Tim Lang
21.12.2010 | 16:00 9

Leere Regale dank Schnee

Supermarkt Nachschub trotz Schneemassen? Unser modernes Versorgungssystem ist wie ein Gummiband: Bei extremer Belastung kann es kaputt gehen – Plädoyer für ein nachhaltigeres System

Großbritannien leidet unter einer ungewöhnlich langen Schlechtwetterperiode. Plötzlich scheinen selbst die gut geölten Lieferketten der Supermärkte bedroht, die Kunden könnten sogar bald vor leeren Regalen stehen. Wie ist das möglich? Wie kann ein wenig Schnee – verglichen mit dem, was Norwegen oder Kanada regelmäßig zu bewältigen haben – unser modernes Leben und unser unstillbares Verlangen, rund um die Uhr zu essen, so beeinträchtigen?

Auch wenn die leeren Regale noch keine Realität sind, so steht doch außer Frage, dass der Verkehr auf unseren Autobahnen vielerorts zum Erliegen gekommen ist und davon auch die LKWs betroffen sind, die unsere Lebensmittel anliefern – immerhin jedes vierte Fahrzeug auf unseren Schnellstraßen. Die Hälfe von ihnen fährt übrigens leer durch die Gegend – eine Schande für den Einzelhandel, der sich so gerne umweltfreundlich gibt. (Wobei sich die Unternehmen schon Mühe geben und Dinge zu leisten imstande sind, die zuvor undenkbar schienen. So teilen sie sich beispielsweise Fuhren und informieren sich gegenseitig über bestimmte Ladungen und Restkapazitäten.)

Auf lange Sicht untragbar

Die Supermarkt-Revolution ist eine vielfach aufgebauschte Erfolgsgeschichte des Konsumkapitalismus des 20. Jahrhunderts. Wir können heute fast überall in Großbritannien (sowie im Großteil Europas und Nordamerikas) zu fast jeder Tages- und Nachtzeit ein Geschäft betreten und zehntausende von Waren begutachten, die um unsere Aufmerksamkeit konkurrieren. Ein unglaublicher Reichtum, verglichen mit dem, was wir vor 100 Jahren hatten und dem Rest der Menschheit noch heute zur Verfügung steht. Supermärkte stehen heute ganz allgemein für Fortschritt, westlichen Lebensstil und das "Recht, zu wählen". Der Einzelhandel ist hoch angesehen, Politiker lieben ihn. In Großbritannien und Deutschland dient er sogar als Vorbild für die Reform des Gesundheitssystems.

Zugrunde liegt aber etwas, das die Manager, Politiker und Konsumenten im 21. Jahrhundert mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werden ändern müssen. Die Konsumenten in den reichen Ländern des Westens leben heute wie der späte Adel: In Großbritannien essen sie, als stünden uns drei Planeten zur Verfügung, in den USA, als gäbe es fünf. Wir haben ein System geschaffen, das auf lange Sicht untragbar ist. Als die Lebensmittelpreise von 2006 bis 2008 in die Höhe schossen, wuchs die Angst, Chinesen oder Inder könnten den Überschuss in der Nahrungsmittelproduktion aufkaufen. Aber das Problem sind wir.

Moderne Supermärkte arbeiten mit präzisem Timing. Sie sind zum Modell des modernen Handels geworden: Maschinen befriedigen unsere Bedürfnisse und bringen uns zugleich dazu, ihren Bedürfnissen zu entsprechen. Die Selbstbedienung wurde in Großbritannien gleich nach dem Zweiten Weltkrieg von der damals mächtigen Einzelhandelskette Co-op. eingeführt. Supermärkte wurden zu den Machtzentren der immer komplexer werdenden Versorgungsketten. Sie regulieren das gesamte Lebensmittelsystem, auf dessen einer Seite die acht Millionen Bauern der Europäischen Union stehen, aus der der überwiegende Teil unserer Produkte kommt, und auf dessen anderer Seite die 450 Millionen Konsumenten der Gemeinschaft. Dazwischen stehen etwa 100 Kaufkonsortien – eine Art Paralleluniversum.

