Richard Wolffe
17.05.2017 | 12:35 52

Komplott im Oval Office

USA Ein Präsident wandert zwischen den Welten, um in seiner eigenen sein zu können. Also beschenkt er Russland mit geheimdienstlicher Exklusivität, nicht aber die Verbündeten

Komplott im Oval Office

So aufgeräumt ist die Stimmung nur, wenn die Russen da sind

Foto: Imago

Es gibt nur wenige Erklärungen dafür, warum der 45. Präsident der Vereinigten Staaten die sensibelsten Informationen über die Fähigkeiten des Islamischen Staates (IS) ausgerechnet an Russland weitergegeben hat – konkret an Außenminister Sergej Lawrow und Botschafter Sergei Kisljak.

Hände vors Gesicht

Diese Informationen gelten als so sensibel, dass sie bisher den wirklichen Verbündeten der Amerikaner vorenthalten worden sind, aus Angst, wichtige Quellen und Methoden zu offenbaren. Selbst das Dementi des Weißen Hauses fällt erbärmlich kurz aus. Man wollte diese Informationen aus dem offiziellen Bericht über das Treffen mit den Russen heraushalten. In der Konsequenz schlägt nun die gesamte amerikanische Geheimdienst-Community die Hände vor dem Gesicht zusammen.

Was könnte Trump bewogen haben, zu tun, was er getan hat? Es ist ausgeschlossen, dass er vom Status der Informationen, die er weitergab, nichts wusste. Durchaus denkbar, dass er vor seinen russischen Gästen damit angeben wollte, über die besten Informationen zu verfügen.

Schlimmer als Hillary

Es kann auch nicht sein, dass Donald Trump denkt, es sei in Ordnung, geheime Informationen weiterzugeben, schließlich hat er einen gesamten Präsidentschaftswahlkampf – den größten aller Zeiten, wie er gern behauptet – unter der Devise geführt hat, Hillary Clinton müsse ins Gefängnis gebracht werden, weil sie nicht behutsam genug mit geheimen Informationen umgegangen sei, sprich: dienstliche Mails auf ihren privaten Mailserver gelotst hatte.

Tatsächlich hat der Präsident erst vor einer Woche aus mindestens zwei Gründen FBI-Direktor James Comey entlassen. Der offizielle – das heißt, der gefakte – Grund war, dass er die Clinton-Untersuchung verbockt habe. Der inoffizielle (wahre) Grund war, dass Comey zu viel Zeit damit verbrachte, Trumps informelle Kontakte mit den Russen zu untersuchen, und zu wenig Zeit, um der Weitergabe von Geheiminformationen an die Medien nachzugehen.

Nein, selbst der Dümmste kann nicht glauben, dass es in Ordnung ist, Informationen wie M&Ms an jeden zu verteilen, der ins Oval Office hereinspaziert kommt.

Doch scheint es so, als würde Trump nichts Falsches an einer so erstaunlichen Nähe zu Russland sehen. Warum sonst schüttet er Wladimir Putins Chefdiplomaten sein Herz über kostbarste Informationen aus? Trump ist so verzweifelt darauf aus, zu beeindrucken, dass er nicht zwischen amerikanischen Interessen und eigener Geltungssucht unterscheiden kann. Wenn das so ist, dann bedeutet „America First“ vor allem „Trump First“. Wie Richard Nixon einst zu sagen pflegte: Wenn der Präsident es tut, bedeutet dies, dass es nicht illegal ist.

Sogar ein Fotograf

Typisches Beispiel: Was hatten der russische Außenminister und der russische Botschafter eigentlich im Oval Office verloren, einen Tag, nachdem Trump FBI-Chef Comey wegen dessen Russland-Recherchen entlassen hatte? Warum hat Trump nicht begriffen, dass er damit den Eindruck nährt, die geheimen Absprachen mit Moskau gibt es tatsächlich, und die zählen zu seinen Präferenzen?

Die einfache Antwort lautet, dass er nichts Schlimmes darin sieht, sich mit den Russen abzustimmen oder ihren Fotografen ins Oval Office einzuladen. Wladimir Putin braucht den amerikanischen Präsidenten gar nicht abhören zu lassen, denn er erzählt seinen Leuten bereitwillig alles, was die an der Sicherheitsinfrastruktur der USA interessieren könnte.

Natürlich weiß man von Trumps persönlichen Anwälten, dass sich in seinen Steuererklärungen, abgesehen von mehreren Zehnmillionen Dollar, kein Geld aus russischen Quellen befindet. Vom Rest wird man nie erfahren, weil weder die Steuererklärungen noch die Geschäftstätigkeiten des Trump-Imperiums weiterhin das Licht der Öffentlichkeit scheuen werden.

