Der potemkinsche Guttenberg

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Die CDU-Sprachregelung – die Abspaltung des guten vom schlechten Guttenberg – ist so offensichtlich von der aktuellen Wahlkampfsituation gekennzeichnet, dass man fast schon Verständnis dafür entwickeln möchte. Und sie, die CDU, tut sogar sehr überzeugt, dass das auch gut und gerecht so sei!Fairen Wettbewerb! würden wohl einige gern einfordern. Und noch mehr würden diese Forderung auch unterstützen, zumindest wenn - repräsentativ – dazu befragt. Sie werden ihn also nicht ablegen wie einen Doktortitel, ganz im Gegenteil, sie wollen ihn sich aufs Pferd setzen. Das wär ja noch schöner, auf diesen Werbeträger zu verzichten! Nein, hier wird Verwertung gefordert und auch betrieben. Brutalst möglich.

Ob Guttenberg das durchhält, ist offen. Zu … echt schizophren seine Pose. (Stimmt da wirklich alles?) Aber schwankt er, dann wird es schnell heißen: hier wird nicht desertiert, Herr Minister! Sie werden ihn also tunlichst dazu bewegen, Haltungzu bewahren und weiterzumachen. Zumindest die paar Wochen bis zur nächsten Wahl in Baden-Württemberg. Mit einer dreisten Lüge durchkommen, das hat schon mal geklappt und war dann ein Erfolgsmodell. Koch ist gegangen (Geld verdienen), sein Stil ist geblieben. Mal schaun, wozu seine Partei im Zuge ihres drohenden Machtverlusts noch bereit ist.

Was für eine Szenerie: Die Fassade soll um jeden Preis aufrecht erhalten bleiben, doch sie bröckelt unaufhaltsam. Wie bemerkenswert, wenn die eigene Home-Page zur Selbstdekonstruktion wird. Vielleicht hat er die Unterstützung der BILD-Zeitung als Weissagung seiner Unbesiegbarkeit missverstanden. Welch ein Gefühl mag nun "Die" Guttenbergs beschleichen angesichts des Waldes aus Doktoranden, der da gegen ihr Schloss zieht!

11:03 01.03.2011
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Geschrieben von

Tilmann Müller

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