Natalie Nougayrède
12.04.2017 | 16:27 8

Vorwärts und nicht verdrängen!

Emmanuel Macron Der Favorit der Präsidentschaftswahl will Frankreich zu einer zu einer diversen, offenen Gesellschaft umgestalten. Es sind schwierige Zeiten für dieses Projekt

Vorwärts und nicht verdrängen!

Emmanuel Macron wagt sich auch an die dunklen Kapitel der französischen Geschichte

Foto: FRANCOIS NASCIMBENI/AFP/Getty Images

Mit seinen 39 Jahren bringt Emmanuel Macron frischen Wind in die französische Politik. Aber kann er auch genügend Wähler davon überzeugen, dass er Frankreich in ein 21. Jahrhundert führen kann, das von Offenheit, Zuversicht, Vielfalt und Modernität geprägt ist? Angesichts des drohenden Gespensts Marine Le Pens scheint die Verantwortung für den noch relativ jungen Politiker groß – nur zwei Wochen, bevor die erste Runde der Präsidentschaftswahlen nicht nur das Aussehen der französischen Demokratie, sondern auch ein großes Stück weit die Zukunft Europas entscheiden wird.

Optimisten sind versucht, einen Vergleich zu ziehen: Mit Justin Trudeau (das gute Aussehen, die Energie, die positive Botschaft) und mit dem "jungen" Tony Blair (der Bruch mit den alten linken Grundsätzen, die Suche nach einer neuen Mitte und ein Faible für die jüngsten Marketing-Techniken). Macro hat ein wenig davon. Doch die Parallelen gelangen schnell an ein Ende.

Weder Trudeau noch Blair sahen sich einer fest etablierten und historisch verwurzelten Rechtsaußen-Bewegung wie dem Front National gegenüber und beide genossen die Unterstützung einer einflussreichen und etablierten Partei – etwas, das Macron mit seiner kaum einem Jahr alten Start-up-Partei En Marche! (Vorwärts!) schmerzlich abgeht. Zudem kann man weder das Kanada des Jahres 2015 noch das Großbritannien von 1997 mit dem Frankreich im Jahr 2017 vergleichen, mit der angespannten Stimmung und dem Gefühl der Unzufriedenheit, das sich gegen das Establishment und die vielen Missstände im Land richtet.

Macron macht Vielfalt und Teilhabe stark

Eine Ähnlichkeit gibt es allerdings, die Aufmerksamkeit verdient: Wie Trudeau und Blair macht Macron Vielfalt und Teilhabe stark. In einer Zeit, in der der Populismus mit Nativismus und Identitätspolitik punktet und Frankreich von noch immer von einer Welle von Anschlägen traumatisiert ist, die von in Frankreich aufgewachsenen Terroristen verübt wurden, bedeutet dies, dass ihm viel Gegenwind entgegenschlägt.

Trudeau betont immer wieder Kanadas Tradition, Einwanderer und Flüchtlingen willkommen zu heißen. Blair versuchte 1990 unter dem Stichwort Cool Britannia einen neuen Patriotismus zu propagieren, der die ethnische und kulturelle Vielfalt des Landes bejaht. Macron ist der einzige französische Präsidentschaftskandidat mit einer ernsthaften Chance, es bis in den Elysée-Palast zu schaffen, der eindeutig dafür eintritt, das Modell des säkularen, republikanischen Frankreich in eine Form zu bringen, in der sich Angehörige von Minderheiten, insbesondere Bürger arabischer und muslimischer Abstammung, wohler fühlen würden.

Eine Fernsehdebatte zwischen den Kandidaten zeigte jüngst einmal mehr, wie schwierig das ist. Frankreich ringt zunehmend damit, sein Gefühl der kollektiven Zugehörigkeit zu bestimmen. Nationale Identität dürfte das umstrittenste Thema in diesem Wahlkampf darstellen – wenn man Finanzskandale und öffentliche Moral mal beiseite lässt. Beim Thema Vielfalt gerät Macron mit Le Pen (sie liegen in den Umfragen Kopf an Kopf) ebenso aneinander wie mit einflussreichen Teilen der etablierten Rechten.

Im Fernsehen wurde Macron auf seine Aussage angesprochen, der Kolonialismus sei ein Verbrechen gegen die Menschheit gewesen, für das Frankreich sich „entschuldigen“ müsse – Worte, die zu einem Aufschrei führten. Die Geschichts- und Geografielehrerin, die Macron befragte, warf ihm vor, er versuche die historischen Tatsachen zu verzerren und zu "unter manchen jungen Leuten Aversionen zu schüren, die Schwierigkeiten haben, sich als Franzosen zu fühlen" – eine Anspielung auf junge Muslime.

