Guardian vs. Irak

Pressefreiheit Wegen eines kritischen Artikels verurteilt ein Gericht in Bagdad die britische Zeitung zu Schadensersatz. Das Geld soll der irakische Premier erhalten
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Der Entscheid eines irakischen Gerichts, welches den Guardian aufgrund einer Kritik an Premierminister Nouri Al-Maliki am vergangenen Dienstag zu einer Bußgeldstrafe von 100 Millionen Dinar (umgerechnet etwa 60.000 Euro) verurteilt hatte, ist von Kommentatoren aus aller Welt verurteilt worden. Journalisten, Irak-Experten, Bürgerrechtsaktivisten und Beamte, die am Wiederaufbau des Iraks nach dem Krieg beteiligt gewesen waren, erklärten, das Urteil und die Strafe seien ein Indiz des Niedergangs der Pressefreiheit im Irak. Der Artikel hatte Mitarbeiter des Geheimdienstes zitiert, die aussagten, Maliki werde zunehmend autoritär. Den Artikel hatte der Irak-Korrespondent des Guardian, Ghaith Abdul-Ahad, geschrieben, dessen Arbeit bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet wor