Zurück in die Steinzeit?

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Treibt uns jeder weitere Fortschritt auch wirklich nach vorn, oder tut er in Wahrheit das genaue Gegenteil? Mag sein, dass es auch nur mir so geht, aber manchmal stelle ich mir doch jetzt schon vor, am besten nach der Schule ins Ausland zu gehen. Studieren in der Schweiz und dann schnellstmöglich weit weg von Industrienationen und unübersichtlichen Gesetzesbüchern und Infrastrukturen. Wenn man nur am Rande des Dschungels steht, so sieht man schon nicht einmal mehr den zweiten Baum in diesem undurchdringlichen Dickicht. Meiner Meinung nach kommt das Gefangenschaft gleich. Ich weiß, ich muss das Spiel mitspielen. Aufgeben gilt nicht. Und wer aufgibt, der hat sowieso noch weniger Möglichkeiten. Man rutscht im Endeffekt bestenfalls von einem Teufelskreis in den nächsten. Es ergibt sich für mich nur eine Option: Bevor mich das alles in den Wahnsinn treibt und man wirklich das Hndtuch wirft, wie wäre es damit, dass Spiel einfach wo anders weiterzuspielen (wobei es sich jedoch keinesfalls nur um ein Zu-Ende-bringen handeln soll!) ?Am besten fern der modernen Welt, einsame Insel, vorindustrielle Zustände mit einem Gemüsebeet um die einfach Holzhütte, in der es abends ab acht Uhr dunkel ist, da man hier keinen Strom kennt. Dafür inneren Frieden, Ruhe, Bescheiden- und Zufriedenheit.

Mir wurde gestern, da ich nun doch schon aufs Abitur zusteuere, von meinem Tutor eine Broschüre "für Ausbildung und Studium" ausgeteilt. Nach Überfliegen dieser kam bei mir einmal mehr der Gedanke auf: "Ist das nicht alles viel zu kompliziert?". Es mag auch sein, ich stelle mir das alles aus purer Faulheit nur viel einfacher vor. Aber muss es wirklich sein, dass schon der wöchentliche Einkauf, die Suche nach einem Studienplatz oder später einfach "nur" das alltägliche Leben so von Regeln, Gesetzen, Vorschriften und Verboten durchzogen ist? Wo bleibt meine freie Entscheidungsmöglichkeit, dass zu tun, was ich möchte (nein, ich meine damit keinesfalls, nur herumzusitzen, nichts zu tun und auch nicht zu arbeiten oder ähnliches)? Mir schwebt bis jetzt vor, etwas Gesellschaftswissenschaftliches zu studieren. Aber auch hier ist schon wieder einmal die erste Hürde zu meistern: Numerus clausus wo man sich umschaut. Haben die Schulnoten mit einer Tauglichkeit für Fach/Richtung xy etwas zu tun? Wenn überhaupt nur am Rande, und DOCH schaut jeder nur danach.

Ich habe jetzt schon die Nase gestrichen voll und werde trotz allem ein Teil des ganzen bleiben. Was also tun?

Der Jugendliche Utopist spinnt sich ein Netz aus Traum und Wunsch, welches er jetzt schon, realistisch gesehen, am besten gleich wieder verwerfen sollte. Trotzallem: Einzelfall? Paranoia? Oder einfach nur jugendlich-rebellische Gedanken?

15:25 25.09.2010
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Geschrieben von

TheHungryCow

mensch. politisch. s̶̶t̶̶u̶̶d̶̶e̶̶n̶̶t̶ . account wiederentdeckt
TheHungryCow

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