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Es regnet und windet als wir zur Stadtbesichtigung aufbrechen. Unsere Stadtführerin bringt uns über eine Rolltreppe in die "unterirdische" Stadt. Dort ist es dunkel, jedoch trocken. Im 16. Jahrhundert wurden diese Gassen mit Ziegelgewölben überbaut und darüber eine Festung errichtet.

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Zuvor wurde die in diesem Viertel lebende Bevölkerung aus der Stadt gejagt. Das war eine Strafaktion des Papstes Paul III., der sich über Perugia geärgert hatte, das sich weigerte, die neuaufgelegte Salzsteuer zu bezahlen, mit der der Papst seine künstlerischen Projekte in Rom finanzieren wollte. Er brauchte viel Geld, da Michelangelo ein gefragter und teurer Künstler war..
Perugia hatte zuvor immer ein gutes Verhältnis zu Rom und seinen Päpsten gehabt. Im 13. Jahrhundert war es, 100 Jahre vor Avignon, päpstliche Residenz. Später ging es im Kirchenstaat auf. Bis heute haben jedoch die Perugianer den ihnen angetanen Tort nicht verziehen.


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Nein, das ist keine Vergewaltigung! Die Skulputur schmückt den Eingang zum Zunfthaus der Metzgergilde, eine der 42 Gilden des mittelalterlichen Perugias. Florenz hatte nur 40, wird uns mit Stolz erzählt. Der etruskische Greif findet sich auch im Stadtwappen. Die Stadt steht teilweise auf etruskischen Mauern, selbst die Fundamente des Doms sind etruskischen Ursprungs und demonstrieren die Kontinuität sakraler Orte.

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Perugia ist die Hauptstadt Umbriens, eine der kleinsten italienischen Regionen, mit nur 900.000 Einwohnern, davon leben rund 160.000 in Perugia.

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Die Mini-Metro ist ein italienisches Pilotprojekt. Die 25 kleinen Kabinen, für ca. 50 Fahrgäste ausgelegt, fahren im 5-Minuten-Takt und verbinden die Altstadt auf dem Felsen mit der Neustadt im Tal. Die Kabinen haben keinen eigenen Motor und bewegen sich auf Gummirädern, wodurch die Geräuschemissionen gering gehalten werden. Sie sind an ein umlaufendes Zugseil angekoppelt, von dem sie sich an den Haltestellen abklemmen. Dieses neuartige Beförderungsmittel wurde konzepiert, um den Besucherandrang effizient vom Tal in die Altstadt auf dem Hügel zu transportieren: Bei maximaler Auslastung in der Stunde bis zu 3.000 Menschen.

17:16 20.04.2010
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thinktankgirl

Ich lese keine Philosophen, ich lese Krimis! thinktankgirl@die-genossen.de
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hibou | Community
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