„Schule des Südens“ von Onur Erdur: Worüber Foucault schwieg

Hintergrund Onur Erdur erforscht in seinem Buch „Schule des Südens“ die kolonialen Wurzeln der französischen Theorie
Exklusiv für Abonnent:innen | Ausgabe 22/2024
„Algerien war das Laboratorium für Pierre Bourdieus Theorie der sozialen Welt“, so Onur Erdur
„Algerien war das Laboratorium für Pierre Bourdieus Theorie der sozialen Welt“, so Onur Erdur

Foto: Nicolas Tikhomiroff/Magnum Photos/Agentur Focus

„Mitten in Paris“, schreibt der Politikwissenschaftler Yascha Mounk in seinem Buch Im Zeitalter der Identität, habe kurz nach dem Krieg eine Generation einflussreicher Intellektueller das Ende der „großen Erzählungen“ ausgerufen. Gemeint sind Poststrukturalist:innen wie Michel Foucault, Jean-François Lyotard, Pierre Bourdieu oder Hélène Cixous. „Sie bestritten, dass es eine universelle Wahrheit gäbe; dass einige Werte anderen objektiv überlegen seien; und vor allem, dass ein echter Fortschritt hin zu einer besseren Gesellschaft möglich sei.“ So hätten sie zum „Aufstieg einer gefährlichen Idee“ beigetragen, ist sich Mounk sicher.

Der Vorwurf, die französische Theorie habe den aufgeheiz