Nina Power
09.08.2011 | 17:11 259

Glücksfall Gerechtigkeit

London-Riots Diejenigen, die Plünderungen und Straßenschlachten in der britischen Hauptstadt verurteilen, täten gut daran, sich den Kontext der Ausschreitungen zu vergegenwärtigen

Seit in Großbritannien die Koalition aus Konservativen und Liberaldemokraten vor über einem Jahr an die Regierung gekommen ist, hat das Land eine Vielzahl von Studentenprotesten, Besetzungen von Universitäten, Streiks und eine Gewerkschaftsdemonstration mit einer halben Million Teilnehmern erlebt. Jetzt gibt es Unruhen auf den Straßen Londons und anderer Großstädte. Ihnen waren Zusammenstöße zwischen der Polizei und Aktivisten im Bristoler Stadtteil Stokes Croft zu Beginn des Jahres vorausgegangen. Auch wenn jedes dieser Ereignisse einen anderen, je eigenen Auslöser hatte, so fanden sie doch alle vor dem Hintergrund brutaler Kürzungen und verschärfter Sparmaßnahmen statt. Die Regierung ist sich sehr wohl bewusst, dass sie mit ihrer Politik Massenunruhen von einem Ausmaß riskiert, wie wir sie lange nicht mehr gesehen haben. Dass die Leute in Tottenham, Edmonton, Brixton und anderswo in den vergangenen Nächten auf die Straße gegangen sind, könnte für die Regierung eine ernsthafte Pechsträhne einleiten.

Die Politik des vergangenen Jahres mag zwar die Kluft zwischen den Privilegierten und den Besitzlosen verdeutlicht haben, doch der Kontext für die sozialen Unruhen reicht viel weiter. Die fatale Erschießung Mark Duggans am vergangenen Donnerstag, der – entgegen der ersten Berichte – selbst nicht geschossen hat, fügt der Geschichte von Übergriffen der Londoner Polizei auf ihre Bürger einen weiteren tragischen Fall hinzu. Besonders betroffen sind dabei Schwarze oder Angehörige ethnischer Minderheiten. Bestimmte Gegenden und Personengruppen sind einer besonderen Überwachung, Personenkontrollen und täglicher Schikane ausgesetzt.

100 mal mehr

Ein Journalist hat jüngst sein Erstaunen darüber zum Ausdruck gebracht, wie viele Leute in Tottenham der Polizeibeschwerdestelle Independent Police Complaints Commission (IPCC) kritisch gegenüber stehen. Dabei sollte dies keineswegs überraschen. Wenn man bedenkt, dass seit 1998 mindestens 333 Menschen in Polizeigewahrsam gestorben sind und kein einziger Polizeibeamter je für einen dieser Fälle verurteilt wurde, kann man nachvollziehen, dass viele der Ansicht sind, die IPCC und die Gerichte beschützen eher die Polizei als die Leute.

Wenn man ein verständliches Misstrauen und eine durch Erfahrung gespeiste Abneigung gegenüber der Polizei mit großer Armut und weit verbreiteter Arbeitslosigkeit zusammennimmt, wird einem klar, warum die Menschen auf die Straße gehen. Haringey, der Bezirk, zu dem Tottenham gehört, hat den vierthöchsten Anteil an Kinderarmut in London und mit 8,8 Prozent eine Arbeitslosenrate, die doppelt so hoch ist wie der nationale Durchschnitt. In diesem Stadtteil kommen auf ein Jobangebot 54 Arbeitssuchende.
Diejenigen, die die jetzigen Ereignisse verurteilen, täten gut daran, einen Schritt zurückzutreten und das Gesamtbild zu betrachten: Dieses zeigt ein Land, in dem die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung heute 100 Mal mehr haben als die ärmsten zehn Prozent – und  wo ein auf private Verschuldung gegründeter Konsumismus jahrelang als die Lösung für die Probleme einer schwächelnden Wirtschaft propagiert wurde. Und in dem es der OECD zufolge um die soziale Mobilität so schlecht bestellt ist wie in keinem anderen entwickelten Land.

Eines der ungleichsten Länder

Richard Wilkinson und Kate Pickett weisen in ihrem Buch Gleichheit ist Glück. Warum gerechte Gesellschaften für alle besser sind darauf hin, dass Phänomene, die für gewöhnlich als „soziale Probleme“ charakterisiert werden (Kriminalität, schlechter Gesundheitszustand, Zahl der Gefängnisinsassen, psychische Krankheiten) in ungleichen Gesellschaften wesentlich stärker verbreitet sind als in solchen, in denen die Verteilung des ökonomischen Reichtums gerechter vonstatten geht und die Kluft zwischen Arm und Reich entsprechend geringer ist. Jahrzehnte, die von Individualismus, Wettbewerb und von staatlicher Seite geförderter Selbstsucht geprägt waren, in Kombination mit einer systematischen Zerschlagung der Gewerkschaften und einer immer weitreichenderen Kriminalisierung abweichender Meinungen haben Großbritannien zu einem der ungleichsten Länder in der entwickelten Welt gemacht. Spektakuläre Bilder von ausgeräumten Geschäften mögen genau das sein, wonach es die ruhelosen, stets nach neuen Geschichten und Buhmännern gierenden Medien verlangt. Aber wir werden nichts von diesen Ereignissen verstehen, wenn wir die Geschichte und den Kontext ausblenden, in die sie eingebettet sind.
 

Übersetzung: Holger Hutt

Kommentare (259)

Daniel Meister 09.08.2011 | 19:46

Nichts und zwar gar nichts rechtfertigt Plünderungen und Gewalt gegen Passanten und Sachen!
Diesen Idioten (Plünderer) ging es im Wesentlichen um drei Dinge: erstens Güter stehlen, zweitens "Spaß" haben und drittens Macht ausüben (angeben).
Zudem hat man die Staatsgewalt sämtlicher Waffen beraubt. Ein Polizist darf nicht zuschlagen, muss sich defensiv verhalten, provozieren und beschimpfen lassen. Da ist es offensichtlich, dass jeglicher Respekt vor der Staatsgewalt verfliegt.
Hartes Durchgreifen ist jetzt angesagt. Zum Schutz von Leben, Eigentum und Gesellschaft.

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Ehemaliger Nutzer 09.08.2011 | 20:32

Ein schöner Bericht von der Nebelinsel.

Das die Gewalt und Ausschreitungen im Zuge der Ungleichheit zunehmen war klar. Der Kommentar über mir deutet allerdings an, in welch amerikanische Richtung die Gedanken mancher Bürger ticken. Die Politik der harten Hand hat noch nie die Ursachen für gesellschaftliche Probleme gelöst.
Ich bin gespannt wie es weitergehen wird.

Nietzsche 2011 09.08.2011 | 20:42

Im Kern geht es darum, ob wir unseren Gesellschaftsvertrag aufkündigen. Dieser hat das staatliche Gewaltmonopol zur Grundlage. Wer Selbstjustiz gutheißt, hat irgendwie die Zeit verschlafen. Natürlich muss ein Missbrauch staatlicher Gewalt geahndet werden – mit den Mitteln der Justiz.

Wer sind denn „die Leute“? Sehr pauschal. Gebe in diesem Punkt eher Daniel Meister Recht. Im Übrigen war der Pauperismus in der Geschichte eben nicht Träger einer Revolution, sondern Quelle des Alkoholmissbrauch und verschärfter häuslicher Gewalt.

baumhoff 09.08.2011 | 20:59

Was Nina Powers schreibt ist ja alles richtig, nur diese Dinge haben wenig miteinander zu tun!

Dies waren Plünderungen und sie haben mit den Demonstrationen der Studenten wenig bis gar nichts zu tun. Was hier geschieht ist völlig unverhältnismäßig. Dass Nina Powers das rechtfertigt ist schwer zu verstehn.

„Dass die Leute in Tottenham, Edmonton, Brixton und anderswo in den vergangenen Nächten auf die Straße gegangen sind, könnte für die Regierung eine ernsthafte Pechsträhne einleiten.“

Da frag ich mich doch welche „Leute“. England hat eine Unterschicht wie wir sie in Deutschland bisher noch kaum kennen. Es ist tatsächlich ein anderer Kapitalismus – eben keine soziale Marktwirtschaft. Und ich vermute, das Nina Powers eben darauf auch abzielt und erklären möchte, dass die Probleme daher kommen: dass viele Menschen vom Wohlstand ausgeschlossen sind. Zuglecih erleben sie ihn aber im Fernsehen, während sie selbst kaum Zugang dazu haben.

Trotzdem gibt es keine Rechtfertigung dafür, ganze Straßenzüge in Brand zu setzten – auch wenn man keine Arbeit findet, vielleicht kein Englisch spricht und keine Ausbildung haben mag.

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Ehemaliger Nutzer 09.08.2011 | 21:57

… ich bin auch entschiedener Anhänger robuster Maßnahmen. Eindeutig ein Fall für den UNO-Sicherheitsrat zwecks Herstellung einer entsprechenden Resolution. Dem Machthaber Cameron und seinen Regime muss frühzeitig die rote Menschenrechtskarte gezeigt werden, wenn die Fehler der Vergangenheit nicht ständig und immer wiederholt werden sollen.
Wenn das Regime in London nicht unverzüglich damit aufhört, den friedlichen Protesten mit Gewalt zu begegnen, müssen die Luftstreitkräfte der NATO den zivilen Bevölkerungsschutz ab sofort übernehmen - wenn nötig mit Clusterbomben und Uranmunition…
Die Briten sind in der NATO?
Ja und - macht doch neurdings wohl auch nichts mehr aus…

lebowski 09.08.2011 | 21:58

Der Staat hat sich aus den Gebieten, von denen die Riots ausgingen, vor Jahren zurückgezogen. Da herrschen kriminelle Banden. Ohne die neoliberale Politik hätte es diese Entwicklung nie gegeben. Jetzt können sich die Reichen selber in ihren Ghettos verkriechen.
Eine Philosophie des "get rich, or die tryin'" kann langfristig nur in einer sozialen Katastrophe münden. Und die ist jetzt eben da. Der Mob wird sich irgendwann ausgetobt haben und für Politik, Reiche und das, was sich so im allgemeinen als "Elite" versteht, ist es gut zu wissen, wohin die Reise geht, wenn man weitermacht wie bisher.

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Ehemaliger Nutzer 09.08.2011 | 22:18

Großbritanien erntet jetzt, was Frau Thatcher gesät hat

Trefflicher kann man es nicht ausdrücken.

Verantwortlich: Albrecht Müller | www.nachdenkseiten.de
Es wäre zu einfach, die in Großbritannien sichtbare Gewalt und die Plünderung einfach auf die schlimmen sozialen Verhältnissen zurück zu führen. Da kommt einiges zusammen. Aber die so genannte Eiserne Lady hat mit der Zerstörung des Zusammenhalts, mit dem Predigen von ökonomischem Egoismus und der Kommerzialisierung aller Lebensverhältnisse, mit der systematischen Schwächung der Arbeitnehmerschaft und damit der weiteren Trennung der britischen Gesellschaft in oben und unten den Boden für die Gewaltwelle bereitet. Albrecht Müller.

Wenn Millionen Menschen nichts mehr zu verlieren haben, dann haben sie auch bei der Anwendung von Gewalt nichts zu verlieren, meinen sie. Da kann die britische Innenministerin noch so viel mit staatlicher Gegengewalt drohen.

Weil wir Thatchers Wahnsinn bei uns und in vielen anderen Ländern übernommen haben, bleibt diese Welle der Gewalt nicht auf Großbritannien beschränkt.

Die Gewalt in Großbritannien ist ein Symbol für das Scheitern der konservativen Ideologie in ihrer werte-losen Ausprägung. (Siehe dazu auch den Artikel im Tagesanzeiger). In dem diese Konservativen die Herrschaft der Märkte und der Selbstbereicherung als Organisationsprinzip der Ökonomie gepredigt haben, haben sie zugleich ihre sonst so hoch gehaltenen eigenen Werte ruiniert. Indem sie ihre Herrschaft mithilfe von rücksichtslosen Medienunternehmern wie Murdoch durchgesetzt und gefestigt haben, haben sie die Lebensgrundlagen demokratischer Willensbildung zerstört. Indem sie den Kommerz bei den elektronischen Medien wie auch im Umgang mit öffentlichen Leistungen und öffentlichen Unternehmen durchgepaukt haben, zerstörten sie wichtige gemeinschaftsfördernde Einrichtungen. Dem Volk gehört nichts mehr, weder die Wasserwerke noch das Fernsehen, weder die Eisenbahn noch die Wohnungen.

Daniel Meister 09.08.2011 | 22:28

Es sind doch nicht "Millionen von Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben", die hier plündern!
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Es plündern dort hauptsächlich Teenager mit Migrationshintergrund, welche oft auf Kosten des Staates leben, von linken Weltverbesserern immer als arme Opfer angesehehn werden und die sich nur etwas aus Konsum machen. Anscheinend sind alle diese "Armen" darüberhinaus mit Blackberrys ausgestattet!

Daniel Meister 09.08.2011 | 22:33

Man soll den Mob also weiterhin mit Samthanschuhen anfassen und die Unterstützung anheben?
Manchmal bestürzt mich schon, dass so jemand wie Sido (!!) eher versteht, wie diese jungen Leute gestrickt sind, als all die klugen Köpfe(mein ich echt so) hier im Chat.
Noch nie ein Gangsterrapvideo gesehen? Diese Plünderer wollen nicht arbeiten, die wollen nichts leisten...da helfen keine "Jugendclubs"! Man muss ihnen hart begegnen, denn sonst verlieren sie den Respekt...sagen sie selbst!

Freimin 09.08.2011 | 22:44

Gar nicht gewußt, daß im Freitag jetzt auch schon dieselben dumpfen Leser kommentieren wie in 'Welt', 'Süddeutsche', neuerdings auch 'Zeit'.

Anstatt hier gegen die Looser zu hetzen, sollten die Meister und Herrschaften erstmal den Artikel von Nina Power richtig lesen, bevor sie hier falsche Behauptungen aufstellen und zu unsinnigen Bewertungen kommen.

Keineswegs rechtfertigt die Autorin die Ausschreitungen von wildgewordenen Halbstarken. Aber sie gibt einen mir plausiblen Hintergrund ab, aus dem heraus sich die Ausschreitungen und Plünderungen problemlos verstehen lassen.

Der Deutsche Michel mag ruhig weiterdösen - aber anderstwo lassen sich die Leute nicht so viel gefallen wie im verpennten Germany, wo sich die Leute von Beamten und Chefs Dinge gefallen lassen, daß es einem gruselt.

Beispiel:
Einer Bekannten, die schweren Krebs erlitten hatte, wurde ein Haufen Leben entfernt. Derweil sie immerhin biologisch weitgehend überlebte setzte die AOK diese auf Krankengeld, entsprechend ihrem Letzten Lohn (Vollzeit). Seitdem muß die Dame mit ca 250 Euro auskommen (700 KG - 450 Miete). Sie erhält also noch nicht mal den Hartz4-Satz. Wie soll die Frau ihre Krankheit besiegen, wenn sie von Amts wegen gleichzeitig Monatelang in Angst und Schrecken gehalten wird.

Hätte ich nicht gedacht, daß es in Deutschland so mies zugeht.
Aber ich mußte mich belehren lassen, daß es auf dem Land und im Nordosten dieser Republik überhaupt recht wüst zugeht. Da schaffen Menschen ganztags + Schicht + Überstunden und gehen geschlaucht mit nur 950 Euro Netto (StKl 1) heim (bei körperlich strenger Arbeit).

Das paßt einfach nicht in eine Welt, wo schon kleine Facharbeiter das Doppelte, leitende Angestellte das 10-fache, Banker das 100-fache und Spitzenverdiener das 1.000-fache verdienen.

Meine Bekannte läßt sich all das gefallen - sie mag halt keine Streits und ist nicht gewöhnt für sich selbst zu kämpfen und zu krakelen. Aber ich würde in vergleichbarer Situation nicht einfach so ruhig zuguggen, wie mich die Bürokraten so zum schleichenden Sterben abservieren. Ich würde reinschlagen. Und ich würde meine Wut nicht runterschlucken und wieder Krebs bekommen wollen.

Wenn Menschen ungerecht behandelt werden - z.b. weil die Gesetze ungerecht sind oder die Gewerkschaften pennen - dann sind brennende Läden eben die Boten, mittels derer die Ärmsten zu uns sprechen. Das ist ja auch kein Wunder, kommen die Ärmsten in Zeitungen, Parteien und Gewerkschaften ja gar nicht zu Wort, bzw haben keine Vertretung in dieser Gesellschaft.

Erst keine passende Bildung geben, dann Jobs nehmen (oder unfair bezahlen), dann mundtot machen - aber bei Widerstand dann die Armee schicken. Typisch Konservative Reaktion. Soll es ihnen doch im Halse steckenbleiben, den Reaktionären ;-)

Oh, merkst man es, daß ich grad wütend bin?! ;-)

Daniel Meister 09.08.2011 | 23:16

Mein wütender Vorredner lebt wohl in nem andren Land!
Der "plausiblen Hintergrund", den Nina Power beschreibt, der wird ja selbst von den Plünderern bestritten. Diese "protestieren" nicht, sondern es geht ihnen um Gewalt und plündern.
950 Euro Netto !!!!!!!!! Davon kann man doch leben! Das Problem ist eben unsere Anspruchs- und Wohlstandsgesellschaft. Jeder muss ALLES haben (Handy, TV, Urlaub, Zigaretten)...und wenn an es nicht von selbst bekommt, soll der Staat einspringen!
"...dann sind brennende Läden eben die Boten"! Dies muss energisch beantwortet werden, denn Schutz von Leib und Leben, sowohl der Respekt vor Eigentum sind Grundpfeiler unserer Demokratie.

d353rt 09.08.2011 | 23:36

Die Grundpfeiler unserer Demokratie sind Konsens, soziale Ordnung, und vor Allem : Vertretung der Interessen ALLER.
Abgesehen von der Tatsache dass UK ebenfalls ( nach USA ) zur einer Plutokratie degradiert wurde, leben in diesen Ländern (und auch in Deutschland) immer noch einige wenige, die sich für die Demokratie einsetzen. Der eine oder andere Meister mag ja behaupten von 950 € leben kann, allerdings ist das in einer von Konsumzwang und Werbung geleiteten Welt FAST unmöglich. Einer dieser Jugendlichen wurde von einem Reporter gefragt, ob die Krawallmache gerechtfertigt sei, die Antwort war eindeutig: " Ja !, oder wurden Sie sonst über uns berichten ?" Es Frauen und Kinder dabei, und es finden Hunderte Festnahmen statt. Das sind doch keine Kriminellen oder Opportunisten, das sind Menschen, die von der Gesellschaft ausgeschlossen worden sind, Menschen die dazu gezwungen werden für Hungerlöhne zu arbeiten, wenn sie denn überhaupt arbeiten dürfen.
Und noch etwas Herr Meister: Sie nennen das Plünderungen ? Wie nennen Sie denn das, was die Reichen und Mächtigen aus unseren wohlhabenden Europa langsam machen ? Eine Wohltat ?
Die Unruhen HABEN DURCHAUS einen "plausiblen Hintergrund". Nur ein Arroganter Marktradikaler ist in der Lage über den sozialen Kern dieses Problems hinwegzusehen. Und übrigens Herr Meister, für meinen Urlaub ist der Staat noch nie eingesprungen, also schön vorsichtig sein.

d353rt 09.08.2011 | 23:59

Und dann noch eine Frage Herr Meister, an Sie : wo waren Sie in der Schule ? Gab es da Geschichtsunterricht ? Also in meiner Schule gab es so etwas, ich wurde darin sogar mündlich Geprüft (war Teil der Abi-Prüfung). Mein Thema waren die Bauernaufstände in Deutschland während der Zeit von Martin Luther. Und abgesehen davon kenne ich KEINE Revolution, die, unter anderen, nicht aus extremen sozialen Ungleichheiten resultierte.
Und diese Menschen in England und nicht nur dort, die gibt es auch in Berlin, in München, in Bremen, diese Menschen leben in Armut. Ja, sie haben zwar Zugang zu Strom und fließenden Wasser, aber sie sind besitzlos. Und wenn Sie mal einen übelst bezahlten Job bekommen, z.B. in einem Call-Center müssen Sie miterleben, wie die Vorstandsmitglieder jedes Jahr mit brandneuen Luxuswagen vorfahren. Und hier geht es nicht um Neid, sondern um Existenzängste der Armen, gegenübergestellt dem dreisten Vorgehen der Reichen. Und Reich bedeutet laut CNN : "over 5 millions"
Herr Meister, anscheinend verstehen Sie das nicht, aber es ist für UNS ALLE besser, wenn die Arbeiter, die Basis, zufrieden und gut bezahlt nach Hause geht. Dagegen ist der steigernde Umsatz der Luxuswagen-Hersteller noch nie und für keine Nation von wichtiger wirtschaftlicher oder gar sozialer Bedeutung gewesen. Das ist nur ein kleiner Auszug.

Machen Sie einige Bücher auf, bilden Sie sich Herr Meister !!!

Daniel Meister 10.08.2011 | 00:12

@d353rt
So, nun haben Sie also Abitur. Bestimmt kein bayerisches(da war ich auf der Schule, wollten Sie doch wissen), aber immerhin;)!
Ich glaube wir verstehen unter Armut einfach nicht das Gleiche. Es gibt kein Recht auf Luxusgüter! Bezüglich des Urlaubs, meinte ich, dass Sie das Recht auf denselben haben, doch nicht, dass Ihnen der Staat auch noch die Reise finanziert.
Es gibt keine Revolution, weder in Großbritannien noch hier. Die allermeisten Menschen sind mit unserem Gesellschafts- und Wirtschaftssystem zufrieden. Von Revolution träumen nur ein paar Unverbesserliche.

