„Ich bin eine der Überlebenden“

Porträt Rainer Werner Fassbinders Filme sind ohne Hanna Schygulla kaum denkbar. Vor 35 Jahren starb der Regisseur. Die Schauspielerin denkt oft an seine Grausamkeit zurück
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 23/2017

Er war ein großartiger, ein monströser Regisseur. Und er starb so, wie man es von einem wie ihm erwarten konnte: an einer Mischung aus Überarbeitung und zu vielen, zu verschiedenen Drogen. Vor 35 Jahren, am 10. Juni 1982, erlitt Rainer Werner Fassbinder einen Herzstillstand, mit nur 37 Jahren und einem Cocktail aus Alkohol, Kokain und Schlaftabletten im Blut. Seine Süchte waren ebenso bekannt wie seine Bisexualität – und die Weise, wie er jeden, der seinen Orbit betrat, manipulierte, oft auf grausamste Art.

Rund 40 Filme hinterließ das Arbeitstier. Und wenn er gerade einmal nicht gemeinsam mit Werner Herzog und Wim Wenders als Speerspitze des sogenannten Neuen Deutschen Kinos agierte, schrieb er Bühnenstücke oder arbeitete an ehrgeizigen Fernseh