thesittingbull

männlich, Jahrg. 67, Norddeutschland
Schreiber 0 Leser 0
Avatar
RE: Die prekäre Gesellschaft | 21.11.2018 | 22:02

Nee, nee, nee, da haben Sie mich missverstanden, wenn Sie meinen, dass ich die stumm machende Wirkung unserer kapitalistischen Gesellschaft unterschätzen würde. So ist das nicht. Vielleicht können Sie das mit Ihren Intelektualismus (entschuldigen Sie bitte, wenn ich Ihnen zu nahe trete), in dem Sie gefangen sind, nicht verstehen. Was ich meine..., ich komme täglich mit Menschen in Kontakt, die gar nicht die #unten Kampagne nutzen können, auch wenn sie es wollten, das sind Menschen die wirklich unten sind, und im allgemeinen als, wenn man das was #unten impliziert mitnimmt, als ausgestossene betrachten muss. Das sind Kriminelle, Sozial geschädigte, Kranke, Behinderte, Mental zurückgebliebene, Schwache, Kinder, Alte, Demente, diese haben in ihrer Kampagne keinen Platz, sorry, das was Sie machen, ist jammern auf ziemlich hohem Niveau. Sorry nochmals, einen herzlichen Abend noch.

RE: Die prekäre Gesellschaft | 17.11.2018 | 20:17

also, jetzt kommt mein besserwisserisches Senf gelabere (ich mache mich schon auf Gegenwind gefasst): ich habe den Freitag, der die Intelektualität ja hochhält, ein bisschen intellegenter eingestuft! In der ganzen #unten Debatte, schwingt ein gefährliches Vorurteil mit, dass der Herr Baron, der die Debatte ja ins Leben gerufen hat, m.E. nach nicht genug bedacht hat. Das Vorurteil betrifft die soziale Frage (also eigentlich alles (sorry der kürze wegen, muss ich vieles über einen Kamm scheren) was mit den krankhaften Zivilisationserscheinungen der letzten - nicht nur 40 - Jahrzehnten - zu tun hat) die in Verbindung gebracht wird mit dem - m. E. irrtümlichen - Glauben, dass diese Frage und #unten irgendwas mit dem sozialen Stand, mit Geld haben und nicht Geld haben, mit Wohlstand und dergleichen zu tun hat. Sie vergessen dabei, Frau Schmitz, dass Sie diejenigen die wirklich unten sind, damit extrem diskreditieren, weil nämlich mit dem "unten" eine vertikale Richtung vorgegeben wird, was in Wirklichkeit überhaupt nicht so ist. Das Leute eine Stimme bekommen, die sonst verhallt, dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden. Verstärkt wird das Problem aber dadurch, dass es anscheinend, als hätte man aus der leidvollen Geschichte der letzten Dekaden nicht schon genug zu lernen, es immer noch den Glauben gibt, die soziale Frage, die in #unten diskutiert wird, hätte irgendwas mit der Möglich- und Unmöglichkeit zu tun, Geld zu besitzen. (Und man könnte die soziale Frage z.Bsp. damit lösen, dass man einen bestimmten Geldbetrag (die Kampagne müsste dann logischerweiße #von oben heißen), vielleicht im Rahmen eines bedingungslosen Grundeinkommens, verteilen läßt). Dass dabei, das für die Emanzipation der Bürger wichtige Subsidaritätsprinzip untergraben wird, übersehen Sie: Denn #unten, wird für die, die wirklich unten sind, von oben aus den akademischen Kreisen verordnet. Nun, wie dem auch sei, glauben Sie ernsthaft, dass man die Ursachen von sexuellen Grenzverletzungen, von Ungerechtigkeiten, von Krieg, die soziale Frage usw mit hashtags beantworten kann? Wurde nicht im Freitag selbst über die schädlichen Wirkungen sozialer Medien berichtet, Irgendwie ist das, als würde man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Das Problem liegt darin, dass die (bevor man mit irgendwas anderes kommt), Gesamtgesellschaftliche Bewußtlosigkeit - um mit Rudie Dutschke zu sprechen - aufgebrochen werden müßte. Bevor die Menschen nicht überall umfassend aufgeklärt werden über dass was wirklich los ist, kann man mit noch so vielen hashtags kommen, sie zeigen zwar kurzfristig Wirkung, brennen schnell, halten aber nicht längerfristig warm.