"Besitzlos": Besitz muss man sich erarbeiten und der Job im Call-Center kann ein Anfang sein.
Leistung muss sich lohnen, nicht das bloße Verlangen nach Reichtum. Das führt nur zur Gier und das zur Plünderung!
Volkswagen und Audis sind übrigens keine Luxuswagen!

Daniel Meister 10.08.2011 | 00:18

Natürlich sind es Kriminelle! Oder sind Diebstahl, Hausfriedensbruch und Zerstörung von Eigentum jetzt in Ordnung. Dann ist auch jeder Fußball-Hooligan schnell ein Revolutionär!
Es gibt keine Rechtfertigung für so was. Hätte sich der eine, achso arme Jugendliche mitten auf die Straße gesetzt und zusammen mit vielen Hundert FRIEDLICH protestiert, hätte man auch über ihn berichtet und man hätte ihn ernst genommen!
"Der eine oder andere Meister mag ja behaupten von 950 € leben kann, allerdings ist das in einer von Konsumzwang und Werbung geleiteten Welt FAST unmöglich."
Zynismus pur. Die Werbung ist daran schuld, dass Menschen nicht mehr sparen können;)!! Oh nein, die reine Gier. Fragen Sie mal die Vandalen (siehe Geschichtsunterricht)!

Nehmen wir mal an, nur rein hypothetisch, man würde Ihr Auto abfackeln. Dann wären Sie natürlich auch so verständnisvoll...;)!

j-ap 10.08.2011 | 00:38

»Die Grundpfeiler unserer Demokratie sind Konsens, soziale Ordnung, und vor Allem : Vertretung der Interessen ALLER.«

Nunja, die Interessenvertretung für alle ist bis heute ein Pfund, mit dem jeder Demokrat zu unrecht wuchern darf (näheres ist dem BGB und dem Staatsbürgerschaftsrecht zu entnehmen, das die Mindestanforderungen ans Menschenmaterial klarstellt, bevor dieses seine Interessen überhaupt vertreten sehen darf).

Aber davon abgesehen sind Sie sich in Bezug auf Konsens und Ordnung mit Theresa May, der plutokratischen Innenministerin des perfiden Albion, völlig einig:
We don't do water cannon, we rely on consent (Daily Mail, 09.08.11).

Gibt Ihnen das zu denken?

(Dem Daniel Meister sicher nicht, aber der ist auch nicht der Rede wert.)

d353rt 10.08.2011 | 01:08

@ Meister
Ja, ich habe Abitur. Ich habe sogar studiert. Und ich bin dankbar, dass trotz der Tatsache, dass meine Eltern nicht reich waren, die Möglichkeit hatte, die Bildung zu erhalten, die ich mir gewünscht habe. Und ich denke bei mir hat es sich ausgezahlt, jetzt kommt der Knaller: ich bin ein Selbstständiger. Und Einbrüche in Läden und Firmen sehe ich des Öfteren, Vandalismus ist mir zuwider. Aber ich kann differenzieren. Das was im Moment in Spanien, in Griechenland und in England passiert ist jedoch etwas anders als unsere urbane Kriminalität, sehen Sie das etwa nicht so ? Nun, die Engländer sind keine Spanier, sie antworten auf den Raub und Betrug durch die Eliten mit Gewalt. Ich kann das nachvollziehen, auch wenn ich es nicht unterstütze. Und die Eliten sind gewarnt worden ! Von Sozialarbeitern, von Aktivisten, ja sogar von der Polizei. Und hier eine Warnung an Sie Herr Meister: in Berlin und in anderen Städten Deutschlands warten schon viele junge Menschen darauf, ihren Ärger und Frustration über die "Lost Generation" freien Lauf zu machen. Das ist kein Witz, es gibt jetzt schon Videos und Blogs im Netz. Da ich Gewalt nicht unterstütze, leite ich hier keine Links weiter. Suchen Sie mal selbst Herr Meister, Sie finden bestimmt Sehenswertes.
Darüber hinaus, sind Revolutionen kein Traum , es sind geschichtlich bewiesene Tatsachen, verursacht unter anderen durch Blindheit der Herrschenden. Und viele Engländer sprechen von einer Revolution. Auf CNN, in The New York Times, und anderen normalerweise right-wing Medien werden diese Zitate gebracht. Auch wenn nur sehr verhalten.

Und noch etwas, wenn Sie tatsächlich denken, dass ein Call-Center-Job ein Anfang sein kann, dann haben Sie ein hartes Stück der heutigen Arbeitsmarktpolitik verpasst. Da herrscht brutale Ausbeutung, eine Atmosphäre der Angst und Hass. Und nicht selten bleibt den "Agenten" nach der Miete weniger als 350 €. Wahrscheinlich weil sie in Luxus-Apartments wohnen, und Kaviar zu Frühstück essen. Ein Unternehmer, der in Deutschland solche Umstände innerhalb seiner Belegschaft duldet und sogar fördert, ist für mich der wahre soziale Schmarotzer. Und Besitz wird heute nicht erarbeitet, es wird geerbt, unterhalten Sie sich doch mal darüber mit einem Mann, der 35 Jahre lang gearbeitet hat und heute, als Rentner, Pfand-Flaschen sammeln muss. Für Medikamente. Für ihn hat sich seine Leistung auf jeden Fall gelohnt. Und er ist kein Einzelfall.

"Leistung muss sich lohnen" , klar, deswegen ist Niedriglohn- Sektor derjenige der am schnellsten wächst. Und niemand verlangt hier nach Reichtum, diese Menschen wollen einfach mehr als 300 € im Monat ! Und sie scheißen auf "Neo-Liberalisierung in Namen der Freiheit".

Und ich sprach nicht von Audi und VW als Luxuswagen, die von oberen Management gefahren werden. Diese Herren fahren auch Porsche, Bugatti, ja sogar Lamborghini. Und ich werde niemals verstehen, wie man mit einem Lamborghini vor eine Firma vorfahren kann, in der die Kinder der eigenen Angestellten von Armut zerfressen werden. Aber ich verstehe sehr gut, wieso diese Kids auf die Straße gehen.

Daniel Meister 10.08.2011 | 01:24

www.dailymail.co.uk/news/article-2024016/UK-riots-2011-YouTube-Sickening-moment-bleeding-teenager-robbed-thugs.html

...und das sind keine Kriminellen?

Sie unterstützen als keine Gewalt, heißen Sie aber "klammheimlich" gut. Merken Sie was...das gab’s schon mal.
Wir "Eliten" (also 80% der Bevölkerung ist elitär) dürfen uns das nicht bieten lassen. Es ist doch keine Revolution, wenn ein paar hundert (mögen es tausend) gewaltbereite Teenager randalieren.
Im Gegensatz zu Ihnen kenne ich diese Leute! Nicht von Blogs oder Videos. Die wollen Plasmafernseher, NIKE-Schuhe, saufen und kiffen. Da gibt’s keine Agenda. Die wissen nicht wo Griechenland liegt.
Es randalieren doch nicht die Rentner, die Pfandflaschen sammeln, sondern Jugendliche, die Arbeit nicht kennen.

Achja...die New York Times right-wing;)))! Den müssen Sie mal in die USA erzählen...
"in der die Kinder der eigenen Angestellten von Armut zerfressen werden"
Kinder von Porsche-Arbeitern werden nicht von "Armut

d353rt 10.08.2011 | 01:25

Mit friedlichen Protesten gegen eine mittlerweile Billionen schwere, anti-demokratische Plutokratie, das ist Zynismus.
...und noch eine kleine Lektion aus der Realität: "wenn du nichts konsumieren kannst, bist du nichts"

Wenn mein Auto abgefackelt worden wäre, hätte ich sofort meinen Anwalt angerufen und die Stadtverwaltung verklagt. Wegen der offensichtlicher Missachtung der Warnungen. Ich hätte dabei nichts gewonnen, aber ich hätte zumindest das Gefühl, den Hauptverantwortlichen zu verstehen gegeben zu haben, das ich nicht völlig blind bin.

d353rt 10.08.2011 | 01:25

Mit friedlichen Protesten gegen eine mittlerweile Billionen schwere, anti-demokratische Plutokratie, das ist Zynismus.
...und noch eine kleine Lektion aus der Realität: "wenn du nichts konsumieren kannst, bist du nichts"

Wenn mein Auto abgefackelt worden wäre, hätte ich sofort meinen Anwalt angerufen und die Stadtverwaltung verklagt. Wegen der offensichtlicher Missachtung der Warnungen. Ich hätte dabei nichts gewonnen, aber ich hätte zumindest das Gefühl, den Hauptverantwortlichen zu verstehen gegeben zu haben, das ich nicht völlig blind bin.
Zwangs-Kriminalisierung des Volkes kämme mir da nicht in den Sinn.

Daniel Meister 10.08.2011 | 01:51

Die Stadtverwaltung??
Sie amüsieren mich:-)
Also, die Stadt muss die Straßen räumen, damit dieser Mob gewaltsam randalieren darf?

"wenn du nichts konsumieren kannst, bist du nichts"
Und daran soll man sich jetzt halten. Da kenn ich noch 10 andere genauso dumme Sprüche.

"Zwangs-Kriminalisierung des Volkes": Habe ich das gemacht. Es ist eben NICHT das Volk, oder die Bürger Londons. Die friedlichen Bürger sind die überwältigende Mehrheit derer, die sich empören, die heute Nachmittag aufgeräumt haben und ein härteres Vorgehen der Polizei verlangt haben. Ja sogar den Einsatz der Armee. Das Volk will effektiv vor dem Mob beschützt werden.

Aber das ist typisch...man interessiert sich hier für die Täter, nicht für die Opfer.
Noch eine Frage.
Ein Auto anzünden ist nicht kriminell?

Fro 10.08.2011 | 01:55

Die Randale ist eine ganz natürliche Reaktion auf die Auswirkungen des neoliberalen Wirtschafts-und Gesellschaftssystems. Jeder, der diese Auswirkungen nicht mag – dazu gehöre ich auch – sollte sich Gedanken machen, nach welchen Maßgaben/Werten das planetarische Gesellschaftssystem gestaltet werden sollte, um all den Schwachsinn, mit dem wir es auf diesem Planeten zur Zeit zu tun haben, zu vermeiden.

lebowski 10.08.2011 | 01:57

"Leistung muss sich lohnen, nicht das bloße Verlangen nach Reichtum. Das führt nur zur Gier und das zur Plünderung!"

Jetzt müssen Sie nur noch erklären, worin denn die Leistung von Frau Klatten, Frau Mohn und Co. bersteht, um auf ein paar Milliarden Euro Vermögen zu kommen. Oder worin bestehen die Leistungen eines Carsten Maschmeyer? Anderen wertlose Lebensversicherungen aufschwatzen!

Gerade die Menschen, die echte Leistungen erbringen, sind die ärmsten Schweine in diesem Land.

d353rt 10.08.2011 | 02:00

1. Diebstahl ist eine Straftat, keine Frage, aber, zum letzen Mal: wenn mal mit solchen Bildern von dem sozialen Kern ablenkt, ist das keine Nachrichtenerstattung, das ist radikaler Populismus
2. Dass Sie diese Leute nicht im Geringsten kennen, beweist Ihre pauschalisierte Beurteilung. Und dazu sind Sie diskriminierend.
3. Die Rentner-Kriminalität steigt: in Deutschland und Japan
4. Selbstverständlich ist die New York Times frei von right-wing-Opportunismus. Sicher, und niemand hatte jemals vor eine Mauer zu bauen
5. Verdrehen Sie bitte nicht meine Aussagen, ich sprach von den Kindern der Call-Center-Agents, nicht von den Kindern der Porsche-Arbeiter. Wobei Porsche auch schon in den Niedriglohn-Sektor eingestiegen ist. Direkt und indirekt. Noch nicht gewusst ?
6. Ihr Niveau ist mich nicht länger von Interesse. Sie verstehen die einfachsten Sätze nicht, und bedienen sich populistischen Inhalten. Ungebildete Marktradikale sind diejenigen die uns diese Suppe gekocht haben. Es steht Ihnen frei sich weiterhin zu meinen Kommentaren zu äußern, ich für meinen Teil werde Ihre Kommentare stillschweigend erdulden.

Daniel Meister 10.08.2011 | 02:03

@txxx666
Aufwachen!!!!
Das ist das einzige Gesellschaftssystem, das funktioniert! Gegenbeispiel?

Sozialismus, Marxismus, wie auch immer...aus und vorbei!
Da waren alle zufrieden, keiner hat gemeckert(wehe er hat) und eine "Ausbeutung der Vielen durch eine kleine, scham- und skrupellose Minderheit" gab’s natürlich nie;)!
Geschlafen in Geschichte?
Move to North Korea...kein Kapitalismus...alles schön;)

Daniel Meister 10.08.2011 | 02:03

@txxx666
Aufwachen!!!!
Das ist das einzige Gesellschaftssystem, das funktioniert! Gegenbeispiel?

Sozialismus, Marxismus, wie auch immer...aus und vorbei!
Da waren alle zufrieden, keiner hat gemeckert(wehe er hat) und eine "Ausbeutung der Vielen durch eine kleine, scham- und skrupellose Minderheit" gab’s natürlich nie;)!
Geschlafen in Geschichte?
Move to North Korea...kein Kapitalismus...alles schön;)

Daniel Meister 10.08.2011 | 02:07

Freies Unternehmertum hält Menschen in Lohn und Brot.
Mag sein, dass eher die Vätergeneration der obig Erwähnten die Firmen groß gemacht haben, aber allein der Fortbestand der Firmen sichert unseren Wohlstand.
Wollen Sie ne Art Sozialismus...? Sie haben ja gesehen wohin das führt!

Mann die habens eben geschafft!
Da ärgern mich Millionen für Vettel, Jay-Z, Lady Gaga mehr;)

Daniel Meister 10.08.2011 | 02:13

@d353rt
Dann erdulden Sie mal, wenn Sie zu feige sind zu antworten, Ihre Sache.

1."mit solchen Bildern von dem sozialen Kern ablenkt"
Es gab heute leider nur "solche Bilder"

2. Die NY Times ist liberal...Informieren Sie sich mal!
Aus Ihrer Sicht ist wohl auch der Observer right-wing

3. "von Armut zerfressen", das waren Ihre Worte. Wo bitte wäre das in Deutschland?
Armut auf hohem Niveau, in Afrika würde man Sie auslachen, wenn Sie von "Armut" sprechen.

lebowski 10.08.2011 | 02:20

"Mag sein, dass eher die Vätergeneration der obig Erwähnten die Firmen groß gemacht haben, aber allein der Fortbestand der Firmen sichert unseren Wohlstand."

Sie haben nur bayrisches Abitur, deswegen will ichs Ihnen erklären. Es waren nicht "die Väter", die diese Unternehmen groß gemacht haben, sondern hauptsächlich Juden, die dann in den Dreißigern von den Nazis vertrieben oder umgebracht wurden oder geflüchtet sind. Und als die Firmen da so blöd rumlagen, haben die Quandts und Co. einfach mal zugegriffen.
Mit Leistung hat das ganze nichts zu tun gehabt.
Die Wirtschaftselite hat nichts besonderes geleistet, sie hat hauptsächlich andere für sich leisten lassen.

Daniel Meister 10.08.2011 | 02:34

@lebowski

Mit den Enteignungen haben Sie Recht. Allerdings 2011 damit zu argumentieren ist ganz schön hinterhältig. Zudem haben ja die Juden diese Firmen aufgebaut und gerade auch jüdische Unternehmer mussten sich diesen dummen Ausbeutungsvorwurf seitens der Nazis gefallen lassen.
Es geht nicht um ein Gegeneinander, sondern um ein Miteinander. Arbeitgeber-Arbeitnehmer. Die Bundesrepublik ist eine Erfolgsstory seit 1949!
Beenden Sie doch mal Ihr Klassendenken!
In welchem Land lebt es sich als Arbeitnehemer besser? Kuba?

miauxx 10.08.2011 | 02:44

Über die Punkte, die Daniel Meister hier oben (schrieb am 09.08.2011 um 21:16) anspricht, kann man gut reden. Auch wenn Daniel offenbar die Tragweite dessen, was er anspricht, nicht versteht.
Klar sind die, sagen wir mal Unruhen, in England nun in ihrer Form unsympathisch, weil sie selbst radikaleren Gerechtigkeitsdenkern Angst machen. Der Protest ist nicht erkennbar! Offenbar unterschiedslos wird zugeschlagen, die Leute zerdeppern ihr eigenes Wohnumfeld und scheinen letztlich auch nur auf den eigenen materiellen Vorteil aus zu sein, wenn sie in einer Blase aufgekündigter Staatsgewalt ein Paar neue Nike-Schuhe oder ein Flatscreen mitnehmen lassen. Eine Feier des Triumphes!

Naja, klar wird keiner der "Protestierer" nun auf der Strasse gefragt, einen Begründungsschwall mit soziologischem Tiefgang von sich geben. Er wird auch seine Gewalt und vielleicht auch Plünderung nicht im Voraus einer Sinn- und Zweckanalyse unterzogen haben.
Hier geht es aber zunächst darum, solche Erscheinungen in ihrer Drastik wahrzunehmen. Woher kommt dieses Extremität und Skrupellosigkeit?

Und da hilft es eben nicht, nur einen Bedrohungsapparat aufzubauen, der schlicht Angst erzeugen soll, um wiederum die Angst, welche solche Exzesse erzeugen, zu bekämpfen.
Was die Leute da in England, wie auch ehedem in Frankreich, letztlich in Gangstermanier treiben, findet natürlich wesentlich auch seine Ursachen darin, dass "jeder ALLES haben muss".
"Haben zu müssen" - das ist zunächst mal das, was offenbar in unserer Welt die Gesellschaft erzeugt.
Die Gangstermanier sagt dann etwa: Naja, ich habe eben keinen nine-to-five Job (kriegen können?) und kein Salär, dass mir das und jenes ermöglicht, aber ich kriege es auch auf meine Weise.
Das, was zu Recht den obersten Einkommensklassen als perfide Selbstgerechtigkeit und maßlose Vorteilnahme angelastet wird, findet sich abbildlich im "Gesetz der Strasse", beim kleineren und größeren "Gangster" wieder.
Was will man also erwarten?

Und damit landet man letzten Endes wieder beim, ja ich weiß: altbekannten, Wesen des Kapitalismus. Wenn im zitierten Werk von Wilkinson/ Pickett vom Heil "gerechter Gesellschaften" die Rede ist, wird da wohl auch von kapitalistischen Gesellschaften die Rede sein, welche nicht so markante Lücken zwischen Arm und Reich aufweisen.
Im Vergleich zu Ländern wie GB oder D, werden womöglich Länder wie Norwegen als positives Beispiel dastehen. Hier von gerechte(re)n Gesellschaften zu sprechen, würde natürlich nur eine lokale und, ich behaupte auch, temporäre Gültigkeit haben.
Letztendlich ist es dem Kapitalismus unmöglich, Gerechtigkeit herzustellen. In einigen Ländern zeigt sich das eben mehr als in anderen (wobei erstere zahlenmäßig überwiegen). Und wenn die Ungerechtigkeit auch nicht unmittelbar oder vor Ort sichtbar ist, heißt das nicht, dass sie deshalb nicht da ist. Irgendwo wird der Dreck jedoch immer liegen gelassen.

Wahr ist aber, wenn man sagt, dass gerechtere Gesellschaften weniger anfällig für Krankheiten sind. Krankheiten im medizinischen, wie auch übertragenen gesellschafts-gesundheitlichen Sinne.
Wenn man sich aber nur in der Lage sieht, Symptome brutal zu unterdrücken, indem man letztlich wieder neue Ausbrüche provoziert, ist dem Problem einer gesünderen Gesellschaft am wenigsten begegnet.
Und genauso wenig ist einem solchen Problem begegnet, wenn man rein auf der materiellen Ebene diskutiert: "950 Euro Netto !!!!!!!!! Davon kann man doch leben! Das Problem ist eben unsere Anspruchs- und Wohlstandsgesellschaft."
Diese Reihung von Sätzen Daniels geht gar nicht!
Die ersten beiden Sätze hebeln aus, was der letzte als Problem benennt.

j-ap 10.08.2011 | 03:34

»Erstaunlich« ist daran rein gar nichts. Wäre der sengende und brandschatzende Mob wenigstens nach Whitehall gezogen und hätte das Schatzamt ausgeräuchert, hätte man wenigstens einen Umsturzversuch diagnostizieren können.

Stattdessen macht sich das über Dekaden hinweg sorgsam gehegte und bis zur Sedierung paßgenau zurechtadministrierte Proletariat übers kleinbürgerliche Straßenladeninhabertum her, das hinwiederum auch prompt seinen ältesten Reflex entdeckt und mit selbst gezimmerten Kiezmilizen aufwartet, die vor den Kiosken künftig Schmiere stehen.

Warum das so ist, das haben Sie zwischen den Zeilen selber ausgesprochen: Ihnen gelten allenfalls Banken und Börsen als Repräsentanzen des »Systems«, auf gar keinen Fall aber etwa das Parlament, ein Ministerium oder eine Kaserne, also die Orte, in denen eben die Staatsmacht sitzt, die das ganze falsche System überhaupt erst gewaltsam garantiert. Es soll ja auch gar keine Regierungsgewalt angegriffen werden — vom Abschaffen war ohnehin noch nie und nirgendwo die Rede —, sondern sie soll lediglich dazu aufgefordert werden, endlich einmal in dem Sinn tätig zu werden, den sie selbst stets auslobt.

Irre.
Alle.

SuzieQ 10.08.2011 | 03:59

So manchesmal frage ich mich:
Kommentar ist sponten entstanden oder über Stunden gefeilt?
Wenn hier in der FC die Blogger mal von ihrem Ego loslassen,lass ich meine blogs los,die Kommentatoren sind "nur" die (be)reinigende Kraft, alles im Zaum halten.
Provoziert,worden,von Provokateuren,im
reallife-realtime-Modus.
Sinn geht anders,Leben ist anders.Hier,so mein Anschein, baden die Egos.
Macht für mich keinen Sinn,aber was heißt das schon!?
Mein Eindruck mag täuschen,Unbehagen bleibt.