Doch Macron widersprach und verwies auf die Notwendigkeit, dass Frankreich sich seiner Vergangenheit stellt, indem es sie anerkennt und "miteinander widerstreitende und komplexe Erinnerungen miteinander versöhnt". Vor allem in den Vorstädten herrsche noch lange kein Friede, die Gesellschaft kämpfe auch weiterhin mit "mehreren Traumata". Er fügte hinzu, er habe wegen seines Kommentars zum Kolonialismus Morddrohungen von Unterstützern des Front National erhalten, die ihn als "Verräter" beschimpft hätten.

Rassismus nimmt in Frankreich gar nicht zu

Diese Themen sind in Frankreich natürlich nicht vollkommen neu, aber es sagt viel aus, dass die koloniale Vergangenheit so kurz vor der Wahl in der Debatte eine Rolle spielt. Le Pens Front National hat seine Wurzeln im Algerienkrieg. Sie hat zwar versucht, das rassistische Image der Partei zu ändern, wenn aber ihre Anhänger skandieren "Das ist unser Land!", lassen sie wenig Zweifel daran, gegen wen sich das richtet. Und dann ist da noch der Terrorismus, den die Rechten ihrer Argumentation eifrig beimischen.

Bei all dem wird leicht übersehen, dass der Rassismus in Frankreich Erhebungen zufolge gar nicht zunimmt. Der Prozentsatz "gemischter" Ehen (Einwanderer mit Nicht-Einwanderern) ist der höchste in ganz Europa. Umfragen zeigen auch, dass die überwiegende Zahl der Muslime das säkulare republikanische Modell unterstützt und sich selbst als Franzosen betrachtet. Worunter sie leiden ist das Gefühl, dass sie von der Gesellschaft nicht als solche anerkannt werden.

An dieser Stelle kommt der Vergleich zwischen Macron, Trudeau und Blair an ein Ende. Kanada hat keine koloniale Vergangenheit. Großbritannien ist mit der Dekolonisierung völlig anders umgegangen als Frankreich, das während dieser Zeit Kriege geführt hat und noch immer nicht bereit dafür zu sein scheint, ein Museum zu eröffnen, das an die Verbrechen des Kolonialismus erinnert. Im Unterschied dazu findet im Amsterdamer Rijksmuseum gerade eine faszinierende Ausstellung über die niederländische Geschichte in Südafrika statt und in Berlin blickt in diesem Jahr eine große Ausstellung auf das, was die Deutschen in Namibia angerichtet haben. Paris hat zwar ein "Einwanderungsmuseum", in dem die Vielfalt der Familiengeschichten lebendig beschrieben wird, das die vielen Kapitel der Kolonialgeschichte aber völlig umgeht.

Macron war mutig und hatte recht damit, diese Vergangenheit zu thematisieren, selbst wenn er damit die Büchse der Pandora geöffnet haben sollte. Die bigotte Erzählung des "wir gegen sie" der französischen Rechtsextremisten lastet schwer auf diesen Wahlen, wie sehr Le Pen auch versucht, sich selbst als Verteidigerin des "Volkes" gegen das "System" zu inszenieren. Dagegen hebt Macron sich sehr positiv ab. Ob er in der Lage sein wird, Frankreich vor den politischen Gespenstern, die es heimsuchen, zu schützen, ist eine andere Frage.

Übersetzung: Holger Hutt

Kommentare (8)

Reinhold 12.04.2017 | 20:46

Zu Kanada kann ich wenig sagen, da zu wenig damit beschjäftigt. Der Vergleich zu Blair lässt ein paar wichtige Details aus. Ja, Völker lernen selten aus der Geschichte, zumal aus der geschichte der Nachbarn. Der Vorteil von Blair lag nicht nur im dem Felen eines englischen FN. Der Vorteil bestand auch in der wichtigen Tatsache, dass vor Blair kein Blair zu besichtigen gewesen ist. Die Ergebise der neoliberalen cool Britannia dürften auch bei den Franzosen nicht ganz aus der Erinnerung verschwunden sein, gerade in der Innenpolitik.

Was Blair fehlte sind auch Bombenanschläge im gefühlten Abstand von Monaten, verursacht durch die Mitbürger vor denen sich der Kandidat in Frankreich nun für den Kolonialismus entschuldigen möchte.

