Nicht alle, aber viele

Missbrauch Als Psychologin evaluiere ich Sexualstraftäter. Oft bekomme ich ihre ganze Frauenverachtung zu spüren. Kann ich Männern noch vertrauen?
Nicht alle, aber viele

Illustration: Cristina Daura

Als Jay zum ersten Mal an dem Programm teilnahm, wurde er wie alle anderen gebeten, sein Vergehen mit der Gruppe zu teilen. Er sagte, er habe Sex mit seiner Stieftochter im Teenageralter gehabt. „Sie war sehr attraktiv“, sagte er. „Reif für ihr Alter. Wir sind da irgendwie reingeraten.“ Eines nachts, nach mehreren Monaten seiner Behandlung, hatte ich einen Traum. Wir waren mitten in der Gruppentherapie. Jay stand auf, schritt quer durch die Mitte der Gruppe und hob mich hoch, während er meine Arme an der Seite herunterdrückte. Während er mich unnachgiebig überwältigte und mir meine Klamotten vom Leib riss, kämpfte ich mit ihm. Ich wachte im Dunkeln auf, mein Herz schlug schnell, ich zitterte. Den Rest der Nacht wälzte ich mich unruhig. Das Erlebte war zu real, um es loszuwerden.

Am nächsten Tag im Büro ging ich direkt zu Jays Akte über und las aufmerksam die Polizeiberichte. Ich war fassungslos, aber nicht überrascht, als ich herausfand, dass er seine Stieftochter vergewaltigt hatte. Der Fall wurde als Teil einer juristischen Verständigung zu Sex mit einer Minderjährigen heruntergestuft. Schockierend war weniger, dass er gelogen hatte, sondern dass wir nicht eher skeptisch geworden sind. Seine Geschichte war glaubhaft, sein Benehmen bestechend. Ein stiller Teil von mir, mein Unterbewusstsein, hatte aufgepasst. Es widerstand seinen Verführungen. Ich werde diesem Teil von mir nun immer zuhören.

Er ekelt mich an, ich fahre fort

Am Beginn meiner Laufbahn arbeitete ich mit Opfern sexuellen Missbrauchs, dann direkt mit den Straftätern. Später evaluierte ich gewalttätige Sexualstraftäter in kalifornischen Gefängnissen im Hinblick auf eine potenzielle Freilassung. Das ist eine Welt, in der ich an einem normalen Tag mit den dunkelsten und irrsten Taten konfrontiert wurde, die man sich vorstellen kann. Mein Urteil bestimmte mit, ob ein Täter für immer einer psychiatrischen Klinik überwiesen oder ob er wieder in die Gesellschaft entlassen wird.

Oft werde ich gefragt wie ich es aushalte, diesen Männern ausgesetzt zu sein. Sie sollten für immer ins Gefängnis, öffentlich bekannt sein, von Räumen des öffentlichen Lebens und zivilgesellschaftlicher Teilnahme ausgeschlossen werden, richtig? Sie sollten geteert und gefedert, gesteinigt und in spezielle Bereiche geschickt werden, weit weg von unseren Kindern und unseren Liebsten. Noch im Gefängnis nehmen sie den niedrigsten Rang der brutalen Hierarchie ein.

Hunderte und aberhunderte Stunden habe ich damit verbracht, diese Männer nach ihrer Kindheit, ihren Frustrationen, ihren Dämonen und Trieben und den grausamen Straftaten, die sie verbrochen haben, zu fragen. Manchmal waren diese Interviews brutal. Manchmal waren sie gefärbt von unerwarteten Momenten des Verständnisses und Mitgefühls. Aber die Wahrheit meiner Erfahrung ist: Nicht alle Sexualstraftäter sind Monster. Sie sind Menschen – Leute, die wir vielleicht kennen und jeden Tag sehen.

Und dennoch, natürlich, fühle ich ein starkes Schutzbedürfnis gegenüber meiner Familie – ein Paradox, mit dem ich mich immer wieder konfrontiert sehe, da meine Arbeit unangenehm mit meinem Leben als Frau, Ehefrau und Mutter dreier Kinder kollidiert.