Giuseppe Navetta 10.08.2011 | 04:26

@Freimin

"Gar nicht gewußt, daß im Freitag jetzt auch schon dieselben dumpfen Leser kommentieren wie in 'Welt', 'Süddeutsche', neuerdings auch 'Zeit'."

Ja, leider, ist ja "internetspezifisch", dass jedermann seinen dahingeschissenen Tresenquatsch dazugeben darf... ...aber es lohnt auch keine Replik, wie "j-ap" schon zurecht bemerkte.

Glückerlicherweise gibt es aber doch zahlreiche Community-Mitglieder hier, mit denen eine produktive und bereichernde Auseinandersetzung möglich ist...insofern: So what!

Wem immer noch nicht aufgefallen ist, in welcher sozioökonomischer Verfassunng unsere so manchmal zu recht manchmal zu unrecht gepriesenen bürgerlich-kapitalistischen Demokratien nach jahrzehntelanger neoliberaler Indoktrination sich befinden, dem ist im Grunde eigentlich nicht mehr zu helfen...

Giuseppe Navetta 10.08.2011 | 04:54

@j-ap

"Es soll ja auch gar keine Regierungsgewalt angegriffen werden — vom Abschaffen war ohnehin noch nie und nirgendwo die Rede —, sondern sie soll lediglich dazu aufgefordert werden, endlich einmal in dem Sinn tätig zu werden, den sie selbst stets auslobt."

Herrlich!!! In dem Satz ist alles auf den Punkt gebracht!

Ich schätze Ihre Kommentare hier manchmal sehr, obwohl ich ihre Einschätzung über die Funktion des bürgerlich-demokratischen Staates im kapitalistischen System, soweit ich diese bisher beurteilen kann, nicht vollkommen teile.

Das "Irre.Alle." am Ende erinnert mich aber dann doch wieder an den Anarchisten in Emile Zolas Roman Germinal, der in der Kneipe sitzend von den Sabotage-Akten der sozialistisch agitierten Grubenarbeiter hört und über sie schimpft und sie verflucht, sie würden doch gar nichts kapieren, wenn sie meinten, es gehe "nur" um ein bisschen mehr "Brot" oder "Lohn"...

Das Schlimme ist: Er, der Anarchist, hat ja irgendwie recht, aber auf anderer Art und Weise auch wieder nicht!

Mit besten Grüßen

Morgaine620 10.08.2011 | 09:09

Danke fuer diesen Artikel, der eine ganze Menge richtiger Gesichtspunkte zum Problem darstellt.
Ich lebe seit vier Jahren in Grossbritannien und arbeite seit einiger Zeit in einem Supermarkt auf Mindeslohn-Niveau. Das sind ungefaehr 820 Pfund pro Monat (Steuer und Sozialversicherung bereits abgezogen). Falls ich mir eine Wohnung alleine nehmen wollte (1 Zimmer Kueche integriert und Bad) muesste ich ungefaehr 600 Pfund kalt bezahlen. Dazu wuerden ungefaehr 100 Pfund Gemeindesteuer kommen, 40 Pfund fuer Wasser, 100 fuer Strom, da hier die meisten Wohnungen mit Nachtspeicherheizungen beheizt werden, Telefon waere nochmals 25 Pfund oben drauf. Damit waere mein Lohn schon weg. Ich koennte ungefaehr 150 Pfund Beihilfe bekommen. Ein woechentlicher Einkauf (ohne Fleisch und Fertiggerichte und Getraenke) sind ungefaehr 50 Pfund (und das obwohl ich 10% Rabatt als Angestellte bekomme). Ich lebe in einer laendlichen Gegend, die eine der guenstigsten im Lande ist. In London kann man fast das doppelte bezahlen.
Obwohl mein Arbeitgeber Gewinne ueber Gewinne macht werden mehr und mehr Arbeitsstunden eingespart und auf die Mitarbeiter wird ein imenser Druck ausgeuebt nicht aufzumucken!
Ich verstehe, woher die Probleme kommen.
Aber worueber ich mich doch sehr wundere, ist die Tatsache, dass die jugendlichen Gewalttaeter sich ueber Blackberry's Chatprogramm verabreden. Ich kann mir beileibe kein Blackberry leisten und ich arbeite Vollzeit.
Ich denk,e die Probleme sind sehr vielschichtiger als uns zumeist klar ist. Sie sind nicht "einfach" nur kriminelle und gute Menschen oder "alle" sind unterprivilegiert und frustriert. Daneben gibt es eine ganze Menge sinnloser Zerstoerungswut von gelangweilten Menschen.
Bei den Jugendlichen in London war ein etwa 11-jaehriger Junge mit einer selbstgebastelten Brandbombe. Wo sind die Eltern?????
Hier gibt es so viele Facetten zu bedenken - es wird ein grosses Umdenken allgemein beduerfen, um hier eine Loesung zu finden.

baumhoff 10.08.2011 | 11:18

Lieber WilhelmZwo,
mir geht das etwas zu schnell mit dem populären "Scheitern der multikulturellen Gesellschaft". Das liest man heute so oft.

Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft - Fakt - und können uns ein Scheitern gar nicht leisten.

Nein, in England ist nicht das das Problem. Eher unkontrollierte Einwanderung, eine unbeschreiblich ungleiche Gesellschaft, und ein auseinanderfallen der verschiedenen Schichten. Es gibt keinen gemeinsamen Nenner mehr, scheints mir. Nichts woran alle glauben oder was Menschen verbinden könnte. Aber England hat schon lange einer der höchsten Kriminalitätsraten Europas. Es ist zu einer Verrohung gekommen, die mich ziemlich schockiert hat seit ich da lebe. Aber natürlich gibt es immer wieder auch Inseln des zivilen Lebens wo man es besser geht.

asansörpress35 10.08.2011 | 13:15

Ein sehr guter, tief lotender Beitrag! Selbstverständlich ist Gewalt gegen Menschen und Sachen zu verurteilen. Jedoch muss man sich doch zunächst einmal fragen: Wie konnte es mit einer Gesellschaft so weit kommen, dass offenbar gar keine Werte mehr zählen?! Diese Menschen, welche nun alles kurz und klein schlagen, brandschatzen und stehlen haben offenbar gar keine dieser Wert vermittelt bekommen bzw. kennengelernt. Wahrscheinlich gehörten schon deren Eltern zur Unterschicht, zu den Arbeitslosen, Abgehängten. Die Jugendlichen aus diesen Familien von heute haben noch weniger Chancen als ihre Eltern. Es ist einer verlorene Generation. Sie hängen auf der Straße herum und machen nicht zuletzt Dummheiten. Zuhause hocken sie vorm Fernseher und gucken "Tittytainment"-TV. In den Werbepausen sehen sie Produkte und ein Leben, das sie nie führen werden. Die Ursachen für die Gewalt von heute sind nicht zuletzt - da gebe ich Albrecht Müller (NachDenkSeiten) recht - in der Politik Margret Thatchers zu suchen: www.nachdenkseiten.de/?p=10413
Premier Cameron - der erst ein ganz bestimmt folgenschweres Sparpaket abgeschickt hat - fährt nun gewissermaßen die Ernte ein, welche aus Thatchers Samen hervorgegangen ist.

Mit mehr Polizei (selbst da hat Cameron bis zum Knacken gespart) werden die Probleme nicht zu lösen sein. Wir brauchen eine Gesellschaft, die die Menschen zusammenführt. Keine, die die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinanderklaffen lässt.

Auch wir hier in Deutschland sollten aufpassen, dass es zukünftig nicht zu solchen bürgerkriegsähnlichen Zuständen kommt.

Menschen müssen die Chance der Teilhabe an der Gesellschaft bekommen und ein Leben in Würde führen können.
Wer von uns würde denn auf Dauer eine Gesellschaft, eine Demokratie verteidigen wollen, von der wir ausgeschlossen und letztlich verhöhnt werden. Es muss - auch angesichts der Krise in wir abermals stecken - endlich Schluss sein mit einem neoliberalen System, das wenige Prozent Menschen der Gesellschaft zum platzen reich macht und den anderen - der Mehrheit! - immer mehr nimmt bzw. noch die letzten Almosen verweigert. Machen wir in der Art weiter, werden wir Verhältnisse bekommen, die wir uns nicht wirklich wünschen können! Auch die Profiteure des jetzigen falschen Systems können sich das nicht im Ernst wünschen. Doch denken sie so weit?

Daniel Meister 10.08.2011 | 13:33

@most of all

Seit ich mich hier im Chat bewege fällt mir immer wieder Folgendes auf:

1. Es ist fast schon gleichgültig um welches Thema es sich handelt, die meisten Blogger machen sämtlichst "unser System" dafür verantwortlich. Da wird mal ganz allgemein vom Kapitalismus gesprochen, dann wieder vom Neoliberalismus. Es wird versucht ein Gesellschaftsbild zu malen, in dem ein paar wenige Superreiche die unteren Schichten nach Strich und Faden ausbeuten, Weshalb diese wiederum fast schon ein Grundrecht auf revolutionäres Verhalten hätten.

Dies erinnert wohl nicht ganz zufällig an altbekannte Modelle untergegangener Realsozialismusversuche vergangener Dekaden.

2. Es wird verkannt, dass die überwältigende Mehrheit der westlichen Demokratien (auch im Vereinigten Königreich und in der Bundesrepublik) mit diesem "System" zufrieden ist. Sonst hätten die Wahlergebnisse sämtlicher vergangener Wahlen anders gelautet.

3. Alle meine Fragen nach einem "Alternativsystem" blieben stets unbeantwortet.

4. Die obig erwähnte Mehrheit sehnt sich nach Wohlstand, den sie fleißig erarbeitet und beschützt haben will. Sie will Recht und Ordnung, nicht Anarchie.

5. Es kann nicht angehen, dass die Randalierer dauernd als Opfer der Gesellschaft dargestellt werden. Diese wird es immer und in jeder Gesellschaft geben. Absolute Gleichverteilung wird es nie geben.

Zum eigentlichen Thema

Man hat der britischen Polizei die "Waffen" genommen, sich zu verteidigen. Die Öffentlichkeit war empört, als sie fast wehrlose Polizisten sah, die sich beschimpfen sowie provozieren lassen mussten und den Plünderungen kaum Einhalt gebieten konnten.
Dies führt zu Bürgerwehren.
Polizeipräsenz und Härte wirkt. Siehe gestern Nacht in London.
"Sweep the scum off the streets"!

lebowski 10.08.2011 | 13:53

"Mit den Enteignungen haben Sie Recht. Allerdings 2011 damit zu argumentieren ist ganz schön hinterhältig."

Was hat diese Argumentation denn mit der Jahrezahl zu tun. Es ging darum zu zeigen, dass Vermögen in den seltensten Fällen etwas mit Leistung zu tun hat sondern mit Gewalt.

"In welchem Land lebt es sich als Arbeitnehmer besser? Kuba?"

Leute wie Sie glauben immer, dass die sogenannten "sozialistischen" Länder völlig andere Gesellschaftssysteme sind. Sie sind aber fast identisch. Deswegen können die chinesischen Kommunisten ihr Land in eine kapitalistische Hölle verwandeln. Beim Sozialismus handelt es sich de facto um nichts anderes als um Staatskapitalismus.

Die ganzen kapitalistischen Kategorien wie Arbeit und Lohn sind ja im "Sozialismus" nicht aufgehoben.

In einem anderen Gesellschaftssystem gäbe es so etwas wie "Arbeit" nicht, also den Zwang für Geld seine Lebenszeit zu verkaufen, um dann Dinge zu machen, die nichts mit dem eigenen Leben zu tun haben.

Daniel Meister 10.08.2011 | 14:02

"A key factor in delinquency is lack of effective sanctions to deter it. From an early stage, feral children discover that they can bully fellow pupils at school, shout abuse at people in the streets, urinate outside pubs, hurl litter from car windows, play car radios at deafening volumes, and, indeed, commit casual assaults with only a negligible prospect of facing rebuke, far less retribution."

"Only education — together with politicians, judges, policemen and teachers with the courage to force feral humans to obey rules the rest of us have accepted all our lives — can provide a way forward and a way out for these people."

Sagt alles!

tlacuache 10.08.2011 | 14:02

Daniel Meister:
Ihre Texte kann man nicht wirklich ernst nehmen...

Arbeiten Sie eigentlich beim BKA um potenzielle linke Bombenbastler auszuloten?

Ihre Texte erinnern schon sehr an einen
"agent provocateur",
oder macht es ihnen einfach Genuss mit inhaltlichem Stroh rumzufackeln?

Ich habe mich zum Glück verabschiedet auf ihre Gülle einzugehen.
;-)))))))))
Sie brauchen mir gar nicht Antworten,
mir ging es hier mal um die Rolle des "agent provocateur" für andere Kommentatoren... (Obacht!)

lebowski 10.08.2011 | 14:06

Also ich weiß gar nicht, was die Briten haben. Man muss sich doch nur einmal dies schöne Foto auf der Homepage des norwegischen Rundfunks anschauen.

www.nrk.no/drfront/resources/img/2011-08/10/2-c5983875-27b705a3.jpeg

Junge, aufgeschlossene Menschen, die mit ihren Handy-Kameras ein schönes Happening fotografieren und für die Kameras posieren.
Diese Leute wollen ja nicht mal mehr eine neue Gesellschaftsordnung, die wollen Blackberrys und Klamotten von H Ja, mein Gott, dann sollen die Briten ihnen doch den Plunder geben, wenn die so scharf drauf sind. So billig war Turbokapitalismus noch nie zu haben.

laubfrosch 10.08.2011 | 14:12

sehr geehrter herr meister.

1. der wichtigste punkt in dem hier besprochenen kontext ist, dass es in den letzten monaten friedliche proteste gegeben hat, in london sogar mit 500.000 teilnehmern, aber trotzdem keine runden tische.
es gibt keine dialogbereitschaft, nur verhärtete fronten in der sozialen frage in GB ...

dieser friedliche protest wird ignoriert, dann eskaliert das ganze in gewalt, und man sagt den leuten :
protestiert doch friedlich, dann hören wir euch auch zu ...
ha ha ... ist das witzig nicht wahr ?

2. ihre solidarität für die ladenbesitzer ist mehr als verständlich, sie ist obligatorisch.
der protest tut sich wirklich keinen gefallen damit die eigenen stadtviertel zu zerstören und zu plündern.

bleibt nur die frage wo war und ist ihre solidarität mit den unterprivilegierten
die nun in 3er generation in folge von sozialhilfe leben ?
die sich seit 30 jahren fragen ob das leben noch mehr zu bieten hat als sofa und glotze ?

die mit geringerer lebenserwartung ausgestatteten, die häufiger psychisch kranken und vereinsamten, die hilflos mitansehen müßen wie die nächste generation in den strudel hereingesaugt wird ?

da haben sie geschwiegen, heute sind sie empört.
das passt für mich nicht zusammen.

laubfrosch

tlacuache 10.08.2011 | 14:30

Lebowski,
ich schmeiss mich wech' ueber das Foto,
zu meinen Zeiten gab's bei H noch gar kein Palästinenserhalstuch.
Auch die Fotos mussten klassisch im Badezimmer entwickelt werden und konnten noch nicht auf dem Chip des Handys abgespeichert werden.
Die jungen Leute haben's auch wirklich zu einfach bei "Reloaded Revolution" 8.3...
Auch das Blut der Knüppel ist schon in Magenta, Cyan und Gelb gepixelt, alles gar nicht "wirklich"...
LG

tlacuache 10.08.2011 | 14:42

Phineas Freek:
Nicht in die "agent provocateur" - Falle reinmarschieren !

Zum anderen muss ich wiedersprechen, den Jungs in England, um Morgaine620 zu zitieren, geht es tatsaechlich nur darum "Du hast ein I -Pad, ich hab' keins", also Statussymbole die DIR mit 18 in der Werbung 1000 Fach vorgegaukeln, "damit" (z.B. I - Pad) bist Du ein(e) "wirkliche(r)" Mensch (Existenz), auch ein Flachbildschirm ist besser zum wichsen (Sorry, gelbe Karte)...

gweberbv 10.08.2011 | 14:45

@Morgaine620

Wie kommen in GB denn nur solche Mondpreise für Mieten zustande? 600 Pfund für eine Ein-Zimmer-Wohnung in einer abgelegenen Region? Zumal ja der Standard einer Mietwohnung dort deutlich unterhalb dessen ist, was in Deutschland als normal angesehen wird. So zumindest mein Eindruck in Belfast und London.

Wenn auf britischen Immobilienmarkt Krise herrscht, dann würde man doch mit fallenden Mieten rechnen. Seltsam.

Magda 10.08.2011 | 14:48

Herr A-P,
"Wäre der sengende und brandschatzende Mob wenigstens nach Whitehall gezogen und hätte das Schatzamt ausgeräuchert, hätte man wenigstens einen Umsturzversuch diagnostizieren können."

Vorangestellt, (Sie lieben ja solche Exkurse):
Das Wort "brandschatzen" wird immer gern verwendet, leider aber immer falsch. Brandschatzen bedeutete eigentlich - mit dem Feuer drohen und dann Geld dafür einstreichen, dass man keinen Brand legt.

Warum die Leute nicht das machen, was - aus der Sicht kluger Analytiker, Systemkritiker, gesellschaftlicher Durchblicker und revolutionärenr Denker - logisch und folgerichtig wäre, hängt damit zusammen, dass sie es nicht verstehen. Sie machen nicht das, was Sie Ihnen "zudenken" . Sie sind beeinflusst von Massenmedien, die ihnen das Denken abnehmen wollen.
Sie aber als denkender Mensch, sehen die "Masse" ohnehin nur als eine Art Instrument zur Erreichung politischer Ziele und wenn sie dann in die falsche Richtung "ausschlägt" und damit zum Mob wird - dann wird Ihnen übel. Tja, die Menschen sind so wie sie sind.

Bildung wäre eine wichtige Sache, aber an der wird ja auch gespart.

laubfrosch 10.08.2011 | 14:50

das sagt gar nichts.

was nutzt denn all die bildung und egagement für die betroffenen, wenn hinterher doch kein bedarf und platz für die betroffenen geschaffen wird ?

als erstes brauchen wir arbeit für alle, und zwar lohnarbeit welche genug lohn abwirft um wenigstens allen anforderungen der gesellschaft gerecht zu werden.

der arbeitnehmer soll gesund sein um sein tagwerk verrichten zu können ?
also muß er ein angebot an sport und gesundheit haben.
ein turnierfähiger tischtennisschläger kostet schon mind. 60-80 €.
arzt, klinik, reha und kuren müßen finanziert werden können.

der arbeitnehmer soll gebildet sein ?
dann müßen gute schulen mit kleinen klassen, freier zugang zu den universitäten und betriebliche und außerbetriebliche fortbildung den wissensstand ermöglichen.
und nebenbei muß es auch gutbezahlte jobs für dumme, phlegmaten, hässliche und übergewichtige geben; sie stellen nämlich auch unsere gesellschaft.

der arbeitnehmer soll angepasst attraktiv sein ?
dann müßen die dritten zähne bezahlbar sein, der sozialhilfe empfänger muß sich mind. einen guten satz klamotten von H leisten können.
und auch einen friseur muß er sich leisten können.

aber die standards so hoch setzen dass 1/3 der gesellschaft die latte zwingend reißen muß, weil zu alt, zu jung, zu arm und überhaupt zu anders, und dann einfach den leuten zu sagen : " geht arbeiten, macht was aus euch .. " das ist zu billig.

keine jobs anzubieten und gleichzeitig für den arbeitsmarkt zu befähigen ist surreal.
der anfang ist die arbeit wieder zu teilen, so dass jeder lohnarbeit hat.
die auswüchse des shareholder value wieder rückgängig zu machen, den öffentlichen sektor so weit zu stärken bis alle wieder in lohn und brot sind.

dann reden wir weiter ...

laubfrosch

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Ehemaliger Nutzer 10.08.2011 | 15:10

@d353rt

gut erkannt und auch beschrieben, ich hätte es nicht besser gekonnt.
Beim MDR äußerte sich ein Professor über die Geschnisse in Großbritannien.
Kein Wort von Verbrechern, kein Wort von Banden, sondern es ist der Aufstand von ausgegrenzten Menschen, der auch bei uns kommt, wenn das soziale Netz noch weiter redunziert wird. Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer. Hier muß dagegen gesteuert werden. Wir haben in der BRD schon Eindrittel Sklaven, die nur für Kost und Logier arbeiten.
In Großbritannien randalieren die sozial Schwachen gegen eine radikale Sparpolitik. In keinem Land der EU klafft die Lücke zwischen Arm und Reich weiter auseinander. Seit Jahrzehnten wurde das von der Politik ignoriert.
Der Auslöser ist die selbstgerechte Obrigkeit, die vom Kaviar leben.
Keiner wird als Verbrecher oder Mörder geboren.
Die RAF waren auch das Resultat der verkommenen und verlogenen bundesdeutschen Gesellschaft. Der Staat reagierte mit Gewalt, anstatt mit der Jugend zu sprechen.
Wer das Volk schikaniert, erntet Gewalt, dass war der Ausruf von Herrn Dr. Höppner auf dem evagelischen Kirchentag. Diesen berechtigten Ausruf habe ich stets in meinen Ohren.

Daniel Meister 10.08.2011 | 15:20

@
laubfrosch schrieb am 10.08.2011 um 12:50

Der Staat soll also ALLES leisten!? Falsche Denkweise. Wir sind slbstbestimmte Individuen, mit Talenten und Chancen. Wir müssen selbst etwas aus uns machen, nicht dauernd nach mehr Staat schreien!

