Zoe Williams
10.08.2011 | 17:10 104

Die Menschen hinter dem Zeug

Großbritannien Das Plündern bei den jetzigen Unruhen in vielen Städten mag nicht per se politisch sein, es sagt aber dennoch etwas über das Leben und die Psyche der Plünderer aus

Am ersten Tag, nachdem London zu brennen anfing, sprach ich mit der radikalen Linken Claire Fox aus Wood Green. Am Morgen hatten die Leute anscheinend nicht nur den Laden H geplündert, sondern die Sachen vorher sogar noch anprobiert. Einen Tag später war das Geschäft am Bahnhof Clapham Junction leergeräumt, die Straßen hingegen voll mit Leuten, die frech durch die Gegend trugen, was sie mitgenommen hatten. Für Claire Fox waren die Unruhen nihilistisch, offensichtlich nicht politisch motiviert, ohne Gemeinschaftssinn oder Solidarität. Wie diese mutige Frau in Hackney es formulierte: „Wir kommen nicht zusammen, um für ein gemeinsames Anliegen zu kämpfen, wir rennen nur alle zu Foot Locker. Kommt zur Besinnung, Leute. Lasst uns für eine gemeinsame Sache kämpfen!"

Die ersten Shopping-Riots

Ich denke, es ist möglich, seinen Taten eine hehre Absicht unterzuschieben, wenn man Nahrungsmittel stiehlt: Brot und Milch. Mit Turnschuhen oder gar Laptops scheint mir das unmöglich. Am Bahnhof Clapham Junction wurde einzig die Buchhandelskette Waterstone's nicht ausgeraubt, während in einer Apotheke eine Ladung Imodium mitging. Auf Twitter war daraufhin die gesamte Nacht zu lesen, wie ungebildet diese Leute doch seien, und in welch schlechtem Zustand sich ihr Verdauungsapparat befinden müsse.

Was bleibt, ist die Tatsache, dass es sich hier um Shopping Riots handelt, die von den Konsumvorlieben der Täter bestimmt sind: So etwas gab es noch nie. Dass ein Akt staatlicher Gewalt Proteste auslöst, ist so alt wie die Menschheit. Dass die Leute aber von Shopping-Center zu Shopping-Center ziehen, dabei versuchen, der Polizei aus dem Weg zu gehen, und zusehen, dass sie aus den Sportbekleidungsläden raus sind, bevor die „feds“ eintreffen – das ist neu. Nihilismus als Erklärung überzeugte mich nicht: Wie kann man den Glauben an Recht und Gesetz, Moral und gesellschaftliches Miteinander aufgeben und immer noch an Sportbekleidung glauben? Wie kann man die Kultur verachten und gleichzeitig Flachbildfernseher abräumen? Alex Hiller, Marketing und Konsumexperte an der Nottingham Business School, sieht keinen Konflikt zwischen Anomie und Konsumismus: „Bei Baudrillard und anderen soziologischen Autoren ist zu lesen, dass der Konsumismus das gesellschaftliche Sein verfälscht. Die Werbung propagiert eine Traumwelt. Der Konsumismus ist darauf angewiesen, dass die Menschen sich von der Welt entfremdet fühlen.“

Wenn man Baudrillard einmal aus dem Spiel lässt, bedeutet die Tatsache, dass die Randalierer keine politische Agenda verfolgen keinesfalls, dass sich ihre Taten nicht politisch deuten ließen. Wenn die meisten konservativen, Politiker immer wieder betonen, dass es sich hierbei um „pure Kriminalität“ handle, die von höheren Zwecken völlig unbeleckt sei, dann hat diese Phrase eher gestischen als informativen Wert. Schließlich wissen wir alle, dass es nicht erlaubt ist, Scheiben einzuschlagen und Sachen zu klauen. „Wir werden uns nicht durch irgendwelche Spitzfindigkeiten ablenken lassen“, lautet die unausgesprochene Botschaft, die dahinter steckt. „Sobald sich die Lage beruhigt hat, werden diese Kriminellen dorthin wandern, wo sie hingehören: nämlich ins Gefängnis.“

Drei Deutungen des Geschehens

Einer autoritären Lesart nach haben wir es hier mit einer Generation zu tun, die sich im Recht wähnt, das Gesetz zu brechen, weil sie sich in der Opferrolle sieht und das Rechtssystem ihr gegenüber zu große Milde walten lässt. Mit anderen Worten, es gehe schlicht um eine Verherrlichung von Raub und Diebstahl. Die Leute, die ihn begehen, fragten nicht, was sie für sich selbst tun können, sondern nur, was andere für sie hätten tun können. Sie hätten bestimmt schon vorher gestohlen und keine Konsequenzen tragen müssen.

Am anderen Ende des Spektrums stößt man auf die Art von Erklärung, wie Camila Batmanghelidjh sie auf bewegende Art im Independent vorgetragen hat. Bei den Plünderungen handle es sich um eine natürliche menschliche Reaktion auf die Brutalität der Armut: „Wenn man mit seinem Kinderwagen auf dem Weg in den Aufzug an Kondomen und Nadeln vorbei und im Lift dann den Uringestank überleben muss, der einem entgegenschlägt und schlimmstenfalls vergewaltigt wird, geht es nicht mehr um gelegentliche Angriffe auf die eigene Würde, sondern um die permanente Erniedrigung, in einer an Privatbesitz reichen Gesellschaft selbst mittellos zu sein.“ Junge, intelligente Ghetto-Bewohner suchten nach einer Erklärung dafür, „warum ihre Menschlichkeit nicht einmal so viel wert ist, dass ihnen jemand helfen würde.“

