Timo Stukenberg
11.09.2013 | 15:21 6

Der Rassismus-Bumerang der taz

Netzschau Weil FDP-Chef Philipp Rösler ein Interview mit der taz nicht freigab, druckte die Zeitung lediglich ihre Fragen. Die Netzgemeinde tobt. Ein Shitstorm in sieben Teilen

Weil FDP-Chef Philipp Rösler ein Interview mit der taz nicht freigab, druckte die Zeitung lediglich ihre Fragen. Die Netzgemeinde tobt. Ein Shitstorm in sieben Teilen

 

Der Vorwurf: Rassismus pur

"Es sollte zu einem Gespräch werden, das auch 70-jährige NPD-Mitglieder ohne Vorbereitung und Interesse mit Rösler hätten führen können."

welt.de

Die Forderung: taz muss sich entschuldigen

"Der eigentliche Skandal ist nicht, dass die Interview-Fragen nun ohne Antworten abgedruckt werden. Es sind die stumpfen Fragen, die immer wieder auf Röslers vermeintliches Andersaussehen abzielen. Für diese unterirdische Entgleisung wird sich die taz entschuldigen müssen. Glaubhaft."

Ruhrbarone

Die Rechtfertigung: Journalistisches Handwerk

"Wir haben nach rassistischen Ressentiments gefragt, die auch innerhalb der FDP existieren. Das ist journalistisches Handwerk", schreibt taz-Chefredakteurin Ines Pohl im hauseigenen Blog.

taz-Hausblog

Die Gegendarstellung: Anders vereinbart

FDP-Pressesprecher äußerte sich gegenüber kress.de: "Das Interview war keineswegs unter dem Stichwort 'Hass' angefragt, wie taz-Chefredakteurin Ines Pohl behauptet. Vereinbarter Schwerpunkt war vielmehr 'Stil und Anstand im Wahlkampf', wie die taz-Redakteurinnen selbst in ihrer zweiten Frage bestätigen"

kress.de

Die Expertenmeinung: Unverschämte Fragen

"Ich hätte es an seiner Stelle auch nicht zum Abdruck freigegeben, weil ich manche Fragen schlicht als unverschämt empfinde", sagt Timo Reinfrank von der Amadeu Antonio-Stiftung, die sich gegen Rassismus engagiert, der taz.

taz-Hausblog

Die Vermutung: Werbung auf Kosten der FDP

"Mit der Ankündigung dieser auch nicht ganz neuen Abdrucksform eines nicht autorisierten Interviews im Hausblog hat die taz offenkundig auf mal wieder etwas Werbung für sich selbst als freches Medium kalkuliert, und darauf, dass über 90 Prozent die Deutschen die FDP ohnehin nicht mögen."

Altpapier-Blog

Das Hashtag: Potenzielle, dumme Fragen an Herrn Rösler

Unter dem Hashtag #tazfragen formuliert die Twitter-Gemeinde Fragen, die die taz Philipp Rösler genauso gut hätte stellen können. Zum Beispiel: "Herr Rösler, wie schmeckt eigentlich Hund?"

Twitter Hashtag #tazfragen

Kommentare (6)

balsamico 16.09.2013 | 11:23

"Wir haben nach rassistischen Ressentiments gefragt, die auch innerhalb der FDP existieren. Das ist journalistisches Handwerk", schreibt taz-Chefredakteurin Ines Pohl im hauseigenen Blog.

Ines Pohl hat sicher Recht, wenn sie meint, dass rassistische Ressentiments auch innerhalb der FDP existieren. Denn wo existieren die denn nicht? Und wenn Rösler dafür in seinem Oberstübchen keine Standardantwort abgespeichert hat, die er jederzeit abrufen und mutatis mutandis abspulen geben kann, tut er mir Leid. Gleichwohl ist das, was Ines Pohl da gemacht hat, nicht eben eine journalistische Glanzleistung, zumal sie seit einiger Zeit selbst im Glashaus sitzt. Denn spätestens seit sie einen Artikel, der den Grünen mangelnde Aufarbeitung des Pädophilie-Skandals vorwarf, aus dem Blatt nahm, muss sie sich fragen lassen, ob sie selber weiss was journalistisches Handwerk ist, oder ob sie nicht lieber nach ihrem ganz persönlich grünen Belieben daherredet bzw. daherreden lässt.