"was nutzt denn all die bildung": Es ging nicht nur um Bildung. Lesens Sie es richtig. Es ging vor allem auch um Anstand und Verhalten.

"turnierfähiger tischtennisschläger kostet schon mind. 60-80 €." Joggen kostet gar nichts;)!

Bei H%M gibts T-Shirts für 5Euro und Friseure für das gleiche Geld.

Sie können doch nicht erwarten, dass ALLE Abitur haben, studieren und nen Superjob erhalten.

Daniel Meister 10.08.2011 | 15:20

@
laubfrosch schrieb am 10.08.2011 um 12:50

Der Staat soll also ALLES leisten!? Falsche Denkweise. Wir sind slbstbestimmte Individuen, mit Talenten und Chancen. Wir müssen selbst etwas aus uns machen, nicht dauernd nach mehr Staat schreien!

"was nutzt denn all die bildung": Es ging nicht nur um Bildung. Lesens Sie es richtig. Es ging vor allem auch um Anstand und Verhalten.

"turnierfähiger tischtennisschläger kostet schon mind. 60-80 €." Joggen kostet gar nichts;)!

Bei H%M gibts T-Shirts für 5Euro und Friseure für das gleiche Geld.

Sie können doch nicht erwarten, dass ALLE Abitur haben, studieren und nen Superjob erhalten.

faßma 10.08.2011 | 15:47

Selbstverständlich geht es hier um Grundsätzliches. Die "London-Riots" sind, wie es die Unruhen in den Pariser Vorstädten waren, Symptom einer Legitimations- und Identitätskrise der Demokratie in den europäischen Staaten. Wie demokratisch die angesprochenen Staaten nämlich tatsächlich sind, lässt sich überaus präzise an dem Umgang mit der Finanzkrise 2007 und deren mittelbarer Folge, der Schuldenkrise 2011, ablesen.
Und natürlich habe ich Verständnis für die Lage derjenigen, die jetzt in den Lononer Straßen alles kurz und klein hauen, sind sie doch nur Produkt einer fundamental falschen Sozialpolitik und einer gesellschaftlichen Atmosphäre, die ihnen einredet, dass sich der Wert eines Menschen ökonmisch fassen lässt. Damit will ich keinesfalls die Gewalt rechtfertigen, genauso wenig wie das die Autorin tut, sondern lediglich auf die soziale Problematik hinweisen, die hinter den Unruhen steht.
Wer nichst zu verlieren hat, hat eben auch alles zu gewinnen und sei es nur ein neuer Flatscreen.

laubfrosch 10.08.2011 | 15:47

sehen sie, da ist der kasus knacktus.

der konservative ist ganz allg. der überzeugung dass alle arbeiten müßen, schonmal aus prinzip, und wenigstens jeder der will dass es ihm gut geht.
ich gehe mal davon aus dass sie diesen satz unterschreiben würden.

ohne fleiß kein preis, ohne knete keine fete ...

nun wissen sie aber ganz genau dass wir in europa von der vollbeschäftigung weit entfernt sind.
auch global sind wir das.
es gibt nicht für alle lohnarbeit die ausreicht alle bedürfnisse zu befriedigen.

wir reden also ganz eindeutig über eine mangelsituation gesamtgesellschaftlichen ausmaßes.
es gibt nicht für alle arbeit !!! punkt !!!

nun kann man mit besonderem einsatz und demut auch mit erfolg versuchen seine eigene persönliche situation zu verbessern.
niedriger lohn und immer brav die fresse halten, über die die doofen witze des chefs oder vorarbeiters schleimig lachen.

das mag individuell in der privaten börse helfen, aber hilft das allen ?
oder ist das nur lernen wie man die reise nach jerusalem so spielt dass man nicht ohne stuhl am ende der runde "dasteht" ?

wenn ich sage dass alle eine realistische perspektive für einen arbeitsplatz haben müßen, dann ist der staat in der verantwortung dafür die grundlagen zu schaffen, nach besten kräften und gewissen.

aber die arbeit ...
das recht und die pflicht !
die liegt beim bürger, der muß sie jeden tag verrichten zum eigenen wohle, zum wohle aller.

nein, der staat ist nicht verantwortlich für alles.
aber für den bestmöglichen rahmen für unser aller glück.
und eben nicht die personalabteilungen sind gewählte volksvertreter, sonder die abgeordneten in den parlamenten, welche den eid geschworen haben den interessen aller deutschen zu dienen.
ähnliches gibt es in little britain sicherlich auch.

laubfrosch

Daniel Meister 10.08.2011 | 15:53

@faßma schrieb am 10.08.2011 um 13:47

Verständnis für diese Gewalt ist für mich nicht nachvollziehbar. Das ist doch kein Protest. Plündrungen sind eben Plünderungen und müssen hart sanktioniert werden.
Zudam ist es eine kleine MINDERHEIT...auch in Paris. Oder plündern 90% der Bevölkerung?
Und wieder...die Alternative zur "Legitimations- und Identitätskrise der Demokratie" bitteschön!??

Daniel Meister 10.08.2011 | 16:18

@laubfrosch schrieb am 10.08.2011 um 13:47

"der konservative ist ganz allg. der überzeugung dass alle arbeiten müßen, schonmal aus prinzip, und wenigstens jeder der will dass es ihm gut geht.
ich gehe mal davon aus dass sie diesen satz unterschreiben würden."

unterschrieben;)!

"es gibt nicht für alle arbeit !!! punkt !!!"

Nicht immer und an geeigneter Stelle. Aber zumindest ein Bemühen um Arbeit kann wohl jede Gesellschaft vom Einzelnen verlangen.

Arbeitslosigkeit berechtigt aber nicht zur Plünderung.
Es liegt oft in der eigenen Biographie. Natürlich gleiche Voraussetzungen wird es nie geben. Meine Eltern waren auch keine Millionäre.
Aber, es fehlt die Bereitschaft zu lernen, sich anzustrengen. Es kann nicht sein, dass Nichtarbeit oft fast genauso vergütet wird wie Arbeit.
Zudem will jeder hoch hinaus. keiner will sich die Hände schmutzig machen.
Darin sehe ich die Probleme der Gesellschaft. Die Jugendlichen sind zu sehr an den Konsum der Luxusgüter gewohnt und sehen nicht die Arbeit dahinter.

Avatar
richard-der-hayek 10.08.2011 | 16:29

Sehen Sie, ich stamme vom Affen ab. Bei Ihnen ist der Lösungsprozess nicht sicher.

Versuchen wir einen Gedanken ?
Es gibt keine Arbeit. Egal wie billig und willig und umsonst die Menschen arbeiten wollen, die Produktion ist zu gut. Zu wenige könne den Bedarf für sehr viele schaffen, bekommen aber kaum Lohn für sich selber.
Man verdient heute auch hier wieder so wenig, daß es kaum zu Leben reicht.
Selbst wenn alle qualifiziert sind und arbeiten wollen, es gibt zu wenig Stellen.

Freimin 10.08.2011 | 16:38

Ich weise dem Meister gern nochmal den Zusammenhang nach, dem er das Zitat entriß:

In Berlin und Brandenburg gibt es sehr viele Menschen die ganztags sogar noch weit unter 950 Euro arbeiten.

Meine Bekannte, von der ich Ihnen gestern eingangs erzählte, arbeitet aber nicht nur für netto 950 Euro ganztags, sondern muß auch am Wochenende arbeiten (wird im Winter ausgeglichen), muß bei Bedarf bis zu 4 Std Überstunden reißen, muß in Schicht arbeiten (auch noch unregelmäßig), bekommt den Schichtplan oft erst am Tag zuvor offenbart (so daß sie nicht mal Arztbesuche planen kann), darf Urlaub nur Winters nehmen, muß ihre Arbeitskleidung (Vorschrift) selbst bezahlen, traut sich nicht bei Krankheit daheim zu bleiben. Ihr Pech: auf dem Land gibt es kaum Arbeitgeber, weswegen diese dort den Lohn und die Arbeitsbedingungen besonders gut drücken können.

Meiner Bekannten geht es nicht um Luxusgüter oder Urlaub (war mit 40 erst einmal in Urlaub - 200 km weiter an der Ostsee für 14 Tage auf Campingplatz), sondern ums reine Überleben.

Nach ihrer Krebs-OP war sie fast ein Jahr lang krankgeschrieben und mußte von Krankengeld (700 Euro) leben, wobei alleine die Miete 450 Euro kostet. Nach Abzug von Strom, Gas, Wasser, Telefon, etc blieben ihr noch 150 Euro monatlich.

Und das ausgerechnet in der Zeit, als sie aufgrund der Krebserkrankung besonders auf die Hilfe angewiesen war !!!

WAS IST DAS FÜR EINE VERLOGENE GESELLSCHAFT, in der die einfachen Leute ausgenommen werden wie Heringe, während andere wie die Maden im Speck leben und wohlfeile Sprüche über das Elend dieser Menschen klopfen ?!

Meine Bekannte ist übrigens verwitwete Mutter von 2 Kindern (gerade ausgewildert), hat in ihrem Leben bereits 2 Berufe gelernt (IHK) und darüberhinaus viel gelernt, um in Haushalt und Beruf flexibel zu sein.

Ihre Kommentare - insbesondere zu 950 Euro - empfinde ich als Verhöhnung. Schämen Sie sich!

Ansonsten haben Sie recht, wenn Sie Gewalt als solche verurteilen. Doch anstatt gegen die Schwachen mitzuhetzten, sollten Sie sich lieber überlegen, wie man solchen Jugendlichen über z.B. Bildung o.a. andere Möglichkeiten verschaffen kann, in deren Leben Zufriedenheit zu erreichen. Dazu würde auch gehören, diesen Jugendlichen den Respekt vor den Leistungen anderer näherzubringen. Dazu würde aber auch gehören, diesen Jugendlichen aufzuzeigen, wo die wahren Schuldigen unserer prikären Verhältnisse sitzen ... und wie man diese erreicht ... wie auch immer man diese zu treffen gedenkt.

Ich hoffe ich konnte mit erstem Teil Ihr "950-Euro-Zitat" geraderücken und mit zweitem Teil etwas Ihres Zorns in vernünftige Bahnen lenken ;-)

laubfrosch 10.08.2011 | 16:39

wie wollen sie die ghetto kids animieren, motivieren, disziplinieren ...

wenn sie denen noch nicht mal eine antwort auf die frage geben können wo, wie, wann und wofür sie gebraucht werden ?

diese frage haben sie sich als 48er jahrgang niemals stellen müßen herr meister mit dem sheriffstern.

und genau deshalb haben sie keine antwort darauf, nur ihre eigene lebenserfahrung die kaum noch einen pfifferling wert ist.

(lohn)arbeit muß man nicht suchen sondern finden in unseren tagen.

daher der appell zurück : "aufwachen" !!!

laubfrosch

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Ehemaliger Nutzer 10.08.2011 | 16:49

(tlacuache schrieb am 10.08.2011 um 12:42)

Agent provocateur? Gar nicht nötig. So „denkt“ der Großteil und offenbart hier erstmal nur dass verstaatlichte Bewusstsein und DESWEGEN mündigen und modernen Bürgers, gerade der Mehrheit, die ganz systemgerecht ihre traurige und verpfuschte Existenz aus lebenslanger(?) Lohnarbeit, Familie und Gehorchen fristen WOLLEN.
Nur haben die Notwendigkeiten kapitalistischer Ökonomie (nicht nur mehr nur an der Peripherie) für immer MEHR Menschen die eigentümliche Konsequenz, für seine Verwertungszwecke schlicht weg nicht mehr gebraucht zu werden – überflüssig zu sein für dass ohnehin beschissene Leben aus Arbeit und Konsum von Billigschrott.
Und wie sollte der, eigentlich für ein Leben in der „klimatisierten Vorhalle des Todes“ zu recht „konditionierte“ demokratische Kretin denn anders agieren, als der ganz gewöhnliche „Konsumzombie“ – auch dieses ganzen Handyscheißzeugs?

Mit dem wuchtigen Unterschied allerdings, sich hier als überflüssig Erklärter und MITTELLOSER (junger) Staatsbürger die ihm vorenthaltenen Dinge seines Begehrs trotzdem zu beschaffen!
Dass das kein bürgerlicher Staat als Kavaliersdelikt durchgehen lassen kann liegt in der Natur der Sache – und die Reaktionen waren und werden staatlicherseits nicht zimperlich sein. Dies reicht von den verschiedensten und erlesensten Sanktionsmaßnahmen bis hin zur physischen Massenvernichtung von Menschen.

Und das ein erwünschtes und funktionierendes Staatsbürgerbewußtsein (dass gilt uneingeschränkt auch für ein demokratisches) ohne ganz viel faschistische Moral und einer gehörigen Portion Komplettbornierung seiner Bürger gar nicht erfolgreich herzustellen geht, zeigen so gut wie sämtliche Kommentare von Daniel Meister hier auf vorbildlich Weise. (früher unter dem Namen „sozenschreck“ firmierend – so vermute ich zumindest)

Freimin 10.08.2011 | 17:21

Wie ich eben schon weiter oben anmerkte, geht es nicht um "absolute Gleichverteilung" und nicht um Luxusgüter und Urlaubsreisen, sondern um ein menschenwürdiges Überleben.

Und es geht darum, daß man sich wehren können muß, wenn man bis zum Zusammenbruch ausgebeutet wird.

Es kann nicht sein, daß man mehrere Ausbildungen hat und trotzdem der Willkür von Arbeitgebern ausgeliefert ist, die schamlos ausnutzen, daß man in strukturell schwachen Gebieten wie Brandenburg leben muß.

Und es kann nicht sein, daß man in Notsituationen (z.B. Krankheit) von dieser Gesellschaft hängen gelassen wird, obwohl man ein Leben lang gearbeitet hat. Siehe Beispiel mit meiner Bekannten aus Posting vor 1/2 Std weiter obenstehend.

Es kann nicht sein, daß man monatelang um sein Leben bangen muß (Krebs-OP) und gleichzeitig von der AOK gezwungen wird von 150 Euro mtl zu fristen. Im konkreten Fall haben sich alle Ämter geweigert zuzuzahlen.

Es gibt einen Punkt, wo Widerstand zur Pflicht wird. Dann geht es nicht mehr nur um Lust an der Randale, dann geht es um die Systemfrage. Und für die einfachen Leute und Jugendlichen ist das System möglicherweise die nächste Stelle der Unterdrückung - also für die einen der örtliche Polizeiposten, für andere der nächste Bankautomat, für andere der Elektronikladen und wieder andere der nächstgelegene Alkoholausschank (wo man sonst üblich seine Tagesration "Vergißmichschnell" eingeflößt bekommt), etc.

Ich würde in England nun meine Pflicht darin sehen, den Randalierern dort aufzuzeigen, daß es einen Unterschied zwischen sinnloser Gewalt (Rowdytum neureicher gelangweilter Kids) und Gegen-Gewalt gegen Unterdrückung gibt.

Und dazu braucht es mehr Bildungsangebote, um den Leuten beizubringen, wie man sich auch ohne Brandschatzung und Gewalt artikulieren kann und wie man trotzdem Gegenwehr leisten kann und ... vor allem ... wie man sich adaquat für seine eigenen Interessen so einsetzen kann, daß einem geholfen werden kann.

Daß auf diesem Weg des Lernens nun erstmal Flammen züngeln, ist weniger das Verdienst von angepißten Jugendlichen, als vielmehr Ausdruck der strukturellen Gewalt, mit dem unsere Mittelstands-Spießer und unsere Finanz-Eliten ...

Nach Tunis, Kairo, Athen, Barcelona, London, Brixen, etc ist es nicht so weit hergeholt bald auch in Berlin, Hamburg, Duisburg, etc den Frust auf die Straßen zu tragen. Wenn Demonstrationen und Leserbriefe und Petitionen und gewerkschaftliches Engagement nicht nutzen, dann gehört das Thema eben auf die Straße und als Brandfackel auch in die Redaktionen, Alkoholverkaufsstellen und Banken geschleudert.
Das sage nicht ich, sondern diejenigen, die Wut im Bauch haben.

Aber, Meister, geben Sie doch zu, eigentlich geht Ihnen mein Geschwätz am Arsch vorbei ... Sie sind ja hier zum Provozieren, bzw sich und Ihr zugelegtes Avatar auszuprobieren ...

Viel Spaß dabei.
Und noch viel mehr Spaß dann, wenns in D auch ernst wird.

laubfrosch 10.08.2011 | 17:32

zitat :

"Nicht immer und an geeigneter Stelle. Aber zumindest ein Bemühen um Arbeit kann wohl jede Gesellschaft vom Einzelnen verlangen."

ja ein bemühen kann man verlangen, wird auch verlangt, von jedem einzelnen transferleistungsempfänger der nicht in rente oder frührente ist.
aber wo ist das bemühen der arbeitgeber ?
so viele leute wie möglich einzustellen um lohn und brot in die masse zu tragen ?

ja, den harzer mit schwarzarbeit gibt es.
ja, den boss der mehr einstellen könnte, aber mit weniger angestellten mehr verdient gibt es.

der harzer mit schwarzarbeit ist diskriminiert, illegitimiert und kriminalisiert, für seine 100-500 € mehr im monat.

der arbeitgeber mit dumpinglöhnen ist mitglied der CDU/CSU und schlimmstenfalls sogar noch bürgermeister, der seine schmutzigen finger überall drinhat.
und der schleppt 5 millionen € beiseite plus die rente für sein amt.

der eine versucht sich über die runden zu bringen, der andere mit 55 mit großem wohlstand in rente zu gehen ( wenn er seine bedeutungslosigkeit akzeptieren kann als rentner in kapstadt ).

wer ist der dieb ?
das kann ich nicht sagen ...
wer ist das opfer ?
wir alle, das kann ich sagen.

london is calling

www.youtube.com/watch?v=Cciitb4qjAE=related

dass ich das noch erleben darf als alter punker und freak ...

laubfrosch

baumhoff 10.08.2011 | 17:48

Die Nachfrage nach Wohnraum ist groß. Viele Menschen können sich ihre Häuser nicht mehr leisten und sind verschuldet. Es gibt aber in England relativ wenig Wohnungen die man mieten kann. Und als Mieter hat man außerdem sehr wenig Rechte. Ich zahle eine ganz ähnliche Miete in einer Kleinstadt außerhalb Londons. Ich kann die Zahlen von Maorgain620 nur bestätigen. Dazu kommen noch über 4% Inflation.

Es gibt in England bei vielen einfach einen Hass auf die eigene Gesellschaft. Woher der kommt? Kaputte Familienstrukturen und die hohen Anforderungen die einem begegnen, wenn man heute was werden will. Unser Leben bietet heute viel Freiheit, viele Möglichkeiten. Aber sie fallen den meisten von uns nicht in den Schoss. Viele Jugendliche fühlen sich dem nicht gewachsen und die Erwachsenen werden immer infantiler, ausgebrannter und hedonistischer. Selten geben sie ein Beispiel oder nehmen sich der Probleme der Jugendlichen um sie herum an. Ich hatte da früher Glück in einer ähnlichen Lage noch Menschen zu finden die zuhörten und Anregungen geben konnten -. Sicher gibts noch viel mehr dazu zu sagen -

Freimin 10.08.2011 | 17:52

nachsatz für Cameron und Konsorten:

Wer nichts zu verlieren hat - der hat auch nichts zu riskieren - dem kann die Folge seines Handelns egal sein.

Wer diese Erkenntnis ernst nimmt, der sorgt erstmal dafür, daß die Ungerechtigkeiten in diesem Land geschleift werden (statt der Demokratie), die Menschen Perspektive haben (statt das Nachsehen) und die Lebenslust die Ziele der Einzelnen bestimmen (anstatt der Frust).

Zweibein 10.08.2011 | 18:06

www.heise.de/tp/artikel/35/35282/1.html

Es ist schade, dass die Artikulation derjeniger, die in den letzten Jahrzehnten systematisch von aller gesellschaftlicher Teilhabe abgekoppelt wurden, in der vorliegenden Form stattfindet. Sie macht es den Vertretern des harten Durchgreifens zu leicht ihr Vorgehen zu rechtfertigen. Darüber hinaus ist es offensichtlich, dass Demagogen aller Coloeur dies nutzen um den Protest als ausschließlich kriminell zu diffamieren. Nur so ist es ihnen möglich zu behaupten, sie hätten ja alles richtig gemacht, lediglich der kriminelle Mob würde verrückt spielen.

Die Tatsache, dass die Proteste gewaltsam sind, zeigt jedoch nicht, dass sie unbegründet sind.

Offenbar gibt es kein organisatorisches Rückgrat hinter den Protesten. Die ständig gehypte "Zusammenrottung per Blackberry" soll darüber hinwegtäuschen, dass dabei nur Aktionen, aber keine Strategien und Ziele abgestimmt werden. Für den Staat und die herrschende neoliberale Ordnung in GB wird es erst wirklich gefährlich, wenn die Plünderungen aufhören und die Versammlungen anfangen.

Daniel Meister 10.08.2011 | 18:35

@Phineas Freek schrieb am 10.08.2011 um 14:49

Da läufts einem ja eiskalt den Rücken runter! Nee, mit "sozenschreck" hab ich nichts zu tun.
Sie glauben das wirklich, was Sie da von sich geben, oder?!
Mag ja sein, dass Ihr Leben besch...ist, das gibt Ihnen aber noch lange nicht das Recht, die Schuld abermals und abermals bei der Gesellschaft zu suchen.

"ihre traurige und verpfuschte Existenz aus lebenslanger(?) Lohnarbeit, Familie und Gehorchen fristen WOLLEN."

Wem müssen Sie denn gehorchen, Sie müssen keine Familie gründen und arbeiten, na ja irgendwo müssen die Brötchen ja verdient werden. Oder soll man Sie füttern?

Nun zeigen Sie doch EINMAL eine Alternative!!