Zwischen diesen beiden Polen liegt eine eher pragmatischere Lesart: So etwas passiert, wenn Leute ständig Dinge unter die Nase gerieben kriegen, die sie sich nicht leisten können. Die zudem keinen Grund haben, davon auszugehen, dass sie sich diese Produkte jemals leisten können. Hiller nimmt diesen Gedanken auf: „Die Konsumgesellschaft basiert auf der Möglichkeit, sich an ihr zu beteiligen. Was wir heute als Konsumieren bezeichnen, ist ein Produkt von Arbeitszeitverkürzungen, Lohnerhöhungen und der Möglichkeit, Kredite aufzunehmen. Wenn man es mit einer Menge von Leuten zu tun hat, denen die letzten beiden Dinge nicht zur Verfügung stehen, funktioniert dieser Vertrag nicht. Anscheinend suchen sie sich Geschäfte mit Waren aus, die sie normalerweise gern konsumieren würden. Sie rebellieren also möglicherweise gegen das System, das ihnen keine Gratifikationen gewährt, weil sie sich diese nicht leisten können.“ – Was geplündert wird, scheint von besonderer Bedeutung zu sein: Wenn sie es nur auf lebensnotwendige Dinge abgesehen hätten, würde man eher mit ihnen sympathisieren. Aber diese Leute sehen nicht aus, als würden sie Hunger leiden. Wären sie hinter exklusiveren Luxusartikeln her und würden bei Tiffany's und Gucci einfallen, wirkten sie politischer und dadurch respektabler. Ihre Achillesferse besteht darin, sich Dinge zu holen, die sie ganz offensichtlich haben wollen.

Eine Art Gefängnisaufstand

Der forensische Psychologe Kay Nooney bestreitet vehement die Rolle, die Kürzungen der öffentlichen Hand als Antrieb für die Gesetzlosigkeit spielen könnten. „Von der Entstehung her ähnelt der Fall stark einem Gefängnisaufstand. Niemand weiß genau, was wirklich passiert ist. Aber das Gerücht geht um, dass jemand auf irgendeine Art und Weise zu Schaden gekommen ist. Darauf folgt eine wie auch immer geartete moralische Entrüstung, die Formen einer egoistischen Rache annimmt. Es gibt keinen höheren Zweck, sondern nur einen Haufen impulsiver Leute, die ein großes Abenteuer erleben.“

Der Unterschied besteht natürlich darin, dass die Gefängnisinsassen ihre Freiheit bereits eingebüßt haben. Es muss also etwas ziemlich Einschneidendes passiert sein, damit die jungen Leute sich auf der Straße so benehmen, als wären sie schon im Knast. Professor John Pitts, ein anderer Kriminologe, meint: „Viele der Beteiligten kommen wahrscheinlich aus Siedlungen mit geringen Einkommen und hoher Arbeitslosigkeit und viele, wenn nicht die meisten, haben keine allzu große Aussicht auf eine bürgerliche Zukunft. Man muss fragen, wie die Gesellschaft mit jungen Leuten umgehen soll, die nichts zu verlieren haben.“

Am 8. August wurde spät nachts über Twitter die Nachricht verbreitet, türkische Ladenbesitzer in der Stoke Newington Road in Dalston würden die Plünderer mit Baseballschlägern von ihren Geschäften fernhalten. Einer twitterte: „Diese verdammten Einwanderer. Kommen hier rüber, um unsere Viertel und Kieze zu verteidigen.“

Die Zusammenstöße in Dalston rufen in Erinnerung, dass nicht nur Sportbekleidungsketten und anderer Großunternehmen, die bis an die Zähne versichert sind, ausgeplündert wurden, sondern auch kleine Eckläden, die wegen ihrer „teuren“ Bestände an Alkoholika und Zigaretten demoliert wurden. Wenn eine Handelskette angegriffen wird, verstehen wir dies zwar auch als Angriff auf Recht und Ordnung, reagieren darauf aber nicht emotional – schließlich genießt sie den Schutz des Unternehmens. Wenn ein kleines Geschäft zerstört wird, hat die Gesetzlosigkeit allerdings ein Opfer, und wir sind abgestoßen. Das ist es, was daran berührt: Nicht das Zeug, das gestohlen wurde, sondern die Menschen hinter dem Zeug.

Übersetzung der gekürzten Fassung: Holger Hutt

Kommentare (104)

drdre 10.08.2011 | 20:55

Die Ausführungen in diesem Artikel sind nicht von der Hand zu weisen. Zu ergänzen wäre möglicherweise, daß durch den Sparkurs der Regierung, wie schon weiland bei Thatcher , es wieder mal die Menschen trifft , die eh schon am Rande der Gesellschaft stehen. Dies sehen wir auch in den USA.
Durch die Medien beeinflusst und dem Konsumwahn, sowie der Tatsache, dass man keine Chance haben wird aus dem Elend heraus zu kommen, schlägt der Frust nun in Gewaltexesse um.
Da auch den Menschen täglich in den Medien vorgeführt wird, dass die Staaten im Bezug auf die Rohstoffe, diese Probleme mit Gewalt lösen, impliziert dies bei den Menschen, dass Gewalt hilft Probleme zu lösen. Das dies nur Gegengewalt erzeugt, wird auch in den Mainstream- Medien geradezu ausgeblendet.
Überall rebelliert die Jungend, die sich Chancenlos sieht. Ob in den arabischen Ländern oder in Südamerika.
Es ist nicht damit getan, wie es die Politiker jetzt in UK machen, die Menschen als kriminelle zu brandmarken. Sicher ist Gewalt gegen Menschen und ihre Habe zu verurteilen, aber hier liegen die Ursachen tiefer.

Avatar
Ehemaliger Nutzer 10.08.2011 | 23:13

Man kann es nicht besser ausdrücken.

Es sind die Verlierer in der britischen Gesellschaft, die da nachts in den Straßen wüten. In Liverpool, wo sich teilweise zehnjährige Kinder an den Plünderungen beteiligten, war Toxteth eines der Zentren der Krawalle. Der Stadtteil ist ein Armutsquartier aus heruntergekommenen Reihenhaussiedlungen, in dem ganze Straßenzüge unbewohnt und verrammelt sind. In der einst reichen nordenglischen Hafenstadt stammen heute knapp 30 Prozent des Einkommens aus Sozial- und Arbeitslosenhilfe. Weniger als zwei Drittel der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter gehen in Liverpool einer geregelten Beschäftigung nach. Kinder wachsen in Haushalten auf, in denen seit Generationen niemand mehr eine Stelle hatte.

Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich in den vergangen Jahrzehnten in vielen europäischen Ländern geöffnet. Aber wie eine im Mai veröffentlichte Studie der OECD zeigt, ist heute nirgendwo in der EU der Wohlstand so ungleich verteilt wie in Großbritannien. Es sind nur ein paar U-Bahnstationen, die Nobeladressen wie Mayfair und Knightsbridge und Sozialwohnungs-Ghettos wie den berüchtigten „Aylesbury Estate“ in Walworth voneinander trennen – und doch liegen Welten dazwischen. Nach einem im vergangenen Jahr vorgestellten Bericht der britischen Regierung ist das Vermögen der oberen 10 Prozent der Bevölkerung mehr als hundertmal so groß wie das der unteren 10 Prozent.

Blinde Zerstörungswut in einem Lebensmittelgeschäft in London
Großbritannien hat goldene Jahre hinter sich. In den anderthalb Jahrzehnten vor dem Ausbruch der Weltfinanzkrise 2008 wuchs die britische Wirtschaft deutlich stärker als der EU-Durchschnitt. Das gilt auch als später Verdienst der Reformpolitik von Margaret Thatcher in den achtziger Jahren. Aber viele Briten haben davon kaum profitiert. Die Wohlstandslücke zwischen Arm und Reich, die sich vor allem unter Thatcher aufgetan hatte, wurde nie mehr geschlossen. Als der Sozialdemokrat Tony Blair 1997 Premierminister wurde, fuhr er mit einem Tross von Journalisten als erstes zum Aylesbury Estate: „Achtzehn Jahre lang sind die ärmsten Menschen in unserem Land von der Regierung vergessen worden“, sagte Blair und versprach: „In dem Großbritannien, das ich bauen will, wird niemand mehr vergessen werden.“ Es blieb bei einem Versprechen.
Text: F.A.Z.

mustermann 11.08.2011 | 10:11

Thatcher: "Es gibt keine Gemeinschaft, nur Individuen. Gier ist gut."
Diese asoziale, neoliberale Ideologie ist unten in der Gesellschaft angekommen.
Spekulanten, Bankster, Wirtschaftskriminelle, korrupte Politiker und andere "Eliten" plündern im größten Beutezug aller Zeiten "ihr" Gemeinwesen aus, nun plündern Jugendliche "ihr" Viertel.
Der Rest der Gesellschaft ist ruhig gestellt mit Hilfe von Fußball, Prinzenhochzeiten, Schuhkauf und Drogen.

thbode 11.08.2011 | 10:20

Die Randalierer sind besonders wahrnehmbar und liefern tolle Bilder für die Medien. Interessanter ist aber was dahinter liegt, und gar nicht die kleine Gruppe Randalierer: Wenn diese Flachbildschirme wollen, reflektiert das nur die Flachheit unserer materialistischen Gesellschaft.
Die Demos und Krawalle im "Westen", also inklusive Israel, Chile, usw. haben vor allem damit zu tun dass jedem mittlerweile klar ist dass die Legitimation unseres Gesellschaftssystems ständig weiter erodiert.
Es ist offensichtlich nicht mehr in der Lage ständig steigenden Wohlstand, und per "Trickle down" auch für die sozial Schwachen zu produzieren, so lange bis eines schönen Tages alle in Würde und im Genuss der vollen materiellen Errungenschaften kommen. Gleichzeitig wird aber über Werbung, Medien und Politik der Materialismus zelebriert.
Die systembedingten Fehler wie Arbeitslosigkeit und Hierarchien, werden durch systembedingte Fehler wie Finanz-und Börsenkrisen verschärft, und die "Lösungen" sind Einsparungen genau bei den systembedingten Verlierern. Jetzt gibt es natürlich Stammtischbrüder die auf den Tisch hauen und brüllen "die sollen sich waschen, rasieren, lernen, stramm stehen, dann geht es ihnen auch gleich besser". Aber das ist natürlich noch flacher als ein Flachbildschirm.
Der Kommunismus kollabierte plötzlich, der Kapitalismus erodiert allmählich. Und so lange Cameron, Merkel, Steinbrück und Co. Visionen für ein Krankheitssymptom halten, wird das so weiter gehen.

lisi stein 11.08.2011 | 10:36

Von einer Reise durch UK zurückkommend ist mir folgendes aufgefallen:
- die überdimensionierten Shopping-Center (das Größte in Europa steht in Newcastle) und den endlosen Ketten, die xxxl-Kleidung ab 2 Pfund verkaufen
- Imbissläden, die 24h fettes Essen aus allen Kulturregionen anbieten. Man läßt ein Taxi vorfahren und ordert xxxl-Fritten!
- unglaublich viele übergewichtige junge (Ältere auch) Menschen, 100kg Minimum, die bei asda (Supermarktkette) 24h xxxl einkaufen können. Die Probleme, die auf das spärlich ausgestattete Grundversorgungssystem im britischen Gesundheitswesen zukommen, sind absehbar.

Die Mittel zur Grundversorgung, Essen und Kleidung, sind nirgendwo preiswerter zu erwerben als in UK. Wozu also plündern? "Rabbles without a course" war eine Schlagzeile in der "Sun".

Gähnende Leere abends in den Straßen von Newcastle, South Shields, Aberdeen... nur vor den Imbissläden standen gelangweilt, alkoholisiert junge Menschen, die gerne die anpöbelten, die sich eilends aus den windigen Straßen von ihrem 2 oder 3. Job nach Hause schlichen.

