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Thorsten Hild, Journalist, Volkswirt, Herausgeber von Wirtschaft und Gesellschaft - Analyse & Meinung: www.wirtschaftundgesellschaft.de
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RE: Wem nützt der Freihandel? | 04.12.2014 | 14:01

Die einleitende Rezeption von David Ricardo erfasst dessen Argumentation für den Freihandel leider nicht im Ansatz. Sollte der Autor das Original vielleicht nicht gelesen haben? So, wie der Autor Ricardo wiedergibt, wird er freilich in jedem ökonomischen Lehrbuch standardmäßig verkürzt dargestellt. Dem Verständnis des Freihandels ist das nicht eben förderlich. Siehe dazu auch hier die Erläuterungen im Teil unter der Überschrift: "Als Freihandel noch keine Ideologie war" - http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/2012/05/die-nachste-grose-nahrungsmittelkrise-kommt-bestimmt-spekulationsverbote-allein-werden-das-nicht-verhindern/ . Thorsten Hild

RE: Wellblech-Konjunktur | 21.11.2014 | 08:38

1. Es gibt keine "Wachstumsbrüche" in diesem fast vergangenen Jahr. Es gibt lediglich eine Abschwächung des seit Frühjahr vergangenen Jahres aufwärts gerichteten Konjunkturverlaufs, der in den vergangenen Monaten zudem unsicherer geworden ist.

2. Lutz Herden, oben: "Wären da nicht der bisher noch lebhafte private Konsum und die zu erwartende Kauflaune in der Vorweihnachtszeit, käme der Binnenmarkt als weitere Konjunkturbremse in Betracht. So aber kompensiert er in Maßen, was die Außenmärkte schuldig bleiben." Dass selbst im Freitag unreflektiert von "lebhaften privatem Konsum" und "Kauflaune" geschrieben wird, ist für sich genommen eine traurige Entwicklung. Was, bitte schön, bleiben darüber hinaus "die Außenmärkte schuldig"? Deutschland erwirtschaftet nicht nur Milliardenbeträge als Überschuss in der Außenhandels- und Leistungsbilanz, das Statistische Bundesamt schreibt zudem zur Entwicklung im dritten Quartal: "Darüber hinaus stützte der Außenhandel die deutsche Wirtschaft: Die Exporte legten stärker zu als die Importe. Dadurch hatte der Außenbeitrag (Exporte minus Importe) im Vorquartalsvergleich einen leicht positiven Effekt auf das BIP." Laut aktuellem Monatsbericht der Bundesbank: Leistungsbilanzüberschuss 3. Quartal 2013: 38,9 Mrd. Euro; 2. Quartal 2014: 46,3 Mrd. Euro; 3. Quartal 2014: 52,6 Mrd. Euro; davon respektive Überschüsse im Warenhandel: 49,1 Mrd. Euro; 55,4 Mrd. Euro; 61 Mrd. Euro.

3. Gut ist es dagegen, dass der Autor auf den Zusammenhang von Wachstum und Beschäftigung abstellt.

Thorsten Hild (www.wirtschaftundgesellschaft.de)

RE: Schluss mit kostenlos | 30.05.2013 | 19:01

Das ist wahr. Aber es gibt immer auch Ausnahmen, die diese Regel bestätigen.

RE: Schluss mit kostenlos | 30.05.2013 | 19:00

Wie kann man sich mit Gefühlen disqualifizieren? Nein! Es fehlt doch häufig das Emotionale, die Leidenschaft, zu denen auch der Humor, aber auch die Polemik zählen. Beste Grüße Thorsten Hild

RE: Schluss mit kostenlos | 30.05.2013 | 18:09

Lieber Herr Augstein,

d´accord, was den Kulturwandel anbelangt. Ich bin da übrigens gar nicht so pessimistisch. Das wird später rückblickend vielleicht wirklich das Verdienst Springers sein - und das muss man meiner Meinung nach in der Tat losgelöst von den "Inhalten" der Bild-Zeitung diskutieren-, diesen Schritt als erstes großes Medium gegangen zu sein.