Aber, Sie kennen wohl keine! Die Premiumopposition...Kritik, alles Schlechtreden...wie geht’s besser? Keine Ahnung!

Daniel Meister 10.08.2011 | 18:35

@Phineas Freek schrieb am 10.08.2011 um 14:49

Da läufts einem ja eiskalt den Rücken runter! Nee, mit "sozenschreck" hab ich nichts zu tun.
Sie glauben das wirklich, was Sie da von sich geben, oder?!
Mag ja sein, dass Ihr Leben besch...ist, das gibt Ihnen aber noch lange nicht das Recht, die Schuld abermals und abermals bei der Gesellschaft zu suchen.

"ihre traurige und verpfuschte Existenz aus lebenslanger(?) Lohnarbeit, Familie und Gehorchen fristen WOLLEN."

Wem müssen Sie denn gehorchen, Sie müssen keine Familie gründen und arbeiten, na ja irgendwo müssen die Brötchen ja verdient werden. Oder soll man Sie füttern?

Nun zeigen Sie doch EINMAL eine Alternative!!

Aber, Sie kennen wohl keine! Die Premiumopposition...Kritik, alles Schlechtreden...wie geht’s besser? Keine Ahnung!

Zweibein 10.08.2011 | 18:36

Hm, offenbar sind Sie nur fähig in Extremen zu denken. Was ist aus der guten alten sozialen Marktwirtschaft geworden? Was aus all den anderen gemäßigten Systemen - über deren Wert oder Unwert ich damit nichts gesagt habe. Offenbar stellt die für Sie keine Alternative mehr dar. Da der Neoliberalismus seine Unfähigkeit und Menschenfeindlichkeit ja überdeutlich gezeigt hat, sind Sie jetzt wirklich in einer etwas verzwickten Lage.

Sonne 10.08.2011 | 18:46

Es ist dabei die Frage um die Gerechtigkeit ganz allgemein genannt und irgendwie scheint mir das zu allgemein gehalten.
Es gibt ja allgemein keinen einzigen Menschen der da nicht auch in seinem Leben Spuren von Ungerechtigkeiten weiß.
In meinen Augen ist der Begriff "Gerechtigkeit" ausschließlich nur dem Menschen zugänglich seit er einen Verstand hat. Gerechtigkeit wissen wir weniger als wir es wissend fühlen und es ist ein Gefühl trotz allem des Verstandes.

Das muss man auf jeden Fall wissen um genau Ihnen in Ihrem Beitrag zustimmen zu müssen.

Was oft missverstanden wird ist beim simplen Begriff "Gerechtigkeit" nur über die von allen irgendwann im Leben mal empfundene Ungerechtigkeit, weil bei solchen Ausbrüchen menschlicher Maße geht es um das nackte Überleben.

Es gibt eben nur noch das Leben zu verlieren und genau dann hat der Mensch nichts menschliches mehr zu verlieren und dann wird er sich auch nicht mehr menschlich verhalten können.
Es ist immer ein Spiegel und wer sich traut hineinzuschauen der wird sich selbst auch erkennen.

MFG

laubfrosch 10.08.2011 | 18:52

these + antithese = synthese

also entweder sozialismus mit menschlichem antlitz, oder kapitalismus mit menschlichem antlitz.

aber nicht verharren in 0 oder 1.
die welt ist mind. grau, wenn nicht sogar bunt.

nicht dogmen helfen weiter sondern dialog.
einsicht in die bedürnisse und grenzen des menschlichen daseins ...

geben wir erst mal allen soviel wie sie zur existenz bedürfen.
dann versuchen wir so gut wie geht die primärbedürfnisse zu befriedigen.

dann müßen wir die extrem heikle frage stellen lernen wieviel menschen wir eigentlich sein wollen und können auf diesem globus; und spätestens da muß jeder nationalismus, konservatismus und religion seinen überlebenswillen beweisen.
diese fragen sind nämlich nur als kollektiv zu beantworten, keinesfalls individuell patriotisch.
sonst gibt es mord und todschlag ungeahnten ausmaß.

und dann ...
dann können wir uns die frage stellen wieviel egoismus eine nation wie england, deutschland oder frankreich fordern darf.
im großen wie im kleinen.

es gibt prioritäten die man nicht ignorieren kann.

laubfrosch

Fro 10.08.2011 | 18:57

„...der Großteil ...die ganz systemgerecht ihre traurige und verpfuschte Existenz aus lebenslanger(?) Lohnarbeit, Familie und Gehorchen fristen WOLLEN.“

Na, das wäre ja finster – so ist es aber nicht. Die meisten haben von diesem System die Faxen dicke. Sie sehen aber keine realistische Alternative, und vor allem keine vertrauenswürdigen Parteien, mutigen Politiker oder außerparlamentarische Akteure, die ein grundlegend anderes System verwirklichen könnten.
Man kann nicht verlangen oder erwarten, dass Menschen auf die Straße gehen, ohne zu wissen wofür – Bittstellerei an die Regierung, auch wenn sie etwas heftiger vorgetragen wird, kann ja nicht das erfolgversprechende Angebot sein. Als Demonstration der Unzufriedenheit wäre das ok – aber letztlich muss es darum gehen, zu sagen was man will – letztlich, wie sich die Bürger ihr „Traumsystem“ vorstellen - und einen freien gesellschaftlicher Diskurs darüber beginnen. Jammern und Randale nützt da gar nichts.
Ich finde es absolut irre, dass im Anblick eines elendig zusammenbrechenden Systems, nicht allerorten die Systemfrage gestellt wird!
Und das mal etwas konstruktiver.

Daniel Meister 10.08.2011 | 19:02

@Zweibein schrieb am 10.08.2011 um 16:36

Endlich! Die gute alte Soziale Marktwirtschaft! Jep, unser System. Unterschreib ich! Meineserachtens mit das einzige das funktioniert.
Die haben wir seit 1949, funktioniert prima.

Den "Neoliberalismus" gibts so in Reinform übrigens gar nicht. Das ist ein linkes Schreckgespenst.

"Was aus all den anderen gemäßigten Systemen"....die wären?

Zweibein 10.08.2011 | 19:10

@Meister
Aha, Sie ziehen also die implizit aufgestellte Behauptung zurück, die einzige Alternative zum Neoliberalismus wäre der Kommunismus.
Das Ende der von Ihnen begeistert begrüßten sozialen Marktwirtschaft haben wir allerdings schon hinter uns, auch den Schuß werden Sie sicher irgendwann hören.
Über irgendwelche Reinformen habe ich nie philosophiert, wie gesagt, die Extreme überlasse ich gern Ihnen.
Um mal in eine völlig andere Richtung zu marschieren, es gibt bspw. aufgeklärte Monarchien. Oder das chinesische System, dass Sie sicher garnicht mögen, dass aber wohl doch irgendwo zwischen Neoliberalismus und Kommunismus liegt. Weitere gemäßigte Systeme werden Sie bei einer kleinen Wanderung über den Globus sicher selbst finden.

Mühlhiasl 10.08.2011 | 19:20

Wenn ich all den Schmarr'n lese, den Daniel Meister schreibt, ärgert es mich, dass er mit seinem bayerischen Abitur hausieren geht. Ich habe nämlich auch eines, möchte aber nicht, dass es durch sein Geseiere in den Dreck gezogen wird.

Nur zwei Beispiele:
1. "Aufstieg durch Job-Center" --> ja wo lebt der denn?
2. "Leistung muss sich lohnen" --> genau deshalb brauchen wir den Mindestlohn! Basta!

Daniel Meister 10.08.2011 | 19:21

@Freimin schrieb am 10.08.2011 um 15:21

Provozieren. Wenn jemand nicht einer Meinung mit Ihnen ist, nennen Sie das wohl vorschnell Provokation. Es geht mir um Diskussion.

Sie sprechen hier große Worte gelassen aus und verwenden gerne Extremansichten und Superlative:

- "Es gibt einen Punkt, wo Widerstand zur Pflicht wird. ... einen der örtliche Polizeiposten, für andere der nächste Bankautomat, für andere der Elektronikladen und wieder andere der nächstgelegene Alkoholausschank (wo man sonst üblich seine Tagesration "Vergißmichschnell" eingeflößt bekommt), etc.."

Widerstand gibt es nur gegen undemokratische Regime. Wer wird denn vom Bankautomaten unterdrückt??

- "Mittelstands-Spießer und unsere Finanz-Eliten" ...da meinen Sie wohl die Mehrheit

Dann sind wir eben Spießer. Aber Sie sollten wissen, wir sind die Mehrheit...machen Sie ne Umfrage. 90% will dieses "System". Nur weil ein paar Unverbesserliche, oft durch eigene Faulheit und Unvermögen nicht zu Wohlstand kommt, soll der Rest büßen.
Jeden Monat zahlen wir Steuern, dass unser Wohlfahrtsstaat diese Leute durchbringt...der Dank??

Fro 10.08.2011 | 19:22

In einem anderen Beitrag schrieb ich:
„Diese Krise erfordert eine grundlegende Demokratisierung, eine gemeinwohldienliche Reglementierung des Finanzmarktes und eine faire Unternehmensgewinnverteilung.“
M.E. bietet es allem Raum, was das linke Demokratenherz begehrt – und es ist mehrheitsfähig.

Dass sich der allgemeine Schlauheitspegel erhöhen muss ist klar. Genau das würde aber im gesellschaftlichen Diskurs passieren.

laubfrosch 10.08.2011 | 19:22

"global denken aber in der realität kaum zu verwirklichen ... "

noch mag dass so sein.
aber wenn uns menschen eines eint, dann ist das der unbedingte wille zu überleben.

dieser kollektive wille wird stärker sein als jeder apell an den egoismus, und weit weit über die ideen von marx, lenin, mao oder stalin hinausgehen.

all diejenigen welche heute die grünen als "gutmenschen" beschimpfen, arbeiten morgen als staatskontrolleure, die kontrollieren und observieren dass niemand mehr als 2000 liter öl im jahr für heizen und niemand mehr als 2000 liter benzin für mobilität verbraucht im jahr ....

back to topic :
die grenzen für konsum und wohlstand liegen nicht in der ökonomie und individuellem fleiß und einsatzbereitschaft.
sondern schon lange in der ökologie und den grenzen des wachstums.

da sind die ursachen von london und al quaida.
da wird der schwarzafrikanische terrorismus ohne grenzen geboren.

verkauft wird das aber als neiddebatte und fundamentalismus.
heute noch ...
morgen nicht mehr.

laubfrosch

Daniel Meister 10.08.2011 | 19:27

@Zweibein schrieb am 10.08.2011 um 17:10

Ein paar Fragen!
Wann war denn das Ende der soz. Marktwirtschaft?
Das chinesiche System ist in welcher Weise sozial?
Dort ist die hier oft bemängelte Schere zwischen reich und arm wohl am größten.

Sie weichen aus. Wie sieht denn Ihr menschlicher Sozialismus aus? Gibt/Gab es ihn irgendwo! Wie gestalten Sie den? Was machen Sie besser als jetzt?

Zweibein 10.08.2011 | 19:35

@Meister
Das ist ja mal ein richtig schöner Haufen von Unterstellungen.
Die einzig substantielle Frage: Das Ende der sozialen Marktwirtshaft war meiner Ansicht nach spätestens in den letzten Jahren Kohl und mit dem Beginn der Ära Schröder erreicht.
Jetzt zu den Unterstellungen:- ich habe wo behauptet, das chinesische System wäre sozial? Ich habe lediglich daruf hingewiesen, dass es irgendwo zwischen den von Ihnen genannten Extremen liegt.
Was soll die Frage vom menschlichen Sozialismus? Hat mit meinem Posting ja wohl kaum etwas zu tun.
Ich sehe schon, dass Sie ernsthaft Probleme mit dem verstehenden Lesen haben. Solange Sie es nicht hinkriegen, auf das Geschriebene zu antworten und das wirre Durcheinandergeplapper, das offenbar in Ihrem Kopf stattfindet, auszublenden kann ich Sie leider nicht ernst nehmen.

Daniel Meister 10.08.2011 | 19:49

@ Zweibein

Nehem die Sozialismusfrage zurück. War mein Fehler und für jmd anders bestimmt. Deswegen muss man nicht gleich unverschämt werden.

Zur soz. Marktwirtschaft. Die besteht immer noch. Sie spielen auf Hartz an? Oder auf welche Maßnahmen von Kohl/Schröder? Zu der Zeit war die Arbeitslosenquote sehr viel höher, nur so mal am Rande.

Gut, sie haben "Systeme" aufgezählt. Das kann jeder Schüler. Was ich gerne hören möchte, wäre eine Alternative, die Sie sich hier vorstellen können?

Daniel Meister 10.08.2011 | 19:49

@ Zweibein

Nehem die Sozialismusfrage zurück. War mein Fehler und für jmd anders bestimmt. Deswegen muss man nicht gleich unverschämt werden.

Zur soz. Marktwirtschaft. Die besteht immer noch. Sie spielen auf Hartz an? Oder auf welche Maßnahmen von Kohl/Schröder? Zu der Zeit war die Arbeitslosenquote sehr viel höher, nur so mal am Rande.

Gut, sie haben "Systeme" aufgezählt. Das kann jeder Schüler. Was ich gerne hören möchte, wäre eine Alternative, die Sie sich hier vorstellen können?

Daniel Meister 10.08.2011 | 19:53

@laubfrosch schrieb am 10.08.2011 um 17:22

Da haben Sie abervieles in einen Topf geworfen:
Al Quaida, Schwarzafrika, die Riots.

Sie unterschätzen die Gier des Menschen. Er will immer das haben, was andere haben. So entsteht Neid. Neid kann zu gesundem Ehrgeiz werden = Konkurrenz und Erfolg.
Die andere Seite, die nicht bereit ist dafür etwas zu geben, der muss Einhalt geboten werden.

"all diejenigen welche heute die grünen als "gutmenschen" beschimpfen, arbeiten morgen als staatskontrolleure, die kontrollieren und observieren dass niemand mehr als 2000 liter öl im jahr für heizen und niemand mehr als 2000 liter benzin für mobilität verbraucht im jahr ...."

Das ist dann Freiheit??

laubfrosch 10.08.2011 | 20:03

was ist freiheit ?

als erstes das recht um die fähigkeit leben zu dürfen.

als zweites das recht kinder gebären/haben zu dürfen.

als nächstes land besitzen/nutzen zu dürfen.
als wasser, acker und wild, als rohstoffquelle.

als nächstes kommen dann bürger-, menschen- und wahlrechte.

was nutzt mir mein wahlrecht wenn selbst die linkspartei mich als objekt ihrer eigenen begierde wahrnimmt, und nicht als bürger mit elementaren bedürfnissen ?

ich bin weitaus skeptischer als sie auf den ersten blick glauben ...

laubfrosch

Sonne 10.08.2011 | 20:06

Glücksfall Gerechtigkeit?!

Gerechtigkeit ist seit dem hinzugekommenen Verstand ein Gefühl, was ein Lebewesen (der Mensch eben) fühlt und dises neue Gefühl entstand erst durch eine Reflektion des eigenen Selbst und der nun notwendigen Spiegelung dessen eben durch einen anderen Menschen.

Das wird sehr unterschätzt und damit ist jedem unverstandenen (also zwar reflektiertem Wissen verstanden, aber gefühlt zurechtgebogen, was dann mit wahr rationalem Denken nichts mehr zu tun hat, man schafft die Welt die man sich wünscht) Denken Tür und Tor geöffnet.

Die Gerechtigkeit ist ein großes Problem für den Verstand eines Menschen hier rational zu denken.

Weil dieses voraussetzt dass ein mensch als Individuum SELBER denkt und nicht denken läßt durch seinen Chef (den er da eben naturbedingt mehr vertraut) dem Gefühl.

Und da es reine ratiofern analysierte Gefühle von Menschen sind die da nur danach streben Milliarden (die sie erkennbar niemals ausgeben können) zu generieren so bedingt das ganz logisch rational zu wissen, dass das Kontergewicht genau da ankommt (genauso rational fern aller verstandener Analyse eines Gefühles) und die Städte zum Brennen bringt.

Es gibt somit anscheind keine Lösung, es gibt wohl immer nur die plumpe Wiederholung der Geschichte der Menschen, die wohl dem hinzugekommenen Verstand (Reflektion) nicht gewachsen sind und als Neanderthaler umherirren mit Verstand.

Wer im Verstand angekommen ist und eben weiß um dessen Bedeutung wahrhaft, den schauderts dabei und der fragt sich wohl öfter:

Warum hat die Evolution diesen Fehler gemacht.

Aber für Menschen die da über einen Horizont wissen natürlich ein geschenk, aber es gibt ganz klar zur Zeit wohl zu wenige Menschen, die da mit ihrem hinzugekommenen Verstand auch gefühlt umgehen können.

Heute wäre Gerechtigkeit Anarchie, was rational natürlich nicht richtig wäre.

Ein großes Problem und ne einfache Lösungs gibts nicht, weil der Mensch soll sie ja wissen, die Natur weiß es längst.

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Ehemaliger Nutzer 10.08.2011 | 20:10

(Daniel Meister schrieb am 10.08.2011 um 16:35)

Da Ihnen „die Sache“ die Sie so lieb haben (die verstaatlichte Welt, in die sie der Zufall der Geburt hineingeworfen hat) weder Erklärung noch Kritik wert ist und Sie ihren selbstverordneten Kretinismus in jeden Kommentar immer wieder aufs Neue unter Beweis stellen müssen – wäre es unter diesen Voraussetzungen auch paradox und müßig sich über Alternativen VERSTÄNDIGEN zu wollen.
Das hätte immer nur dann Sinn, wenn man sich VORHER in der Erklärung und Kritik an „der Sache“ EINIG wäre.
OHNE Erklärung und Kritik „dieser Sache“, ein bedingungsloses Bekenntnis zur dieser angeblich alternativlosen „Sache“ in die Welt zu setzen ist ausschließlich struktureller Ausdruck jedweder (faschistischen) Moral und praktische Antikritik:
die dreiste Aufforderungen des willigen Knechtes an Seinesgleichen, seinen Verstand nicht zu gebrauchen, sondern gefälligst KOMPLETT der geforderten Staatsmoral zu unterwerfen.

Und in diesem Gedankenfreien Sinne fehlt dann selbstverständlich auch nicht die folglich saublöde Frage, wie das noch gar nicht auf den Begriff gebrachte „ES“ denn nun „besser gehen“ könnte:
wie die Aufforderung nach einer möglich-wünschenswerten und effektiveren Bewirtschaftung eines Krebsgeschwürs im menschlichen Organismus kommt so eine Frage daher.
Reine Affirmation auf der Stufe plattester Alltagsmoral.

Aber beispielhaft wie (faschistische) Moral geht.

Freimin 10.08.2011 | 20:27

Der Meister meint die Mehrheit von 90% der Bevölkerung als Spießer hinter sich zu wissen - welche gewaltiger Irrtum !!!

Meine Beispiele (von weiter obenstehend) zeugen genau vom Gegenteil. Denn zunehmend frißt das 'System' seine eigenen Kinder ... Menschen aus der Mitte der Gesellschaft, die vor 10 jahren noch dachten gut dazustehen und zufrieden sein zu können sehen sich an den Rand der Gesellschaft entsorgt.

Entsorgt - aber nicht weil sie bildungsfern oder faul waren, sondern weil sich die Finanzeliten und CDU-Politiker die Einheits-Milliarden aus den Sozialtöpfen der WErktätigen geklaut haben und die Menschen seitdem gegeneinander ausspielen.

Als ob es bei 5 Millionen fehlenden Arbeitsplätze eine Chance für alle gäbe - dieses Märchen wird zunehmend nicht mehr geglaubt. Die Menschen merken es zunehmend an sich oder ihren Nachbarn.

Erst werden die Gewerkschaften abserviert,
dann werden die Sozialsysteme geplündert,
dann wird der Staat geschwächt
und somit die Soziale Marktwirtschaft zugunsten einer Freien Marktwirtschaft gestürzt.
Der Staat wird für die Banken ausgeblutet und die Sozialprogramme werden gekürzt.

Ein klarer Sieg der Neoliberalen Bonzen - ohne jedes Blutvergießen (wie noch zur Weimarer Zeit als die Krupps und Quandts sich noch der Braunen Horden bediente)

Die Westerwelles und Marktradikalen jubeln - ein klarer Sieg ... und diesmal ohne Heil!

Die Vergeldlichung aller menschlicher Bereiche schreitet in gewaltigen Schritten voran - und wie immer am Ende eines Aufschwungs - wird das wahre Angesicht des Turbo-Kapitalismus auch mit der Heimat kein Erbarmen haben ... das war in den letzten großen Kriegen schon so und erst recht bei den Abgründen der Großen Rezessionen.

Die paar brennenden Hütten in London nichts weiter als ein erstes Zeichen. Das werden die Camerons, Sarkozys und Merkels sicherlich wieder kitten können (durch Repression) - aber was wenn alle Betroffenen und Betrogene auf die Straße gehen und ihren Anteil am Gesamterfolg des gemeinsamen Wirtschaftens einfordern - wie heuer am Tahirplatz?!?

Dann werden die Banksessel und Partei-Pfründe in London, Paris und Berlin auch ins wackeln kommen.

Das muß nichts schlechtes bedeuten - im Gegenteil. Schlecht ist lediglich die Gefahr, daß die Eliten darauf geistig nicht vorbereitet sind und die Gefahr besteht, daß der berechtigte Protest der Mitte auch (wie jetzt die Kiddy) destruktiv und authoritär mit massiver Polizeigewalt unterdrückt wird.

Denn eigentlich betrachten die Reichen die Politik und Medien als Einbahnstraße ... sie wollen dem Volk erzählen wo es langgeht, aber nicht zuhören wenn das Volk seinen Lohn sehen will.