Selbstverständlich gibt es die Kluft zwischen denen, die in den endlosen Reihenhäusern der Vorstädte leben und denen, die ihren "estate" mit xxxl-Turborasenmäher pflegen und so wunderbar zum Bild der "beautiful" countryside ihren Beitrag leisten. Dort gibt es sie nicht, die leicht morbide wirkenden Imbissbuden, die renovierungsbedürftigen Backsteinhäuser. Wer es dorthin geschafft hat, hat dies alles nicht nötig und muss sich kaum um seinen Besitz sorgen. Dort schottet sich die Gesellschaft im Bewußtsein ab, dass sie es niemals mit den "riots" zu tun haben werden, denn das britische Schulsystem steht für das "Stehenbleiben" in einer Kaste. Sozialer Aufstieg von der "middle class" in die "upper middle class" ist nicht zwingend in einer Generation zu erreichen. Trotzdem erstaunlich, wie lange es die britische Politik, egal ob Labour oder Conservative schafft, die fein austarierten Schichtgrenzen und Privilegien aufrecht zu erhalten. Der "Aufstand", der keiner ist, findet dort statt, wo diejenigen bleiben werden, wenn sie ihre Bedürfnisse nicht auf mehr ausrichten als ein xxxl-Dasein.

rheinhold2000 11.08.2011 | 14:06

nun, so funktioniert klassismus nun mal. man fühlt sich überlegen. da gibt es dann die mehr gutwillige variante, die die sich um die unterschicht sozialarbeiterisch kümmern wollen aber sich benehmen wie früher die kolonialherren die die bimbos zivilisieren wollen und die typen wie daniel meister die sich in vernichtungsphantasien sudeln und voller hass sind (und vermutlich auch schiss haben ohne ende).
vieleicht sollte sich jeder hier klarmachen, dass das sogenannte prekariat menschen sind wie du und ich, die sich nur in einem einzigen punkt von uns unterscheiden , sie sind arm. und sie leben ein verflucht hartes leben, denn auch wenns im deutschen ein sprichwort gibt, dass das gegenteil behauptet, armut schändet, es macht einen wütend, verzweifelt, es zwingt einen unter bedingungen zu leben die man nicht will.
und es ist höchst widerlich warum sich einige von meinen kollegen ihren schülern und deren eltern überlegen fühlen (ich arbeite als hauptschullehrer an einer sozialen brennpunktschule): sie können besser deutsch, sie waschen sich regelmäßig und putzen sich die zähne.
na wunnebar

Avatar
rahab 11.08.2011 | 15:33

blöde frage!
natürlich nicht. oder was meinst du, warum sie keine lust mehr haben, sich weiter für nichts feilzubieten? und sich von irgendwelchen deppen und sonstigen meistern erzählen zu lassen, sie seien zu blöd, ihre ausbildung nicht ausreichend und was da sonst an schoten noch erzählt wird.
und die richtig reichen werden ganz froh sein, dass die kids erst mal ihr eigenes elend zerlegen. statt mal da vorbeizugucken, wo die richtig teuren und edlen teile stehen.

Avatar
richard-der-hayek 11.08.2011 | 15:34

Frau von Gutenberg schrieb im Blog:
"Protestieren Sie gegen das Steuer-Abkommen mit der Schweiz" :

Gähn... Schon wieder diese Politmasche für den Neidspießer. .....

Übrigens reden Sie bezüglich Schweiz nur von Deppengeld (Handwerker, Mittelständler etc.) mit 30% Prozent Steuerabführung an den deutschen Staat. Das ganz große Geld verschwindet in ganz andere Weltgegenden bzw. auch in völlig legale Steuervermeidungsmodelle von Steuerberatern, die sich eben nur das große Geld leisten kann."

Damit will sie das Steuerparadies Schweiz verteidigen. Also ist sie der Sozialromantik unverdächtig.
Ich finde, sie bringt damit ein gutes Argument in diese Diskussion.

claudia 11.08.2011 | 15:37

>>Was hat das mit dem ausgeraubten Ladenbesitzer zu tun?
Sehn Sie, Meister, exakt diese Reaktion hab ich erwartet. ;-)

---
Versuchen wirs also mal was anderes, dear master of thathernomics:

Viele Handwerker im UK werden bald Reparaturaufträge bekommen: Überstunden und plötzlich ansteigende Materialbestellungen.
Das belebt die Wirtschaft.

Den Ladenbesitzern wird voraussichtlich die Versicherungsprämie hochgesetzt.
Sie müssen das mit vermehrtem Umsatz wieder hereinholen.
Das belebt die Konkurrenz.

Ausserdem gibt es mehr Jobs bei der Polizei.

Klingelt was in der Birne?

Avatar
richard-der-hayek 11.08.2011 | 15:52

Frau von Gutenberg schrieb im Blog:
"Protestieren Sie gegen das Steuer-Abkommen mit der Schweiz" :

"Gähn... Schon wieder diese Politmasche für den Neidspießer. .....

Übrigens reden Sie bezüglich Schweiz nur von Deppengeld (Handwerker, Mittelständler etc.) mit 30% Prozent Steuerabführung an den deutschen Staat. Das ganz große Geld verschwindet in ganz andere Weltgegenden bzw. auch in völlig legale Steuervermeidungsmodelle von Steuerberatern, die sich eben nur das große Geld leisten kann."

Damit will sie das Steuerparadies Schweiz verteidigen. Also ist sie der Sozialromantik unverdächtig.
Ich finde, sie bringt damit einen anregenden Gesichtspunkt in diese Diskussion, auch für Meister Daniel.

luddisback 11.08.2011 | 16:12

man wird das ganze nun schnellstens niederschlagen, nach den verbrechern fahnden, viele einsperren, und von anfang an war allen klar: dieser aufstand hat eine nacht, vielleicht zwei, hoechstens drei, aber nie im leben irgendeine chance (auf gleichheit, bruederlichkeit, gerechtigkeit, freiheit, menschlichkeit, das ganze pipapo). man muss nicht - wie es den jungen leute in nordafrika noch bevorsteht - erst noch lernen, dass eine "revolution" in einer westlich strukturierten sicherheitsgesellschaft ausverkauft werden wuerde und kann deshalb auf politische forderungen von vornherein verzichten. es gibt fuer diese generation keine moeglichkeit, irgendetwas an dieser gesellschaft noch zu verbessern, und alle in den ghettos haben genau das laengst begriffen. das scheint mir die botschaft zu sein.

rheinhold2000 11.08.2011 | 17:49

"Diebstahl ist Diebstahl.Das sind nun mal keine Robin Hoods.
Außerdem wird hier immer von den "Reichen" schwadroniert. Ab wann ist man denn reich?? Sie vergessen die Mehrheit, die Mittelschicht. Die ist mehr als genervt von diesen Banden und wird sich wehren."

die mittelschicht schmilzt dank typen wie dir wie schnee in der sonne weg.
ein großerteil der von dir verachteten war mal mittelschicht, wirklich zum schreien, dass typen wie du diese simple tatsache nicht kapieren.
die traurigen reste der mittelschicht die den neolibaralalismus überleben werden in überteuerten gated communities vegitieren und der rest wird sich nicht wehren.
solidarität ist der mittelschicht fremd.
sie werden irgendwelche opferlämmer abschlachten und ansonsten kapitulieren.

