Wem gehört die Datenflut aus dem SmartHome?

Smart Home Sicherheitsexperten schlagen Alarm, denn bei immer mehr Modulen im smarten Heimnetzwerk tauchen Sicherheitslücken auf.
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Hacker haben teilweise leichtes Spiel und übernehmen die Kontrolle über sämtliche angeschlossene Geräte. Daher ist es von besonderer Wichtigkeit, nur smarte Module mit entsprechendem Prüfsiegel mit der Smart Home Zentrale zu verbinden. Diese sammeln alle möglichen Daten:

- Wann sind welche Personen im Haus?

- Wer kauft was wann und wo ein?

- Wann kommen Gäste zu Besuch und was wird gesprochen?

- Wie sind die Kreditkartendaten aller Familienmitglieder?

- Mit welchen Zugangsdaten wird die Haustür geöffnet?

Gerade, wenn das eigene Gesicht oder die eigene Stimme verwendet werden, um diverse smarte Anwendungen zu starten, stellt sich früher oder später die Frage: Wem gehören diese abgespeicherten Daten eigentlich?

Nutzungsrechte sind klar von Urheberrechten zu trennen

Damit Anwendungen im Smart Home funktionieren, müssen den smarten Haushaltshelfern alle möglichen Rechte eingeräumt werden. Soll auch eine Stimmeingabe genutzt werden, zum Beispiel mit einem modernen Echo Dot Sprachassistenten, muss der Zugriff auf das Mikrofon erlaubt sein – und zwar jederzeit! Kritiker der smarten Vernetzung im Eigenheim sprechen davon, dass sich immer mehr Menschen in Deutschland freiwillig kostspielige Wanzen ins Haus holen. Entgegen den deutschen Bestimmungen zum Datenschutz ist so eine transparente Rückverfolgung aller Aktivitäten möglich, welche im Smart Home vor sich gehen. Der gläserne Mensch rückt ein Stück weit näher!

Haben Sie den Herstellern der smarten Gadgets Nutzungsrechte eingeräumt, können diese Ihre gesammelten Daten speichern und verarbeiten. Eine Weitergabe an Dritte bedarf einer gesonderten Genehmigung, welche jedoch beim Bestätigen der allgemeinen Geschäftsbedingungen enthalten sein kann. Soll der Echo Dot mit der Kaffeemaschine kommunizieren können, muss herstellerübergreifend eine Datenweitergabe erfolgen. Es ist jedoch nicht legal, dass Unternehmen mit Ihren Daten handeln, diese also zu Werbezwecken an Agenturen verkaufen oder sonst irgendwie publik machen. Die Urheberrechte liegen ganz klar in der Familie, die im smarten Zuhause wohnt!

Die Datenschutzgrundverordnung sorgt in ganz Europa für einen gehobenen Standard in der Datensicherheit

Nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung (kurz: DSGVO) im Mai 2018 sind Verbrauchern allerlei Rechte eingeräumt worden. So ist es nun jederzeit möglich, eine schriftliche Auskunft über alle eruierten Daten anzufordern, und zwar nicht nur von einzelnen Unternehmen, sondern auch von Behörden und anderen Institutionen (Vereine, Verbände, usw.). Ferner besteht das Recht auf Berichtigung der hinterlegten Daten. Möchten Sie nicht, dass ein Hersteller von smarten Geräten Ihre Daten noch länger speichert und verarbeitet, können Sie der Nutzung jederzeit widersprechen. Es kann jedoch sein, dass das smarte Modul in der Smart Home Zentrale dann nicht mehr mit allen Funktionen für den täglichen Einsatz zur Verfügung steht.

Sie sind ausspioniert worden? Ein Fachanwalt kann helfen!

Erst unlängst war in den Medien zu hören und zu lesen, dass umfangreiche, personenbezogene Daten von Nutzern eines smarten Sprachassistenten nicht ausreichend gesichert auf Servern abgelegt waren. Hackt sich jemand in Ihr Smart Home System, sind Sie zunächst in der Beweislast, dass alles optimal gesichert worden ist. Ein Fachanwalt kann Sie dabei unterstützen, gegen große Unternehmen juristisch vorzugehen – diese verfügen über ausreichend finanzielle Mittel, um selbst ebenfalls fähige Anwälte zu beschäftigen. Daher ist es als Privatperson ohne juristischen Beistand nahezu chancenlos, sich im Fall von Datenpiraterie erfolgreich vor einem Gericht zur Wehr zu setzen.

16:06 25.11.2019
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

Thomas.Dresdner

Schreiber 0 Leser 0
Avatar

Kommentarfunktion deaktiviert

Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert. Deshalb können Sie das Eingabefeld für Kommentare nicht sehen.

Kommentare