Hier finden übrigens alle Vergleiche mit Nixon ein Ende. Man kann über den Gauner sagen, was man will, aber Nixon war kein Freund Moskaus. Wer in jenen Zeiten ein Freund des Kreml war, war selbst Kommunist. Wer heute ein Freund des Kreml ist, ist ein Freund der Kleptokratie.

Beim Verbrennen ertappt

In der Welt von Hollywood-Filmen und Groschenromanen finden wir eine wenig subtile Vorahnung von Trumps politischem Ende: Er wird dabei ertappt, wie er gerade einen Container voller russischer Dokumente und Bargeld verbrennt. Was wir noch nicht wirklich kennen, ist das Schicksal der republikanischen Partei, die so geduldig ist, danebenzustehen und mitanzusehen, wie ihre eigene Reputation gleich mit in Flammen aufgeht.

Dies ist die Partei, die vor noch nicht allzu langer Zeit über mehrere Wahlzyklen hinweg behauptete, niemand außer ihr sei in Sachen der nationalen Sicherheit vertrauenswürdig. Davor hatte sie versprochen, sie würde wieder Aufrichtigkeit und Integrität in das Oval Office bringen und eine Präsidentin verhindern, deren Glaubwürdigkeit in Frage gestellt worden sei. Erst im vergangenen Jahr behauptete sie, man könne Clinton keine geheimen Informationen anvertrauen, schließlich habe das FBI gegen sie ermittelt, weil sie solche Informationen über ihren privaten E-Mail-Server verschickt habe.

Kommentare (52)

Zack 17.05.2017 | 16:03

Es vergeht kein Tag, an dem nicht die klitzekleinste diplomatische Bemühung des neuen US-Regimes, welche eine Minimierung Kriegerischer Konfrontation zwischen Russland und den Vereinigten Staaten zuträglich sein könnte, von interessierter Seite hintertrieben, sabotiert und vom westlichen „Mainstream“ als Hochverrat ins rechte Bild gesetzt wird. Und der Guardian wieder vorneweg.

Wie man am obigen Artikel allerdings auchgut sehen kann ist, dass es für den „Mainstream“ immer unmöglicher wird, weiterhin die wahren Frontverläufe innerhalb dieses globalen (Eliten)Krieges auf den Kopf zu stellen und gleichzeitig nicht als schreibender Vollkretin geoutet zu werden.

Trump übergibt den Russen zur „Bekämpfung der größten Bedrohung für die Internationale Gemeinschaft seit 25 Jahren“ (Obama) Geheimdienstinfos eines mit US-Diensten befreundeten ausländischen Dienst (vom Mossad soll die Rede sein) über den IS.

Der nüchterne Betrachter würd sagen, gut so, nun kommen die Erkenntnisse des Mossad doch ausnahmsweise auch mal wirklich der Anti-IS-Bekämpfung zugute, was offenbar aber genau der Grund dafür ist, warum die gesamte amerikanische Geheimdienst-Community die Hände vor dem Gesicht zusammenschlägt.

g.t. 17.05.2017 | 16:19

Vielen Dank für den Kommentar - das sehe ich genau so!

Endlich gibt es wieder Gespräche zwischen Russland und den USA auf höchster Ebene, die auch noch von beiden Seiten als positiv beurteilt werden.
Und statt darüber froh zu sein, dass dadurch die Beziehungen der zwei Atommächte möglicherweise wieder normalisiert werden und der Rückfall in den kalten Krieg vielleicht wider Erwarten doch noch aufzuhalten ist, lassen sich unsere Medien vor den Karren einiger Kriegstreiber in den USA spannen, denen das offensichtlich ein Dorn im Auge ist.
Es ist unglaublich!

BCG 17.05.2017 | 16:22

Der Guardian arbeitet sich einmal mehr an der Analyse seiner eigenen Phantasiegeschichten ab. Inzwischen bedarf es nicht einmal eines wahren Kerns, sondern man fabuliert munter drauf los, ohne sich auch nur um die Folgerichtigkeit der eigenen Märchen Gedanken zu machen. Das alles erinnert zunehmend an B-Movies, in den 10 Schüsse 20 Inidaner töten, jemand nass aus dem Wasser steigt, im nächsten Umschnitt aber wieder Fönfrisur trägt und die toten Aliens nach einem Kameraschwenk wundersam aus der Szene verschwunden sind. Um einmal den Artikel zu zitieren: Selbst der Dümmste kann das nicht glauben.

Zeitungslesen hat immer weniger mit Information und immer mehr mit Glaubensbekenntnis zu tun.

