Was niemand über Männer zu sagen wagt...

Männerverachtung Männer gelten gemeinhin als Ursache allen Übels auf dieser Welt. Doch Männer sind viel besser als ihr Ruf, wie sie gleich sehen werden...
Bei diesem Beitrag handelt es sich um ein Blog aus der Freitag-Community

Neulich hat mich eine Bekannte gefragt, wofür man Männer denn heutzutage überhaupt noch gebrauchen könne. Meine Fresse, schoss es mir durch den Kopf: Keine Ahnung! Zum Grillieren von Bratwürsten und Steaks vielleicht? Oder für die Müllabfuhr..? Männer tragen ja den Müllsack nicht nur bis vor die Haustüre, sondern fahren ihn von dort aus auch noch gleich bis zur nächsten Kehrichtdeponie! Oder haben sie schon einmal eine Müllfrau gesehen? Für die Kanalreinigung dürfte man sie wahrscheinlich ebenfalls noch ganz gut gebrauchen können, denke ich. Oder für das Verlegen von Strom-, Gas-, Telefon- und Wasserleitungen: Schliesslich brauchen wir ja Licht in der Küche, wenn wir spätabends noch schnell den Abwasch erledigen wollen, nicht? Oder mit einem Latte Macchiato in der Hand bequem in einem Versandhauskatalog blättern. 80 Prozent aller Kaufentscheide werden übrigens von Frauen gefällt, wussten Sie das?

Item, zurück zum Thema: Männer planen ganze Städte, ziehen sie hoch, bauen Strassen, Wege, Brücken, Autobahnen und Schienennetze, unterhalten Kraftwerke, bauen Staudämme, karren Rohstoffe, Nahrungsmittel und sonstige Güter 24 Stunden lang zu Wasser, zur See, zu Land oder auf dem Luftweg um die Welt, entwickeln und programmieren hochkomplexe Computernetzwerke, Schreibprogramme, Webbrowser und App's für die ebenfalls von ihnen ersonnenen Smartphones, Laptops, Desktops und Tablets, gründen Firmen, schaffen weltweit Millionen von Arbeitsplätzen und gehen für sie mitunter halsbrecherische, unternehmerische Risiken ein. Sie retten und beschützen Leben als Feuerwehrmänner, Polizisten oder Sicherheitsangestellte, ziehen Dämme um Städte bei Hochwasserkatastrophen, füllen zehntausende von Sandsäcken von Hand ab, evakuieren Menschen mit Helikoptern aus gefährdeten Gebieten, löschen Waldbrände, grübeln mit Händen, Schaufeln und schwerem Werkzeug blutige Damenbinden, riesige Fettklumpen und haufenweise Ölreste aus der verstopften Kanalisation, schneiden Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen mit Blechschneidern aus ihren Autos, suchen nach Verschütteten in Erdbebengebieten, stecken auf Ölbohrplattformen knietief im giftigem Bohrschlamm, entwickeln alternative Energiegewinnungsformen sowie Medikamente gegen alle möglichen Gebrechen und Krankheiten, erfinden ununterbrochen neue Dinge, die unser Leben angenehmer gestalten sollen (weltweit gehen durchschnittlich 90 Prozent aller Patentanmeldungen auf ihr Konto), bauen Raketen, planen Missionen zum Mars, sind auf den Mond geflogen, springen mit einem Fallschirm aus genau 38'969,4 Metern Höhe auf die Erde und durchbrechen dabei die Schallmauer, haben die Quantenmechanik ergründet, Python, Swift und Objective C entwickelt, den tiefsten Punkt im Meer erkundet, den Mount Everest als erste bestiegen, LSD, Ecstasy, DOM und 2C-B entdeckt, den Reissverschluss erfunden sowie die Evolutionstheorie verfasst, zünden das Feuerwerk an Grossanlässen mit Netzwerkcomputern, organisieren Open Air-Konzerte, Loverides, Filmfestivals und Freilichtspiele, veranstalten Sportanlässe, sind als Mäzene tätig, eröffnen gemeinnützige Stiftungen, gründen Hilfswerke wie die Médicines Sans Frontières- und sind im Notfall erst noch zuverlässig und pünktlich zur Stelle, wenn der Abfluss einmal verstopft ist, das Türschloss kaputt- oder das Auto plötzlich nicht mehr anspringt..!

Männer sind sozusagen die Heinzelmännchen unserer Zivilisation: Sie erledigen all diese Jobs ohne Murren, Jahr für Jahr, bei gutem und bei schlechtem Wetter, ob es regnet oder schneit, kalt ist oder warm, Tag und Nacht. Das ist für sie ganz selbstverständlich. Doch die Öffentlichkeit hat ein ganz anderes Bild von den Männern, ein viel zu negatives. "Wie wir gelernt haben, alles Männliche zu verachten. Und warum das auch den Frauen schadet.", schrieb kürzlich sogar die ZEIT. Das Misstrauen gegenüber den Männern in diesem Land sei wirklich unerträglich geworden, seit sie generell unter dem Pauschalverdacht stünden, Männer zu sein, meinte selbst Anke Domscheit-Berg unlängst bei Anne Will. Vielleicht ist es tatsächlich langsam an der Zeit, das reduktionistische Bild über Männer zu überarbeiten: Was denken Sie?

22:29 07.02.2016
Dieser Beitrag gibt die Meinung des Autors wieder, nicht notwendigerweise die der Redaktion des Freitag.
Geschrieben von

THX1138

Ich beschäftige mich hauptsächlich mit der Ausweitung der Kampfzone- einem weiten Feld also.
THX1138

Kommentare 76

Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community
Avatar
Avatar
Avatar
Ehemaliger Nutzer | Community