Daniel Meister 10.08.2011 | 21:21

@Phineas Freek schrieb am 10.08.2011 um 18:10

Ich lass mir ja vieles gefallen, aber den Faschismusvorwurf nehmen Sie bitte zurück. Sie mögen sich unschön ausdrücken, OK, Sie kennen wohl nur diese Sprache. Aber das führt zu weit.
Nicht alles, was "nicht links" ist, ist mit Faschismus gleichzusetzen. Mir fällt da spontan der sog. "antifaschistische Schutzwall" ein. Gehen Ihnen die Augen auf?

Schade, dass Sie nur bereit sind denjenigen Ihre Alternative zu erklären, die eh mit Ihnen EINIG sind. So werden Sie das nie vermitteln können. Außer in Ihren kleinen Zirkeln, wo Sie weiter vor sich hinspinnen und Luftschlösser bauen.
Trauen Sie sich doch mal...erklären Sie
ES!

orava 10.08.2011 | 22:58

"Trotzdem gibt es keine Rechtfertigung dafür, ganze Straßenzüge in Brand zu setzten – auch wenn man keine Arbeit findet, vielleicht kein Englisch spricht und keine Ausbildung haben mag."

Ich finde diese Aussage reichlich akademisch und arrogant, sie entspricht genau der Einstellung der Politik: "wir können den Leuten zumuten, was wir wollen und sie lassen sich das bitte wie brave Lämmer gefallen ". Die Frage ist doch eher, welche Politik und Maßnahmen die Wahrscheinlichkeit für Gewalt erhöhen oder verringern. Gewalt fragt nicht nach Rechtfertigung, wie lächerlich. Sie bricht sich Bahn, wenn der Nährboden dafür gelegt wurde, und das wurde er wohl. Gibt es eine Rechtfertigung für Naturkatastrophen? Genau das zeigt sich überall auf der Welt, dass akademisch-moralische Verhaltenskontrolle nicht mehr in der Lage ist, Emotionen zu kontrollieren, die durch als "unerträglich empfundene Lebensumstände" entstanden sind, die wiederum durch "als wirtschaftlich unvermeidbar angesehene Politik" erzeugt wurden.

Tosch 11.08.2011 | 00:53

@ Daniel Meister

Du hast nach Alternativen gefragt.Es geht nicht um einen Systemwechsel(was mit einer Abschaffung des Kapitalismus verbunden wird), sondern Wege zurück zu einer sozialen Marktwirtschaft. Dazu muss man mal auf den Ist-Zustand und die Entwicklung der letzten etwa 30 Jahre zurückblicken,z.B in der Steuerpolitik und Einkommens- und Vermögensverteilung in D und der Welt.

Zehn Schritte zurück zur sozialen Marktwirtschaft
www.jjahnke.net/wb/wochenbrief41-26358810x.html#wb41.86

Auch www.jjahnke.net/armut.html
www.jjahnke.net/index_files/14623.gif

Eine der verlogenen Statistiken ist die der Arbeitsagentur
www.jjahnke.net/arb.html

Die Beiträge von Herrn Dr.Jahnke haben mich wirklich weitergebildet - sind wärmstens zu empfehlen, denn Fakten sind besser als jedes Stammtischgerede!

yabby 11.08.2011 | 01:09

ich finde es ist eine logische rechnung. erstens ist kant auf der straße relativ unwichtig ein blackberry dagegen sehr nützlich. also muss ich da ran. zweitens habe ich nicht von ihrem handy gesprochen sondern von meisters. wenn sie nun unbedingt meisters handy verteidigen wollen, bitte sehr. drittens hat meister angedeutet, letztes jahr ein haus angezündet zu haben, das finde ich nicht in ordnung. das rad muss sich aber letztendlich weiter drehen, daher sollte die heilende wirkung von plünderungen auf die märkte nicht unterschätzt werden.

miauxx 11.08.2011 | 02:26

Dem Daniel müssen hier keine "Alternativen" angeboten werden. Wer sagt denn, dass alle die, gegen die er Kontra gibt, nur dann Argumente hätten, wenn sie fertige Alternativen zum Kapitalismus oder der Marktwirtschaft in der Tasche hätten?!

Daniel ist nicht einmal in der Lage zu erkennen, dass es sich bei den Gewaltausbrüchen in England und Frankreich um Symptome einer krankenden Gesellschaft handelt. Er schwafelt stattdessen immer noch vom "besten System". Die Gewalttäter seien lediglich ein kriminelles Phänomen, das man nur mit Staatsgewalt isolieren müsse und fertig ist der Lack. Hierzulande habe ich bis jetzt noch nicht einmal von den konservativsten Politikern, die sich zu England zu Wort meldeten, eine derart verfehlende Deutung der Zeichen vernommen, wie von Meister.

Schlimmer ist aber, dass Meister absolut resistent ist gegen jede Argumentation anderer. Es ist nicht nur die fehlende Bereitschaft oder auch Fähigkeit, 1 und 1 zusammenzuzählen, sondern auch die, hingucken und zuhören zu wollen.

Weitere argumentative Angebote machen? Da kann ich auch gleich gegen die altbekannte Wand sprechen.

SuzieQ 11.08.2011 | 03:23

@Daniel Meister und andere
Kann man natürlich machen: erst urteilen,dann ergründen, umgekehrt macht aber erst Sinn.
Bei Verstössen gegen Spießertum nach "Papa" rufen ist kindisch bzw unreif und phantasielos.
Werte hoch halten geht auch, aber dann gleichzeitig Werte in einer (noch dazu schriftlichen) Diskussion vernachlässigen ist widersprüchlich.
Im Grunde denken alle hier in ähnlicher Richtung, und dazu ist ein Konsens in -gewalttätige Eskalation ist nicht "in Ordnung".
Da haben wir es dann: Die Ordnung ist nicht mehr gegeben!

Und nu? Ängstigt das? Warum? Wo genau erkennt man Gefahren?

Statt mal völlig wertneutral hinzusehen und zu sagen:
Endlich passiert mal was,halten ein paar nicht mehr still,geht es nur um das Wie! machen sie auf was denn aufmerksam,und so geht es ja nun nicht.
Bei erhobenem Zeigefinger rate ich mal zu Folgendem:
1. ah,iiih,was isn das,gehst du weg,nee,echt nicht, da läuft mir doch glatt ne Laus über die Leber, schsch,husch
2. entrüstet euch!
Und 3. gibts noch ne Schiene:
sie plündern H,probieren aber die Klamotten in aller Seelenruhe an und klauen erst,wenn sie passen.
Sie plündern alle Läden,nur keine Buchläden, bemerkenswert!?,
sie haben Blackberries/i-phones, ist das ganze ein aus dem Ruder laufender flashmob?
Im Rheinland hieß es mal: Arsch huh,Zäng ussenande (für auswärtige: Popo hoch = aufstehen,Zähne auseinander).
Diskussion ja,Beleidigung nein, urteilen maybe,verurteilen nein!

In Zeiten,in denen Konsum als Nonplusultra vorgelebt wird,geht das Contra gegen Konsumtempel,denn nur,wer kaufen kann,ist wertvoll-da läuft was schief, nicht nur die Laus über die Leber.
Und so sehen wir,dass sich Menschen bewegen,aufbegehren, das finde ich auch wertvoll.Wie sie es tun, kann man beklagen, wie diesen thread z.T..
Wie sich eine Protestwelle hochschaukelt,eskaliert, kann man jetzt gut studieren,wo die Akteure sind, die Mitläufer und die, die sich einen Spass draus machen auch. Und die,welche zu Opfern der heranrollenden Welle werden, da beginnt es "kriminell" zu werden. Alle(?) Aktionen sind gespeichert,reproduzierbar, wg. städtischer Überwachungskameras,eitler smartphoner etc. Big Brother wird schon hinschauen.

Entrüsten ist angesagt.

De-eskalieren.
Und das braucht Zeit.Mindestens so viel Zeit, wie es brauchte,sich zu rüsten für Eskalation.Denn die Probleme sind gewachsen.Bis sie über den Kopf wuchsen, und der Zorn auf ein System ? (das seine Kinder frisst...)ist groß,wie man sieht.Nicht nur in GB,auch rund ums Mittelmeer,usw.

Gute Nacht,das mußte/wollte jetzt raus...

tlacuache 11.08.2011 | 09:30

"Dass sich der allgemeine Schlauheitspegel erhöhen muss ist klar. Genau das würde aber im gesellschaftlichen Diskurs passieren."

Nein, da muss man erst mal in Bildung investieren, auch fuer schlechtbetuchte in einer, welcher auch immer Gesellschaft, da wurde aber in den "Neocon" Jahren ordentlich gespart, bei den Thatcherjahren und die ihr folgten in England ganz besonders.

Mir fielen in den Arbeitervierteln Londons schon 1991 die schlechten Zaehne der Kinder auf, was sie dann an den oeffentlichen Schulen geboten bekamen, moechte ich nicht wissen...

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Ehemaliger Nutzer 11.08.2011 | 10:49

Im Zimmer eines jungen Mannes sah ich über viele Jahre folgenden (sinngemäßen) Spruch hängen: "Wenn die Revolution ausbricht, werden die Leute glauben es sei eine Werbeaktion".

Ich hatte mir immer vorgestellt, damit sei die formatierte Mittelschicht gemeint, die die Welt als Verkaufsförderung wahrnimmt.

Der tiefere Sinn dieses Spruches erschließt sich mir erst jetzt durch die aktuellen Vorgänge in England. Wie anders als durch die Einforderung des "Rechtes" auf Teilhabe am Konsumismus soll die unterdrückte Bevölkerung reagieren? Es ist der Glaube, der Ihnen täglich gepredigt wird.

So wie die deutsche Bauern 1525 im Gewande einer durch Müntzer gepredigten religiösen Erlösung Ihren sozialen Forderungen Ausdruck verliehen, so wie die russischen Bauern 1917 der "Religion" Lenins folgten, um Land zu bekommen, so tun es die heutigen englischen Unterdrückten, in dem sie sich den Turnschuh anziehen.

Es zeugt von völligem Unverständnis sozialer Konflikte den Handelnden "mangelndes Bewusstein", "deformiertes Bewusstsein", "kriminelles Bewusstsein" und ähnliche Attribute zuzuordnen.

Daniel Meister 11.08.2011 | 11:36

@all
Das ist keine Revolution!
Mann,die wollten klauen,Spaß haben,etc.!
Das gibt dieser Abschaum selber zu.
Hier wird dauern versucht,die Taten aus einem gesellschaftlichen Kontext heraus zu rechtfertigen.
Klar hat es Ursachen.
Diese Typen haben weniger Geld und wohl auch keine Arbeit,bzw. wenig Lust lange auf etwa zu sparen.
Das waren und werden immer die Gründe für Kriminalität sein.Was ich nicht so kriege,hol ich mir.

Wollen sie Diebe nicht mehr einsperren verurteilen?Diese armen,fehlgeleiteten Teenager,welche ja nur klauen, weil der böse Kapitalist diese verlockenden Werbetsfafeln mit all den verkommenen Konsumprodukten aufgestellt hat??

yabby 11.08.2011 | 12:06

"Daniel Meister schrieb am 10.08.2011 um 14:46 Heut vor einem Jahr war ich in NeuKölln;)"

"10. August 2010 07.32 Uhr, ddp/dpa
In einem Wohnhaus in Neukölln ist am Dienstagmorgen ein Feuer ausgebrochen. Elf Menschen verletzt."

erst mit dem computer zwinkern und dann so tun als wüsste man von nichts - so geht das nicht meister.

die ganzen plünderungen sind doch eine "buy one get one free" aktion. der yuppy kauft eins der chav nimmt eins mit.

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preussenmichel34 11.08.2011 | 15:23

Dear Mr. Power. Thank you for your article. I become an awful taste of the english-problems.

There are so many bad news, that come from England.
I wish you all the best. I hope, the riots will come to an peaceful end.

For three times I was in England. You have a beautiful land.

I like it, that there are news from the guardian in „Der Freitag“
I know not much about english Politic and this is a good chance, to get in touch. And in some way, we are familiy.

In my mind there are always the words from President Obama, I heard from in the Beginning of his Presidency.

„We have to come together !“

*****

Vor kurzem bin ich auf die Sendung „Little Britain“ gestoßen. Komiker-Duo aus England. Ähnlich Sketch-Up mit Dieter Krebs, natürlich bitterböser, mit üblen Seitenhieben auf die britische Gesellschaft. Und „Oh Darling“ Bubbles „Champagner für alle!“ ist die Geilste. Ein großer Erfolg in England.

Eine meiner Lieblingsgeschichten ist die Folge mit der Emfpangsdame im Krankhaus, einem hässlichen biederen Pumelchen mit allglatten langen Haaren und einer unmöglichen Brille. Sie sitzt gelangweilt vor Ihrem Rechner. Tattriger Opa mit Gehhilfe betritt die Szene und schleift sich zeitlupenartig zum Empfangs-Tresen. Sie, mies gelaunt schnauzt aufgebracht „Geht das Mal ein bisschen schneller !“

Eine lange Szene weiter erreicht Opa endlich den Tresen, röchelnd, einer Lungenembolie nah „Was !“ Kommt es patzig und ungehalten über den Tresen. Der Alte verunsichert „Ich habe einen Termin beim Doktor !“

Die Kamera wechselt, Sie blickt roboterartig auf Ihren Rechner, dabei unwirsch auf der Tastatur klimpernd um sich unvermittelt wieder Opa zuzuwenden. Der liegt wie ein Häufchen Elend auf der Theke. Mit einem Tonfall von „und ich will von Dir nichts mehr hören“ spricht Sie bestimmend

„Computer sagt Nein !“

Wortlos zieht Opa wieder ab . . .

Genau so könnte ich mir zur Zeit auch die englische Wirklichkeit vorstellen. Mr. Cameron wurde von vielen Seiten gewarnt, das es zu Unruhen kommen kann, wenn soziale und öffentliche Ausgaben noch mehr geschleift würden. Der geht zu seinen Beratern und den Bankern von der Londoner Börse und Mr. Murdochs Fellow‘s und die schauten dann auf Ihre Bildschirme und sagten Ihm :

„Computer sagt Nein !“

*****

Ja da schau her. Der Blog – Marshall Daniel Meister ist also aus Bayern.

Da Sie schon bei den Blogs Augstein und Blome den Cowboy gegeben haben und sich hier nun auch die Mühe machen, fast alle Beiträge zu kommentieren, will ich mich dazu herablassen, von Preuße zu Bayer schon einiges vorweg zu stellen.

Kann es sein, das Sie ein gewaltiges Interesse daran haben, gewissen Debatten einen Spin zu geben – so sagt man doch, oder ? Ist das Guerilla – Kommentaring oder was. Nun . . . .

Ich fang mal mit dem Reiseminister an. Seine miese Show hat vielleicht doch noch etwas Positives. Mittlerweile kann ich mir etwas lebhafter euren King Louie von früher vorstellen. Ich meine den, der Euch an uns verkauft hat. In einigen Erzkonservativen Bayrischen Kreisen spricht man sicherlich immer noch hinter vorgehaltener Hand von Hochverrat. Neuschwanstein wurde ja vornehmlich mit gewaltigen französischen Reparationszahlungen nach dem Krieg 1871 finanziert, wenn ich mich nicht täusche.

Bayern dürfen wir seit 2008 in der parlamentarischen Demokratie in Deutschland willkommen heißen als jüngstes Mitglied. Mit der letzten Landtagswahl haben Sie ja jetzt endlich die Monarchie abgestreift. Wie sind eigentlich die ersten Jahre für Sie verlaufen ? War ja eine ziemlich kalte Revolution. In der Republik angekommen. Klingen noch recht optmistisch ?

Bei Wikipedia habe ich mal einen hochinterassenten Unterschied zwischen den Ländern NRW und Bayern gegoogelt. Wussten Sie eigentlich, das Bayern mit 12 Mio. Einwohner sich in 2000 Gemeinden organisiert. Wir hier in NRW hausen mit 18 Mio. nur in 350 Gemeinden. So auf den ersten Blick würde ich sagen, ganz schön pompöse Verhältnisse !

Mir ist klar, das Bayern das flächendeckend größte Land ist, aber unter uns . . . als Preusse kann ich diesem Argument nur ein müdes Lächeln abgewinnen. Was ist den heutzutage noch Größe.

Kann es sein, das die Amerikaner Euch nach dem Zweiten Weltkrieg nur Micky – Mouse Ohren aufgesetzt haben - mit Sheriff Stern. Die schönen braunen Lederhosen haben Sie Euch gelassen, oder ? Die Äußerungen, die Sie hier zwischendurch raushauen, da hätte Opa kurz und knapp zu gesagt „Arbeitslager !“ Hören Sie auf, so rum zu schwafeln und lassen Sie es doch einfach raus.

Schröders Agenda 2010 wird in Bayern demnächst auch endgültig ankommen. Sie wissen doch, diese Arbeitsmarktreform vom „Genosse der Bosse“ über die Mann sich bisher immer Lustig gemacht hatte in konservativen bayrischen Kreisen. Nach dem Fall von Baden-Würtemberg ist grrrrrün – rot ja jetzt „Ante Portas“. Vielleicht kommt in Bayern auch rot-grrrrrrrün und bei vorgezogenen Neuwahlen wohmöglich noch Oskar als Kanzler oben drauf !

Dann ist da nix mehr mit Billiglöhnern aus Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, und MeckPom einfahren lasssen, Gutsherrenartig darüber erheben, in Hinterzimmern verhöhnen und dann wieder fortschicken.
Is Bayern prepared. Oder ist als Alternative Lollek Bollek auf dem Programm.

Und noch einige wenige Sätze zu einem Landsmann von Ihnen. Von Guttenberg entschwindet gerade nach Amerika. Vorletztes Wochenende war auf Kabel 1 im Videotext Telefon-Zuschauerfrage Flieht von Guttenberg aus Deutschland vor einem Prozess ! Da haben bis abends über 500 Irre angerufen. Und jetzt raten Sie mal das Ergebnis. Zuletzt sah ich eine leichte Zustimmung von 52 %. Aber weil Sie es sind, sagen wir Ausgangslage : Fifty – Fifty.

Sollte es zu einem Prozeß kommen („Gott erbarme !“), würde ich sagen, jeder Kehre vor seiner eigenen Türe. Lassen wir das doch in Nürnberg stattfinden. Gerne im Sommer - Öffentlich – Da gibt es doch auch aus alter Zeit so einen schönen großen Platz. Hervorragend geeignet für „Public Viewing“. Das wird nicht nur in die Stadt Bewegung bringen

Und noch eins. Stimmen Sie mit mir darin überein, das Herr Seehofer vermutlich als ALÄWALZ in die Geschichtsbücher eingehen wird.

Als Längster Wahlkämpfer Aller Zeiten

Ihre Antworten sehnlichst erwartend
Möchte Ich Ihnen schon jetzt versichern,
das Sie meinen Allerkaiserlichsten mal können.

Daniel Meister 11.08.2011 | 15:35

@PreussenMichel schrieb am 11.08.2011 um 13:23

Nett. Aber primitiv. Was wollen Sie hören, dass ich auf die Saupreissen schimpfe;)?
Danke für Neuschwanstein hat sich armortisiert!
Schön, dass Sie sich über die FDP in der Regierung freuen;).
Toll, dass Sie viel fernsehen und a bissal Englisch können.

"Möchte Ich Ihnen schon jetzt versichern,
das Sie meinen Allerkaiserlichsten mal können."

Schön formuliert...aber Niveau!?
Sie wollen den Kaiser wieder?Hmm...fragen Sie mal nach im Hause Hohenzollern...

Daniel Meister 11.08.2011 | 15:35

@PreussenMichel schrieb am 11.08.2011 um 13:23

Nett. Aber primitiv. Was wollen Sie hören, dass ich auf die Saupreissen schimpfe;)?
Danke für Neuschwanstein hat sich armortisiert!
Schön, dass Sie sich über die FDP in der Regierung freuen;).
Toll, dass Sie viel fernsehen und a bissal Englisch können.

"Möchte Ich Ihnen schon jetzt versichern,
das Sie meinen Allerkaiserlichsten mal können."

Schön formuliert...aber Niveau!?
Sie wollen den Kaiser wieder?Hmm...fragen Sie mal nach im Hause Hohenzollern...

Sonne 11.08.2011 | 16:37

Der Mensch stammt vom Affen ab.

Versuchen wir nochmal einen Gedanken.

Ein Affe ist ein Gruppentier, was bedeutet er kann ohne die Gruppe nicht überleben und dies ist in seinem genetischen Code verankert. Er weiß alle wichtigen Regularien um in einer Gruppe zu existieren als Individuum und wird immer eine Balance zwischen seinem individuellen Bedürfnissen und den Bedürfnissen der Gruppe herstellen können.

Man stelle sich nun fiktiv vor, ein Affe findet eine Bananenstaude voller Früchte und verteidigt dieses bis zum Letzten vor seiner Gruppe.

Die Affengruppe würde verhungern bei solchem verhalten eines Gruppenwesens.
Im Zoo müßte der Mensch so einen Affen aussortieren um die Gruppe nicht zu gefährden.

Es ist eine Fiktion, weil AFFEN würden so etwas nicht tun.

Vielleicht ist das auch der Schlüssel für den Menschen um die Gründe zu erkennen warum der Mensch auf die Idee kommt eine Bananenstaude plötzlich zu verteidigen, obwohl auch er mehr als nur satt werden kann von viel weniger und auch er nach wie vor trotz Verstand nur in der Gruppe überleben kann, weil sein genetischer Code sich nicht einfach eliminiert hat durch den Verstand.