RE: „Das Unmögliche wollen“ | 04.03.2018 | 08:31

Es zeigt natürlich auch wie schwierig der Begriff: neue, linke Sammlungsbewegung ist. man kann nicht einfach sagen: hey, wir machen was neues! Dazu braucht es bestimmte Bedingungen.

RE: „Das Unmögliche wollen“ | 04.03.2018 | 08:28

Ja da gebe ich Ihnen zu 150% Recht! Um einen Führer der einen Haufen Masse unter sich zusammenhält kann es absolut nicht gehen. Eine neue, linke Bewegung müsste sich selbst bestimmen und entscheiden. Und es wäre sogar gut, wenn es eine außerparlamentarische Bewegung wäre. Der Gesichtspunkt der Solidarität müsste auch eine besondere Rolle spielen. Doch um nachhaltigen Missverständnissen vorzubeugen und vor allem um der öffentlichen Meinungsmacht gegenüber treten zu können, braucht es jemand, der in der Lage ist aus dieser Bewegung heraus, die Bedürfnisse und Interessen zu sammeln und dann öffentlich zu artikulieren um dieser Bewegung eine grössere Schlagkraft zu geben. Der oder die dürften natürlich nicht Leithammel sein, sonder selbst absolut authentisch und mit der Kraft begabt die Leute aufzurütteln, damit sie selbst beginnen zu denken und die erwähnte Bewusstlosigkeit in den Köpfen endlich aufhört. Solche Menschen gab es in der Geschichte Deutschlands und der Welt nicht viele (Martin Luther King, Rudi Dutschke, Joseph Beuys, Petra Kelly etc..) Ohne diese aber hat eine neue Bewegung keine Chance und verpufft, entweder im Chaos oder sie wird öffentlich verunglimpft und verleumdet.

RE: „Das Unmögliche wollen“ | 02.03.2018 | 13:06

Sympatisch ist er schon. Das stimmt, er wirds aber leider nicht schaffen, mit der NoGroKo, das reicht nicht ganz, was er uns diesbezüglich präsentiert. Man könnte auch sagen, wie einst Tocotronic, die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit.

Um die parlamentarische Krise (die nicht nur in Deutschland sich zeigt, sondern weltweit ist) zu verstehen und um die richtigen Schlüsse daraus ziehen zu können, muß man sich schon an mehr und fundierteren Ideen und Ideale orientieren als an den immergleichen Phrasen wie: Fortschritt, Klimaziele, Ökologie, Gerechtigkeit, Verteilungsverhältnisse des Erwerbs usw. Insofern schießt unser "blaues Gummibärchen" (Blome), etwas am Ziel vorbei und trifft das Übel nicht ganz im Kern. Wobei er schon auf dem richtigen Weg ist.

Die Auslöser der Gegenwärtigen Krise sind sicher nicht die oben erwähnten Schlagworte, sondern eine tiefgreifende Bewußtlosigkeit in der sich die Zivilisation (zusammen mit allen parlamentarischen "Würdenträger") momentan und seit längerem befindet und die, wenn man überhaupt die ersten Schritte machen möchte, zuallererst mal aufgelöst werden müßte. Sonst kann man lange über mögliche Zukunftsvisionen, Ideen und Lösungsvorschläge debattieren, es wird nichts nützen. Keinen blauen Pfennig. Allein, das Aufwachen reicht auch noch nicht. Begreifen und Bewußtmachen durch Aufklärung, durch alle Institutionen, (Schulen, Betriebe, Universitäten) müßte dann einsetzten, solange bis der Mensch begreift, dass er sich selbst bestimmen kann, dass es die Möglichkeit gibt selbst etwas zu tun. Ein ganz konkreter kritischer Austausch zwischen Basis und parlamentarischer Elite müsste dann passieren, so kritisch, dass man der Basis erlaubt bei ALLEN wichtigen Entscheidungen mitzubestimmen. Alles was momentan parlamentarisch gewollt ist, ist die obige Bewußlosigkeit aufrechtzuerhalten. Denn der Staat kann sich eigentlich nur selbst abschaffen, wenn er sein legales Ziel erreichen möchte. Dann ist es aber vorbei mit Machtgeschacher.

