Wachster Wahn

PARTITUREN Prosa und Verse von Christian Uetz
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Aufgefallen ist der Schweizer Christian Uetz, als er beim diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb seine lyrische Prosa, seine Prosalyrik auswendig vortrug. Im nachhinein war er mit sich unzufrieden: Er sei zu angespannt gewesen, die Leichtigkeit, der Witz des Textes seien nicht herübergekommen. Nun hat mündlich vorgetragene Literatur ihre eigenen Gesetze. Sie kann durchaus - man denke etwa an Schwitters oder Jandl - gegenüber der schriftlich fixierten ihre Vorzüge haben, ist jener gegenüber nicht minderwertig, freilich gerade deshalb auch nicht immer mit ihr austauschbar. Wenn man nun den Text von Uetz still für sich liest, stellt das eine doppelte Kontrolle dar: Lässt sich, erstens, ein anderer Vortrag denken als jener, den Uetz in der Aufregung d