Autobahnen, die eigentlichen Lagerhallen

Supermärkte haben für ihr Management und ihre Logistik das Just-in-time-System übernommen, welches Toyota für die Fertigung von Automobilen perfektioniert hat. So findet sich in den Lagern des Einzelhandels bemerkenswert wenig. Alle Waren kommen genau rechtzeitig, um direkt in die Regale zu wandern. Das klingt einfach, ist aber eine erstaunliche Leistung von Computern, Satelliten (die Ernten, Güterverkehr, Flugzeuge und Schiffe überwachen und steuern) und Management.

Die Autobahnen sind zu den eigentlichen Lagern geworden. Wenn Sie an die Kasse gehen und beim Scannen der Ware ein Biep ertönt, denken viele, das diene alleine zur Erstellung der Rechnung; dabei wird gleichzeitig erfasst, was Sie gekauft haben und Nachschub bestellt. Das ist perfekt, ist aber einem immer stärker angespannten Gummiband vergleichbar: Bei der geringsten zusätzlichen Spannung kann es reißen. Und genau das geschieht, sobald Extreme auftauchen. Es gibt keine Lager, und dennoch erwarten wir, dass die Regale voll sind. Deshalb gehören leere Regale heute zum Alptraum des Konsumenten. Die Häuser haben heute keine Speisekammern mehr, und selbst riesige Kühlschränke reichen nicht aus. Aber wir beharren auf unserem Recht zu essen, was wir wollen. Die jahreszeitlich bedingte Einschränkung des Angebots wurde unterbunden: Lebensmittel aus scheinbar jeder Ecke müssen jederzeit in Reichweite zur Verfügung stehen.

Hierbei handelt es sich letzten Endes um ein kulturelles Thema und die Erwartungen der Verbraucher, nicht nur um eine Frage der Logistik, und es wird im 21. Jahrhundert zu den zentralen Aufgaben der Politik gehören, das bestehende System in ein nachhaltigeres umzuwandeln. Die Politiker hören zwar noch nicht auf die, die das fordern. Aber sie werden hören, wenn das Seil überspannt ist.

Übersetzung: Holger Hutt

Kommentare (9)

ebertus 21.12.2010 | 18:14

Vorratshaltung wird wieder modern, der "neoliberale Winter" macht's möglich, gar nötig. Ja und vor der Wende haben wir Westler über entspechende Zustände in der DDR schon mal geschmunzelt, "unser System" als Vorbild erkannt und hochgehalten.

Als Westberliner Blockadekind sind mir mangels damaligem, entsprechendem Alter nur die Erzählungen der Altvorderen im Kopf und zum regelmäßigen Umschichten heutzutage ist eine kleine Tabellenkalkulation im Einsatz. Für zwei bis drei Monate sollte das jeweils Gelagerte schon weitgehend reichen; incl. Wasser, versteht sich und auch sog. NonFood nicht vergessen.

Betriebswirtschaftlich gesehen ist das natürlich auch kein ganz totes Kapital. Damit angefangen in 2007 schaut man auf Angebote "und" Haltbarkeit, kauft "Günstiges" schon mal in größeren, als den sog. handelsüblichen Mengen.

Und daran denken, genügend Lebensmittel vorhalten, die man nicht unbedingt erhitzen muss. Strom, Gas und könnten ebenfalls "irgendwann" und zumindest zeitweise zur Disposition stehen, offene Feuerstellen im Zimmer sind auch nicht mehr so gängig bzw. möglich.

