei privaten Treffen. Die Kunst der Entschuldigung zu lernen wäre genauso wichtig wie Gebete.

So mächtig das Patriarchat auch ist: Es ist nur eine Erzählung, eine Konstruktion. Wenn jetzt langsam das Post-Pandemie-Zeitalter anbricht, lautet die Frage: Können wir uns ein anderes System vorstellen, eins, das nicht auf Hierarchie, Gewalt, Unterdrückung, Kolonialisierung und Besatzung basiert? Erkennen wir die Verbindung zwischen der Abwertung, Verletzung und Unterdrückung aller Frauen und der Zerstörung der Erde selbst? Wie wäre es, wenn wir leben würden, als wären wir alle Mitglieder einer Familie? Wenn wir jede einzelne Person als heilig und als essentiell für die Entfaltung der Geschichte der Menschheit betrachten würden?

Wenn wir – anstatt Frauen und Mädchen in einer Krise auszubeuten, zu dominieren und zu verletzen – eine Welt entwerfen würden, die sie wertschätzt, ausbildet, bezahlt, sie anhört, sich um sie kümmert und sie ins Zentrum stellt?

V (früher Eve Ensler) ist eine US-amerikanische Dramatikerin, Künstlerin und feminististische Aktivistin, die sich gegen Gewalt an Frauen und Mädchen einsetzt. Sie ist die Autorin des Theaterstücks Die Vagina-Monologe

Übersetzung: Carola Torti

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13:45 10.06.2021
Geschrieben von

V (vormals Eve Ensler) | The Guardian

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