Pforzheims "Masterplan"

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Die Stadt Pforzheim hat sich vor kurzer Zeit entschlossen, mit Hilfe der Bürger einen sogenannten "Masterplan" zu erstellen.

Dieser startet mit einer Befragung der Bevölkerung zu Dingen, die ihr in Pforzheim gefallen bzw. nicht gefallen, was sie verändern bzw. nicht verändern möchte.

Die Neuerungen des "Masterplans" sind auf den Zeitraum der nächsten 15-20 Jahre angelegt. Man befasst sich im ersten Jahr ausschließlich mit Ideenfindung und Diskussion.

Begonnen wurde mit einer Bürgerversammlung am gestrigen Mittwoch (2.2.11), zu der etwa 1000 Bürger erschienen; laut Rathaus und Verantwortlichen weitaus mehr als ertwartet.

Am heutigen Donnerstag (3.2.11) standen zwei Informationsvorstellungen im Pforzheimer Theodor-Heuss-Gymnasium auf dem Plan, bei der sich die Leiter des Projekts aus meiner Sicht allerdings nicht wirklich souverän präsentierten. Man gab vor, auch jungen Menschen das Projekt um ihre Stadt näherbringen zu wollen, verteidigte und rechtfertigte sich in der anschließenden Frage- und Vorschlagsrunde jedoch sehr schnell und ausführlich bei nahezu jedem Thema und machte sich auch keine Notizen zu den gebrachten Vorschlägen, die man zuvor ausdrücklich angefordert hatte.

Das i-Pünktchen des Vortrags kam allerdings schon vor dem i-Strich. Zu Beginn der Projektspräsentation wurde uns unsere Stadt noch einmal in Zahlen dargestellt.

Neben 500 Mio. €, welche die Stadt jährlich im Haushalt zur Verfügung hat, wurden auch die bereits rund 100 Mio. € umfassenden Schulden der Stadt erwähnt. Des weiteren kam man auf etwa 42% der gesamten Stadtbevölkerung sowie >70% Migrantenanteil der unter Dreijährigen zu sprechen.

Aus meinem Gedächtnis zitiert, formulierte die "rechte Hand" des Bürgermeisters dies so: "... außerdem haben wir bei den unter Dreijährigen einen Migrationsanteil von über 70% zu verzeichnen (Sprechpause) Es gibt aber durchaus auch positive Dinge in Pforzheim..."

Was soll man dazu also noch sagen?

Neben Finanz-, Industrie-/Arbeitslosigkeits- (mit 8,7% laut Sprecher die höchste Arbeitslosenquote Baden-Württembergs) sowie Imageproblemen hat die Stadt Pforzheim also scheinbar auch mit einem Migrantenproblem zu kämpfen, auch wenn dies nur in einer nebensächlichen Wertung deutlich wurde.

Freuen wir uns also mit nassen Augen auf einen "Masterplan", der die Stadt mit Sicherheit verändern wird, und hoffen, das die oben genannte Aussage (wie ich hoffe) nur ein wirklich peinlicher "Versprecher" war.

Edit: Die Reaktion auf diesen "Versprecher" war im übrigen lautes Gelächter und noch lauterer Applaus. Ob das nun positiv oder negativ zu werten ist, will ich glaube ich gar nicht wissen..

www.pz-news.de/Home/Nachrichten/Pforzheim/arid,247259_puid,1_pageid,17.html

www.pforzheim.de/leben-in-pforzheim/masterplan.html

18:33 03.02.2011
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Geschrieben von

TheHungryCow

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