Fro 11.08.2011 | 18:54

Das sind ganz natürliche Nebenwirkung des neoliberalen Wirtschafts-und Gesellschaftssystems. Die Unkosten sollten von denen beglichen werden, die dieses System eingeführt haben und es trotz bekannter erheblicher Mängel weiterhin pflegen.

Und wem diese Nebenwirkungen, die in nächster Zeit noch weiter zunehmen werden, nicht gefallen, der sollte dafür sorgen, dass ein weitestgehend nebenwirkungsfreies System eingeführt bzw eine entsprechende Politik betrieben wird.
Aber das ist den meisten wohl zu anstrengend, und wenn ich selbst hier lesen muss, dass die Ausgegrenzten des Systems als Abschaum bezeichnet werden, weil sich ihre aufgestaute Wut entlädt, dann befürchte ich Schlimmstes. Hass und Repression - mehr scheint den "Experten" nicht einzufallen - in GB machen nun Bürgerwehren unter Führung der Rechtsradikalen mobil... die Armee wird mobilisiert, Twitterverbot wird angedroht....

Mustermann schrieb oben:

„Thatcher: "Es gibt keine Gemeinschaft, nur Individuen. Gier ist gut."
Diese asoziale, neoliberale Ideologie ist unten in der Gesellschaft angekommen.“

So einfach ist es.

Wie verlogen und dumm die Reaktion Camerons und seiner Mitläufer....

Neoliberale Hooligans ziehen über diesen Planeten, vernichten Existenzen und ganze Volkswirtschaften – wo bleibt da die Bürgerwehr und die von den Bürgern finanzierte Armee?

Avatar
rahab 11.08.2011 | 19:01

Daniel Meister
die kids räumen H nicht aus, um dein oder irgendwessen anders bedürfnis nach räuber-romantik zu befriedigen, sondern - so meine vermutung - weil sie die faxen davon dicke haben, nicht mal mehr zeug kaufen zu können, das für sie selbst unerschwinglich ist, obwohl es billigst-produktion ist (billige materialien verarbeitet ganz weit weg von ganz billigen arbeitskräften, die nicht mal den in GB üblichen mindestlohn erhalten). von dem zeug wissen diese kids nur, dass sie nicht mal für wert gehalten werden, für die herstellung dieses billig-zeugs ihre arbeitskraft verkaufen zu dürfen.

klar wäre der zusammenhang offensichtlicher, wenn die kids nicht H ausräumen und abfackeln würden, sondern die haute-couture-läden ... allerdings: wenn sie sich dahin in bewegung setzten, dann gäbe es ein blutbad.

die mittelschicht ist genervt? glaub ich nicht. die mittelschicht weiß, dass zwischen den haute-couture-läden und H ihre eigenen klitschen liegen. und die wären dran, bevor die haute-couture-läden brennen. deshalb hat die mittelschicht die hosen voll.
und auch deshalb, weil die mittelschicht genau weiß, dass sie diesen kids permanent die hucke voll lügt.

claudia 11.08.2011 | 19:08

>>in daniel meisters birne?
ist doch ein witz oder?
Nicht unbedingt.

Heute mittag hat Cameron verkündet, dass Ladenbesitzer, die keine Versicherung haben, den Schaden von der Regierung ersetzt bekommen. Das hatte ich noch abgewartet, bevor ich dazu schrieb.

Wenn in einigen Wochen berichtet wird: "Grossbritannien erlebt einen Wirtschaftsaufschwung"
und wenn Cameron sich auf die Schulter klopft, weil das natürlich der superben Wirtschaftspolitik der Regierung zu verdanken ist:
Dann wird niemand mehr etwas von den Plünderungen wissen.
Viele andere Schlagzeilen werden das längst verdrängt haben.
Dann wird unser Meister sagen:
"Schaut auf dieses Land: Die wissen, wie man die Wirtschaft ankurbelt."
Dann werden hier einige Leute fragen: "Sch....., war um kriegt das die doofe Merkel nicht auch so hin?"
Mehr nicht.

---
Wenn der Grosse Meister die 3 Toten beklagt hätte, dann hätte ich ihm ja zugestimmt.
Aber darum geht es gar nicht...

Daniel Meister 11.08.2011 | 19:27

@rheinhold2000 schrieb am 11.08.2011 um 17:16

Also duzen...OK!
Dann ist die Mehrheit der britischen Wähler also Großkapitalist?
Oh nein. Das wollt ihr immer nicht wahrhaben, aber die Mehrheit wählt eben nicht extrem links...die wollen das nicht!!
Das mit dem Polizeiabbau ist sicherlich falsch. Mehr Polizei muss auf die Straße. Giuliani hats in NY vorgemacht. Es funktioniert.

Daniel Meister 11.08.2011 | 19:34

@Fro schrieb am 11.08.2011 um 17:28

Nein! Weil nicht der Thatcherismus, sondern die liberale, antiautoritäre Verhältschelungspolitik daran Schuld ist.
Anstand und Moral (jaja...altmodisch) gehen den Bach runter. Es liegt nicht am Geld allein. Aber es kann nicht angehehn, dass man z.B. Polizisten ungestraft beleidigt, einbricht, usw.
Das sind die Grundpfeiler des Rechtstaats. Abschaum wird es sicher immer geben. Und ja, viele gehören ins Gefängnis.