In der Kombination ist er der perfekte Kandidat um den FN irgendwie über die Ziellinie zu bringen, obwohl es an sich nicht reichen sollte. Ich hoffe für die französischen Medien, dass sie nicht wie der guardian oder die US-Medien nach dem alten Muster verfahren. Ansonsten wiederholt man den Aufstig von Trump. Das karmpfhafte Hochschreiben eines Neolibarlen und das Kunststück den Islamismus auf: "Worunter sie leiden ist das Gefühl, dass sie von der Gesellschaft nicht als solche anerkannt werden" zu reduzieren, hat seine eigene Komik. Bei den Franzosen würde nach so einer Wahlwerbung allerdings wahrscheinlich das Blut zu kochen beginnen.

Ich bin erster Linie auf die Berichterstattung in der zweiten Runde gespannnt. Wenn die Medien auf "Rettung" der Republik umschalten, statt Berichterstattung, wird die ungeliebte Kandidatin gewinnen können. Wenn man berücksichtigt wie sehr man sich in der Rolle der "vierten Macht" gefällt, so halte ich die Operation "Rettung der Republik" prozentual bei über 50%. von der Wahrscheinlichkeit her angesiedelt.

iDog 13.04.2017 | 00:19

Zuerst hat man es über Fillon gesagt, nämlich dass seine einzige Quialität sei , dass er nicht Marine LePen ist. Nun sagt man es über Macron - hier in Frankreich zumindest. Der "saubere" Macron ist der Kandidat der Finanzwelt und der reichen Bourgoisie, der Kandidat derer, die nicht wollen , dass sich etwas ändert. Er repräsentiert die Mitte der Mitte, die gesichstlose Mitte des anonymisierten Kapitals , des normalsisierten Wahnsinns und er gibt sich daher parteilos und gar als Bürgerbewegung - das ist trendy. Er wird dafür ausgelacht. Seine Kampagne ist zu aufgesetzt, als dass viele glauben würden, die Begeisterten auf den Bilderen seien nicht public relations organisierte und orkestrierte Profifahnenschwinger. Die entsprechenden Analysen seiner auftritte kursiren auf Yuotube.

Hört man nun von seinem guten Abschneiden in den Umfragen , fragt man sich instinktiv wer die macht und bezahlt. Nein, er bringt keine "frischen Wind" , eher alte Fürze, denn zu sagen hat er nicht viel . Aussagen sind nicht seine Stärke, wie auch, die Mitte ist keine Position sondern Zustimmung, Konformismus. Kritisches kann es da nicht geben. Man jubelt ihm angeblich zu, weil angeblich alles gut ist, er angeblich gut ist. Das nach ihm benannte Gestzt allerdings ist das meist gehasste und meist bestreikte seit langem. Es wurde am Paralment vorbei Realität. Macron steht für artikel 49.3 der Konstitution : der Präsident entscheidet alleine. Er wird über die Boulevardpresse gepuscht und alle , die noich denken können, sind sich einig , dass es soweit ist. Das Kapital braucht nicht mehr über die sich immer mehr disqualifizierenden Parteiapparate und den Lobbyismus regieren, es setzt uns einen eigenen Kandidaten vor dei Nase. In nur 12 Jahren haben sie ihn vom Studenten zum Präsidenschaftskandidaten gemacht - "young leaders" erprobt und von bekannten Thinktanks der globalisierten Wirtschaft gestützt.

Er ist der Strohmann mit dem Charisma einer hohles Auster. Er wird wahrscheinlich nicht gewinnen. Auch wenn alle Medien das Gegeteil behaupten, weil sie es müssen. Aber auch Marine LePen wird nicht gewinnen. So gaga sind die Franzosen nun auch nicht.

Alter Linker 13.04.2017 | 01:49

Ich weiss nun wirklich nicht warum der Freitag noch Artikel des Guardian übersetzt und veröffentlicht. Was einmal eine links (also sozialdemokratisch bis sozialistisch) orientierte Tageszeitung war ist inzwischen eher ein (neo-)liberales Gesinnungsmagazin für BewohnerInnen der amerikanischen Küstenregionen.

Und die schrei(b)en eben für Trudeau, Obama, Clinton und jetzt auch Macron. Ah, und Tony Blair finden die Damen da auch ganz toll:

"Wie Trudeau und Blair macht Macron Vielfalt und Teilhabe stark."

Dass der Kerl auch dabei geholfen hat viele tausend Iraker abzumurksen ist den Damen des Guardian bei soviel Vielfalt und Teilhabe natürlich schnurzpiepegal.