Glaubst du, dass Trump dumm und böse ist? Ja? Dann gehe hin und sündige fröhlich weiter.

g.t. 17.05.2017 | 16:31

Das Einzige, das soweit ich weiß von Herrn Trump an Lawrow mit ziemlicher Sicherheit "verraten" wurde ist die Absicht des IS mittels Bomben in Laptops Fluzeuge in die Luft zu sprengen.

Meiner Ansicht nach ist das für Russland ohnehin keine neue Erkenntnis, da die Diskussion über die Mitnahme von Laptops bei Flügen in die USA ja nicht ganz neu ist. Ob möglicherweise, vielleicht oder eventuell irgendwelche Quellen gefährdet sein könnten ist doch bisher nur Spekulation.

Wenn ich nicht sicher wäre, dass die ganze Geschichte nur aufgebauscht worden ist, um die Annäherung zwischen USA und Russland zu hintertreiben, dann würde ich mich fürchterlich aufregen, dass die USA diese Informationen noch nicht mal an befreundete Länder herausgeben wollten. Das heißt doch nichts anderes, als das irgendwelche Psychopathen dort in Kauf genommen hätten, dass ein Verkehrsflieger mithilfe so einer Bombe in die Luft gesprengt worden wäre.

Naja - möglicherweise hätte so ein Anschlag dafür gesorgt, dass die Mittel für die US-Geheimdienste im Kampf gegen den Terror mal wieder erhöht worden wären.

Aber mir ist es so, wie es jetzt gelaufen ist ehrlich gesagt lieber.

Reinhold 17.05.2017 | 17:52

Ich nehme diesen Artikel und den aus der Zeit dazu: http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-05/donald-trump-republikaner-impeachment-kongress-james-comey-russland

Die Übersetzung lautet, dass Trump bei seiner Wählerschaft nach wie vor beliebt ist und die Republikaner sich nicht gegen ihn stellen werden. Was wir haben sind Träume der Demokraten und eines grossen Teils der Presse hier irgendwie ein Amtsenthebungsverfahren durchzudrücken, welches voraussetzt, dass die Republikaner sich selbst ins Knie schiessen. Die Skandalle sind für die Opposition Skandallen, bewegen sich aber allein schon rechtlich auf der Ebene des damligen Monika-Empeachments. Die Chancen für die schöne Geschichte von dem Mandchurian-Kandidaten gehen schon seit dem Herbst gegen Null. Im Zweifel wird es genauso wirken wie das damalige Empeachment. Die Ankläger werden sich blamieren und Trumps Chancen auf eine zweite Amtszeit erhöhen.

30sec 17.05.2017 | 18:13

Es ist höchste Zeit, dass die sensibelste Army der Welt, die beste Navy der Welt und die größte Air Force aller Zeiten mal wieder unter dem bedeutendsten Oberbefehlshaber einen erfogreichsten Krieg führen - wie weiland Reagan gegen/in Grenada. Dann darf der herrlichste Siegtrumpeter sich des Beifalls seiner feindlichsten In- und Auslandsmedien gewiss sein und Donald gehört endlich zu den Guten Besten Allerbesten.
Im Übrigen liegt es doch klar auf der Hand, dass der wunderbarste Trump des Kosmos der effizienteste Perspektivagent von Putins ehemaligstem Arbeitgeber, des KGB, ist. Wenn das Karla noch erleben könnte ...

koslowski 17.05.2017 | 18:22

Herr Herden, bitte übernehmen Sie! Erklären Sie uns bitte, warum a) der amerikanische Präsident das Recht hat, ausländischen Staatsgästen alle Informationen zu geben, wenn dies dem Kampf gegen den Terrorismus dient, b) der russische Präsident vermutlich Recht hat, wenn er behauptet, sein amerikanischer Kollege habe seinem Außenminister keine Geheimnisse anvertraut, c) der Guardian eventuell Teil einer Verschwörung von linksliberalen Medien und amerikanischem Geheimdienst zum Sturz eines demokratisch legitimierten Präsidenten ist und d) der Freitag seine Kooperation mit dem Guardian kritisch überprüfen sollte.

Reinhold 17.05.2017 | 19:42

a) Was für "alle" Informationen sollen es da gewesen sein? Ich warte eher auf den Hinweis was Staatsgefährdendes verraten worden ist?

b) Die Russen bewerten die Informationen als nicht sonderlich wichtig. Was sie auch dem Vernehmen nach auch nicht gewesen sind. Bis jetzt hört man nur von den Plänen des IS Laptops als Bomben in Flugzeugen zu benutzen. Sehr hilfreich, da wären der GRU und der FSB nicht selbst darauf gekommen.

c) Das ist keine Verschwörung. Es ist ein Sturm in "the Bubble". Man zitiert sich immer wieder selbst und erklärt den verhassten Präsidenten für erledigt. Leider "duckt" sich die Welt nach wie vor weg.