Ich interviewe James, dessen langes Vorstrafenregister in der Mittelschule anfängt und Zuhälterei, Diebstahl und mehrere sexuelle Übergriffe umfasst. Während des Interviews ist er ein Schlitzohr; es ist offenkundig, dass er in der Lage ist, sich die meiste Zeit herauszureden. Er starrt mich durch seine halb offenen Lider an, ein Lächeln tänzelt in seinem Gesicht. Er macht alles zu einem Insiderwitz und lacht viel. Aber fast nichts von dem, was er sagt, ist für mich lustig. Während des Interviews bleibe ich neutral. Ich will, dass er so frei wie möglich spricht. Hin und wieder bringe ich ihn mit einer Frage, mit der er nicht rechnet, aus der Fassung. Ich befrage ihn zu seiner Zeit in der Oberstufe. Er sagt, er sei schon mit 16 Zuhälter gewesen; sein Cousin habe ihn in das Geschäft eingeführt. „Jap, ich war gut“, prahlt er. „Ich hab sie zurechtgebogen und losgeschickt.“ Ich betrachte das als seine Art, mir zu sagen, dass er mit den Frauen, die „für ihn gearbeitet“ haben, Sex hatte, wann immer er wollte. Um sicherzugehen frage ich nach. „Was genau heißt das?“

„Ich bin gut bestückt geboren“, erklärt er. „Bevor ich sie losschicke, damit sie ihr Ding machen können, stecke ich meinen Zauberstab in sie und zeig ihnen die Spielregeln.“ Er fährt so während des Interviews fort, spricht mit Genuss über seine Penisgröße, seine sexuellen Fähigkeiten, die Arten, wie er Frauen benutzt hat. Es stößt mich ab, aber der Sexismus und die Misogynie sind so extrem, dass es fast surreal wirkt. Ich schreibe alles auf und denke darüber nach, wie er so in seiner Selbstherrlichkeit gefangen sein kann, dass er vergisst, mit wem er spricht und welche Konsequenzen das haben kann. Er spricht mich mit meinem Vornamen an. Ich korrigiere ihn. Er macht weiter.

Er spricht, schaut mich an, fasst sein Shirt an. Es dauert eine Minute bis ich merke: Ja, das ist wirklich sein erigierter Penis unter seinem Shirt. Er befriedigt sich. Ich schaue ihm in die Augen. „Befriedigen Sie sich? Sie müssen sofort aufhören.“ „Nee, nee, ich hab gar nichts gemacht“, antwortet er schnell, während er eilig seine Hose richtet und sich aufrecht hinsetzt. Ich atme tief durch und besinne mich. Mein Magen ist flau und ich bin irritiert, aber ich muss dieses Interview zu Ende führen. Mit meinen Gefühlen kann ich mich später auseinandersetzen. Ehrlich gesagt bin ich beeindruckt. Nicht so sehr davon, dass er so etwas tut, sondern von seiner fehlenden Beherrschung. Angesichts seines Verhaltens könnte ich eine Einweisung auf Lebenszeit beantragen – und er entscheidet sich, so etwas zu tun? Den Rest des Interviews nennt er mich „Frau Doktor“ und fasst sich nicht mehr an.

Nach dem Interview berichte ich dem Gefängnis von seinem Verhalten. In meiner abschließenden Einschätzung steht, dass er die Kriterien für einen gewalttätigen, Sexualstraftäter erfüllt. Seine Handlungen waren nur ein weiteres Beispiel dafür, wie wenig Hemmungen er hat. Selbst nachdem ich fertig bin, denke ich noch über ihn nach: Seine fehlende Kontrolle, seine Geringschätzung von Frauen, die Dreistigkeit zu glauben, er käme mit allem davon. Der Egoismus mit dem er annimmt, ich würde seine bescheuerten Geschichten glauben. Seine Arroganz zu denken, ich würde einfach da sitzen bleiben, während er an sich herumspielt.