Natürlich, auch an die Verteidigung der Vorräte denken...

rolf netzmann 24.12.2010 | 05:40

Effektivität ist alles, Kosten müssen gering gehalten werden, die großen Handelsketten müssen Geld verdienen. Fakt ist, dass es preiswerter ist, keine Vorratshaltung zu betreiben, sondern ständig neu anliefern zu lassen. Dass die Transportkette funktioniert, ist dabei das Wichtigste. Angeliefert wird Nachts, genau so wie die Regale neu aufgefüllt. Rückt das Verfallsdatum immer näher, wird der Preis reduziert, Hauptsache, der Kunde kauft es noch.
Regionale Wirtschaftskreisläufe wären eine Möglichkeit, diese Abhängigkeiten zu durchbrechen, Produzenten in der Nähe liefern ohne Zwischenhändler direkt in die Märkte. Erste Ansätze dafür gibt es, doch noch viel zu wenige.
Direktverkäufe der Erzeuger finden sich nur auf dem Lande als Hofverkäufe, die
Ware ist frisch, unverpackt und vitaminreich.
Das Problem ist die Monopolstellung der großen Handelsketten, welche einfach preiswerter einkaufen können als kleinere Läden. Die Produzenten wiederum, welche in den letzten Jahren immer weiter sinkende Einnahmen hatten, verkaufen natürlich an denjenigen, der einen höheren Preis bietet.
Gelänge es, diese gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Bauern und den großen Handelsketten aufzubrechen, wäre eine andere Versorgung nicht nur als kleine Nische wie heute realisierbar..
Die kostenintensive Entwicklung immer größerer Kühlfahrzeuge, wie jetzt ein Prototyp auf der Hannover Messe präsentiert wurde, würde keine Notwendigkeit mehr sein. Es liegt aber auch an uns Verbrauchern, wenn wir mehr Produkte aus unserer Region kaufen würden, würden wir unseren Beitrag zu diesen regionalen Wirtschaftskreisläufen leisten. Warum müssen wir unbedingt Müllermilch trinken, die bereits hunderte Kilometer mit den LKW gefahren wurde? Warum tut es nicht auch Milch aus unserer Gegend? Die Markennamen sind es, welche zum Kaufen verführen.
Abhängigkeit fängt in unseren Köpfen an. Beginnen wir als Verbraucher doch erst ein mal, diese zu verringern.

Egon-Erwin Wrobel 26.12.2010 | 02:06

Lieber Rolf Netzmann,

die Idee mit dezentralen/lokalen Wirtschaftskreisläufen halte ich auch für verfolgenswert. Weiter oben hast du aber bereits darauf hingewiesen, dass Effektivität und geringster Preis die relevanten Planungsgrößen sind: Umsatz und letztlich Gewinn bzw. Profit müssen durch verschiedene Maßnahmen gesteigert werden. Dieses sog. Wertgesetz der kapitalistischen Produktionsweise setzt sich durchaus gegen einzelne Unternehmer/Kapitalisten durch, daher teile ich keineswegs die moralische Inhaftnahme "der Konsumenten". Die Konsumsoziologie zeigt auf, wie sich der Verbrauch je nach Klasse und Einkommen staffelt. Nimmt man deren Ergebnisse zur Kenntnis, wird niemand mehr der "Kundin" vom kik-Discounter vorhalten, sie fördere mir ihrem Kauf die Näher-Ausbeutung in Bangladesh. Die Abnehmer tun es natürlich, aber aus einer Zwangslage heraus: geringes oder fehlendes Einkommen, hinzu mitunter eine Unfähigkeit, den Konsum nach moralischen und qualitativen Kriterieren zu beurteilen. Die Gesundheitssoziologie zeigt zudem, dass sich bestimmte Schichten/Klassen krass ungesund ernähren, andere hingegen das liberale Crede der "Wahlfreiheit" vollends an sich exekutieren.

