Corona verändert die Welt - Auch den Hausbau

Immobilien Als angehender Familienvater hat mich diese Frage besonders interessiert. Was verändert sich in Zukunft für uns in Bezug auf das Eigenheim. Meine Analyse.
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Zahlreiche Fragen stellen sich seit der Corona-Krise, was den Bau und Bezug eines Hauses betreffen. Personal, Material, Transportwege sowie zusätzliche Kosten, die beim Umzug entstehen - dies steht alles im Schatten diverser Quarantäneregelungen und Lockdowns. Verspätungen und Verlängerungen der Bauzeit sowie Wartezeiten sind die Folge. Hinzu kommt, dass sowohl Bauherr als auch Baumeister höchst flexibel auf Änderungen reagieren müssen, um das Bauvorhaben nicht völlig ins Wanken zu bringen. Erschwert wird die gesamte Situation durch die Vermeidung persönlicher Kontakte, was noch eine andere Branche besonders hart trifft: die Messeveranstalter, die nicht unwichtig für zukünftige Hausherrn sind, zumal sich diese dort ihr Branchenwissen aneignen können. Diese Kontakte sind natürlich schwer ersetzbar.

Auch bei Verzögerungen Geduld haben

Die Online-Beratung erfährt insbesondere durch die Videotechnik einen Aufschwung, was dem Home-Office zu verdanken ist und von den Bauwilligen gerne angenommen wird. Kunden, die sich bereits "im Bau" befinden, stehen selbstredend an erster Stelle. Direkte, persönliche Besichtigungen sind derzeit nur bedingt möglich. Was unabdingbar ist: Als Bauherr stets mit der Baufirma in Kontakt bleiben! Auch wenn Unzufriedenheit und vielleicht sogar Misstrauen herrschen, der Wechsel zu einem anderen Unternehmen ist unter den derzeitigen Umständen nicht aussichtsreich. Bei Verzögerungen heißt es also Geduld haben und Nachsicht walten lassen. Diese Zeit lässt sich produktiv nutzen, um den bevorstehenden Umzug ggf. mit einem Umzugsunternehmen zu planen.

Anders sieht es hingegen bei Unregelmäßigkeiten aus, die offensichtlich nicht aus der Corona-Krise resultieren. Dem ist mit einer brieflichen Mahnung nachzugehen. Dass Honorare erst nach "getaner Arbeit" beglichen werden, sollte im eigenen Interesse selbstverständlich sein. Eine weniger gute Nachricht ist, dass die Mehrkosten voraussichtlich vom Hausherrn zu bezahlen sind. Handelt es sich um einen Bauträger, würde im Falle des Konkurses dessen Baufertigstellungsversicherung die Kosten übernehmen. Ein großes Thema ist zudem die Finanzierung, die nun zu wackeln scheint. Auch hier gilt: Im Gespräch bleiben mit der Bank bzw. dem Kreditgeber. Gegebenenfalls auch rechtliche Grundlagen recherchieren, z. B. Gesetze im Zuge der Folgen von Corona et cetera.

Auch in der Frage der Wohnmöglichkeiten bei Verzögerungen, der Probleme mit dem Vermieter bzw. Nachmieter stehen die Kunden der Baufirmen und Bauträger allein da. Schließlich kosten Verzögerungen auch hier Zeit, Geld - und Nerven! Wie bei jeder Medaille gibt es auch hier eine Kehrseite: Hinter den Kulissen der Baustelle tut sich einiges! Wie jeder stolze Hausbesitzer schon weiß, geht ohne Baugenehmigung vom Bauamt gar nichts. Vor der Corona-Krise schon ein Spießrutenlauf und eine Geduldsprobe, wurde das Prozedere für den Erhalt zum begehrten Dokument aufgrund der Pandemie-Maßnahmen noch beschwerlicher. Nun gerät Bewegung ins System: Die Regierung genehmigt den Entwurf für das "Gesetz zur Sicherstellung ordnungsgemäßer Planungs- und Genehmigungsverfahren während der COVID-19-Pandemie". Das heißt, bis zum 31. 3. 2021 können jegliche bürokratische Schritte, die bisher nur persönlich möglich waren, digital erledigt werden. Ein Meilenstein in der Bürokratie!

Fazit

Der Hausbau steht nur bedingt still, es geht im Rahmen der Möglichkeiten stetig weiter, insbesondere von den Hausbesitzern in spe wird jedoch Gelassenheit und Zuversicht abverlangt. Baufirmen und Ämter sitzen im selben Boot, wobei sich letztere bemerkenswert innovativ und pragmatisch zeigen. Um die Dachgleiche gesund und mit Freude feiern zu können, zahlen sich die Vorsichtsmaßnahmen rund um Corona auf der Baustelle und im persönlichen Kontakt jedenfalls aus!

19:23 12.01.2021
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Thomas S. Haverkamp

Wieder wohnhaft im verträumten Obertraubling habe ich dieses Jahr mein Studium in Politikwissenschaften abgeschlossen.
Thomas S. Haverkamp

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