An diesem Abend gehe ich eine Runde spazieren, nachdem ich die Kinder ins Bett gebracht habe. Ich bin gestresst – wegen Geld, wegen der Arbeit und weil ich keinen Sport gemacht habe. Mit drei Kindern und einer Hypothek hat man es nie genug Zeit oder Geld. Ich laufe schnell, um wenigstens ein bisschen Sport zu machen, den ich dringend brauche. Während ich das tue sind mir, wie den meisten Frauen, die vom Mondlicht und den Straßenlaternen nicht beschienenen Stellen gewahr. Eine glühende Zigarette an einer Haustür – ist das ein Mann oder eine Frau, die da steht? Ich wünschte, es spielte keine Rolle.

Früher habe ich Therapiegruppen für Sexualstraftäter geleitet. Damals machte mich meine Arbeit tatsächlich weniger ängstlich. Einige Männer habe ich ernsthaft gemocht und ich wusste, dass sie mich respektierten, dass sie mir gegenüber sogar beschützerisch auftraten. Auf dem Heimweg hatte ich ein Gefühl von Sicherheit – fälschlich, vielleicht –, dass ich nicht von einem Mann angegriffen werden würde, der weiß, dass ich die Nummer seines Bewährungshelfers habe. Ich fühlte, und fühle mich noch immer, sicher, entspannt und heimisch in der Gegenwart von Männern.

In anderer Hinsicht wurde ich pessimistischer. Nachdem ich Hunderte und Aberhunderte Opferberichte gelesen hatte, fühlte es sich unvermeidlich und unaufhaltsam an. Männer scheinen eine furchtbare Gefahr darzustellen. Mein Mann, meine männlichen Kollegen, meine Freunde – sie alle leben in derselben Welt mit James, Jay und den anderen, die ich evaluieren musste.

Beruflich weiß ich es natürlich besser. Ja, ein kleiner Prozentsatz von Männern, die Sexualstraftaten verüben, sind unfähig, Mitgefühl zu empfinden. Oder schlimmer: Sie empfinden Freude am Leid derer, die sie misshandeln. Aber die meisten Sexualstraftäter sind keine Psychopathen. Es sind Männer, die in einem grausamen System groß geworden sind, die regelmäßig Traumata erlitten, oder Missbrauch, oder beides. Die nicht die Mittel besitzen, ihre Gefühle zu navigieren, und deswegen letztlich andere traumatisieren. Oder es sind Männer mit paraphilen Wünschen. Das sind wiederkehrende, intensive, quälende, erregende Fantasien, die Gegenstände, Leid, Misshandlung, Kinder oder fehlendes Einverständnis beinhalten. Aber diese Männer schämen sich zu sehr, als dass sie die Hilfe suchen, die sie bräuchten, um sicherzugehen, dass sie niemandem etwas tun.

Ich bin auf dem Weg zu Leo, einem 37-jährigen Mann, den ich zuletzt vor einem Jahr evaluiert habe. Zu diesem Zeitpunkt entschied ich ebenfalls, dass er die Kriterien für einen gewalttätigen Sexualstraftäter erfüllt. Dennoch wurde er aus dem Gefängnis entlassen (meine Meinung ist nicht der einzige Faktor, der zählt). Ein Jahr später wurde er wegen einer geringfügigen Verletzung seiner Bewährungsauflagen wieder ins Gefängnis geschickt. Nun wird er also wieder evaluiert – das Gesetz verlangt eine neue Einschätzung.

Ich rechne damit, meine frühere Einschätzung zu bestätigen. Damals war das nicht sonderlich herausfordernd. Leo war voller nervöser Angewohnheiten und log das gesamte Interview über. Er war verdächtig, ein Drogenabhängiger und hatte eine kriminelle Karriere, die mehrere versuchte Vergewaltigungen miteinschloss. Aber wie ich heute mit ihm spreche, bin ich geschockt. Er ist eine komplett andere Person.

