Hassobjekt Erfolgsfrau: Über die Abwertung von Karrierefrauen

Feminismus Warum sollen erfolgreiche Frauen nicht feministisch sein? „Girlboss“ ist ein abwertender Begriff geworden. Warum eigentlich?
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 38/2022
| The Guardian | 1
Lauter Bossmenschen, aber schrägerweise hat nur einer ein Imageproblem
Lauter Bossmenschen, aber schrägerweise hat nur einer ein Imageproblem

Foto: LANDMARK MEDIA/Alamy

Was unterscheidet den Begriff „Girlboss“ von „Karrierefrau“? Eine einfache Antwort ist: die Zeit, in der wir leben. Früher war es die Bezeichnung „Karrierefrau“, die weibliche Ambitionen in der Berufswelt als selbstsüchtig, unmoralisch und etwas lächerlich übersetzte; heute übernimmt „Girlboss“ diesen Job. Die dahinterstehende Moral hat sich geändert. Die Wirkung ist dieselbe.

Vielleicht haben Sie das Wort „Girlboss“ noch nie gehört. Es ist mit dem Aufstieg und Fall einer bestimmten Feminismus-Bewegung verbunden. „Girlboss“ kam etwa 2014 als anerkennende Bezeichnung für die Art von Erfolg auf, die durch US-Top-Managerin Sheryl Sandbergs „Lean in“-Ansatz verkörpert