Thomas Television

Thomas Television schaut gerne Filme und Fernsehen. Hier steht, was er gut und was er schlecht findet.
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RE: Schnutinger tritt ab | 22.07.2009 | 17:58

Als ich am Freitag den inzwischen gelöschten Beitrag von Frau Schnutinger gelesen habe, da habe ich gedacht, ist vielleicht besser, wenn man (ich) sich nicht zu sehr aufregt über die ganze Sache, weil Kritik vielleicht auchmal den falschen treffen kann. Nicht alle, die da mitmachen sind so widerlich aber gleichzeitig hart im Nehmen wie der Lobo.

Damit war die Sache eigentlich gegessen, ich wollte die ganze Vodafone-Geschichte auch ignorieren. Aber dann entschloß man sich bei Vodafone bzw. der Agentur dazu einen Beitrag von Frau Schnutinger zu veröffentlichen, der im wesentlichen genau das darstellt, was schon vorab für Aufregung gesorgt hatte, nämlich dieses banale PR-Gesülze.

Soweit nicht so wild. Allerdings bin inzwischen nicht ganz sicher, ob da nicht absichtlich ein Nebenkriegsschauplatz aufgemacht wurde, um zu letztlich die Kritiker als unzivilisierten, schlecht erzogenen, neidischen und streitsüchtigen Mob darzustellen. Den die Häme gegenüber Frau Schnutinger ist erstens zu erwarten gewesen und zweitens empfindet sie jeder normale Mensch als unfair.

Die Frage ist, warum man Frau Schnutinger überhaupt dieser zu erwartenden Häme ausgesetzt hat, wobei es sich schon noch in Grenzen hielt, wenn sie schon Tage zuvor verlauten lies, ihr würde das zuviel. Hätte man sie nicht schützen sollen?

Genauso merkwürdig ist es, dass jetzt Adnation-Blogger wie Niggemeier und Dahlmann auftauchen und die Kritik kritisieren. Das ist doch ganz klar eine Verlagerung des Schauplatzes. Jetzt sind plötzlich die kritischenb Bloger die bösen und nicht mehr diejenigen die sich mit dem Zensurprovider ins Bett gelegt haben.

Ich glaube zwar nicht an Verschwörungstheorien, aber dass das als Ablenkungsmanöver genutzt wird, ist ziemlich durchschaubar.

Vergessen wir die Sache doch einfach und konzentrieren uns auf die grundlegende Frage, und die ist nicht ob Vodafone faire Tarife hat (das kann jeder selbst beurteilen) und auch nicht ob die Kampagne gelungen ist. Die Frage ist, ob werbende Blogs sich harte Kritik gefallen lassen müssen, und ab welchen Punkt sie berechtigt ist.

Von mir aus soll jeder soviel Werbung machen wie er will. Wer aber aktiv und nicht nur als Bereitssteller von Werbeflächen für ein Unternehmen wirbt, dass durch seine Haltung bei der Zensur von Internetseiten für das genaue Gegenteil dessen steht, wofür man vorher eingetreten ist (Lobo, spreeblick), der kann sich nicht darauf berufen seine Rechnungen bezahlen zu müssen, um sich moralisch reinzuwaschen.

Der hat, sorry, schlichtweg... verschissen. Mit all dem hat Frau Schnutinger aber nichts zu tun, und verschissen hat sie ganz sicher nicht. Ich hoffe, dass Lumma und Co. sie in Ruhe lassen und nicht weiter als Opfer oder Werbemutti vorführen.