Fehler ind der Sozialpolitik OK...aber nicht gleich immer im "System"!
Alternativsystem...konkret???

claudia 11.08.2011 | 19:35

>>Neoliberale Hooligans ziehen über diesen Planeten, vernichten Existenzen und ganze Volkswirtschaften
Das kann man nicht vergleichen, Fro.
Wer mit Millärdchen und Billiönchen jonglert, steht ausser jeder Kritik und hat eine gute Presse.

"Was ist ein Bankraub gegen die Gründung einer Bank?" (Mackie Messer, Dreigroschenoper)

---
Übrigens: Weckt der Duktus des Meisters bei Dir auch ein Déjà-vu - Gefühl?

Zweibein 11.08.2011 | 19:42

Man hat einige Schwierigkeiten, die Verständniskurve zu kriegen. Ich glaube, der Haken ist der, dass die meist jugendlichen Typen, die hier nachts losziehen um Geschäfte zu plündern ganz zweifellos von der Gesellschaft, in der sie leben betrogen und ausgegrenzt wurden. Dazu kommt jedoch, dass sie auch grundlegend von ihr geprägt sind. Wenn jemandem 18 Jahre lang erzählt wird, dass es essentiell sei Nike-Schuhe zu tragen, oder einen 50-Zoll-Fernseher zu besitzen, ist das wahrscheinlich das erste, wonach er greift, wenn ihm gesagt wird, er könne jetzt wie er wolle. Das Weltbild dieser Typen ist einfach derart simplifiziert, dass sie nicht einmal wissen, welche Tür die richtige zum Eintreten wäre; sie wählen daher die, die den Weg zum Konsum der Dinge versperrt, die Ihnen immer als die erstrebenswertesten dargestellt wurden.
Ich glaube diese Deutung entschuldigt nichts, erklärt aber einiges. Und sie zeigt auch, wie totales Unverständnis der ablaufenden gesellschaftlichen Prozesse aufgestaute Energien der kollektiven Unzufriedenheit in sinnlosen Ausbrüchen verpuffen lässt.

Ullrich Läntzsch 11.08.2011 | 19:46

Nur an dem rhetorisch feinen Satz muß ich ein wenig mäkeln.

"Und so lange Cameron, Merkel, Steinbrück und Co. Visionen für ein Krankheitssymptom halten, wird das so weiter gehen."

Egal was unsere Politiker denken, tun und lassen, ändern wird sich nie etwas durch sie sondern nur durch ein geändertes gesellschaftliches Klima.

Solang der Konsumwahn fröhliche Urstände feiert, solang wird sich nichts nichts ändern.

Grüße

Fro 11.08.2011 | 20:15

@claudia

Ich lese seine Kommentare meist nur, wenn er auf meine „antwortet“ - wie damals bei „sozenschreck“ auch - das ist mir einfach zu unterschlau. Aber ich lese die Kommentare, die auf seine Kommentare antworten. Immerhin kitzelt er da hochwertige Statements aus den Kommentatoren heraus.
Danke Daniel. Trotz dieser "Leistung" hätte ich nichts dagegen, wenn du dir ein anderes Betätigungsfeld suchen würdest. BILD oder PI könnten etwas für dich sein...

Daniel Meister 11.08.2011 | 20:22

@rheinhold2000 schrieb am 11.08.2011 um 17:47

Wiso nennst du David Cameron Camerönchen? Musst ihn nicht mögen, aber muss man alles veräppeln...das nervt.

Ich denke, er wird sichs kaum mehr leisten können Polizei abzubauen. Mal sehn.
Zum Burgeressen in NY. Vielleicht nicht in jedm Winkel, aber es ist viel besser als in den 1970ern und den 80s. Ich war in Harlem einen essen...kein Problem, mit U-Bahn hin und zurück. Abends.

Zum Linkswählen. Will damit sagen, dass die übergroße Mehrheit eben ihre kapitalismusfeindlichen Anscihten unterstützt, sonst würde sie so wählen.

Avatar
rahab 11.08.2011 | 22:06

Daniel, meinst du nicht, die kids wissen ganz genau, zu welchen bedingungen, wo und von wem das zeug von H hergestellt wird? nicht zu reden davon, dass die klamotten spätestens nach der 5.wäsche auseinanderfallen!

und da willst du ihnen erklären, dass sie einfach nur noch bessere bewerbungen schreiben müssen, damit sie vielleicht, ganz vielleicht, mal aushilfsweise das zeug verkaufen dürfen? um dann das bißchen kohle so lange zu sparen, bis sie das zeug kaufen können? - und derweil lesen und hören sie was über milliardenschwere rettungsschirme. die aber nicht über ihrem elendsviertel aufgespannt werden...

Daniel Meister 12.08.2011 | 01:19

@Fro

Davon sprachen auch die Ausgeraubten. Was anderes sind Plünderer? Ehrenmenschen? Leute die für NikeAirs Menschen übern Haufen fahren.

Niemand hat das Recht "Frust rauszulassen" an anderen. Oder darf ich dir eine übern Schädel hauen, nur weil ich schlechte Laune habe?
Zum Nazi-Jargon. Maggie Thatcher und David Cameron und die bösen Banker wurden hier schon schlimmer beschimpft.

Columbus 12.08.2011 | 01:56

Liebe Lisi Stein, haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum diese "Basics" in GB so besonders billig verkauft werden müssen? Nebenbei, auch bei uns fahren gewisse Leute zu Tankstellen und kaufen da den anderen Sprit ein und das Tütenfood, obwohl es teuer ist.
Armut hat alogische Züge und Hilflosigkeit, angesichts des Abgeschrieben-seins auch. Die Glasgow -Gorbals breiten sich eben aus, während sie da, wo sie waren, verändert und abgerissen werden.

Schon Fish and Vinegar sind für deren Verhältnisse teuer. Wenn sie ihre schöne Reise mit ein paar Gedanken dazu abrunden, dann fällt es ihnen wie Schuppen von den Augen, was da, aber auch an anderen Orten Europas und der Welt, sich gerade zusammen braut. Sogar Konservative und Neolibs verstehen doch, dass es sich rächt, wenn nicht einmal mehr der "mitfühlende Konservatismus" und die Philanthropie ausreichend zum Zuge kommen.