gelse 17.05.2017 | 20:28

>>Was hatten der russische Außenminister und der russische Botschafter eigentlich im Oval Office verloren, einen Tag, nachdem Trump FBI-Chef Comey wegen dessen Russland-Recherchen entlassen hatte?<<
Gute Frage. Warum können die Russen nicht einfach zuhause bleiben? Haben die dort nichts zu tun?
Und was hat der Macron in Berlin verloren, nur einen Tag, nachdem er vereidigt wurde?
Und was hatte die deutsche Bundeskanzlerin in Saudiarabien verloren, während sich ihr Land in Wahlkrämpfen wand?
Fragen über Fragen…

Meine Meinung 17.05.2017 | 20:49

Das mit den Laptops im Flieger ist ein ein monate alter Hut. Die Fluggesellschaften hatten schon protestiert, weil ein Haufen Li- Akkus im Frachtraum eine erhebliche Gefahr, Brand und Explosion, darstellen. Es geht eindeutig nur gegen Trump. Angeblich wollen wir doch die Koalition der Gutwilligen gegen den "IS", offenbar aber wohl nur Lippenbekenntnisse gegenüber der Weltöffentlichkeit.

Reinhold 18.05.2017 | 00:49

Es sind dann doch ein paar Dinge anzumerken. Zunächst einmal der Einstieg auf krasseste Verschwörungstheorien und die Aufgabe sämtlicher Freiheitsrechte, sobald es mal nicht so läuft wie man es gewohnt ist. Der Präsident der USA kann rein rechtlich über die Weitergabe von Informationen verfügen. Immerhin ist er ein gewählter Vertreter. Man kann kritisieren welche Geheimnise da so weitergegeben werden, aber nicht die Weitergabe selbst. Die CIA entscheidet also in Zukunft selbst?

Was ist faktisch bis jetzt passiert? Im einer geheimen Unterredung mit hochgestellten Vertretern einer anderen Macht wurden Informationen weitergegeben, die angeblich auf geplante Anschläge hinweisen. Erst der Leak als solcher machte sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich.

Der Guardian zieht hier den schönen Vergleich zu Clinton. Es ist also das Gleiche ob ich meine Interna vor jeglichen fremden Zugriff nicht sichere, oder ob ich darüber nach meinen Überlegungen verfüge?

Zusätzlich wird auf demokratischer Seite das Zitat verbreitet, dass man selbst mit den engsten Verbündeten solche Daten nicht teilen würde. Welche Daten? Deutschland hat es zu interessieren ob in Russland ein Flugzeug gesprengt wird? Oder informiert man Deutschland nicht über geplante Anschläge in Berlin?

Aus so einer Art von Brei soll nun Vaterlandsverrat abgelitet werden?

Die Strategie der Opposition und der nahestehenden Medien zeigt wunderbar auf, wieso Trump überhaupt gewählt worden ist. Man wählt die unglaubwürdigsten Gründe ihn anzugreifen, obwohl es genügend Gründe gibt. Und man tut es auf dümmlichste Weise.

macode 18.05.2017 | 08:11

Schade, dass der Freitag einen in meinen Augen so einseitigen Artikel übernimmt. Ich habe einmal nach dem Autor gesucht und gesehen, dass Herr Wolffe Barack Obama im Jahr 2008 auf dessen Präsidentschaftswahl begleitet hat. Insofern ist Herr Wolffe meines Erachtens gegenüber Donald Trump voreingenommen, was man in dem Artikel auch deutlich herauslesen kann.

Was den "Geheimnisverrat" betrifft, so wäre dies bei der Angabe millitärischer Informationen eigener Waffengattungen nachvollziehbar. So aber gab es offensichtlich Hinweise zu den Anschlagszielen des IS. Da stellt sich mir als erstes die Frage, warum sollten solche Information nur den USA vorbehalten bleiben? Sind es die Fluglinien anderer Länder nicht wert, über eventuelle Anschlagsszenarien informiert zu werden? Geht es am Ende gar darum, noch mehr Überwachungen zum Schutze vor Terrorismus zu installieren bis der persönliche Datenschutz völlig am Boden legt?

erftstadtboy 18.05.2017 | 08:46

ein interessanter artikel zum thema neue rechte, ein verschwörungsartikel. kann man von halten was man will, wenn es aber stimmt kann ich nur sagen: lieber die alte rechte/mitte als die neue ultrarechte.

https://www.theguardian.com/technology/2017/may/07/the-great-british-brexit-robbery-hijacked-democracy

die übersetzung v.d. nachdenkseiten, die diesen artikel erstaunlicherweise übernommen haben, obwohl sie sonst eher die meinung der obigen foristen vertreten.