Michaela 13.04.2017 | 16:55

Aus dem Guardiran ist ein Satirebaltt geworden, in der Tat, man kann nur noch bitter lachen, die Medien scheinen lobotomiert, die Devise für den Journalisten lautet - ähnlich dem Frontsoldaten - Befehl und gehorsam, sonst droht der soziale Gulag, die materielle Mittellosigkeit.

Der Kapitalismus hat sich seine Spielfiguren wohl allumfassend einverleibt - vom Arzt bis hin zum Zirkusartisten gilt - diene dem Kapital wenn du verdienen willst!

Leider fällen fast alle Menschen die falsche Entscheidung - sie akzeptieren dieses Prinzip.

Aber es ist doch ein Fortschritt, früher lautete das Los: diene dem Herrn wenn du leben willst - heute dürfen auch dienstunwillige Artgenossen, zumindest in manchen Regionen dieser Welt - überleben - sie dürfen nur nicht mehr dabei sein - aber ehrlich, wer will in so einem Spiel schon dabei sein?

Egal was die Franzosen - was irgend wer, irgendwo wählt - das Prinzip ist implementiert, es wird sich nicht mehr auflösen, dem Individuum bleibt nur die freiwillige Marginalisierung seiner Selbst, womit er zumindest seine Lebenszeit aus dem Käfig der Irren befreit - wer in diesem System einen Sinn erkennt, wird es nicht tun, wer jedoch dieses System als eine destruktive Kakophonie des Grauens wahrnimmt, dem bleibt dieser Weg und er kann seine Zeit in kontemplativer Gedankenflucht zu Ende leben - alles Andere ist in meinen Augen Selbstbetrug, Autosuggestion zum Zwecke der Funktion.

Exilant 13.04.2017 | 19:37

Nach den neuesten Wahlumfragen kann es zur Stichwahl Melenchon vs. Le Pen kommen. Diese Wahl würde dann Europa verändern. Und das wäre gut so. Weil die Finanzdiktatur die Demokratie zerstört hat.

Dle Leute wollen nicht mehr dieses "Weiter so", welches auf Kosten der Bevölkerungsmehrheit geht.

Auch Macron, wenn er denn gewinnen würde, kann seine Versprechen niemals einlösen, weil die Franzosen politisch bewußter sind als die Deutschen, d.h. die Straßen wären voll.

Reinhardt Gutsche 14.04.2017 | 17:12

Aus dem Vorspann wird man nicht so recht klug: Emmanuel Macron wolle „Frankreich zu einer diversen, offenen Gesellschaft umgestalten.“ Was hat man sich nun unter einer „diversen Gesellschaft“ vorzustellen? Daß es sich bei Frankreich bislang um eine „geschlossene Gesellschaft“ handele, die es gilt endlich in eine „offene“ zu verwandeln, wäre auch ein Neuigkeit.

Daß Natalie Nougayrède als ehemalige Chefredakteurin von „Le Monde“, neben „Le Figaro“ das Flaggschiff der Official-Mind-Medien an der Seine, auf das Pferd Macron setzt, ist bei der traditionellen Lokalisierung dieses Blattes auf der politischen Klaviatur des Landes und deren grosso modo unkritischen Pro-Brüssel-Position verständlich. Bleibt zu hoffen, an dieser Stelle zur Abwechslung auch mal Macron-kritische Gegenpositionen zu finden, z. B. diese:


Die Forschergruppe „Les Économistes atterrés“:
Das ist auch kein Programm des Bruches, denn es ist eingebettet in die Kontinuität der Politik, wie von François Hollande und Manuel Valls betrieben wurde, den 40 Mrd. Steuerkürzungen ohne Gegenleistung für die Unternehmen im Arbeitsgesetz. Dieses Programm schlähg uns vor, die Forderungen des Großpatronats zu akzeptieren in der Hoffnung, es würde die Güte haben, in Frankreich zu investieren und Arbeitsplätze zu schaffen. So hat die führende Klasse die Wahl zwischen zwei Strategien: Einerseits die mit dem Holzhammer von François Fillon mit einem brutalen Schock, die Arbeitsrechte zu zerstören, die öffentlichen und sozialen Ausgaben herabzusetzen, die Reichen- und Unternehmensteuern zu senken. Auf der anderen Seite die graduellere Strategie Emmanuel Macrons mit denselben Maßnahmen, nur allmählicher getroffen, aber letztlich in dieselbe Richtung.“ („Ce n’est donc pas non plus un programme de rupture, puisqu’il s’inscrit dans la continuité de la politique menée par François Hollande et Manuel Valls, des 40 milliards de réduction d’impôts sans contrepartie pour les entreprises à la loi Travail. Ce programme nous propose d’accepter les demandes du grand patronat, en espérant que celui-ci daigne investir et embaucher en France. Ainsi, les classes dirigeantes auront-elles le choix entre deux stratégies lors de ces élections. D’une part, la stratégie forte avec François Fillon, consistant en un choc brutal de destruction du droit du travail, de baisses des dépenses publiques et sociales, de réduction d’impôts pour les plus riches et les entreprises. De l’autre, la stratégie plus gradualiste d’Emmanuel Macron, les mêmes mesures étant prises plus rogressivement, mais, in fine, dans la même direction.''