Doch zu dieser Aussage von Ihnen - "Die Journalisten sollen die Mächtigen kontrollieren und die Blogger sollen die Journalisten kontrollieren. Das macht Sinn. " - wäre doch zu fragen:

a) Warum sollten allein die "Journalisten" die "Mächtigen" kontrollieren? Damit verbindet sich die Frage:

b) Wer ist "Journalist" und wer "Blogger"? Ist zum Beispiel ein Journalist, der gerade von einer Zeitung entlassen wurde, weil sie eingestellt worden ist oder Personal abgebaut hat, nun ein "Blogger"? Lebte der Journalismus mit der Gründungsphase der Bundesrepublik nicht gerade durch "Quereinsteiger" und half gerade so, die Bundesrepublik zu demoratisieren, und sind die Abgänger von Journalistenschulen heute mit einer Anstellung bei einer Zeitung damit gleich Journalisten, die Ihrem Bild eines Journalisten entsprechen? Sind die Journalisten zu weiten Teilen aufgrund der engen Verflechtung mit der Politik schließlich nicht selbst Teil jener Mächtigen, die Sie, da stimme ich ja mit Ihnen überein, kontrollieren sollten?

Vor diesem Hintergrund ist ihre Aufgabenzuweisung äußerst problematisch in meinen Augen. Mich erinnert diese einfache Zweiteilung ein bisschen an den Streit zwischen zwei Kindern im Garten darüber, wer denn jetzt Cowboy und wer Indianer sein soll.

Damit machen Sie es dem Journalismus ein bisschen einfach wie ich finde, bzw. lassen Sie ihn ein bisschen zu schnell gut wegkommen. Nehmen Sie nur den heutigen Tag und verfolgen Sie, wie der deutsche Journalismus von Spiegel online über alle möglichen Tageszeitungen bis hin zum Deutschlandfunk die Empörung über Hollande wegen seiner EU-Einwände wiedergibt. Das ist wirklich beschämend für die Zunft. Schreibe ich, als Journalist.

Nein, ich bin vielmehr der Meinung, dass eine neue Kultur im Internet auch dazu dienen müsste den Journalismus, die Medien, wieder mehr zu öffnen, ja, zu demokratisieren. Und wer weiß, vielleicht bringt auch dies eine Bezahlkultur voran, indem Sie die Nutzer/Leser neu darüber nachdenken lässt, für welche Berichterstattung sie ihr Geld ausgeben.

Beste Grüße,

Thorsten Hild

RE: Schluss mit kostenlos | 30.05.2013 | 10:38

Medien/Bezahlmodelle im Internet/BILDplus/Meinungsvielfalt: Über Chancen des Internets und Voraussetzungen für eine demokratischere Medienkultur

Ich bin schon lange der Auffassung, dass sich das Internet in die Richtung entwickeln wird und muss, die jetzt auch Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer, eingeschlagen hat. Jetzt auch? Na, immerhin haben wir als vielleicht “kleinste deutsche Medienmarke” diesen Weg schon vor BILD eingeschlagen. Musste Döpfner dazu also erst seinen Chefredakteu(e)r Kai Diekmann ins amerikanische Silicon Valley schicken?...Dass Leistung auch im Internet bezahlt werden sollte, ist das eine. Wie aber könnte dies darüber hinaus progressiv auf die Medien als “vierte Gewalt” wirken? Liegt darin auch eine Chance, die Monotonie in der Meinungsbildung durch die so genannten deutschen Leitmedien und die damit eng verbundene, hörige Verflechtung von Politik und Medien zu durchbrechen?...

RE: Wie ein trotziges Kind | 03.01.2013 | 20:46

Zunächst einmal ist Augstein in einem Punkt zuzustimmen (was ja auch psychologisch immer gut ist: zunächst einmal nach Gemeinsamkeiten zu suchen und diese zu nennen; das hilft, Widerstände ab- oder gar nicht erst aufzubauen): Wir können es uns in der Tat nicht erlauben, Steinbrück zu ignorieren.

Wie aber kann man Steinbrück verstehen, ohne ihn für das, was wir von ihm zu hören und zu lesen bekommen, zu verdammen?

http://www.wirtschaftundgesellschaft.de/?p=7916

RE: Das kann geradezu Mut machen | 11.12.2012 | 16:57

Ich dachte so etwas gibt es nur auf spd.de zu lesen. Hier zwei alternative Interpretationen:

SPD-Bundesparteitag: Keine Wechselstimmung

Jakob Augstein: Im Zweifel euphorisch