Wer es verstehen kann der weiß auch worum es geht.

dadaunlimited 11.08.2011 | 16:38

"Es gibt keine Rechtfertigung für so was. Hätte sich der eine, achso arme Jugendliche mitten auf die Straße gesetzt und zusammen mit vielen Hundert FRIEDLICH protestiert, hätte man auch über ihn berichtet und man hätte ihn ernst genommen!"

hahnebüchener blödsinn.

entweder dein sendungsbewußtsein strotzt einfach nur vor mangelhafter recherche oder du bist einer dieser selbsternannten demokratie-blockwarte ohne wirkliches interesse und mit umso mehr lust am getrolle.

dada lässt grüßen

Avatar
richard-der-hayek 11.08.2011 | 16:54

Frau von Gutenberg schrieb im Blog:
"Protestieren Sie gegen das Steuer-Abkommen mit der Schweiz" :

"Gähn... Schon wieder diese Politmasche für den Neidspießer. .....

Übrigens reden Sie bezüglich Schweiz nur von Deppengeld (Handwerker, Mittelständler etc.) mit 30% Prozent Steuerabführung an den deutschen Staat. Das ganz große Geld verschwindet in ganz andere Weltgegenden bzw. auch in völlig legale Steuervermeidungsmodelle von Steuerberatern, die sich eben nur das große Geld leisten kann."

Damit will sie das Steuerparadies Schweiz verteidigen. Also ist sie der Sozialromantik unverdächtig.
Ich finde, sie bringt damit einen anregenden Gesichtspunkt in diese Diskussion, auch für Meister Daniel.

Daniel Meister 11.08.2011 | 17:03

Mal ein paar gute Nachrichten an den ewigen Nörgler, Neider und Weltschmerzfülenden ...
Richard der Hayek schrieb am 11.08.2011 um 14:54 ...

Die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland ist jedoch eine der niedrigsten in der Europäischen Union. Im Juni waren 430.000 junge Menschen von 15 bis 24 Jahren erwerbslos, das entspricht einer Quote von 9,1%.

Niedriger war die Quote nur in den Niederlanden mit 7,1% und in Österreich mit 8,2%. Die weitaus höchste Quote hatte Spanien mit 45,7 Prozent. Im EU- Durchschnitt lag sie bei 20,5%.

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richard-der-hayek 11.08.2011 | 17:48

@Meister Daniel seine Pumuckl:

es macht immer wieder Spaß, die geballte Blödheit gewisser Kreise in ihren selbstgerechten Parolen zu verfolgen.
Andererseits gibt es natürlich auch zu denken: was kann man mit solchen Dumpfbacken anfangen ? So ein Planet birgt seine Risiken.

Wie auch immer: ich habe einen guten Rat für Sie:
genießen Sie die Zeit, solange der Neoliberalismus noch anerkannte Wirtschaftstheorie darstellt.
Solange solches Versagen wie nun andauernde Krisenzeit, von einer zur Nächsten, als beste aller möglichen Lösungen bezeichnet.
Solange solche Versagen wie die Zerstörung der natürlichen Ressourcen im Namen der Anhäufung gewaltiger Geldbeträge verursacht, wobei diese "Vermögen" eh nur theoretischer Natur sind: für all die 100 Billionen Prvatvermögen, die den Erdball nach Profit umkreisen, kann man sich nichts kaufen, da es soviel Güter gar nicht gibt. Wozu brauch man das Geld ?

In absehbarer Zeit werden die Menschen über die Wirtschaft aufgeklärt werden. Insbesondere darüber, daß die an den Universitäten gelehrte neoliberale Makroökonomik realitätsfremder Unsinn ist. Nach der dürfte es keine Armut und keine Krisen geben. Doch diese Theorien sind einfach falsch.
Schwer ist es auch nicht, das einzusehen.

Dann wird es interessant: wenn die Funktion der Wirtschaft Allgemeingut geworden sind, wollen die Belogenen, Betrogenen und Ausgebeuteten natürlich Abhilfe.
Diejenigen, die an dem jetzigen System verdienen und die Macht haben, wollen weiter Machthaber bleiben und nichts abgeben, also nichts ändern.

Lassen wir uns überraschen.
Also, noch einmal: bis in zwei, drei Jahren wird es soweit sein, daß, wenn jemand sagt, er vertrete neoliberale Wirtschaftsauffassung, sofort der Ruf ertönt: "holt Teer und Federn, da ist noch so einer !"
Genießen Sie die Zeit bis dahin, und bloggen Sie fleißig Ihren haltlosen Quatsch im Rückhalt der offiziellen Wirtschaftstheorie, die sie auch in fast allen Medien propagiert sehen: Sie sind nicht allein. Aber bald sind Sie Alle ruhig mit Ihrem Quatsch, weil Sie sonst aufgehängt werden.

Sonnige Gruesse rdh

Daniel Meister 11.08.2011 | 18:11

@Richard der Hayek schrieb am 11.08.2011 um 15:48

Gehören Sie einer religiöden Sekte an oder bloggen Sie aus der Anstalt?
Sorry, aber jetzt wirds grenzwertig.
Sie brauchen Hilfe.
Anscheinend sind Sie klüger als alle Professoren der Universitäten, dann Sie kennen die Zukunft, ganz allein.Sie träumen echt von einer Weltrevolution. Nun, da können Sie Jahr um Jahr warten...die gibts nicht mehr.

"Belogenen, Betrogenen und Ausgebeuteten"...vermögenslos(wohl nie gespart)

Ich weiß ja nicht, was Ihnen Schlimmes widerfahren ist. Aber wenn Sie Hilfe brauchen, lassen's Sie mich wissen;)!!

Sonne 11.08.2011 | 18:21

Und lieber Herr Hayek

hätte die evolutionäre Zufallsbewegung (ggf. Zufall) nicht ein genetisch bedingt programmiertes Tier wie dem Affen, der unser Stammvater und Mutter ist, ausgesucht für eine Refelxionsfähigkeit ( man nennt das auch allgemein Verstand) und diesen evolutionären Zusatz einem genetisch bedingten Einzelgänger verpasst hätte, dann gäbs die Diskussion gar nicht, ob in England oder sonstwo irgendwelche Menschen aus irgendwelchen Gründen demonstrieren und die Frage eines berechtigten Maßes (also ob nun friedlich oder gewalttätig) stände nicht zur Diskussion.

Weil ein genetisch bedingter Einzelgänger mit Verstand täte sofort MORDEN und kein anderer hinterfragte das.

Das tun nur Menschen, weil sie Gruppengenetik in sich haben, ergo sie müssen TEILEN um zu überleben und durch den Verstand scheinen das manche nicht mehr zu merken, sie glauben das sie eine Einzelgängergenetik besitzen, weil ihr Verstand anscheinend ihnen ne falsche Brille aufsetzte.

Der Verstand schafft irres Denken, wenn er nicht durch maßvolle Gefühle richtig genutzt werden kann.

Die menschliche Welt ist krank davon und natürlich wollen auch gesunde Menschen keine Gewalt, weil Gewalt etwas gegen das individuelle Gruppenexistenzrecht ist und Menschen fürchten dieses, weil sie eigentlich ganz natürlich wissen, dass sie sich gegenseitig schätzen müssen.

Die Aufstände sind ein klares Zeichen einer kranken Entwicklung, weil Menschen nicht in zweierlei Maß gemessen werden können, weil ihr individuelles egomanes Gefühl ganz evolutionär das gar nicht zulassen darf.

Politiker wissen das auf Grund von Wissenschaft ganz genau, ansonsten gäbe es kein Hartz4.

Heute in der Welt wiederholt sich nur Geschichte, aber ne Lösung wahr erkannt ist nicht in Sicht.

Sonne 11.08.2011 | 18:32

Und genau deshalb weil die allermeisten Menschen gesund blieben in ihrer Genetik fühlen sie sich zum TEILEN eher zugetan als zum HORTEN, dass schon als sinnlos erkannt wird.

Und genau deshalb sind Menschen so oft hoffnungslos verloren, weil sie es als logisch nachempfunden erkennen, allein für den Arbeitgeber durchs Feuer zu gehen, egal maql ob der sich 5 Rolls-Royse leistet.

Ja der Mensch ist von Natur aus ein Gruppenwesen und neidet anderen nichts, genauso lange wie seine naturbedingtnotwendige Existens gesichert ist.

Erst wenn diese nicht mehr gewährleistet wird durch die Gier als Gefühl von Wenigen die da sehr hoch kamen im Gierigen, genau dann beginnt die Kehrtwende.

Die Geschichte ist voll davon, aber der Mensch hat bis dato nigs begriffen.

Fro 11.08.2011 | 20:30

"....da muss man erst mal in Bildung investieren, auch fuer schlechtbetuchte.. "

Sehr richtig – ein „schlaues“ Bildungssystem für alle muss immer wieder gefordert werden und zum Lehrplan sollte auch die Unterrichtung in Demokratie, Solidarität und Fairness gehören.... schon im Kindergarten sollte es losgehen.
Ich befürchte aber, dass nicht mehr soviel Zeit bleibt auf dies „Früchte“ zu warten....

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Ehemaliger Nutzer 11.08.2011 | 23:52

@ Daniel Meister schrieb am 11.08.2011 um 21:11

>>>Wollen Sie jetzt wieder entgegnen, dass es arme fehlgeleitete Jugendliche sind, die ja so reden müssen...

Im Unterschied zu Ihnen will ich die Motive der "Rebellen" gar nicht erklären und mir auch kein Urteil darüber anmaßen. Ich sehe nur: Die "Rebellen" kommen mit der Ihnen vorgesetzten Form der Gesellschaft nicht klar und schlagen die kurz und klein. Das tun sie so, wie sie es verstehen.

Diese Differenz zwischen "Rebellen" und "Gesellschaft" nehmen wir beide ganz unterschiedlich wahr. Sie wollen diese Differenz einebnen, in dem Sie die "Rebellen" zu Dieben erklären und ins Gefängnis stecken. Ich sage, die Differenz entsteht nicht durch ein "kriminelles Bewusstsein", das aus dem Nichts kommt, sondern diese Differenz ist das Ergebnis der Gesellschaft selbst.

Die Logik Ihres Denkens, das hat Ihnen weiter oben Phineas Freek schon erklärt, endet in einem faschistischen Denken und Handeln. Sie halten ja die Träger der "kriminellen Bewusstseins" für die Ursache des Problems und werden diese erst internieren, später umerziehen oder liquidieren müssen.

Ich sage, dieses "kriminelle Bewusstsein" wird sich bei bestehenden kapitalistischen Verhältnissen immer wieder reproduzieren und ist durch Ihre vorgeschlagenen "Maßnahmen" bestenfalls temporär zu zähmen. Deshalb ist mein Gegenstand der Kritik das kapitalistische System.

Daniel Meister 12.08.2011 | 00:23

@Rapanui

Sie verkennen das Wesen des Menschen. Egal welches Gesellschaftssystem Sie nehmen. Kriminelle Energie hat es immer gegeben und wird es immer geben.
Genauso deren Auswirkungen, wie Diebstahl, etc.
Nur absolute, nahezu homogene Gesellschaften (Monaco, Katar) bleiben davon verschont, bzw. absolute Diktaturen.
Da wir keines der beiden im Westen finden(bei letzterem sag ich mal Gottseidank), müssen wir "crime" bekämpfen. Er mag ja Ursachen haben. Aber einen Dieb müssen Sie nun mal bestrafen.
Oder etwa nicht?
Plünderer zu "Rebellen" zu erklären ist mir zu einfach. Hört sich banal an, aber dann geh ich jetzt auf die Straße, klau ein Auto und rebelliere mal ein bisschen.

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Ehemaliger Nutzer 12.08.2011 | 00:51

@ Daniel Meister

Auch ein Krieg ist in Ihrem Sinne bloß "kriminell" und zwar in absoluter Weise. Damit erklären Sie aber nicht, was einen Krieg ausmacht, nämlich die "Kriminalität" als ein organisiertes gesellschaftliches Phänomen.

Ich erkläre nicht "Plünderer" zu "Rebellen", sondern zeige, dass gerade Ihre versimplifizierende Erklärung der Unruhen als "Kriminalität" gar nichts erklärt, sondern bloß geeignet ist, Leuten zur Seite zu springen, die erstens auf diesen gesellschaftlichen Zustand hingearbeitet haben und zweitens sich auf eine ganz üble Art aus ihrer politischen Verantwortung stehlen wollen in dem sie die Schuld durch die gleiche Wortwahl wie Sie auf "Kriminelle" schieben.

Über die "Kriminalität" einer unbewussten Unterschicht mache ich mir im übrigen keine Illusionen. Die kann man kaufen, gegen den politischen Gegner einsetzen, von eigener Kriminalität ablenken, es als Einkommensalternative anbieten, die Unterdrückten spalten.... wie Brecht z.B. in seiner Dreigroschenoper zeigt.

Daniel Meister 12.08.2011 | 01:12

@Rapanui schrieb am 11.08.2011 um 22:51

Kriminalität ist was in London passierte. Diebstahl, Raub, Hausfriedensbruch. Die Gesetze des Rechtstaates wurden gebrochen.
Sie tun sich sehr leicht, indem Sie immer schnell das "System" und den Kapitalismus dafür verantwortlich machen.
Ich hingegen denke es liegt an der Verrohung der Werte. Fäkalsprache, Beamtenbeleidigung, Urinieren auf die Straßen, all das wird kaum geahndet, weil es akzeptiert wird.
Kleinere Diebstähle führen kaum zu empfindlichen Strafen. Diese Jugendlichen haben den Respekt vor dem Staat und den Autoritäten verloren.
Wenn Sie jetzt gleich argumentieren, dass Banken und Spekulanten auch Werte verkommen ließen und ein schlechtes Beispiel abgeben, so haben Sie Recht, aber es rechtfertigt nichts.

Zudem mach ich mir langsam Sorgen um die Diskussion. Immer mehr wird über die Täter geredet, als dass man sich um die Opfer kümmert.
Auch das ist eine Verrohung.

Daniel Meister 12.08.2011 | 01:12

@Rapanui schrieb am 11.08.2011 um 22:51

Kriminalität ist was in London passierte. Diebstahl, Raub, Hausfriedensbruch. Die Gesetze des Rechtstaates wurden gebrochen.
Sie tun sich sehr leicht, indem Sie immer schnell das "System" und den Kapitalismus dafür verantwortlich machen.
Ich hingegen denke es liegt an der Verrohung der Werte. Fäkalsprache, Beamtenbeleidigung, Urinieren auf die Straßen, all das wird kaum geahndet, weil es akzeptiert wird.
Kleinere Diebstähle führen kaum zu empfindlichen Strafen. Diese Jugendlichen haben den Respekt vor dem Staat und den Autoritäten verloren.
Wenn Sie jetzt gleich argumentieren, dass Banken und Spekulanten auch Werte verkommen ließen und ein schlechtes Beispiel abgeben, so haben Sie Recht, aber es rechtfertigt nichts.

Zudem mach ich mir langsam Sorgen um die Diskussion. Immer mehr wird über die Täter geredet, als dass man sich um die Opfer kümmert.
Auch das ist eine Verrohung.

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richard-der-hayek 12.08.2011 | 02:32

Doch. Ist schon das Thema: die Reichen machen in grooßen Stil, was die riots im viel kleineren machen. Doch die werden nicht von der Polizei gejagt, obwohl die Schäden vom Betrag her viel größer sind.
Von da ab sind alle Deine schlauen Beiträge Makulatur.
Wäre schön, wenn man sich einfach raussuchen könnte. Die unerträgliche Fettsau hat das auch gemacht: überlassen sie mir, welche Fragen ich beantworte. Aber den haben die Idioten auch 5mal zum Kanzler gewählt.
Du bist kein Kanzler: also: Cameron Co verursachen mit den Steuertricks weit mehr Schäden als die riots.

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Ehemaliger Nutzer 12.08.2011 | 02:40

@ Daniel Meister

>>>Sie tun sich sehr leicht, indem Sie immer schnell das "System" und den Kapitalismus dafür verantwortlich machen.

Das ist nicht "leicht" sondern sehr schwer. Denn es setzt einerseits ein hohes Abstraktionsvermögen voraus und andererseits eine hohe Kreativität bei der Suche nach Lösungen, die der Komplexität dieser Lage gerecht werden. Das ist genau das Gegenteil von dem von Ihnen präferierten Weg einer bloßen Kriminalisierung.

>>>Wenn Sie jetzt gleich argumentieren, dass Banken und Spekulanten auch Werte verkommen ließen und ein schlechtes Beispiel abgeben, so haben Sie Recht, aber es rechtfertigt nichts.

Das Verhalten der Börsianer in London ist ebenso systemkonform, wie das Verhalten der "Rebellen" in London. Beide nehmen sich was Sie brauchen und wenn sie sich clever anstellen, werden sie es auch behalten. Das ist der Normalbetrieb im Kapitalismus. Bei beiden Gruppen kann ich keine Suche nach gesellschaftlichen Alternativen erkennen.

>>>Immer mehr wird über die Täter geredet, als dass man sich um die Opfer kümmert.
Auch das ist eine Verrohung.

Es wird in der Praxis schwer festzustellen sein, wer Opfer und wer Täter ist. Natürlich sind die "Rebellen" beides.

Offensichtlich haben Sie überhaupt keine Kenntnis von der Praxis gesellschaftlicher Revolten. Kennen Sie Martin Scorseses "Gangs of New York". Da könnten Sie etwas lernen, auch wenn es nur ein Film ist.

Daniel Meister 12.08.2011 | 13:57

@Rapanui

Gangs of NY ist Hollywood mit etwas geschichtlicher Wahrheit und so gar nicht übertragbar auf die heutige Zeit.

Aber gut. Auch in diesem Film sieht man wie wichtig Recht und Ordnung sind. Erst nachdem die Draftriots niedergeschlagen wurden kehrte Ruhe ein. Oder wünschen Sie sich Anarchie?

"Es wird in der Praxis schwer festzustellen sein, wer Opfer und wer Täter ist."

Also, verzeihen Sie mir diese Vereinfachung..aber derjenige, der einbricht, den Laden mutwillig zerstört und klaut ist der Täter. Der blutende, ausgeraubte, beleidigte das Opfer.

Noch mal...hier "rebelliert" keiner. Selbst Ihre sog. "Rebellen" bestreiten dies. Die sind nicht besser als Straßendiebe und Einbrecher.

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Ehemaliger Nutzer 12.08.2011 | 15:19

@ Daniel Meister

>>>Erst nachdem die Draftriots niedergeschlagen wurden kehrte Ruhe ein.

Sie haben nichts verstanden. In dem Film wird deutlich, dass soziale Konflikte von den Handelnden als ein Konflikt zwischen "Ethnien" Iren-Italiener-"US-Bürger" wahrgenommen werden. Linke neigen dazu, zu unterstellen, dass soziale Konflikte immer beuwsst als soziale Konflikte wahrgenommen werden müssen und erklären dann den Handelnden die "richtige" Sichtweise. Das ist ein Problem, denn einerseits stimmt es, es sind letztlich soziale Konflikte, nur unterschätzt diese Verallgemeinerung die Spezifik ethnischer Konflikte. Auch die Plünderung von Geschäften in diesem Ausmaß ist ein sozialer Konflikt. Sie glauben, dass das Gefängnis das Mittel ist ich halte das für dummes Geschwätz, weil es die Dimension zielgerichtet kleinredet.

Unsere Meinungen unterscheiden sich nicht, weil wir beide um die richtige Darstellung streiten, sondern weil Sie einen Standpunkt einnehmen, der das "Herstellen von Recht undOrdnung" als die ihm passende Form gesellschaftlicher Organisation empfindet. Hier stellen diejenigen die Ordnung wieder her, denen die "Rebellen" völlig egal sind und die diese Menschen um das betrügen, was man für ein gelungenes Leben braucht. Mit denen sind Sie sich einig. Und so nenne ich Sie einen Knecht.

Daniel Meister 12.08.2011 | 16:35

@Rapanui

Nun, aber was wäre denn Ihre Alternative?
Meine Antwort ist die Niederschlagung, dass gebe ich zu. Sie können die Menschen doch nicht plündern lassen?
Gut...die Ursachen, ich weiß, aber wenn es nun mal soweit ist...was machen Sie nachts in London als Staat, wenn geplündert wird?
Wie verfahren Sie mit den Festgenommenen?
Meine Antworten kennen Sie.Ihre bleiben Sei schuldig.
Ja, ich bin für Recht und Ordnung. Mir gefällt das bestehende "System“!
Die "Betrogenen" sind erstmal die Ausgeraubten, dann die Räuber. Wobei fast jeder die Chance zum Aufstieg, durch ehrliche Arbeit. Die muss er kriegen, ich weiß, er darf sich aber auch nicht für alles zu schade sein und sein Geld gleich wieder verrauchen und für Handys ausgeben.

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Ehemaliger Nutzer 12.08.2011 | 17:32

@ Daniel Meister

Was meine Geduld bei Ihnen sehr herausfordert, ist Ihre monokausale Sichtweise. Ihre Sprüche sind derartig simpel und "hingerotzt", dass ich nicht weiß, ob Sie genug nachdenken und ernsthaft diskutieren wollen.

Als erstes müsste die herrschende Politik den Ausgegrenzten ein Angebot machen: Arbeit, Wohnungen, Bildung, Sicherheit, Integration. Dann müsste sie versuchen, diejenigen, die die "Rebellion" als ein Gewerbe betreiben, politisch zu isolieren. Es müsste ein politischer Zustand erreicht werden, in dem ein Mindestmaß an Hoffnung für die Unterdrückten gegeben ist. Dann kann der Staat nach einer Phase von Vertrauen schaffen versuchen gemeinsam mit den dann nicht mehr Ausgegrenzten, die Kriminalität auszutrocknen oder zu bekämpfen.

Das ist eine Herkulesaufgabe, die das kapitalistische System nicht schaffen kann. Unter anderem deswegen, weil dies eine enorme Umschichtung des Budgets verlangt und diejenigen, die sich das System so vorteilhaft für sich eingereichtet haben, dies nicht zulassen werden.