Aber der Konsum ist doch gar nicht die Planungsgröße (siehe oben), sondern nur das Vehikel. Was oben für Supermärkte geschrieben steht, ist in der Analogie des Just-in-time bereits trefflich skizziert, wenn auch der Autor sich um diese Ähnlichkeiten nicht kümmert: gleich welche Ware (ob nun Milch oder eine Hose oder eine Dienstleistung), sie dienen nur als Hebel für die Geldzahlung. Es mag dann idealistisch angespornte Vertreter einer dezentralen Versorgung sein, aber hey, warum soll das Heil eigentlich nicht im "Fortschritt" bestehen? Es ist doch keineswegs ausgemacht, dass die herrschende Organisation oder die verwandte Technik den Fehler im System bereitet. Solang der Zweck der Produktion nicht Bedürfnisbefriedigung, sondern Gelderwerb ist, kann eine Zuflucht nicht in einer quasi neben der "eigentlichen" (schlechten) Produktion etablierten Nischenproduktion bestehen, für die sich bitte alle aufgeklärten "Konsumenten" entscheiden, wenn sie mal nachdenken würden. Es sind nicht Markennamen, und selbst wenn? Dem Proleten nun noch die Müllermilch wegnehmen, weil man selbst ja längst drüber hinweg ist und sich daraus nichts macht? Das ist ein billiger Paternalismus der schlechten, weil affirmativen und antikritischen rechten Art. Progressiv ist es jedenfalls nicht.

Wenn der Konsum nur als Hebel verstanden wird, dann ist es prinzipiell gleichgültig ob die Milch von Müller oder dem Bio-Bauer Roland stammt: beide kalkulieren ja den Profit. Der Unterschiede zwischen beiden besteht auch nicht in der HErrichtung und Produktion, sondern in der Unzulänglichkeit von Bauer Roland für die aktuell vorherrschende Gesellschaft - mit all ihren Disparitäten und Malaisen - ein angemessenes und auskömmliches Angebot bereitzuhalten. Massenproduktion ist ja gerade der entscheidende Hebel bei Ford und Taylor um 1900, um die kapitalistische Produktionsweise auf eine neue qualitative Stufe zu heben. Die Welt, die darauf aufbaute war eine fordistische: mit massenhaft weißer Ware und einem Konsumniveau, das ja nicht zu Gunsten der Massen etabliert worden war, sondern Teil einer politökonomischen Umwälzung von einfacher industrieller zu serieller Fertigung. Weil diese Fertigung nur ein TEil der gesamtgesellschaftlichen Arbeitsteilung, hat sich mit der Veränderung der Produktionsform auch sämtliche angeschlossene Teilsystem daran angepasst. Die heutigen Strukturen haben daher eine solche oben beschrieben Versorgung zur Voraussetzung. Nicht der Arbeiter wählt seine Müllermilch, weil die ihm so toll schmeckt und er so egoistisch ist (beides mag zutreffen), sondern dessen Integration in ein Produktions- und Lebensverhältnis gebietet die Ausrichtung seines Lebens an den etablierten Strukturen. Davon ist der Supermarkt sicher noch eine der freundlicheren, man könnte die gleiche Debatte ja mal für die Arbeitsplätze aufwerfen und unseren Arbeiter dahin begleiten. In den Köpfen sollte daher etwas anderes einsetzen: nicht abgeschmackte Konsumkritik, sondern eine Kritik des Alltagslebens, ein Gewahrwerden der eigenen Lebensgrundlagen.

Übrigens: der Artikel scheint ja oben abzubrechen. Im letzten Absatz wird die Produktion plötzlich nur noch als "kulturelles Thema" abgetan, was ja so gut wie auf alles zutreffen kann. Hier wäre es interessanter gewesen, den britischen Winterdienst auf seine steuerlichen Grundlagen hin zu befragen. Vielleicht wäre auch allen damit geholfen, das Gemeinwesen besser zu finanzieren, sodass genügnend Personal, Schneefräsen und Streumaterial vorhanden wäre. Das wäre eine angemessenere Fragestellung, als die regressive Kritik an vollen Fraßregalen, die ja wohl niemand missen möchte, der noch ganz bei Trost ist. Wahrscheinlich sind die Winterdienste dort schon seit Thatcher privatisiert udn dank der genialen Steuerpolitik der britischen Variante von Schwarz-Gelb dürfte der Protest gg. die Verdreifachung (!) der Studiengebühren und dem Raubbau am Hochschulwesen wohl im Schneegestöber abgetan werden. Selbiges gilt ja auch für die hier vorherrschende Gesetzgebung, die Privaten die Befreiung von der Schneelast aufbürdet, statt in eine gelingende öffentliche und kommunale Infrastruktur und Dienstleistung zu investieren. Stattdessen Hysterie allenthalben. Der obige Einwand von wegen "neoliberaler Winter" bekommt dadurch sogar eine bitterböse Berechtigung.

claudia 26.12.2010 | 09:15

Als ich ein Kind war, in den 50er Jahren, war der Winter einfach eine Jahreszeit, die jedes Jahr wieder kommt. Alle wussten, dass das mit Schneefällen verbunden ist und niemand hielt eine normale Jahrezeit für eine Naturkatastrophe.