Erst dann, wäre eine Auseinandersetzung mit dem Thema möglich, alles andere verpufft nur, und was unten raus kommt ist dann eine Gro Ko.

Die Linke hat Recht, wenn sie behauptet, es müßte eine neue Sammlungsbewegung kommen, als alternative Oposition gegen den Einheitsbrei der Parteien und als Kampfmittel gegen rschtsgerichtete Kräfte. Allein wer hat das Format sie anführen zu können? Dazu braucht es einen Wortführer und den gibt es nicht.

Es wird noch ein paar Jahre so weitergehen wie bisher....

RE: „Wem gehört die Bäckerei?“ | 26.02.2018 | 12:38

Mit einer weitreichenden Kapitalismus Kritik ist doch überhaupt nichts getan! Und auch das die Eigentumsfrage neu gestellt werden soll, ist eine schöne politische Floskel, die an den Haaren herbeigezogen wird, um angebliche Antworten auf die soziale Farge zu präsentieren! Das ist leeres Geschwätz und führt doch völlig an dem eigentlichen Übel vorbei. Dadurch kommt der Rechtsruck in der Gesellschaft doch nicht zustande. Das hat doch damit zu tun, dass es im heutigen parlamentarischen System, nicht eine einzige politische Instanz gibt, die einen wirklichen kritischen Austausch mit den unteren Bevölkerungsschichten befürwortet und die Interessen dieser Schichten vertritt und umsetzt. Stattdessen wird über die Köpfe hinwegregiert. Die Eigentumsfrage ist ein bemerkenswerter, kleiner Teil davon. Wer das nicht sieht, ist politisch auf beiden Augen blind. Die freie Entscheidung einer Gruppe, eines Individuums hat doch heute nichts mehr zu sagen, dass wird doch komplett wegliquidiert. Der Satz "Demokratie ist Opium fürs Volk" passt hierher. Würden die Menschen stattdessen bewußter aufgeklärt, durch alle Instanzen, was hier im Land und auf der Welt läuft, dann könnte sich der Mensch selbst ein Bild machen und selbst entscheiden, dann gäbe es aber die Gefahr einer Revolution. Der Mensch wird komplett sich selbst entfremdet damit das nicht passiert. Und Entfremdung ist vor allem die Starrheit des Denkens, die Unbeweglichkeit des Bewußtseins in der er verharren soll. Da kann doch die Änderung der Besitzverhältnisse nichts dran machen. Das ist am falschen Punkt angesetzt und ein Versuch mit untauglichen Mitteln

RE: Freiheit für sie alle | 18.02.2018 | 09:51

Wann erscheint Ihr Gedichtband?😉

RE: Moment mal! | 14.02.2018 | 15:59

"Dann ist da noch der Genderaspekt: Nun hat sich die SPD endlich durchgerungen, mit Nahles eine – wohlbemerkt erfahrene, kompetente, durchsetzungsstarke – Frau an die Spitze setzen zu wollen."