Jacques Wels Soziologe an der Cambridge-University:
„Der von Emmanuel Macron angepriesene „Dritte Weg à la française“ würde Frankreich zu einem ultraliberalen Modell und excessiven Privatisierungen führen“ (La « troisième voie à la française » prônée par Emmanuel Macron mènerait « la France vers un modèle ultralibéral et privatisé à outrance »)
La « troisième voie à la française » prônée par Emmanuel Macron mènerait « la France vers un modèle ultralibéral et privatisé à outrance ».)

François Bayrou, Präsident der Mitte-Rechts-Partei MoDeM (bereits im September 2016 gegenüber BFM.TV)
„Hinter Emmanuel Macron stehen große Finanzinteressen, die unvereinbar sind mit der für diese politische Funktion erforderliche Unparteilichkeit. Wir haben es hier mit einem Versuch zu tun, wie er schon mehrfach von verschieden Finanz- und anderen Interessengruppen unternommen wurde, die sich nicht damit begnügen, im Besitz der wirtschaftliche Macht zu sein...“ („Derrière Emmanuel Macron il y a des grands intérêts financiers incompatibles avec l’impartialité exigée par la fonction politique . Il y a là une tentative qui a déjà été faite plusieurs fois par plusieurs grands intérêts financiers et autres, qui ne se contentent pas d’avoir le pouvoir économique.... „)


So nimmt auch nicht wunder, daß Pierre Gattaz, der Präsident des französischen Unternehmerverbandes MEDEF, Fillon und Macron als die einzigen Kandidaten bezeichnete, deren Programm mit den Vorstellungen des Patronats übereinstimmten. Voilà!

Die wirtschafts- und sozialpolitische politische Konfiguration (um nur dieser zu reden) in dieser Wahl ist also klar: Fillon und Macron auf der einen, der Rest auf der anderen Seite.

Marcus G. M. Gundlach 20.04.2017 | 03:41

Wer eine diverse, moderne Gesellschaft will, muss zuerst die Rechtsstaatlichkeit auf allen Ebenen durchsetzen. Dies betrifft nicht nur gewaltätige Tätergruppen, sondern insbesonders Franzosen, die jüdisch sind.

Wer jetzt als Außenbetrachter seine hochintellektuellen Analysen abgibt und gleichzeitig den Präsidentschaftskanditat Macron als "geistige Marionette" des Patronats darstellt, dem sollte nicht zuviel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Es wird mit harten Bandagen gekämpft: Diese sind nicht immer offensichtlich, sondern verstecken sich hinter wohlfeilen Äußerungen einflussreicher Institutionen.

Man kann es drehen und wenden wie man will - am Ende entscheidet einmal wieder der Wähler. Die aufgeregte Diskussion im Vorfeld der Wahl zeigt aber, dass im Anschluss an diese, die wahren politischen Akteure etwas auszuhandel zu haben.

Marcus G. M. Gundlach 20.04.2017 | 03:42

Wer eine diverse, moderne Gesellschaft will, muss zuerst die Rechtsstaatlichkeit auf allen Ebenen durchsetzen. Dies betrifft nicht nur gewaltätige Tätergruppen, sondern insbesonders Franzosen, die jüdisch sind.

Wer jetzt als Außenbetrachter seine hochintellektuellen Analysen abgibt und gleichzeitig den Präsidentschaftskanditat Macron als "geistige Marionette" des Patronats darstellt, dem sollte nicht zuviel Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Es wird mit harten Bandagen gekämpft: Diese sind nicht immer offensichtlich, sondern verstecken sich hinter wohlfeilen Äußerungen einflussreicher Institutionen.

Man kann es drehen und wenden wie man will - am Ende entscheidet einmal wieder der Wähler. Die aufgeregte Diskussion im Vorfeld der Wahl zeigt aber, dass im Anschluss an diese, die wahren politischen Akteure etwas auszuhandel zu haben.