Dies ist ein reformistischer Ansatz, der zumindest das Plündern kurzfristig eindämmen könnte, der aber das Problem von Herrschaft und kapitalistischer Ausbeutung nicht beseitigt.

Hier unterscheiden sich unsere Meinungen und vorallem unsere Überzeugungen. Das kapitalistische System ist nicht reformierbar und muss verändert werden. Sie machen deutlich, das dies keine Aufgabe ist, die noch vor dem Wochenende zu schaffen ist.

An anderem Orte habe ich schon diskutiert, dass mir meine Gewissheit in den letzten 20 Jahren abhanden gekommen ist. So schlicht wie Sie, habe ich vor 20...30 Jahren auch argumentiert, wenn auch unter entgegengesetzten Vorzeichen.

Daniel Meister 12.08.2011 | 18:46

@Rapanui

Ich versteh Sie und Ihre Kapitalismuskritik ja.
Nur ein paar Punkte lassen Sie gerne im Unklaren.
1. Ein anderes "System" wird es nur geben, wenn dies Mehrheiten auch WOLLEN. Die sehe ich nicht.

2. Der Mehrheit geht es gut im Kapitalismus, oder sehen Sie sozialistische Umsturzversuche, Rekordergebnisse der extremen Linken bei Wahlen.

3. Sie verwechseln Unzufriedenheit der Bürger mit dem Willen zu einer Rebellion.

4. "Als erstes müsste die herrschende Politik den Ausgegrenzten ein Angebot machen: Arbeit, Wohnungen, Bildung, Sicherheit, Integration."
Müssen sich nicht auch die "Ausgegrenzten" bemühen?

5. Ich fragte nach konkreten Maßnahmen auf der Straße, wenn geplündert wird. Warum wichen Sie dem aus? Weil Sie sich dann eingestehen müssten, dass Sie nur zwischen Anarchie und massiven Polizeieinsatz wählen können?

6. "diejenigen, die sich das System so vorteilhaft für sich eingereichtet haben"
Die Bürger im Westen bestehen doch nicht aus Superreichen und Milliardären. Ich habe so die Befürchtung, dass Sie damit schon alle Häuslebauer, Wohnungsbesitzer und Leute hinzuzählen, die brav (spießig, ich weiß) zur Arbeit gehen und sich bescheidenen Wohlstand schaffen.

Daniel Meister 12.08.2011 | 18:46

@Rapanui

Ich versteh Sie und Ihre Kapitalismuskritik ja.
Nur ein paar Punkte lassen Sie gerne im Unklaren.
1. Ein anderes "System" wird es nur geben, wenn dies Mehrheiten auch WOLLEN. Die sehe ich nicht.

2. Der Mehrheit geht es gut im Kapitalismus, oder sehen Sie sozialistische Umsturzversuche, Rekordergebnisse der extremen Linken bei Wahlen.

3. Sie verwechseln Unzufriedenheit der Bürger mit dem Willen zu einer Rebellion.

4. "Als erstes müsste die herrschende Politik den Ausgegrenzten ein Angebot machen: Arbeit, Wohnungen, Bildung, Sicherheit, Integration."
Müssen sich nicht auch die "Ausgegrenzten" bemühen?

5. Ich fragte nach konkreten Maßnahmen auf der Straße, wenn geplündert wird. Warum wichen Sie dem aus? Weil Sie sich dann eingestehen müssten, dass Sie nur zwischen Anarchie und massiven Polizeieinsatz wählen können?

6. "diejenigen, die sich das System so vorteilhaft für sich eingereichtet haben"
Die Bürger im Westen bestehen doch nicht aus Superreichen und Milliardären. Ich habe so die Befürchtung, dass Sie damit schon alle Häuslebauer, Wohnungsbesitzer und Leute hinzuzählen, die brav (spießig, ich weiß) zur Arbeit gehen und sich bescheidenen Wohlstand schaffen.

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Ehemaliger Nutzer 12.08.2011 | 19:48

1. Schon jetzt "wollen" Mehrheiten ein anderes System, Voraussetzung für diese Sicht: Kapitalismus als globales System verstehen. Die meisten Menschen dieser Welt denken aber nicht in dieser Abstraktion, sondern müssen sehen, wie sie den Tag überleben - sie alle haben das Recht und fordern es ein, dass sie nicht ständig am Rande der physischen Existenz leben. Das aber sichert das kapitalistische System ihnen nicht zu. Noch mal: welche Worte wir für die Beschreibung nehmen, ist völlig egal.

2. Unfug. Siehe 1. Sie verwechseln die Lebenssituation in den Hochburgen des Kapitalismus mit denen in der Mehrheit der Länder.

3. Ich halte mich mit Gewissheiten zurück. Ich weiß nicht in welcher Form und in welcher Zeit der Kapitalismus an sein Ende kommt. Aber so wird es sein.

4. Ja, dazu muss man ihnen aber die Mittel und die Chancen zugestehen. Die werden diesen systematisch vorenthalten.

5. Ich habe ein im vorigen Posting ein reformistisches Konzept vorgestellt - bitte geau lesen, sonst wird die Diskussion mit Ihnen noch mühseliger als sie es ohnehin ist. Koppelung von sozialen Reformen und Administration. Das schließt den Einsatz von Polizei und Justiz ein.

6. Für die Mittelschicht ist das System vorteilhaft, weil die Herrschaften die Mittelschicht gegen das Prekariat in Stellung gebracht haben und es als Prellbock benutzen. Das lässt sich die Mittelschicht bezahlen und wird in zukünftigen Konflikten dafür bezahlen müssen. Ein Teil der Mittelschicht wird den "Bluthund" machen, ein anderer Teil sich mit den "Rebellen" solidarisieren - je nachdem wo man seinen "Vorteil" sieht. Schwere Zeiten stehen bevor.

Daniel Meister 12.08.2011 | 21:41

@Rapanui

Gut argumentiert.
Immerhin bestätigen Sie schon mal, dass es in Europa und Nordamerika kein Verlangen nach Revolution gibt. (siehe Ihr Punkt 2). Man könnte die "Systeme" ja auch abwählen...passiert aber nicht im Geringsten.
Aber, selbst global gesehen gibt es keine "Rebellion" gegen den Kapitalismus.
Vielmehr besteht das Verlangen, der natürliche Wunsch nach Wohlstand, nach einem besseren Leben.
Nur eine freie Marktwirtschaft kann dies leisten.
Dann möcht ich mal ein funktionierendes Gegenbeispiel hören. Entweder geschichtlich oder aktuell. Theorien sind gut und schön, aber meist nicht praktikabel (Von vielen Religionen bis hinzu Marx).

Dass es vielen Menschen weltweit schlechter geht bestreite ich nicht. Aber ist dies die alleinige Schuld des Kapitalismus?

zu 4. Das stimmt nicht. Unsere Sozialausgaben haben ungeahnte Höhen erreicht. Viele leben (und zwar gut) auf Kosten des Staates.
Eigeninitiative im Rahmen der Gesetze ist gefragt. Hier bei und gibt es Lehrlingsmangel. Was mangelt ist der Anstand und die Anstrengungsbereitschaft mancher Lehrlinge!

6. Wer gehört zur Mittelschicht? Ab wann beginnt die Oberschicht? Wer ist arm bei uns im Vergleich zum Rest der Welt.

Gründen Sie doch eine Partei. Ideen haben Sie ja.

Haben Sie heute einmal einen Blick auf die festgenommen "Rioters" genommen. Wohl keine "Unterdrückten"...
www.dailymail.co.uk/home/index.html
Auch wenn Ihnen die Mail zuwider ist...steht überall

Daniel Meister 12.08.2011 | 22:03

@Richard der Hayek schrieb am 12.08.2011 um 00:32

Vier Mal waren es Herr Hayek, dass Helmut Kohl Kanzler vom Volk (Idoten für Sie) zum Kanzler gewählt wurde.

Sagen Sie mal, warum drücken Sie sich eigentlich immer so unverschämt aus?
"Die Reichen"...ab wann ist man denn "reich"?
Schon wenn man ne Wohnung besitzt?

Achja...die Rioters..
www.dailymail.co.uk/home/index.html
Doch nicht so "arm" die Banditen;)!

Sie sagten "Doch". OK! Also, dann bitte "wo" treffen Sie die Steuertricks von "Cameron"?

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Ehemaliger Nutzer 12.08.2011 | 22:14

>>>Immerhin bestätigen Sie schon mal, dass es in Europa und Nordamerika kein Verlangen nach Revolution gibt.

Außer, dass ich am Anfang den Spruch über die "Revolution als Werbeaktion" gebracht habe, habe ich nicht über eine Revolution gesprochen. Ich habe keine romantischen Vorstellungen über eine Revolution. Ich sehe eine Zunahme krisenhafter Erscheinungen in den entwickelten kapitalistischen Ländern, sehe aber auch die Stärke in deren Einigkeit und deren Machtapparaten.

>>>Nur eine freie Marktwirtschaft kann dies leisten.

Ich weiß nicht, was Sie darunter verstehen. Wenn es das übliche Politikergeschwätz ist: Dissenz.

>>>zu 4. Das stimmt nicht. Für Großbritannien, über welches wir hier diskutieren schon. Kommt es zu Problemen in der Profitabilität deutscher Firmen können wir wetten, wo gespart wird.

>>>6. Wer gehört zur Mittelschicht? Jeder, der ein festes Einkommen hat, in gesellschaftliche Zusammenhänge eingebunden ist und seine Grundbedürfnisse Essen, Wohnen, Kommunikation, Transport ohne große existenzielle Sorgen regelmäßig befriedigen kann.

Daniel Meister 13.08.2011 | 02:24

@Rapanui
Annäherung;)!Hätte ich ja nie geglaubt.Ihre Mittelstandsdefinition kann ich doch glatt unterschreiben.
Ich sehe allerdings nicht den Schwund dieser Mittelschicht.
Ich will keine Antworten schuldig bleiben,ich fordere dies ja auch immer ein.
Also,zur "Leistung"der Marktwirtschaft.
Freier Handel und Konkurrenz führt zu Wertschöpfung,d.h. aller Wohlstand auf Erden muss erstmal erarbeitet werden.
Kennen Sie denn ein alternatives Wirtschaftssystem,welches so etwas leisten kann?

Das mit Ihrer Partei war übrigens kein böser Scherz

exkoelner 13.08.2011 | 03:55

Was ist eigentlich wenn gesellschaftliche Normen nicht mehr funktionieren?

Eigentlich klar - junge Menschen sollten die beste Ausbildung, die ihrem Potential entsprechen erhalten. Trotzdem klebt man in Deutschland an dem 3-gliederigem Schulsystem, besserverdienende schicken ihre "schwierigen" Kinder auf Internate ... schon ist man kaum 11 und die Spreu trennt sich vom Weizen. Nur ein Gedanke, es wird immer Menschen in Gesellschaften geben, die Aufgrund ihrer Bildung, Herkunft, gesellschaftlichen Stellung derzeit nicht am "globalisierten Wirtschaftswunder" teilhaben können - und werden! Was macht man mit denen eigentlich? Einsperren? Wenn sie wie alle "normalen" Jugendlichen sich an ihren Vorbildern orientieren, also konsumieren wollen (es gibt dafür extra eine eigene Industrie, die Werbung!), es aber mangels Einkommen nicht können? Kennt Jemand den Blick von einem jungen Menschen, der an dich glaubt als Orientierung und gerade merkt, auch der lügt nur wie alle erfolgreichen Erwachsenen? Sie spüren ohne viel theoretisches Wissen einfach, wenn etwas nicht stimmt und reagieren impulsiv, eben Jugendliche!

Wohin soll die Reise eigentlich gehen? Noch mehr chancenlose Arme und immer besser bewachte Elite-Internate für die anderen? Mein Vater hat 1974 mit ner Volksschulbildung ca. 5000 D-Mark verdient, wegen der Auslandszulagen und weil er als Sprengmeister nen verdammt Gesundheitsschädlichen Job gemacht hat - das war damals der Deal und er ist auch mit 65 gestorben. Aber während er lebte ging es ihm wenigstens gut, weil es einen gesellschaftlichen Vertrag gab - harte Arbeit, auch bei geringer Qualifikation, guter Lohn. Heute sieht das anders aus. Viele der "Problem-Kids" wollen einfach nur ne Chance und wenn ihnen diese Gesellschaft die nicht auf konformen Wegen geben kann, dann nehmen sie sich die eben anders!

Wir diskutieren seit Jahren über diese unverständlichen U-Bahn Schläger und verstehen es nicht. Wir nehmen die Gewalttaten in den Banlieue, in Athen und jetzt in London nicht wahr als ein sehr sensitiver Anzeiger der "bauch-denkenden" Jugendlichen, das etwas nicht mehr stimmt. Sie wissen das wir lügen, das wir für "unsere" Kinder alles tun, aber der Rest uns eigentlich sehr am Po vorbei geht und das lassen sie sich eben nicht mehr gefallen. Wie weit soll das gehen? Bis auch in Berlin die Häuser brennen?

laubfrosch 13.08.2011 | 15:04

wenn normen nicht mehr funktionieren ?

dann hat das seine ursachen darin dass das system nicht mehr funktioniert.
alle !
sowohl der kapitalismus als auch, als auch seine abgemilderte form der sozialen marktwirtschaft, als auch der sozialismus/kommunismus oder der anarchismus sind im wesentlichen ein heilsversprechen.

glaubt an die ideologie, die bücher, die autoren, die politiker und handelt danach, dann wird es allen besser gehen.

aber alle reden um den heißen brei.
alle geben sich der illusion der vollbeschäftigung hin.

es gibt genau zwei brennpunkte um die sich alles konzentriert :
die ökologie und die arbeit.

dass der planet unter der last von zu vielen menschen ächzt ist eine sache.

aber in europa geht es im wesentlichen zur zeit um arbeit, einkommen und lebenssicherheit die maßgeblich ins wanken gerät.

und die zentrale ausage scheuen alle politiker wie das reh :
die (lohn)arbeit wird verschwinden.

deutschland hat nur deshalb eine so handelkräftige wirtschaft, weil die optimierung der arbeitsprozesse bei uns weiter vorangeschritten ist als in allen anderen ländern.
nur deshalb ist eine solarzelle aus deutschland billiger als eine aus china und deshalb konkurrenzfähig.

digitalisierung, automatisierung, mechanisierung, rationalisierung und roboter die ganze riesige lagerhallen in gespenstergebäude mit wenigen dutzend mitarbeitern verwandeln, dass ist in deutschland realität.

nun ..
die europäische konkurrenz, die schwellenländer und mind. partiell auch die dritte welt wird diesen vorsprung bald aufholen, ähnlich effizient wirtschaften.

auf der strecke bleiben alle, egal wie qualifiziert, die für diesen erwerbs- und schaffensprozeß nicht mehr benötigt werden.
und das sind millionen und milliarden von menschen.

was mit diesen menschen geschehen soll, wie sie einkommen erwerben können, wie sie teil der gesellschaft sein können, und wie sie letztendlich zum konsum befähigt werden der grundlage selbst der wenigen arbeitsplätze ist ... ?

darauf hat niemand in der großen politik bis heute eine antwort gefunden.
selbst die frage ist komplett tabu ...

eine der wenigen ausnahmen ist hier nachzulesen :
content.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/916564_0_9223_-interview-langfristig-wird-die-arbeit-verschwinden-.html

zitat :

Herr Rifkin, eines Ihrer Bücher heißt: „Das Ende der Arbeit“. Das meinen Sie doch nicht wörtlich, oder?

Allerdings meinte ich das wörtlich. Als ich dieses Buch
1995 schrieb, waren weltweit 800 Millionen Menschen arbeitslos oder unterbeschäftigt. 2001 waren es schon mehr als eine Milliarde. Die Entwicklung ist eindeutig.

.............................................

sehr lesenswert, wenn man den sprengstoff von london und spanien wirklich verstehen will

laubfrosch

baumhoff 14.08.2011 | 13:04

Der beste Artikel zu dem Thema stand in Telegraph und nur hier gibt es wirklich eine Erklärung für diese Vorkommisse. Viel Spaß beim Lesen:

The moral decay of our society is as bad at the top as the bottom

Telegraph

By Peter Oborne
Last updated: August 11th, 2011

4327 CommentsComment on this article

David Cameron, Ed Miliband and the entire British political class came together yesterday to denounce the rioters. They were of course right to say that the actions of these looters, arsonists and muggers were abhorrent and criminal, and that the police should be given more support.

But there was also something very phony and hypocritical about all the shock and outrage expressed in parliament. MPs spoke about the week’s dreadful events as if they were nothing to do with them.

I cannot accept that this is the case. Indeed, I believe that the criminality in our streets cannot be dissociated from the moral disintegration in the highest ranks of modern British society. The last two decades have seen a terrifying decline in standards among the British governing elite. It has become acceptable for our politicians to lie and to cheat. An almost universal culture of selfishness and greed has grown up.

It is not just the feral youth of Tottenham who have forgotten they have duties as well as rights. So have the feral rich of Chelsea and Kensington. A few years ago, my wife and I went to a dinner party in a large house in west London. A security guard prowled along the street outside, and there was much talk of the “north-south divide”, which I took literally for a while until I realised that my hosts were facetiously referring to the difference between those who lived north and south of Kensington High Street.

Most of the people in this very expensive street were every bit as deracinated and cut off from the rest of Britain as the young, unemployed men and women who have caused such terrible damage over the last few days. For them, the repellent Financial Times magazine How to Spend It is a bible. I’d guess that few of them bother to pay British tax if they can avoid it, and that fewer still feel the sense of obligation to society that only a few decades ago came naturally to the wealthy and better off.

Yet we celebrate people who live empty lives like this. A few weeks ago, I noticed an item in a newspaper saying that the business tycoon Sir Richard Branson was thinking of moving his headquarters to Switzerland. This move was represented as a potential blow to the Chancellor of the Exchequer, George Osborne, because it meant less tax revenue.

I couldn’t help thinking that in a sane and decent world such a move would be a blow to Sir Richard, not the Chancellor. People would note that a prominent and wealthy businessman was avoiding British tax and think less of him. Instead, he has a knighthood and is widely feted. The same is true of the brilliant retailer Sir Philip Green. Sir Philip’s businesses could never survive but for Britain’s famous social and political stability, our transport system to shift his goods and our schools to educate his workers.

Yet Sir Philip, who a few years ago sent an extraordinary £1 billion dividend offshore, seems to have little intention of paying for much of this. Why does nobody get angry or hold him culpable? I know that he employs expensive tax lawyers and that everything he does is legal, but he surely faces ethical and moral questions just as much as does a young thug who breaks into one of Sir Philip’s shops and steals from it?

Our politicians – standing sanctimoniously on their hind legs in the Commons yesterday – are just as bad. They have shown themselves prepared to ignore common decency and, in some cases, to break the law. David Cameron is happy to have some of the worst offenders in his Cabinet. Take the example of Francis Maude, who is charged with tackling public sector waste – which trade unions say is a euphemism for waging war on low paid workers. Yet Mr Maude made tens of thousands of pounds by breaching the spirit, though not the law, surrounding MPs’ allowances.

A great deal has been made over the past few days of the greed of the rioters for consumer goods, not least by Rotherham MP Denis MacShane who accurately remarked, “What the looters wanted was for a few minutes to enter the world of Sloane Street consumption.” This from a man who notoriously claimed £5,900 for eight laptops. Of course, as an MP he obtained these laptops legally through his expenses.
Yesterday, the veteran Labour MP Gerald Kaufman asked the Prime Minister to consider how these rioters can be “reclaimed” by society. Yes, this is indeed the same Gerald Kaufman who submitted a claim for three months’ expenses totalling £14,301.60, which included £8,865 for a Bang Olufsen television.

Or take the Salford MP Hazel Blears, who has been loudly calling for draconian action against the looters. I find it very hard to make any kind of ethical distinction between Blears’s expense cheating and tax avoidance, and the straight robbery carried out by the looters.

The Prime Minister showed no sign that he understood that something stank about yesterday’s Commons debate. He spoke of morality, but only as something which applies to the very poor: “We will restore a stronger sense of morality and responsibility – in every town, in every street and in every estate.” He appeared not to grasp that this should apply to the rich and powerful as well.

The tragic truth is that Mr Cameron is himself guilty of failing this test. It is scarcely six weeks since he jauntily turned up at the News International summer party, even though the media group was at the time subject to not one but two police investigations. Even more notoriously, he awarded a senior Downing Street job to the former News of the World editor Andy Coulson, even though he knew at the time that Coulson had resigned after criminal acts were committed under his editorship. The Prime Minister excused his wretched judgment by proclaiming that “everybody deserves a second chance”. It was very telling yesterday that he did not talk of second chances as he pledged exemplary punishment for the rioters and looters.

These double standards from Downing Street are symptomatic of widespread double standards at the very top of our society. It should be stressed that most people (including, I know, Telegraph readers) continue to believe in honesty, decency, hard work, and putting back into society at least as much as they take out.

But there are those who do not. Certainly, the so-called feral youth seem oblivious to decency and morality. But so are the venal rich and powerful – too many of our bankers, footballers, wealthy businessmen and politicians.

Of course, most of them are smart and wealthy enough to make sure that they obey the law. That cannot be said of the sad young men and women, without hope or aspiration, who have caused such mayhem and chaos over the past few days. But the rioters have this defence: they are just following the example set by senior and respected figures in society. Let’s bear in mind that many of the youths in our inner cities have never been trained in decent values. All they have ever known is barbarism. Our politicians and bankers, in sharp contrast, tend to have been to good schools and universities and to have been given every opportunity in life.
Something has gone horribly wrong in Britain. If we are ever to confront the problems which have been exposed in the past week, it is essential to bear in mind that they do not only exist in inner-city housing estates.

The culture of greed and impunity we are witnessing on our TV screens stretches right up into corporate boardrooms and the Cabinet. It embraces the police and large parts of our media. It is not just its damaged youth, but Britain itself that needs a moral reformation.