LG und gute Nacht
Christoph Leusch

Vadis 12.08.2011 | 02:22

Daniel Meister schrieb am 11.08.2011 um 15:12

Diebstahl ist Diebstahl.

Schön, nicht wahr, dass immer draufsteht, was drin ist. Ein Prinzip der Warenpräsentation ist aber auch, damit zu verschweigen, was nicht drin ist, oder davon abzulenken, was nicht drin sein dürfte oder schädlich ist.

Betrachten wir Ihr Statement ohne gesetzlichen Background, könnte das Nehmen auch aus einer Art Übereinkunft resultieren. Stichwort ›Versicherung‹, eingepreiste oder auch Bodenspekulative, schließlich werden die Ruinen bereits eingeebnet und schaffen Raum für Neubauten, Wertsteigerungen. Eine ABM, wenn Sie so wollen. Seien Sie mal sicher, dass jedes geklaute T-Shirt seinen Zweck nicht am Körper sondern im Wirtschaftskreislauf erfüllt. Das Tragen ist höchstens noch eine Vorstufe der Entsorgung eines Mittels zum Zweck. Na ja, es befriedigt den Hamster im Rad; aber Gewalt befriedigt eben auch, sie wird sogar konsumiert, von Medien, von Zuschauern.

Das rechtfertigt nichts. Wenn schon. Ist Rechtfertigung überhaupt noch ein Maßstab?

Achten. Gutachten. Gegengutachten. Klingt nach 1984.

Fro 12.08.2011 | 03:29

@DanielMeister

Ich glaube nicht, dass es hier jemanden gibt, der kein Mitgefühl mit den „einfachen“ Ladenbesitzern hat, - die auch nur versuchen, sich angenehme Lebensbedingungen zu gestalten, um darin ein zufriedenes Leben leben zu können – und oft sind sie - wegen dieses ultraschwachsinnige neolieberale Systems - genauso unzufrieden wie die Hooligans.
Es geht um die Lösung des Problems. Du willst die Hooliganmethode zum Einsatz bringen und den „harten Hund“ herauskehren und die Schlauen wollen das Problem als Ganzes, das heißt einschließlich Wurzel lösen – und das möglichst friedlich. Links ist schlau, das hast hast du noch nicht kapiert.
Mein Tipp: Fahre deinen Schlauheitspegel hoch.

lisi stein 12.08.2011 | 03:30

@Christoph Leusch

Die "schöne Reise" bezog sich auf die Städte Leeds, Newcastle, South Shields, Leicester und Liverpool. Das sind nicht die Städte, die der gemeine Tourist besucht. Es ging mir um den Vergleich zur selben Reise vor 30 Jahren. Es hat sich wenig verändert, nur dass der Trash besser verpackt und in die Vorstadt mit Autobahnanschluss ausgelagert wurde.

Geblieben sind die Bingo-Hallen für "elderly ladies"... Ob die Vorstadt-Kids diesen Zustand jemals erreichen ist unwahrscheinlich. Jedenfalls blieben die Bingo und Leisure Centers unbeschädigt. Brot und Spiele. GB Bildungssystem ist extrem durch frühe Selektion geprägt. Ist es verwerflich Leistung einzufordern? Nur, dafür sind sie selbst zuständig und so war die einzig überzeugende "Headline" im Guardian/10/8 "You have a generation of kids who don't respect their parents or police". Und warum sollten sie privatem Eigentum Respekt entgegenbringen wo sie "geknechtet" an der Konsumgesellschaft darben und sich verzweifelnd an den Produktionsbedingungen von H auf die Converse-Ebene plündern?

Fro 12.08.2011 | 04:15

Korrektur

Ich glaube nicht, dass es hier jemanden gibt, der kein Mitgefühl mit den „einfachen“ Ladenbesitzern hat, - die auch nur versuchen, sich angenehme Lebensbedingungen zu gestalten, um darin ein zufriedenes Leben leben zu können – und oft sind sie, - wegen dieses ultraschwachsinnigen neolieberalen Systems - genauso unzufrieden wie die Hooligans.
Es geht um die Lösung des Problems. Du willst die Hooliganmethode zum Einsatz bringen und den „harten Hund“ herauskehren und die Schlauen wollen das Problem als Ganzes, das heißt einschließlich Wurzel lösen – und das friedlich. Links ist schlau.
Mein Tipp: Fahre deinen Schlauheitspegel hoch.

claudia 12.08.2011 | 06:47

>>Mein Tipp: Fahre deinen Schlauheitspegel hoch.
Hat er.
Der "Meister der schlichten Denkungsart" ist nicht ganz so naiv wie er sich hier darstellt. Das kann man leicht herausfinden, indem man seine Agitationsmethode ein bisserl "fordert".

Es ging ihm wohl einfach darum, von der Frage nach "den Menschen hinter dem Zeug" abzulenken.

---
>>Links ist schlau.
Im Prinzip ja. Für Einzelne kann aber glatte, unreflektierte Angepasstheit auch "schlau" sein, wenn sie es schaffen, sich so weit zu verbiegen. Schliesslich brauchen Herrschaftssysteme immer ein paar Prätorianer.

Falls sie mal abstürzen, ist immer noch Zeit zum Nachdenken. Davor haben sie Anderes zu tun.

weinsztein 12.08.2011 | 07:34

Liebe @lle,

welchen Sinn macht es, auf die nicht enden wollende Suada von @Daniel Meister einzugehen? Die Lust an Dämlichkeit?

Der Meister argumentiert auf der Ebene des CSU/CDU-Spektrums (zweit/drittklassig, wie etwa der Brillenträger an bayrischen Stammtischen), er nennt sich woanders grün, was eher nicht zutreffen dürfte, aber tendenziell sich kaum widerspricht.

"Woanders" in einem sehr kleinen Forum, das von Auszehrung bedroht ist und ihn nicht ernst nimmt, berichtet er von seinen hiesigen Erfolgen.

