Das weiße Spukhaus

Kino Regisseur Jordan Peele hat einen tollen Horrorfilm gedreht, der Unbehagen aus Bildern und Erfahrung von Rassismus zieht: „Get Out“
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 18/2017

Auf den ersten Blick ist der Horrorfilm mit seinem Fokus auf Ekel und Gewalt kein Hort für progressive Experimente. Wenn im Slasher-Film männliche Täter sexualisierte Frauen jagen, wirkt das eher anrüchig. Dass die Sachlage sich auf den zweiten Blick etwas komplexer darstellt, ist ein Verdienst der Queer Horror Studies: Insbesondere Carol J. Clover und Judith (heute Jack) Halberstam haben in den 1990er Jahren mit wirkmächtigen Studien eine Perspektive erarbeitet, die den Horrorfilm zur Verhandlung von body politics produktiv macht – ob es dabei um das Queering der Blickachsen in der Figur des final girl geht oder darum, wie das Monster eine auf binären Oppositionen fußende Identitätskonstruktion gesellschaftlicher Subjekte in Frage stellt.

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