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38321

ich vermute dass es sich um konkurrierende eliten handelt, erdogan und orban lassen grüßen. so wie in diesen ländern möchte ich dann aber noch weniger leben als im momentanen mainstream.

Moorleiche 18.05.2017 | 09:31

"Ich habe einmal nach dem Autor gesucht und gesehen, dass Herr Wolffe Barack Obama im Jahr 2008 auf dessen Präsidentschaftswahl begleitet hat. Insofern ist Herr Wolffe meines Erachtens gegenüber Donald Trump voreingenommen, was man in dem Artikel auch deutlich herauslesen kann."

Wer über Obamas Wahlkampf von 2008 berichtet ist Ihres Erachtens gegenüber Trump voreingenommen?

Wer Fischbrötchen isst wechselt meines Erachtens zu spät auf Sommerreifen. So'n bisschen Hilfestellung um Ihre Schlussfolgrerungen nachvollziehen zu können wären tatsächlich hilfreich.

Guen98 18.05.2017 | 10:15

Wie im Artikel zu lesen ist geht der Autor davon aus das D. Trump von der Brisanz diueser Informationgewusst haben muss, denn ansonsten wäre er sehr schlecht über die Brisanz Informiert worden. Das er mit den Informationen geprahlt haben könnte, ist doch die Show die wir tagtäglich zu sehen bekommen. Ich erspare mir hier Beispiele dafür zu nennen.

Nicht die CIA entscheidet über die weitergabe von Informationen, sondern nach meiner Meinung die Brisanz der Information und die Möglichkeit der Quellengefährdung . Oder sagen wir es mal anders das sind die Überlegungen auf die der Präsident eine Antwort finden musste.

Um welche Informationen es eigentlich gegangen ist werden wir doch gar nicht erfahren. Die besondere Brisanz schließe ich auch daraus das diese Informationen auch nicht mit befreundeten (westlichen) Diensten geteilt wird. Aus welchen Gründen auch immer.

balsamico 18.05.2017 | 10:39

Selbst der Dümmste kann das nicht glauben.

Auch der Dümmste kann allerdings nicht glauben, dass gerade Trump der umsichtige und weitblickende Staatsmann sein könnte, dessen es bedürfte, um das Konfliktpotenzial zwischen den USA und Russland abzubauen und die beiden Staaten samt ihren jeweiligen Verbündeten freundschaftlich einander anzunähern. Es ist zwar keine Frage, dass das höchst wünschenswert wäre. Aber es müsste serriös aufgezäumt werden - und wovon bei Trump keine Rede sein kann. Trump ist schlicht nicht der richtige Mann für so einen anspruchsvollen Prozess. Die USA sind nicht Russland und Trump ist kein Putin. Wenn Trump meint, er könne den Amerikanern kommen, wie Putin den Russen kommt, also z.B. die Justiz und die in den USA noch relativ freie Presse ruinieren könnte, irrt er fundamental. Und wenn er meinen sollte, der Welt einen Dienst zu erweisen, indem sich auf kurzem Weg und quasi von Sonnengott zu Sonnengott verständigt, unter Ausplauderung von aus gutem Grund geheimen Informationenso, irrt er ebenfalls. Denn auch um Sonnengott zu sein, braucht man ein gewisses Format, das Trump nicht hat. Putin hat es zwar ebenfalls nicht, aber als alter KGB-ler weiß er natürlich, wie man sich Narzisten wie Trump zu Nutze macht. Das können die Amerikaner nicht gutheißen, und zwar weder die Amerikaner im allgemeinen noch die Republikaner im besonderen. Daher wird Trump entweder scheitern oder sehr schnell sehr viel dazu lernen müssen, z.B. dass er sich gerne mit Putin & Co. verständigen kann - aber nicht beim Plausch mit Putins Personal und hinter dem Rücken der Amerikaner, insbesondere der Republikaner, und zwar - da hat der Guardian ganz Recht - umso weniger, nachdem er tönte, dass man Hillary Clinton wegen ihres sorglosen Umgangs mit angeblich sensiblen Daten, die aber gar nicht sensibel waren, ins Gefängnis stecken müsse. Trump ist ein geltungssüchtiger, wehleidiger Schwätzer und als solcher nicht nur ein Unsympath, sondern auch ein Sicherheitsrisiko.

Magda 18.05.2017 | 10:42

Die Übersetzung bei den Nachdenkseiten hat viel Staub aufgewirbelt. Sie ist - nebenher - auch noch ziemlich schwierig zu lesen. Vor allem ist auch das in dem Beitrag kolportierte ein alter Hut. Albrecht Müller hat sich da viel zu hoch aufgeschwungen. Selbst die Mainstream-Medien sind mit diesem Kram zugange gewesen.

