Abwanderung der EU Automobilindustrie

Emissionsgrenzen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer warnt vor zu strengen Emissionsgrenzen – Abwanderung der europäischen Automobilindustrie befürchtet
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Vor dem Hintergrund strengerer Emissionsrichtlinien für Fahrzeuge sieht der Bundesverkehrsminister die Gefahr einer potenziellen Abwanderung der inländischen Automobilindustrie, sofern diese zu strenge Vorschriften enthalte, die technischen nicht umsetzbar seien.

Diesbezüglich hat Andreas Scheuer in seiner Funktion als Bundesverkehrsminister die verantwortliche EU-Kommission direkt und eindringlich gewarnt. Konkret geht es dabei zum einen um eine Verschärfung der CO2-Grenzwerte, die den europäischen Klimaschutz vorantreiben soll, sowie die Vorlage einer neuen Abgasnorm Euro 7, welche noch striktere Grenzwerte bezüglich der Stickoxide (NOx) und weiterer Abgasemissionen enthalten soll. Die neuen Vorschläge bezüglich der Kohlendioxid-Grenzwerte sind für Juni erwartet. Dem CSU-Politiker gehe es dabei vor allem darum, den Grundsatz des technisch Machbaren im Blick zu haben. Man solle zwar mutig bei den neuen Grenzwerten sein, aber es dürfe keine utopischen Forderungen geben, die sich technisch nicht umsetzen ließen. Er befürchte sonst, dass sich die europäische Autoindustrie woanders niederlassen würde; und dies gälte es unbedingt zu vermieden. Dabei sei er keineswegs gegen den Fortschritt, er fordere jedoch die EU-Kommission dazu auf, die Begeisterung für Mobilität auf Grundlage neuer Innovationen zu erhalten.

Scheuer für Technologieoffenheit und Innovationsförderung statt strikten Verboten – synthetische Kraftstoffe als Übergangslösung

Das Richtige sei es, sich innovativ und modern aufzustellen. Dazu brauche es strengere Vorgaben, die seitens der Automobilindustrie jedoch umsetzbar und leistbar sein sollen. Zudem wolle er, dass die europäische Autoindustrie und deren Arbeitsplätze eine Zukunft haben.
Scheuer so weiter, sei es auch wichtig, den Klimaschutz voranzutreiben und bei diesem Thema nicht locker zu lassen. Das ginge aber nicht nur mit Verboten und Beschneidungen, sondern vielmehr mit Förderung neuer Innovationen und einer ganzheitlichen Technologieoffenheit. In diesem Zusammenhang brachte Scheuer auch wieder die Möglichkeit der synthetischen Kraftstoffe ins Spiel. Dies sind Kraftstoffe, die durch den Einsatz von Strom am besten aus regenerativen Energiequellen, aus Kohlendioxid und Wasser produziert werden. Deren Einsatz ist vor allem bei Umweltverbänden umstritten, da deren Herstellung teuer und ineffizient sei. Für Scheuer aber ist es eine Möglichkeit, den Verbrennungsmotor heute schon CO2-neutral zu machen und so den Übergang hin zur Elektromobilität zu erleichtern. Die Elektromobilität ist vor allem zuletzt wegen erhöhter Feinstaubbelastung durch Reifen- und Bremsabrieb in die Kritik geraten. Durch deren höheres Gewicht nutzen sich Reifen und Bremsbeläge deutlich schneller ab. Bremsbeläge als entscheidendes sicherheitsrelevantes Bauteil gilt es daher stets rechtzeitig zu wechseln.

Europäische Autoindustrie offen für Verschärfung der Kohlendioxid-Grenzwerte – Unbehagen dagegen bei geplanter Euro 7 Norm

Indes erklärte der Branchenverband der europäischen Automobilindustrie ACEA, die europäischen Hersteller hätten sich für eine Verschärfung der Kohlendioxid-Grenzwerte offen gezeigt. Dies solle allerdings an einen verbindlichen Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektro- und Wasserstofffahrzeuge innerhalb der EU-Staaten gekoppelt sein. Bei den geplanten Vorgaben der strengeren Abgasnorm Euro 7 zeigten sich die Hersteller allerdings weniger erfreut. Vor allem der VDA hatte diesbezüglich bereits von einem faktischen Verbot von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab dem Jahr 2025 gewarnt. Zudem hingen immer noch viele mittelständische Zulieferer stark am Verbrennungsmotor. Dank der staatlichen Subventionen sei zwar die Neuzulassungsquote von Elektro- und Hybridfahrzeugen deutlich gestiegen, aber noch immer seien der Benzin- und Dieselmotor der dominierende Antriebsstrang.

07:43 13.05.2021
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Geschrieben von

Thilo S. Pape

Ich grüße euch aus dem beschaulichen Brunnthal (bei München), schreibe enthusiastisch seit 6 Jahren auf meinem Blog über Politik, Kultur und Reisen..
Thilo S. Pape

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