Nahles ist von Ihren Aussagen schon mal selbst am Kopf getroffen worden. "Wir werden verhandeln bis es quitscht auf der anderern Seite"... Dieser Satz stammt doch von ihr?? oder?? Wenn man jetzt mal schaut, auf welcher Seite es jetzt quietscht, dann kann man doch nur leise lachen. Die Frage ist jetzt nur, was passiert mit dem Satz: Ab morgen kriegen sie in die Fresse??

ich halte Nahles mittlerweile für die Erneuerung der SPD als genauso ein großes Hindernis, wie es Schulz war. Vor allem hat sie das ganze Spielchen der Parteispitze mitgespielt, vermutlich aus der gleichen Machtgeilheit wie die anderen Kandidaten. Der 180 Grad Wendung von Schulz hätte sie sich entgegenstellen müssen, da hätte sie zeigen können, wieviel Erfahrung hat. Sich als komissarische Übergangslösung einsetzen lassen zu wollen, grenzt an politische Kriminalität, da darüber, da sie ja nicht Vorsitzende ist, nur ein Parteitag abstimmen darf. So was wird gar nicht offen gesagt, sondern einfach nur gemacht. Bei allem was läuft, hat man ein äußerst schales Gefühl, und zurecht ist jeder empört, dass hier ein Süppchen gekocht wird, wo niemand mitbestimmen kann. Man hat den Eindruck, die handeln gar nicht mehr rational und logisch, sondern nur noch aus (Macht-) Instinkt und sind zusammen kollektiv weggetreten. Die ganze Geschichte seit 11 Monaten, sie ist eine Aneinanderreihung von massiven, unverständlichen und lange sich ankündigenden Fehlern. Zum Erneuern der Partei braucht es mehr als die Nahles. Es müsste auch mal verstanden werden, dass der wahre Totengräber der SPD, nicht Nahles oder Schulz sind, sondern der Schröder mit seiner Agenda 2010. Das müßte man mal der Basis vermitteln, daß man da bereit ist, nachzudenken. Dann würde es vielleicht gehen.

Das jetzt eine Simone Lange kommt, bringt wenigstens etwas Bewegung in die Suppe.

RE: Moment mal! | 14.02.2018 | 15:58

"Dann ist da noch der Genderaspekt: Nun hat sich die SPD endlich durchgerungen, mit Nahles eine – wohlbemerkt erfahrene, kompetente, durchsetzungsstarke – Frau an die Spitze setzen zu wollen."

Nahles ist von Ihren Aussagen schon mal selbst am Kopf getroffen worden. "Wir werden verhandeln bis es quitscht auf der anderern Seite"... Dieser Satz stammt doch von ihr?? oder?? Wenn man jetzt mal schaut, auf welcher Seite es jetzt quietscht, dann kann man doch nur leise lachen. Die Frage ist jetzt nur, was passiert mit dem Satz: Ab morgen kriegen sie in die Fresse??

ich halte Nahles mittlerweile für die Erneuerung der SPD als genauso ein großes Hindernis, wie es Schulz war. Vor allem hat sie das ganze Spielchen der Parteispitze mitgespielt, vermutlich aus der gleichen Machtgeilheit wie die anderen Kandidaten. Der 180 Grad Wendung von Schulz hätte sie sich entgegenstellen müssen, da hätte sie zeigen können, wieviel Erfahrung hat. Sich als komissarische Übergangslösung einsetzen lassen zu wollen, grenzt an politische Kriminalität, da darüber, da sie ja nicht Vorsitzende ist, nur ein Parteitag abstimmen darf. So was wird gar nicht offen gesagt, sondern einfach nur gemacht. Bei allem was läuft, hat man ein äußerst schales Gefühl, und zurecht ist jeder empört, dass hier ein Süppchen gekocht wird, wo niemand mitbestimmen kann. Man hat den Eindruck, die handeln gar nicht mehr rational und logisch, sondern nur noch aus (Macht-) Instinkt und sind zusammen kollektiv weggetreten. Die ganze Geschichte seit 11 Monaten, sie ist eine Aneinanderreihung von massiven, unverständlichen und lange sich ankündigenden Fehlern. Zum Erneuern der Partei braucht es mehr als die Nahles. Es müsste auch mal verstanden werden, dass der wahre Totengräber der SPD, nicht Nahles oder Schulz sind, sondern der Schröder mit seiner Agenda 2010. Das müßte man mal der Basis vermitteln, daß man da bereit ist, nachzudenken. Dann würde es vielleicht gehen.

Das jetzt eine Simone Lange kommt, bringt wenigstens etwas Bewegung in die Suppe.