Chris

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RE: Knüppel aus dem Sack | 05.11.2010 | 13:55

"[...] und da lassen sich die Schulden der Griechen nur verringern, wenn dies auch mit den Vermögen in Deutschland passiert. Wie kann das geschehen? Durch eine Vermögensbesteuerung, das wollen aber die schwarz-gelben Stabilitätsapostel nicht."

Das ist aber ein schwerer Logikfehler. Wie soll denn bitte eine Vermoegenssteuer in Deutschland den griechischen Schuldenstand verringern?

Wenn ueberhaupt, haette eine Vermoegenssteuer den Effekt, Anleihen als Investition fuer Privatanleger weniger attraktiv zu machen. Dies wiederum wuerde die Renditen griechischer Staatsanleihen weiter erhoehen und damit die Probleme noch vergroessern.

Aber selbst das tut sie nicht, da eine Vermoegenssteuer schlichtweg irrelevant fuer die Schulden europaeischer Staaten ist. Der ueberwiegende Teil dieser Titel wird von Banken (um die Kapitalquote aufzuhuebschen) und Versicherungen (um langfristige Verpflichtungen zu erfuellen) gehalten. Damit halten wir indirekt griechische Staatsanleihen ueber unsere Bankkredite und Pensionsversprechen.

Das kann man moegen oder nicht, und es erzeugt tatsaechlich immense Interessenkonflikte, aber mit der Vermoegensbesteuerung hat das alles kein bisschen zu tun.