Die Zeit: Die Luftpumpen von Cambridge Analytica

Und hier ist noch ein Beitrag dazu: https://www.dasmagazin.ch/2016/12/03/ich-habe-nur-gezeigt-dass-es-die-bombe-gibt/

Wenn ich es recht verstanden habe, geht es da um die These, dass man mittels Algorithmen das Wahlverhalten beeinflussen kann. Da ist sicherlich was "dran", aber es ist auch umstritten.

macode 18.05.2017 | 11:16

Danke für die Kritik, vielleicht hätte ich noch mehr Details schreiben sollen. Ich habe mich über Herrn Wolffe bei Wikipedia informiert und konnte dort lesen, dass Herr Wolffe mit Barack Obama und dessen inneren Zirkel während dessen Wahlkampf durch das Land gereist ist. Zudem hat Herr Wolffe mehrere Bücher über Barack Obama veröffentlicht. Das zeigt mir einerseits seine Nähe zu Barack Obama, was an sich noch nicht ausschlaggebend wäre. Dann lese ich in dem Artikel allerdings noch den Satz "Wer heute ein Freund des Kreml ist, ist ein Freund der Kleptokratie." und spätestens jetzt begibt sich der Artikel auf das Niveau der Springerzeitung mit den 4 großen Buchstaben.

apatit 18.05.2017 | 12:01

Meine Auffassung dazu ist, starke Kräfte in den USA und außerhalb haben kein Interesse an der Normalisierung der Beziehung dieser beiden Atommächte! Tramp hat doch als Gründe gesagt, Humanitäre usw. und wenn da keine Quellen verraten werden, was soll der “Mummenschanz“! Wenn dadurch z.B. Russland oder andere eine Terroranschlag verhindern können und das Flugzeug stürzt deshalb nicht ab … ist doch OK oder sind “Russen-leben“ nicht so viel wert ??? Die Mediale Schlammschlacht ist für mich bezeichnend und durchsichtig!

balsamico 18.05.2017 | 12:59

"Jede neue Nachricht über Donald Trump lässt die Börsen nervöser reagieren. Ein Amtsenthebungsverfahren scheint nicht mehr ausgeschlossen".
Zusammenhänge kurz & knackig auf den Punkt gebracht, finde ich.

Die Verkommenheit der Kapitalisten sieht man an nichts deutlicher als an ihren Börsenreaktionen. Solange die Börse brummt, ist es shitegal, ob der US-Präsident ein Landesverräter ist. Allein, dass dies geklärt werden soll, versetzt sie in helle Aufregung. Lieber wäre es ihnen fraglos, die Dinge blieben im Dunkeln. Die Börse reagiert wie die Mafia.

Reinhold 18.05.2017 | 17:29

Der entscheidende Punkt ist genau der. Was wir bis jetzt erfahren haben, ist auch so schon ein Witz und noch weniger reicht es aus, um vom Empeachment zu träumen. Der Präsident hat einen Teil seiner Informationen an das Ausland übergeben. Soweit die Behauptung aus der Presse. Die bis jetzt durchgereichte Birsanz der weitergegeben Infos besteht darin, dass lufigte Angaben ,mögliche Anschläge mit Mitteln geplant sein sollen, auf die die Russen auch so gekommen wären. Es wurde eine Stadt genannt. Man garniert es mit der Behauptung, dass die Israelis die Weitergabe dieser Infos nicht wollten. Das ist es dann auch schon gewesen.

Trump muss hier wenig beweisen. Die Medien müssten hier schon ein wenig mehr liefern. Anscheinen hat man Nichts. Ansonsten würde man sich nicht hinter einem Schwall aus Worten verstecken: " Er ist nicht geeignet" ist keine Grund für einen Empeachment, sondern lediglich die natürlich Meinung einer Opposition.

Ich halte die Bundesregierung auch nicht für geeignet. Für eine Anzeige wegen Amtsmissbrauch sollte ich aber schon ein wenig mehr liefern können. Das bewegt sich gerade auf der Ebene dieser Blowjobgeschichte der Republikaner gegen Clinton. Oder wenn man es jünger mag, auf der Ebene der falschen Geburtsurkunde von Obama.

naja 18.05.2017 | 20:22

Trump vor dem Abgang!

Trump beklagte sich darüber, daß noch nie mit einem Politiker so umgegangen wurde wie mit ihm! Diese Aussage verdient, gewürdigt zu werden.

