RE: „Nicht als Männer geboren“ | 20.04.2021 | 22:28

Das waren aber auch "Viele unkronkrete und ideologische Phrasen."

Das Stichwort heißt Intersektionalität, das lässt sich ganz toll googlen. Es gibt eben Diskriminierung aufgrund von (u.a.) Klasse UND Geschlecht. Oder einfacher ausgedrückt: der arme Mann hat immer noch Privilegien gegenüber der armen Frau aufgrund seines Geschlechts.

Wenn das nicht gesehen wird, klingt es halt sehr nach: "jaja, aber wir müssen ja erst mal den Kapitalismus überwinden und nach der Revolution kümmern wir uns dann um die anderen Probleme." Nur von den anderen Problemen sind eben die deutliche Mehrheit der Menschen betroffen, weil sie eben nicht-weiß, nicht-hetero, nicht-männlich, nicht-cis, usw. sind. Und diese Probleme kann mann ja auch jetzt schon mal angehen, auch wenn sie ihn nicht selbst betreffen.

RE: „Nicht als Männer geboren“ | 20.04.2021 | 22:10

Das bezieht sich auf das Zitat von Simone de Beauvoir "Man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es." Wenn das inhaltlich nicht bekannt ist, lässt sich das im Internet problemlos nachlesen, das ist seit Jahrzehnten Kanon.

Homosexuelle werden insofern von der Gesellschaft zu Homosexuellen gemacht, als dass die Gesellschaft CIS-Heterosexualität zur Norm erklärt und LGBTIQ* zur Abweichung (und das geht dann mit Diskriminierungen einher).

Im Interview und bei der besprochenen Thematik geht es genau darum, dass Mann-Sein und als Mann-Gelesen-Werden eben mit den Privilegien einhergehen, die Macht erzeugen, erhalten, usw. Auch das ist seit Jahrzehnten wissenschaftlicher Diskurs und es gibt dementsprechend viel Lektüre dazu.