„Es tut mir leid, dass ich so viel weine“, sagt er, während er sein Gesicht mit dem Ärmel abwischt. „Mein Therapeut sagt, ich weine so viel, weil ich zum ersten Mal in meinem Leben von den Drogen runter bin. Ich spüre meine Emotionen jetzt.“

„Ihr Therapeut?“, frage ich, fast ungläubig, dass das derselbe Mann sein soll, den ich schon einmal getroffen habe. Ein Jahr zuvor wäre er niemals zu einem Therapeuten gegangen, hätte Gefühle empfunden oder offen geweint. „Ja“, sagt er schüchtern, den Blick gesenkt. „Er hilft mir wirklich.“

Er hat Tränentattoos, zwei davon unter jedem Augenwinkel. Was sie bedeuten, frage ich Leo nicht. Stattdessen beobachte ich die echten Tränen, die während des gesamten Stunde, die wir miteinander sprechen, neben ihnen herunterlaufen.

„Ich fühle mich so schlecht für alles, was ich getan hab“, sagt er, wieder weinend. „Ich hab versucht, es gut zu machen. Ich helfe Menschen, wann immer ich kann. Jetzt da ich von den Drogen runter bin, fühle ich mit Menschen. Sie tun mir Leid. Das habe ich noch nie zuvor empfunden. Manchmal ist es fast zu viel.“

Er spricht mit Stolz darüber, wie er dieses Mal ein volles Jahr dem Gefängnis fern blieb. Das ist seine längste Zeit seit er 15 ist. „Ich hab einen richtigen Job“, sagt er lächelnd. „Ich hab ein Auto und es ist angemeldet, und ich hab eine Versicherung.“

„Ich hab auch eine Freundin. Ich hatte noch nie eine Beziehung“. Die Stunden verstreichen, er ist sehr emotional, einsichtig und demütig. Ich schreibe alles auf. Von der Erfahrung, von dem offenkundigen Wandel in ihm bin ich tief berührt. Ich will meine vorherige Entscheidung zurücknehmen, aber es spielt keine Rolle was ich will oder nicht will. Es ist mein Job, objektiv zu entscheiden. Nach Hause gekommen lege ich das Interview beiseite. Es fühlt sich zu traurig an. Ich werde es in ein paar Tagen wieder zur Hand nehmen.

Die Kollegin flippt aus

Die meisten Männer, die eine Sexualstraftat begehen, sind nicht unverbesserlich oder einer Zukunft in unserer Gesellschaft unwürdig. Selbst nach einem Jahrzehnt Therapien mit Sexualstraftätern bin ich immer wieder überrascht von dem Wandlungspotenzial. Nicht jeder ist ein Jay oder ein James. Es gibt da draußen auch Leos, selbst wenn es uns schwerfällt, das zu glauben.

Die Statistiken unterstützen meine Erfahrung. Die Zahl der wiederkehrenden Sexualstraftäter ist im Vergleich zu vielen anderen Straftaten relativ klein. Die richtige Therapie – ein Programm, das ihr Denken und Handeln direkt beeinflusst und forschungsbasiert darauf abzielt, sie von einer Wiederholung ihrer Straftaten abzuhalten – kann diese Zahl noch verkleinern. Eine Analyse von Therapiestudien zeigte, dass Sexualstraftäter, die eine Behandlung erhielten, in nur 7,2 Prozent der Fälle noch einmal verhaftet wurden. Die hingegen, die nicht behandelt wurden, wurden in 17,2 Prozent der Fälle wieder zu Tätern. Das ist signifikant. (Zum Vergleich: Eine Studie aus dem Jahr 1994 zeigte, dass die Wiederholungsrate bei Räubern 70,2 Prozent, bei Einbrechern 74 Prozent und bei Autodieben 78,8 Prozent betrug.)

Mehrere Jahre lang habe ich für eine Frau, die Sexualstraftäter behandelt, aber noch immer auf ihre Lizenz hinarbeitet, klinische Supervision angeboten. Sie ist Anfang 30, lebt mit ihren Partner zusammen und ist entwaffnend ehrlich in Bezug auf ihre Gedanken und Gefühle. Es macht mir Spaß, ihr einen Raum anbieten zu können, in dem sie wachsen kann und lernt, mit dieser herausfordernden Arbeit umzugehen. Das Verhältnis zwischen uns ist offen und herzlich.

