Eine Revolution in Zeitlupe

Wirtschaftsdemokratie Marx und Keynes sind tot. Neue linke Konzepte streben eine gerechtere Welt an
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 30/2019
Der Kuchen ist fett und wird jedes Jahr fetter - aber wer kriegt ein Stück ab?
Der Kuchen ist fett und wird jedes Jahr fetter - aber wer kriegt ein Stück ab?

Illustration: Johanna Walderdorff für der Freitag

In den letzten 50 Jahren fehlte der Linken in Europa und Nordamerika etwas Grundlegendes. Zwar hat sie seit den 1970ern die Vorstellungen vieler Menschen über Vorurteile, über Identität und über Freiheit verändert. Sie hat die strukturelle Gewalt des Kapitalismus aufgezeigt, sie hat auch hin und wieder Wahlen gewonnen und danach manches Mal erfolgreich regiert. Aber es ist ihr nicht gelungen, grundsätzlich zu verändern, wie Wohlstand und Arbeit in unserer Gesellschaft organisiert und verteilt sind – oder wenigstens eine überzeugende Vision davon zu entwickeln, wie dies verändert werden könnte. Kurz gesagt: Der Linken fehlte eine Wirtschaftspolitik.

Die Rechten aber hatten eine: Privatisierung, Deregulierung, Steuersenkungen für Un