Wir Kinder freuten uns über den Schnee, den es auch im Bodenseegebiet reichlich gab und die wenigen Autofahrer hatten Schneeketten.
Es gab auch Orangen, die auch damals bei uns nicht wuchsen. Die kamen aus dem EWG-Land Italien, und zwar mit der Bahn. Die fuhr auch im Winter.
Die Milch allerdings von den Bauern draussen vor der Stadt, die hätte uns vielleicht nicht erreicht, wenn der LKW keine Schneeketten gehabt hätte. Denn die Zeit des guten alten Pferdeschlittens war damals auch schon vorbei.

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>>...gleich welche Ware (ob nun Milch oder eine Hose oder eine Dienstleistung), sie dienen nur als Hebel für die Geldzahlung.
Ja, darauf kommt man immer wieder, nicht wahr? Die investierte Kohle muss frisches Geld einbringen, egal ob mit der Produktion von Unterhosen, Kriegswaffen, Schnullern oder denaturierten Nahrungsmitteln.
Und es gilt immer noch die alte Wesiheit: "Mit einem Finger handeln bringt mehr Geld ein als mit beiden Händen arbeiten."

Von diesem Ist-Zustand müssen wir ausgehen, wenn wir uns mit Fragen der "Lebensqualität", "Bedarf und Bedürfnis", Arbeitsinhalten, Teilhaberecht und dergleichen auseinandersetzen wollen.

Egon-Erwin Wrobel 26.12.2010 | 23:38

Vielleicht ist das in meinem Beitrag nicht ganz deutlich geworden: ich bin durchaus gegen die aktuell vorherrschende "Logik" der Produktion. Worauf ich hinaus will: solang bei jeder Arbeit ein Gewinn (Profit) entstehen muss, ist es (leider) vollends gleichgültig, welche Form das Ganze annimmt. Daher ist eine Kritik am Produktionszwecke hilfreicher, als eine, die sich nur gegen einzelne Konsum- und Lebensstilmuster (die ich keineswegs rechtfertigen oder gar gutheißen will) wendet. Die oft als "links" titulierte Konsumkritik verfehlt jedoch fundamentale Fragestellungen und kann daher keine wirkliche Abhilfe schaffen, die ich uns allen - insbesondere in diesem konkreten Fall den Beschäftigten in den Supermärkten und abhängigen Branchen -, wünsche. Dito mit einer qualitativeren, umweltgerechten und gesünderen Versorgung für alle.

Gruß,
E.-E. Wrobel

@hibou

Anstatt Profit sollte das jeweilige Bedürfnis im Zentrum stehen, die Planung sollte gemeinschaftlich erfolgen. Momentan planen die Unternehmer, Betriebe, Korporationen und Konzerne jeweils für sich und im Einzelfall gegen die Interessen der Beschäftigten und Konkurrenten. Wie dies konkret konstruiert werden kann, wird z.B. hier erörtert: www.isw-muenchen.de/report790.html

Letztlich ist aber jede Änderung von einer ganz wesentlichen, scheinbar banalen Frage abhängig: ist man mit dem momentan etablierten Produktionszweck unzufrieden oder meint man doch, man könne hier mit allen Fährnissen doch "ganz gut über die Runden kommen". Die meisten Menschen sind dieser Überzeugung; zur ideologischen Absicherung helfen ihnen dabei u.a. die vermeintlich schlechte Menschennatur und eben eine ungereimte Konsumkritik.