Das könnte der Ausweg für ihn sein, das Oval Office mit der Begründung zu verlassen, daß er ein so ein würdeloses Verhalten ihm gegenüber nicht verdient habe und daß er sich dem weder selbst noch seiner Familie weiter aussetzen will.

luddisback 19.05.2017 | 13:49

ich fand augsteins antwort auf diese hochgedrehte hysterie auch erfrischend.

ich schaffe es auch nicht mich zu empören, wenn der geheimnisverat so geheim ist, dass es unmöglich ist, sich zur tragweite irgendein urteil zu bilden. sollte es wirklich, wie angedeutet, darum gehen, dass trump darüber geplaudert hat, dass der is bomben in notebooks benutzen will? das konnte man sich doch an zwei fingern abzählen nach dem handgepäckverbot für solche geräte.

und:

"Wer heute ein Freund des Kreml ist, ist ein Freund der Kleptokratie."

von mir aus. wenn doch bloß umgekehrt jeder freund der kleptokratie ein freund putins wäre, dann müßte man nicht ständig so kriegstrommlerartikel über sich ergehen lassen.

Flegel 19.05.2017 | 17:59

Auch Macron schottet sich von Journalisten ab

Ich hatte mich an dieser Diskussion bis jetzt ausdrücklich nicht beteiligt. Bestätigt die unbeschreibliche Glanzleistung des Autors dieses Artikels doch nur meine (unser aller) schlechte Erfahrung mit „den Medien“.

Sie haben uns über Jahre für völkerrechtswidrige Kriege agitiert, uns erklärt, dass es gute Bomben gibt und böse Bomben und nun erklären sie uns auch noch Donald, den Irren, den Psychopathen, den konzeptlosen Inkompetenten, den gefährlichen Geheimnisverräter.

Kein Wunder also, dass Donald Trump, der Präsident der USA, den Medien misstraut und lieber gleich selber mit seinen 46 Millionen Followern auf Facebook, Twitter und Instagram in direkten und persönlichen Kontakt tritt. – Dabei hat er seinen Einstand doch schon längst gegeben und gute Bomben abgeworfen – in Syrien und Afghanistan. Die Medien könnten doch eigentlich beruhigt sein. Trump spurt doch, fährt demnächst auch brav nach Saudi-Arabien. Doch aus dem Mund der medialen Einpeitscher rinnt unentwegt der Geifer nach mehr.

Und nun, das ist der eigentliche Grund, warum ich mich in diesem Forum doch noch melde, schottet sich auch der medial gehätschelte und getätschelte Emmanuel Macron sich von Journalisten ab.

Das lässt uns SPIEGEL ONLINE wissen:

»Zum Élysée-Palast haben Journalisten keinen freien Zugang mehr, auf Reisen dürfen nur handverlesene Reporter mit: Emmanuel Macron gerät für seinen Umgang mit der Presse in die Kritik…

Künftig dürfen Journalisten nicht mehr in den Innenhof des Élysée-Palasts, um von dort die Kabinettssitzungen zu verfolgen. Bisher war ihnen das erlaubt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".«

Ich fühle mich immer wieder bestätigt, dass „die Medien“ konzertierte Einpeitscherei betreiben.

Stephan 19.05.2017 | 20:41

Eine Zusammenarbeit mit Russland bei der gezielten Bekämpfung ds IS ist wünschenswert; Damit das funktioniert, muss Trump auch etwas Nützliches bieten - z.B. Daten, die die Sicherheit des russischen Flugverkehrs erhöhen. Ob direkt oder indirekt sensible Quellen preisgegeben worden sind, geht - von Behauptungen abgesehen - aus den relevanten Presseberichten nicht hervor. Im Gegenteil - so richtig bekannt geworden ist der Vorgang erst durch die völlig verantwortungslose Verwendung im"Anti-Trump-wir-wollen-aber-ein-impeachment-Bashing".

Grenzpunkt 0 20.05.2017 | 14:41

Wieder einmal einer dieser unterirdischen Artikel vom Guardian. Kann der "Freitag" nicht einmal Artikel aus dem "Independent" von Patrick Cockburn oder Robert Fisk übersetzen? Oder wie wäre es mit Artikeln zum Thema von Robert Parry auf Consortiumnews.com?

Und wo sind eigentlich die fundierten Meldungen und Meinungen der MSM zu den neuerlichen amerikanischen Angriffen auf syrische Truppen bzw. Assad gegenüber loyale Kämpfer gegen den IS? Angeblich wollten die Amerikaner ihre eigenen Soldaten schützen, die sich in Syrien (widerrechtlich) aufhalten. Die Farce geht so weit, dass die USA sogar ihre eigene Schutzzone in Syrien deklarieren. Das hat immerhin die UN auf den Plan gerufen, die fordern, das nicht weiter eskalieren zu lassen. Aber mit Trump-Meldungen kann man ja sehr leicht Aufmerksamkeit von den wichtigen Dingen abziehen.