Neulich, nachdem wir über ihre Patienten gesprochen hatten, machte sie eine kurze Pause und fragte plötzlich: „Beeinflusst diese Arbeit deine Meinung über Männer?“ Sie fuhr fort und sprach über eine Gruppe, die sie kürzlich geleitet hatte. „Die Männer sprachen alle über einen Punkt in ihrem Leben, an dem sie Affären hatten und ihre Partnerinnen belogen. Das hat mich irgendwie verrückt gemacht. Ich ging nach Hause und fragte meinen Freund, ob er mich jemals betrogen hat. Er so: ‚Was? Worüber sprichst du?‘ Nachdem ich erklärt hatte, was geschehen war, war er sehr verständnisvoll. Aber die ganze Sache hat mich besorgt. Wie ich über Männer nachdenke, als ob sie alle sexuell unbeherrscht wären.“

Ich ließ was sie sagte sacken und dachte über meine eigene Erfahrung nach. Ich dachte daran, sie zu beruhigen, entschied mich aber dafür, ehrlich zu sein. „Das ist keine unberechtigte Sorge.“, sagte ich, traurig. „Vielleicht ist die Aufgabe nicht, sich nicht verändern zu lassen, vielleicht ist das nicht möglich. Vielleicht geht es darum, nicht abgestumpft zu werden. Daran zu arbeiten, einzelne Männer zu lieben. Und fähig zu bleiben, für menschliche Fehler Verständnis aufzubringen.“

„Ja,“ sagte sie. „Das ergibt Sinn. Das ist ein Ziel, an dem ich arbeiten kann.“

Die Wahrheit ist, sogar die guten Männer in meinem Leben, die ich liebe und denen ich vertraue, haben Fehler gemacht, haben sexuelle Handlungen ohne Einverständnis durchgeführt, und Vertrauen gebrochen. Ich wollte ihr eine Sicherheit geben, an der sie sich festhalten kann. Alles, was mir einfiel war, sie daran zu erinnern, dass die meisten Sexualstraftäter Männer sind, aber die meisten Männer keine Sexualstraftäter.

Das ist eine Botschaft, die ich auch gern meinen Kindern vermitteln würde. Aber ich bin mir nicht sicher, wie ich das anstellen soll, wenn ich sie gleichzeitig über Sicherheit aufklären möchte. Stattdessen nutze ich mein Wissen über Kriminalität, Statistiken und Risiken, um ihnen praktische Tipps zu geben. „Sagt mir, wenn jemand etwas tut, das für euch unangenehm ist, oder wenn euch jemand an komischen Stellen berührt.“, sage ich ihnen, „Auch wenn es ein Mann ist, den ihr kennt und mögt, oder dem ihr vertraut.“

Es ist einfach, aber schmerzhaft: Wen sie von jemandem belästigt werden, wird es wahrscheinlich jemand sein, den sie kennen. Mein Wissen nutze ich auch, um ihnen zu zeigen, wie sie sicher an Hilfe kommen, wenn sie sie brauchen. „Sprecht nicht mit Fremden.“ Was, wenn sie verloren gehen und Hilfe brauchen? Dann sage ich ihnen: „Wenn ihr verloren geht, sucht nach einer Mama; wenn keine Mama da ist, sucht nach einer Frau.“

Meine Kinder sind damit sicherer, statistisch gesprochen. Natürlich steckt dahinter aber eine tiefere, implizite Message: Männer sind eher furchteinflößend oder gefährlich. Auch wenn man sie kennt.

Was das für sie bedeutet, besorgt mich.

Was das für mich bedeutet, besorgt mich ebenfalls.

Dr. Samantha Smithstein ist klinische und forensische Psychologin, Autorin und Fotografin in San Francisco. Dieser Text erschien zuerst in Ausgabe 4 des US-Magazins Anxy, das Themen psychischer Gesundheit beleuchtet

Übersetzung: Konstantin Nowotny
06:00 25.11.2019
Geschrieben von

Samantha Smithstein | The Guardian

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