Mit Photoshop die Liebe finden

Netzgeschichten Nur die Schönsten der Schönen dürfen auf BeautifulPeople.com einen Partner suchen. Dann kam ein Virus namens "Shrek" - und plötzlich flirteten 30.000 Normalos mit

BeautifulPeople.com ist eine Dating-Website, die ausschließlich „schönen Männern und Frauen“ vorbehalten sein soll. Wer nicht den üblichen Vorstellungen von gutem Aussehen entspricht, hat keine Chance.

Dann aber kam ein böses Virus ­– und sorgte dafür, dass 30.000 neue Mitglieder Zugang erhielten, ohne Gesichtskontrolle. Der Virus wurde „Shrek“ getauft, nach dem Animationsfilm, in dem es darum geht, dass Aussehen keine Rolle spielt. Mittlerweile wurden die Neulinge wieder aussortiert, was einige von ihnen ziemlich in Rage brachte.

„Wir müssen an unseren Prinzipen festhalten, nur schöne Menschen zuzulassen, schließlich haben unsere Mitglieder dafür bezahlt“, sagte der Geschäftsführer von BeautifulPeople.com, Greg Hodge. Er habe allen, die versehentlich aufgenommen worden seien, eine E-Mail geschickt „und versucht, so rücksichtsvoll wie möglich zu sein. Aber natürlich ist es für viele ein harter Schlag, dass sie erst als schön eingestuft wurden, diese Auszeichnung aber wieder verloren.“ Er geht davon aus, dass der Shrek-Virus – möglicherweise von einem verärgerten ehemaligen Angestellten eingeschleust – die Software manipuliert hat, mit der Mitglieder der Seite die Neubewerber be­urteilen können. Wenn das Programm funktioniert, läuft das so: Bewerber werden auf einer Art Ampel-Skala eingeordnet. Rot steht für „geht überhaupt nicht“, hellgrün für „schön“.

Verlorener Amerikaner

Erst kürzlich zog BeautifulPeople.com den Unmut von Iren auf sich, als das Portal erklärte, irische Männer gehörten zu den hässlichsten der Welt: Nur neun Prozent der irischen Bewerber würden nämlich auf der Seite zugelassen. Norwegische Frauen und schwedische Männer hätten dagegen die größte Chance, aufgenommen zu werden.

Und nun also die Kontroverse rund um Shrek. Eine, die davon betroffen ist, ist die 31-jährige australische Tagesmutter Rachel Godfrey. Sie sagt, sie sei zwei Wochen, nachdem sie angenommen worden sei, über ihren Rauswurf informiert worden. „Ich hatte mich gerade mit diesem Amerikaner angefreundet und wir wollten uns treffen, da sagten sie mir, ich sei draußen und sperrten mich von der Seite aus. Jetzt kann ich ihn nicht mehr erreichen.“

Was, wenn er der Mann meines Lebens ist?, fragt sie sich nun – und will sich einer Schönheitsberatung unterziehen und professionelle Fotos von sich machen lassen, bevor sie sich erneut bei der Seite bewirbt. „Das ist die einzige Möglichkeit, wieder mit ihm Kontakt aufzunehmen. Wenn das nicht hinhaut, schaue ich, was ich mit Photoshop ausrichten kann.“

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Übersetzung: Holger Hutt
Geschrieben von

Rupert Neate | The Guardian

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