Leichter gesagt als getan

Türkei/EU David Camerons pro-türkische Haltung ist begrüßenswert. Nur muss er seinen Reden auch Taten folgen lassen – innenpolitisch wie in der EU
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Zunächst einmal ist zu begrüßen, dass David Cameron heute in Ankara an die Türkei-freundliche Politik seines Vorgängers Tony Blair angeknüpft hat. In seiner letzten großen geopolitischen Anstrengung hatte Blair 2004 den Europarat im Alleingang dazu gebracht, dem Beginn der Beitrittsverhandlungen mit der Türkei zuzustimmen. Ich war vor Ort, als er damals auf den Gängen des sterilen Brüsseler Bürokomplexes seine Runden drehte und mit der Unterstützung des äußerst fähigen und Türkei-freundlichen Diplomaten Peter Westmacott seine EU-Kollegen so lange bearbeitete, bis sie den Beitrittsverhandlungen schließlich zustimmten.

Blair verfügte damals über mächtige Verbündete: Deutschland und Spanien