Grenzpunkt 0 20.05.2017 | 18:12

"Das hatte zuvor schon Frau von der Leyen auf den Plan gerufen, ihre Anti Syrien Flieger von Incirlik abzuziehen und an das jordanisch-syrische Grenzgebiet zu verlegen. Traps, traps…"

Das gibt noch spannende Fortsetzungen bevor es zum Ende kommt. Die Türkei als NATO-Mitglied in enger Kooperation mit Russland und dem Iran. Die USA mit den Kurden und in meinem Beispiel mit irgendeiner Fraktion der FSA in Jordanien. Wer wird da wohl zum Schluss seine Interessen durchgesetzt haben? In einem Artikel las ich kürzlich die für mich schlüssige These, dass bestimmte Kreise in den USA möglichst viel Chaos im Nahen Osten anrichten wollen, um damit die Gegner Israels zu schwächen. Trump gehört "eigentlich" nicht dazu.

Die Deutschen sind bestenfalls nur Randfiguren, falls sie überhaupt wahrgenommen werden.

Flegel 21.05.2017 | 10:20

„ARD berichtet am negativsten“

Ich möchte die Aufmerksamkeit der Foristen noch einmal gerne auf den skandalösen Umgang „der Medien“ mit dem Thema Donald Trump lenken.

»Während Trump in Saudi-Arabien weilt, kolportiert die Trias aus New York Times, Washington Post und CNN neue Gerüchte um ihn und die Russlandaffäre.«

So lässt uns TELEPOLIS am 21. Mai 2017 wissen.

»Trump sieht die US-Mainstreammedien selbst als seine ärgsten Gegner. Tatsächlich kommt er in ihren Berichten sehr schlecht weg, wie eine vorgestern erschienene Auswertung durch das Shorenstein Center an der Harvard-Universität zeigt. Mit Abstand am negativsten über den US-Präsidenten berichtete dieser Studie nach aber keines der drei oben aufgeführten US-Organe, sondern der deutsche Gebührensender ARD, in dem 98 Prozent aller Berichte über Trump eine negative Färbung hatten. Bei der Washington Post waren 83 Prozent der Berichte über ihn negativ, bei der New York Times 87 Prozent und bei CNN 93 Prozent.«

Dem Shorenstein-Text können wir ferner folgende Informationen entnehmen:

Trump’s dislike of the press was slow in coming. When he announced his presidential candidacy, journalists embraced him, and he returned the favor. Trump received far more coverage, and far more positive coverage, than did his Republican rivals. Only after he had secured the Republican nomination did the press sharpen its scrutiny and, as his news coverage turned negative, Trump turned on the press.

denkzone8 21.05.2017 | 11:14

einspruch! president trump lehnt die presse nicht ab(dislikes),

er liebt und fördert sie,

wenn sie seine idiotien und aufgeblasenheiten unterstützen.

medien-arbeiter, die an seinem bild mit goldbronze nicht sparen,

qualifizieren sich sogar für den inneren führungs-kreis.

wer sich für den glauben an die schönheit der politk einsetzt,

sollte mit dem fälligen riefenstahl-preis belohnt werden.

denkzone8 21.05.2017 | 11:27

der pulitzer-prize, der oft unschöne reportagen prämiert,

in der tradition des bläßlich-nüchternen benjamin franklin

sollte durch einen leni-award ersetzt werden,

frische impulse in der pr(public relation,vormals: propaganda)

zu ermutigen und zu ermächtigen.

der erstaunlich auslands-mutigen ard aber ist ihre

goebbelsche vorgeschichte um die ohren zu schlagen

(der herr über die türkei hats vorgemacht).

Zack 21.05.2017 | 14:12

Mit den aktuellen Überlegungen zur Stationierung deutscher Kampfjets in Kuwait knüpft Berlin an den systematischen Ausbau seiner Stellung in dem mittelöstlichen Emirat an. Zwar ist noch unklar, ob die Bundeswehr-Tornados, die sich am Krieg gegen den IS beteiligen, tatsächlich von der türkischen Luftwaffenbasis Incirlik abgezogen und wo sie gegebenenfalls ersatzweise in Stellung gebracht werden. In Frage kommen auch das Königreich Jordanien oder die britische Kolonie auf Zypern (Akrotiri und Dekelia). Kuwait böte sich an, weil die Bundesregierung ohnehin seit einiger Zeit ihre Zusammenarbeit mit dem Emirat intensiviert - nicht nur auf allgemein ökonomischer Ebene, auch bei Waffenlieferungen. Mit einer größeren Militärpräsenz in Kuwait würden die deutsch-kuwaitischen Beziehungen auf ein neues Niveau gehievt. Zugleich erhielte die Bundeswehr ein neues militärisches Standbein direkt am Persischen Golf. Bislang sind in der Region mit ihren Streitkräften vor allem die Vereinigten Staaten, Großbritannien und Frankreich präsent...

http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/59601