Columbus 12.08.2011 | 14:08

Liebe Lisi,

Die wenigen Clubs für die nicht älteren Bewohner des Königreichs wurden aber geschlossen, der Staat von mehreren Regierungen reduziert, während die Geld und Grundbesitzer dieses Landes goldene Jahre, nein, Jahrzehnte erlebten und Leistung, das gilt doch auch in unserer Wohlfühlwelt, muss sich doch auch lohnen.

Selbst wenn man nicht in die Eingeweide eines privat sehr, sehr reichen Landes abtaucht, bekommt man doch einen Endruck, dass z.B. das Schulsystem zwar für ganz wenige Leistung belohnt, aber die wichtigsten Eigenschaften, viel krasser noch als hierzulande, Herkunft, Sprachmuster und Geld sind, um den Lohn zu erhalten.

Und jede bessere Klitsche, vom Hotel bis zum Leisure Ressort in GB reflektiert dies, benutzt man dort einmal den Hinter-Ein- und Ausgang für die Hintern.

Mit der Konsumgesellschaft hat das schon zu tun, aber nicht mit fehlendem Respekt in der Richtung die da auch aus der von Ihnen zitierten Guardian Headline heraus lugen. - Das ist dann alles nach der Devise gestrickt, fasst die Plünderer, steckt sie in die famosen britischen Haftanstalten, - ein Thema für sich-, und verschafft euch Respekt, - gemeint ist Militär und Polizei-, dann läuft die Chose wieder.

Leider glauben auch viele Ladenbesitzer und Bürger der besseren Stadtteile an diese Märchenerzählung.
Nein, bei aller Berechtigung, auch eine solche Sicht zu vertreten, es ist und bleibt eine Vogelflugoptik, die nur mit ein wenig Naivität und Milde noch wahrhaftig ist.

Da lobe ich mir den Ansatz des Artikels der die Unruhen mit dem gleich setzt, was manches Mal in Knästen passiert. Bingo und Converse, statt Pantoffeln, retten auch da nicht nicht.

Liebe Grüße
Christoph Leusch

Daniel Meister 12.08.2011 | 14:08

@Fro

Das große "Mitleid" konnte ich hier bisher nicht heraushören. Aber egal.

Es ist übrigens kein Unterschied, ob man bei H klaut und plündert oder bei nem "einfachen" Ladenbesitzer. Es gibt keinen politisch korrekten Diebstahl.
Ich darf Sie auf der Straße auch nicht ausrauben, nur weil ich denke, der Passant neben Ihnen sähe ärmer aus.
Ob die "einfachen Ladenbesitzer" mit dem "System" unzufrieden sind, wissen Sie nicht. Dafür haben Sie keinen Beweis.
Die große Mehrheit ist zufrieden mit dem "System". Damit sollten Sie sich mal abfinden.

Holiganmethode. Hmmm...Ursachenforschung, in Ordnung. Aber wie gehen Sie konkret gegen Plünderer vor? Keine Wasserwerfer, Waffen, gepanzerte Fahrzeuge. Wie schaffen Sie es?
Bin gespannt...

Daniel Meister 12.08.2011 | 14:08

@Fro

Das große "Mitleid" konnte ich hier bisher nicht heraushören. Aber egal.

Es ist übrigens kein Unterschied, ob man bei H klaut und plündert oder bei nem "einfachen" Ladenbesitzer. Es gibt keinen politisch korrekten Diebstahl.
Ich darf Sie auf der Straße auch nicht ausrauben, nur weil ich denke, der Passant neben Ihnen sähe ärmer aus.
Ob die "einfachen Ladenbesitzer" mit dem "System" unzufrieden sind, wissen Sie nicht. Dafür haben Sie keinen Beweis.
Die große Mehrheit ist zufrieden mit dem "System". Damit sollten Sie sich mal abfinden.

Holiganmethode. Hmmm...Ursachenforschung, in Ordnung. Aber wie gehen Sie konkret gegen Plünderer vor? Keine Wasserwerfer, Waffen, gepanzerte Fahrzeuge. Wie schaffen Sie es?
Bin gespannt...

nbo 14.08.2011 | 22:19

Thatcher sagte 1987 in einem Interview:

"...so they are casting their problems on society and who is society? There is no such thing! There are individual men and women and there are families and no government can do anything except through people and people look to themselves first. ..."

Nachzulesen mit Quellenangabe unter en.wikipedia.org/wiki/Margaret_Thatcher#Legacy

Thatcher spricht von Gesellschaft, nicht von Gemeinschaft. Zum Unterschied zwischen beiden Konzepten ist bereits Etliches geschrieben worden, u.a. von Helmut Plessner (de.wikipedia.org/wiki/Grenzen_der_Gemeinschaft).

SiebzehnterJuni 15.08.2011 | 15:46

@Claudia

"...claudia schrieb am 12.08.2011 um 04:47
Der "Meister der schlichten Denkungsart" ist nicht ganz so naiv wie er sich hier darstellt. Das kann man leicht herausfinden, indem man seine Agitationsmethode ein bisserl "fordert".

Es ging ihm wohl einfach darum, von der Frage nach "den Menschen hinter dem Zeug" abzulenken. ..."

Genau Claudia! Und das ist kein Zufall, sondern dahinter steckt eine Strategie! Oft auch bei Islamkritikern fest zu stellen!!

Im Nachgang zum Terroranschlag in Oslo gab es eine Diskussion unter "jetzt.de" und dort bewegten sich auch solche Ablenkungsmeister. Es wurde sogar Beschwerde an die Redaktion geschrieben, wie man mit solchen Typen umgehen sollte. Und da gingen die Meinungen wieder auseinander und die ganze Diskussion war vom Terroristen abgelenkt.

Ich habe ähnliches auch im Unterricht. Eine/r will immer drangenommen werden - geht aber nicht, Klasse ist genervt. Dann nimmst Du sie/ihn nicht mehr bzw. weniger dran, wird er/sie zum Störer - entweder intellektuell,lautstärkemäßig, verhaltensmäßig. Es eskaliert weiter und weiter, bis er/sie im schlimmsten Fall von der Schule geschmissen wird, wenn er/sie sich nicht an bestimmte Regeln hält, an die sich die anderen auch halten müssen. Das ist das reale Leben!!