„Unter russischen Aktivisten kursieren Witze über die ‚tiefe Besorgnis‘ des Westens“

Russland Die Pussy-Riot-Aktivistin und Musikerin Maria Aljochina warnt schon lange vor Putins totalitären Ambitionen. Hoffnung setzt sie vor allem in den Widerstand der russischen Frauen
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 29/2022
| The Guardian | 4
„Unter russischen Aktivisten kursieren Witze über die ‚tiefe Besorgnis‘ des Westens“

Foto: Sibylle Fendt/Ostkreuz

Als Maria Aljochina von Pussy Riot im April dieses Jahres Russland verließ, ging sie nach Island, im Grunde als politische Geflüchtete. Sie war seit Anfang 2021 wiederholt aufgrund fadenscheiniger Anschuldigungen verhaftet worden – „Verstoß gegen sanitäre und epidemiologische Vorschriften“, Aktivitäten in sozialen Medien, Teilnahme an einer Demonstration zur Unterstützung von Alexej Nawalny.

Inzwischen ist sie nicht mehr in Island, sondern an einem Ort, dessen Name nicht genannt wird. Aber sie verwahrt sich gegen Floskeln, die ihre Situation dramatisieren – Verfolgung, Flucht, Exil – und zieht die nüchternen Fakten vor: „Ich wurde verhaftet, viele Male – und nicht nur verhaftet. Gegen mich wurde ein Reiseverbot ver